Mittwoch, 2. November 2011

[NaNoWriMo] Tag 2

Ahhhhhhhh *gähn*

Ich konnte dann doch nicht anders als zu schreiben. Ich habe mich einfach an dem Crossed Cover satt gesehen und dann los geschrieben...das tolle war, das Veronica Roth heute Abend auf ihrem Blog einen Post zum Thema NaNoWriMo geschrieben hat! Das war SO motivierend. Ihr Haupttipp war, das man nicht auf das Geschriebende zurück blicken soll. Das werde ich ab heute tun. Ich meine, wenn man einen Roman schreibt, ist der erste Entwurf eh der Rohentwurf, an dem zig Dinge geändert und verbessert werden...
ja, ja, ich liebe Veronica Roths Blog! :)

Nun zu den Wörtern.

Geschriebene Wörter: 2078

Das zweite Kapitel ist nicht zu Ende und es endet an einer 
beschissenden Stelle, aber der neue Tag ist da und es geht dann 
bald mit Kapitel 2 weiter. Ich nehme mir für Tag 3 vor, das zu Ende zu schreiben!

Und irgendwie hab ich da wieder so viel erklärt. Ich weiß ja auch nicht,
Voll die Überflutung an Erklärungen und so...wer kann sich das alles merken? xD


Okay, weiter gehts...........




Kapitel 2



Besessen



- Ivory -









„Habt ihr davon gehört?“

„Natürlich, die ganze Akademy spricht davon!“

„Ja, weil es ein Skandal ist!“

„Nein, das ist mehr als nur ein Skandal, wenn die Gerüchte stimmen, dann –“

„Gerüchte, das sind keine Gerüchte! Es ist die Wahrheit!“

„Ich habe etwas anderes gehört…“

Ich seufzte. Es passierte schon wieder. Meine Mitschüler zerrissen sich das Maul über irgendeine Angelegen die im Königshaus passiert und nach außen gesickert war. Und wie jedes Mal, wenn etwas vom Königshaus nach außen sickerte, waren es lückenhafte Informationen und diese wurden schon bald zu etwas, das man eher eine Geschichte nennen konnte, denn Geschichten waren erfunden. Ich war mir sicher, dass alles, was aus den Mündern meiner Mitschüler kam erfunden war. Jedes einzelne Wort. Warum ich das so genau wusste war einfach. Ich gehörte zu einer Königsfamilie; ich war die Tochter König Crownfields und eine von vielen Erben einer Dynastie, die einst von vier Familien gegründet worden war. Da ich jegliches Aufsehen erregendes Geschehen aus erster Hand erfuhr, war mir klar, das heute wieder einer dieser Tage war, an denen ich Augen und Ohren verschlossen hallten musste, wenn ich nicht wollte, das all diese unschönen Lügen meinen Geist vergifteten. Ich konnte keinen meiner Mitschüler dafür verachten, denn ich selber war es, die eine Lüge lebte. Das klang vielleicht etwas zu dramatisch, aber es war wahr. Eine Lüge leben. So nannte es mein Vater immer, wenn wir ein Gespräch darüber führten, wie unsagbar dumm es von mir war, sich ein normales Leben zu wünschen. Fernab des Schlosses, fernab des Geldes, der Macht und…der Verantwortung. Vor genau zwei Jahren aber wurde mir dieser Wunsch gewährt. Zusammen mit meinem Bruder Clive hatte ich einen Pakt geschlossen. Beide hatten wir es satt, uns an unzählige Regeln zu halten, beide hatten wir genug davon, uns weiter in dem goldenen Käfig zu bewegen, in dem unsere Eltern uns gefangen hielten. Also hatten wir das einzige Druckmittel benutz, das wir besaßen: unsere Identität, unseren wahren Namen. Das war das Wertvollste, was wir besaßen. Wenn man zu einer Königsfamilie gehörte, war eine solche Information unbezahlbar. Jeder Feind des Landes, jeder Kleinganove hätte diese Information nutzen können, um einen Krieg zu starten, um König Crownfield zu bedrohen. Denn niemand kannte die Identität der Erben, derjenigen, die eines Tages die Thronfolge übernehmen würden. Die einzige Ausnahme stellten die vier Familien dar. So kannte ich, die Namen aller Mitglieder der Dynastie, ebenso wie Clive.


Wir beide hatten unseren eigenen Vater erpresst und es hatte uns nicht im mindesten Leid getan. Clive schloss sich einer Gilde an. Es war immer sein Traum gewesen, mit seinem Chant etwas anzufangen. Er verabscheute den Adelstitel und das Geld genauso wie ich. Ich wusste, das er es geschafft hatte sich einen Namen zu machen und es würde ihm das Herz brechen, dieses abenteuerlustige Leben wieder aufzugeben.

Ich durfte zur Schule gehen. Clive hatte mir einen elendlich langen Vortrag darüber gehalten, das jetzt, wo ich alles tun würde können, ich mir etwas anderes aussuchen sollte. Er hatte unseren Privatunterricht gehasst und der Gedanke an enge, kleine Räume, in denen man mit anderen zusammen lernte und mit ihnen verglichen wurde, war der letzte Ort auf Erden, an den er sich je wünschen würde. Er konnte mich nicht verstehen, dabei hatte er im Grunde, dasselbe wie ich gewollt. Einen Ort, an dem man sich selbst sein konnte, an dem man Freunde fand und an dem man uns behandelte, wie jeden anderen Menschen auch. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, einer Gilde beizutreten. Ich hatte nichts gegen Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Einsetzen ihres Chants verdienten, aber…mein Chant konnte für so etwas nicht eingesetzt werden. Das war eine Untertreibung. Der bloße Gedanke an meine Fähigkeiten rief so viele schlechte Erinnerungen auf einmal wach, dass mir Tränen in den Augen zu brennen begannen. Ich hasste meinen Chant. Und ich würde ihn nie, nie wieder einsetzten. Nicht nachdem damals…

„Ivy? Alles in Ordnung?“, fragte Oz, der neben mir saß. Ich blickte in meine Hände hinab, wo ich das Tecpad, so fest zwischen den Fingern gehalten hatte, dass das Display zersprungen war. Ein feiner Riss zog sich durch die Oberfläche und trennte den Text, der darunter zu flimmern begann. Ich schaltete es rasch aus und schob es in meine Tasche.

„Alles in Ordnung“, sagte ich. „Ich versuche nur die Gespräche auszublenden.“

„Nein, das solltest du heute nicht tun!“, sagte er aufgeregt. „Es geht um Lady Lauretta und ihren Streit mit dem Baron von Fayside. Du weißt schon, der alte Mann, der mit der Deszortes Familie verwandt ist. Es ist so witzig!“

Oz hatte sich schon immer für so etwas begeistern können. Er war einer der Gründe, warum ich heute hier saß. Ich musste einen Leibwächter ertragen, der mich rund um die Uhr begeleitete, bis ich nach meinem einundzwanzigsten Geburtstag dieses Leben wieder aufgeben würde, um in der Krönungszeremonie meines Bruders, mein wahres Gesicht zu offenbaren. Es war eine faire Bedingungen, zumal, der mir zugeteilte Wächter niemand geringes als mein Cousin Oz war. Ich mochte Oz. Schon als Kinder, waren wir beste Freunde gewesen. Oz an meiner Seite zu haben war also keineswegs eine schlechte Sache. In diesem Moment fing er meinen Blick auf und ich musste lächeln. Vergebens versuchte er den Ich ignoriere sie auch Blick aufzusetzen und mein Lächeln wurde breiter. Oscar Latenne, war nur entfernt verwandt mit mir. Die Familie Latenne gehörte zu keiner der großen vier und fand sich in den niederen Rängen wieder, was so viel bedeutete wie, das sie zwar einen Adelstitel trugen, aber nicht in direkter Verbindung zum Königshaus standen, was ihnen wiederum ermöglichte ein normales Leben zu führen. So normal, wie das Leben eines reichen Kindes in einem Land voller Neider nur sein konnte. Oz hatte sich den Rang meines Leibwächters durch unzählige Dinge verdient. Zum einem besaß er, wie jeder in meiner Blutlinie einen Chant und zum anderen war er ein geübter Kämpfer. Das hatte er im Kampf gegen meinen Bruder bewiesen. Clives Stolz war selbst nach all den Jahren dadurch noch immer angeschlagen. Diese Sache hatte einen Keil zwischen die Beziehung der beiden getrieben. Ich war diejenige die seit geraumer Zeit zwischen den Fronten ausharren musste. Der ausschlaggebende Punkt war jedoch gewesen, dass Oz, die einzige Person meines Alters war, die sich freiwillig für die Aufgabe gemeldet hatte. Mein Vater vertraute ihm und somit war die Sache entschieden.

„Ruhe! Ich bitte Sie um Ruhe!“ Obwohl unser Lehrer, Mr Mundo, gerade den Raum betreten hatte, dachte niemand daran zu schweigen. Die munteren Gespräche gingen einfach weiter. Er seufzte und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Nach einigen Minuten Beobachtung, zog er eine Schublade auf, fischte eine Druckluftfanfare heraus und ließ sie dreimal hintereinander hupen. Das Geräusch kam so abrupt und laut, das jeder, wirklich jeder im Raum zusammen zuckte. „Wie schön, das ich ihre unaufgeteilte Aufmerksamkeit habe“, sagte Mr Mundo. „Was auch immer Sie beschäftigen mag, es kann kaum so interessant wie das heutige Thema unsere Stunde sein: unangekündigter Test.“ Ein Aufstöhnen ging umher. „Zwei Schüler sind befreit am Test teilzunehmen. Jade und Henry, die Schulleiterin möchte Sie beide unverzüglich in ihrem Büro sprechen.“
Oz und ich tauschten einen Blick. Damit waren wir gemeint. Es gab genau drei Personen an der High Echelon Akademy, die wussten, wer hinter unserer Fassade steckte. Ich. Oz. Und Ms Marbour, die Schulleiterin, die extra von meinem Vater in dieses Amt gehoben wurde. Sie war eine mürrische, alte Frau, mit einem so faltigem Gesicht, als haben sich hundert Sorgen in ihrer Haut verewigt. Ihre Kleider und ihr Haar saßen immer perfekt und ihre strenge Ausstrahlung verlieh ihr Autorität. Ich konnte verstehen, warum mein Vater sie eingestellt hatte. Wenn man uns zu ihr rief konnte das nichts Gutes bedeuten. Meine Mitschüler starrten Oz und mich grimmig an, als wir unsere Sachen zusammen packten. Auf dem Weg durch die Flure der Akademy sprachen wir beide kein Wort. Als wir das Büro von Ms Marbour erreichten, wurde uns die Tür vor der Nase aufgerissen, als habe Ms Marbour unsere Anwesenheit gespürt. Hastig zog sie zuerst mich, dann Oz herein und riegelte das Schloss hinter uns ganze dreimal ab.

„Es ist ein Hologramm für Sie gekommen, Ivory.“

„Ein Hologramm?“, wiederholte ich dümmlich. „In die Schule?“

„Von wem ist es?“, wollte Oz wissen. Ms Marbours Miene war wie versteinert.

„Ist jemand gestorben?“, fragte ich erschrocken.

„Nein. Niemand ist gestorben.“

„Dann spucken Sie es aus!“, forderte Oz sie auf. „Worauf warten Sie?“

Er hatte so viel weniger Geduld als ich. Ich musterte Ms Marbour. Den Ausdruck in ihren Augen hatte ich noch nie gesehen, so abwesend und leer. Ihre Körperhaltung war angespannt und sie krallte ihre Finger in die Lehnen ihres breiten Drehstuhls. Ihre Mundwinkel zuckten, als wolle sie etwas sagen, das auszusprechen sie nicht wagte. Oder, als könnte sie es nicht.

„Öffnen Sie das Hologramm.“

Oz runzelte die Stirn. „Sie haben es sich nicht angesehen?“

„Sie konnte es nicht“, erklärte ich. „Manche Hologramme haben eingebaute Körperspeicher. Sie lassen sich nur von dem richtigen Empfänger öffnen.“

Ms Marbour nickte steif und streckte die Hände aus, um die kleine, runde Hologrammdose zu mir hinüber zu schieben. Oz und ich ließen uns auf zwei freien Stühlen nieder. Ich nahm die Hologrammdose entgegen und wendete sie einige Male. Auf dem verschlossenen Deckel befand sich eine Einkerbung für meinen Finger. Ms Marbour machte ein gurgelndes Geräusch.

„Öffnen“, sagte sie und es klang wie eine zischende Drohung.

„Was?“, entfuhr es mir verblüfft über ihren harschen Ton.

„Wann ist es gekommen?“, fragte Oz. „Wer hat es gebracht?“

Ms Marbour verdrehte die Augen. Mechanisch legte sie den Kopf schräg.

„Das tut nichts zur Sache. Öffnen Sie es einfach.“

Obwohl mich ein mulmiges Gefühl überkam, drückte ich meinen Finger in die Einkerbung und spürte, wie etwas warmes über meine Fingerkuppe glitt, vermutlich der Sensor, der feststellte, das ich das Recht hatte das Hologramm zu sehen. Mit einem leisen Klacken öffnete sich die Dose von innen heraus, so, als würde sich eine Blume entfalten, indem mehrere Blätter sich nach außen rollten. Flimmernd materialisierte sich ein Bild und ich erkannte die Gestalt darin sofort. Clive. Er trug dunkle Kleider und einen dunklen Umhang. Er rannte und sein Atem ging schnell, während er in die Linse seines Tecpads starrte, mit dem er das Hologramm aufgenommen hatte.

„Ivy!“, keuchte er und warf einen Blick über seine Schulter. „Hör mir gut zu. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit.“ Seine Schritte hallten über den Asphalt. Mein Herzschlag beschleunigte sich, so als würde ich mit ihm laufen.

„Ich habe herausgefunden, das –“

Der Ton war ein einziges Knistern. Ich verstand kein Wort. Im nächsten Moment wurde das Bild unscharf, Clives Züge verschwammen. Einige Minuten war nichts zu sehen und zu hören, dann tauchte sein Gesicht wieder auf. Schweißperlen standen ihm auf der Stirn. „Du bist die Einzige, der ich vertraue. Die einzige, die mir helfen kann. Komm dorthin, wo der Mond die Erde berührt und das Wasser die Sterne zeichnet. Triff mich in zwei Tagen. Komm allein.“

Er war auf der Flucht und sprach in Rätseln. Angst klammerte sich um mein Herz und ich beugte mich näher an die schimmernden Bilder heran, als könnte ich dadurch besser begreifen, was vor sich ging.

„Du musst – Beweis – Maryian – Krönungszeremonie –“

Die waren völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Ich erhaschte einen letzten Blick auf meinen Bruder, wie er um sein Leben rannte, Verzweiflung in den blauen Augen und dann erlosch das Hologramm. Einfach so. Ich schüttelte die Dose, wollte es noch einmal abspielen, aber es funktionierte nicht. „Clive“, flüsterte ich. Worauf hatte er sich eingelassen?

„Ivy?“ Oz legte mir eine Hand auf den Arm.

„Ich muss sofort nach Hause. Ich muss herausfinden, ob er –“

„Wo liegt der Ort, wo der Mond die Erde berührt? Was ist das für ein Codewort?“ Ich hatte fast vergessen, das ich mich in Ms Marbours Büro befand. Sie starrte mich an. Starrte und starrte und ließ nicht von mir ab.

„Ich weiß es nicht“, log ich. „Ich muss sofort –“

„Nichts müssen Sie, Ivory! Sagen Sie mir, was ihr Bruder ihnen mitteilen wollte!“

Im nächsten Moment war sie auf den Beinen, sprang über ihren Schreibtisch direkt auf mich zu und zusammen gingen wir in einem Durcheinander aus Armen und Beinen zu Boden. Ich wollte sie von mir herunter schieben, aber sie ließ es nicht zu, drückte mich gegen den Teppich und legte mir eine Hand an die Kehle. „Sagen. Sie. Es. Mir!“, brüllte sie wie eine Irre und mit jedem Wort das sie sprach, drückte sie fester zu. Mir blieb die Luft weg. Rums!




- Forsetzung folgt -


Ey, fragt mich nicht, warum das so komisch formatiert ist! In meinem Post sieht das anders aus, aber jedes Mal, wenn ich es veröffentliche bleibt es so.



1 Kommentar:

  1. Wow es geht spannend weiter, ich finde die Geschichte bis jetzt echt toll. Und die Erklärungen stören kein bisschen, ich finde es gut wenn man ein bisschen erfährt, wie das dort alles so läuft.

    glg Nadja

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