Freitag, 4. November 2011

[NaNoWriMo] Tag 4

Guten Abend! :)

Hier kommt wieder der tägliche (oder all abendliche) Bericht über meinen Fortschritt beim NaNoWriMo. Es fiel mir unglaublich schwer, weiter zu schreiben. Ich hab es über mehrere Stunden hinweg versucht, bis ich dann die Schreibblockade brechen konnte und zumindest etwas geschafft habe. Mein Hauptproblem ist einfach, das ich selber noch keine genauen Vorstellung von der Welt im Jahre 3022 habe. Ich habe zwar jede Menge Ideen im Kopf, aber die Frage nachdem, was geblieben ist, was sich verändert hat und was es nicht mehr gibt ist viel zu komplex, um sie mal eben schnell beantworten zu können…deshalb sind die Beschreibungen in diesem Kapitel sehr kurz ausgefallen und Fallons innerer Monolog dafür umso länger. Zufrieden bin ich nicht, unzufrieden aber auch nicht (mehr) xD

Geschriebene Wörter: 1568

Ich präsentiere Kapitel 3, noch unfertig…


Kapitel 3

Gelegenheiten

- Fallon -


Ich erwachte als jemand meinen Namen rief, laut und ungeduldig und definitiv viel zu früh am Morgen. Ich schob mir das Kissen über den Kopf, in der Hoffnung, das ich nur träumte, aber keine Sekunde später wurden die drängenden Worte durch ein Klopfen an meiner Tür verstärkt. Ich rollte mich aus dem Bett und strich mir verschlafen das Haar aus dem Gesicht. Wer auch immer es wagte mich so früh zu wecken, würde es bereuen. Ich durchquerte das Chaos in meinem Apartment und riss dir Tür auf. „Was?“, blaffte ich, ohne zu registrieren wer vor mir stand. Meine Augen waren immer noch im Halbschlaf und ich musste mehrmals blinzeln, um endlich wach zu werden.
„Ich stehe hier seit einer halben Stunde. Du schläfst wie eine Tote.“
„Den“, sagte ich zur Begrüßung und wollte ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, aber er schob rasch seinen Fuß in die Zage und zwang mich ihn herein zu lassen. „Es sieht immer noch so einladen, wie bei meinem letzten Besuch aus.“
Ich schnaubte verächtlich. Den war der Sohn von Lord Dashby, dem Vorsitzenden der Gilde, der somit eine ziemlich hohe Position inne hielt. Das hieß natürlich auch, dass seine Familie jede Menge Geld besaß und er nicht wusste, was es hieß in solch einem Loch wohnen zu müssen. Mein Apartment lag etwas abseits der Stadt, in einem Viertel in dem fast ausschließlich Fabriken lagen. Durch die vielen Abgase und den ganzen Lärm in der Gegend waren die Wohnungen und Häuser hier, von denen es mehr gab, als man dachte, wirklich sehr niedrig. Da ich, wie Den netterweise erwähnt hatte, schlief wie eine Tote und die meiste Zeit an anderen Orten verbrachte, war das Apartment perfekt für mich. Es bestand aus einem großem Wohnraum, einer Kochnische und einem Bad. Es hatte riesige, alte Erkerfenster, die richtig schön waren – im Gegensatz zu dem Ausblick und einen kleinen Kamin. Leider war hier kaum etwas so modernisiert, wie in den Städten, aber ich konnte damit leben, auch, wenn ich ganze zehn Minuten unter der Dusche stehen musste, bis das warme Wasser kam. Vielleicht hätte es hier auch ganz häuslich ausgesehen, wenn ich nicht so schrecklich unordentlich wäre. Überall lagen Klamotten herum, Schuhe, Papiere und Bücher; dreckiges Geschirr türmte sich in der Spüle und die gesamte linke Ecke, neben meinem Sofa war ein einziger Kerzenfriedhof. Die abgebrannten Stummel bildeten einen Zirkel, den ich gezogen hatte, um darin mit meinem Chant zu üben.
Den schüttelte den Kopf. „Mensch, Fallon –“
„Spruch meinen Namen nicht so aus, als wären wir Freunde.“
„Stimmt ja, Fallon hat keine Freunde.“
„Fallon denkt, das du ein Idiot bist“, entgegnete ich.
„Fallon denkt, das dieser Idiot gut aussieht“, konterte Den. „Im Gegensatz zu Fallon, die aussieht, als wäre sie gerade aus dem Bett gekrochen.“
Er musterte mich. Mein wirres Haar, meine müden Augen, dann glitt sein Blick zu meinen nackten Beinen hinunter und ich wurde mir wieder bewusst, dass ich nur kurze Shorts und ein Top trug. Fröstelnd rieb ich mir die Arme.
„Ich bin aus dem Bett gekrochen. Was mich zum Thema zurück bringt“, sagte ich und warf einen Blick auf die Uhr, aber die Ziffern brachten mich zum staunen. „Es ist zwei Uhr Nachmittags?“, fragte ich ungläubig. Den grinste. Ich warf ihm einen giftigen Blick zu. „Ach, halt die Klappe!“
„Meine Lippen sind versiegelt“, sagte er belustigt.
„Also, was willst du hier?“
„Da du keinerlei technische Kommunikationsmittel besitz, hat Frost mich gebeten dir auszurichten, dass du ihn heute Abend in der Gilde treffen sollst. Er erledigt heute zwei Aufträge und will anschließend mit dir sprechen.“
Das war nicht verwunderlich. Ich dachte an die letzte Nacht zurück.
„Nachricht angekommen. Tschüss.“
Ich deutete auf die Tür. Den seufzte.
„Warum bist du immer so…?“
„So?“, fragte ich gedehnt.
„Unnahbar, abweisend, überheblich…da würden mir ne Menge Adjektive einfallen, Fallon.“
„Ich hab es dir bereits gesagt, wir sind keine Freunde.“
„Das ist Schade. Ich könnte ein guter Freund sein.“
„Ich aber nicht. Ich bin unnahbar, abweisend, überheblich und noch zehntausend andere Dinge“, antwortete ich.
Kopfschüttelnd betrachtete er mich. Nicht auf dieselbe Weise wie zuvor, dieses Mal lag etwas Wissendes in seinem Blick, etwas trauriges. Es war ein Blick, den ich bei Den noch nie bemerkt hatte. Als läge tief zwischen seiner Oberflächlichkeit und Perfektion, noch etwas anderes. Ein anderer Den. Die Wahrheit war, ich konnte ihn nicht ausstehen, weil diese zwei Eigenschaften, die ihn so stark zeichneten, ihn immer durchs Leben halfen, während alles was ich zu tun schien immer schief ging. Mit seiner dunklen Haut, dem schwarzen Haar und durchdringenden Augen, hatte er, wie alle Dashbys ein gewisses Charisma, das sich jedes Mal verdoppelte, wenn er lächelte, als habe er seinen eigenen Zauber. Er war ein Rang A Syder und seine Erfolge waren stets die Paradebeispiele für alle anderen. Wir kannten uns seitdem wir Kinder waren, aber zwischen uns hatte immer eine unbestimmte Distanz geherrscht, die ich mir nicht erklären konnte. Weil er gut mit Mindi befreundet war, schien es für ihn ein ungeschriebenes Gesetzt zu sein, auch mein Freund zu werden. Zumindest unternahm er immer wieder Versuche mich in ein Gespräch zu verwickeln oder mich unterschwellig dazu zu überreden, etwas mit ihnen zu unternehmen. Ich hatte den Verdacht, das Mindi ihn bestach, damit er nett zu mir war. Sie war jemand, dem es sehr leicht fiel Sympathien zu gewinnen und genau wie Den, war sie ein offener und zufriedener Mensch. Ich konnte die ständige Zufriedenheit der beiden nicht ertragen.
„Richte Frost aus, das ich kommen werde“, fügte ich hinzu. Langsam öffnete ich die Tür und wies mit einer Hand auf den Flur.
„Okay“, erwiderte er trocken. „Wir sehn uns Fallon.“

Nachdem ich mich geduscht und angezogen hatte, verließ ich den Wohnkomplex und ging Richtung Stadt. Ich kannte die schmalen Gassen wie meine Westentasche und nahm eine Abkürzung, die mich innerhalb von zehn Minuten auf die Hauptstraße führte. Es war wie ein Szenenwechsel im Theater, voller Farben und Veränderung. Mein zu Hause erschien mir jedes Mal trist und einsam, wenn ich die Stadt erreichte. Den größten Unterschied machte die Natur selbst. In dem Industriegebiet gab es kaum Bäume, geschweige den Blumen oder Pflanzen. Hier aber war alles so bunt und lebendig, das ich nicht anders konnte als zu lächeln. Man musste den Park durchqueren, um in die Innenstadt zu gelangen und um diese Uhrzeit war jede Menge los. Paare, die spazieren gingen, Kinder, die lachten und spielten, alte Menschen, die ihre Haustiere ausführten und alle hatten sie eines gemeinsam: sie genossen ihr Leben. Genossen den warmen Tag und die angenehme Brise, die den süßlichen Duft von Rosen heran trug. Ich mochte es sie zu beobachten. Es gab Tage, an denen ich einfach nur aus diesem Grund herkam. Es erinnerte mich daran, das ich diese Gefühle der Zugehörigkeit und Liebe nicht kannte und auch daran, das ich diese nicht zuließ. In besonders sentimentalen Stunden dachte ich darüber nach, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn meine Mutter mich nicht auf der Schwelle der Gilde abgelegt hatte, wenn sie mich nicht verlassen hätte. Es war eine Geschichte, die mir eingetrichtert wurden war, seitdem ich zurück denken konnte. Ich wusste nicht mehr, wer sie mir zuerst erzählt hatte, aber das spielte auch keine Rolle. Mr Dashby hatte mir versichert, das meine Mutter, es für mich getan hatte. Aber wie wollte er das wissen? Niemand hatte sie gesehen, niemand kannte ihren Namen, ihre Identität. Sie war wie ein Geist, etwas, an das manche Menschen glaubten und andere nicht. Ich war, wie in jedem Fall, skeptisch. Und verletzt. Es schmerzte darüber nach zu grübeln, warum man mich zurück gelassen hatte.
War es wirklich meine Mutter gewesen, die mich verlassen hatte? Jemand anderes? Warum hatte man die Gilde der Nekromanten ausgewählt? Warum ausgerechnet diese und nicht irgendeine andere unter all den tausend, die es gab? Fragen über Fragen und keine Antworten. Ich hatte noch nicht einmal jemanden, dem ich die Schuld an der Misere geben konnte. Ich hatte nur Menschen um mich herum, denen ich dankbar sein musste. Nein, das klang falsch. Ich war ihnen dankbar, sehr sogar. Mr Dashby, der mich ohne zu zögern aufgenommen hatte, Frost, der mich als seine Schülerin angenommen hatte, Mindi, für ihre Freundlichkeit und all den anderen, die sich mir nicht immer fair gegenüber verhielten, aber mich akzeptiert hatten. Trotz alldem, war es mein Misstrauen, das die Chance auf ein Leben mit ihnen zusammen zu Nichte machte. Ich hatte das ständige Gefühl, das sie etwas wussten; mir etwas vorenthielten. Es machte mich verrückt, deshalb beschloss ich immer wieder diese Gedanken auszublenden und mich stattdessen auf die Gegenwart zu konzentrieren. Es gab unzählige Menschen, die mit ihrem Leben unzufrieden waren. Warum sollte ich die eine, besondere Ausnahme sein, für dich sich alles auf magische Weise irgendwann änderte?
Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter, lebe jeden Tag in dem Wissen, das du etwas getan hast, was dich mit Stolz erfüllt. Lebe, jeden Tag, denn der Tod ist es, der das Leben kostbar macht, ihm einen Wert verleiht, dass kein Gut auf Erden aufwiegen kann. Das war eines der Zitate, gesprochen von Lord Dashby, eines jener, die er bei jeder feierlichen Gelegenheit von sich gab.
Es klang hochgestochen, enthielt aber nichts als die Wahrheit. Und was tat man, um seine Leben zu gestalten? Aufgaben erfüllen. Ich würde herausfinden, wer genau Clive Crownfield war. In welcher Verbindung er zu Frost stand und warum sie beide den Vorfall auf dem Friedhof verschweigen wollten. 

- Fortsetzung folgt -

Kommentare:

  1. Ich mag deine Geschichte total und ich freue mich schon auf den nächsten Teil. :D

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  2. Wow das ist echt super , ich schaffe es Irgendwie nie etwas zuende zu schreiben ach ja und hier http://heartandsoul22.blogspot.com/2011/11/award-drei.html

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D