Dienstag, 8. November 2011

[NaNoWriMo] Tag 8

Mh. Was kann ich denn heute so berichten? :)

Ich hatte heute eigentlich viel Zeit zum Schreiben, mehr jedenfalls als in den letzten Tagen und trotzdem war ich heute einfach zu faul dazu. Ich hab das Kapitel zu Ende geschrieben und hätte weiter schreiben können…hätte…ich möchte lieber lesen. Deshalb werde ich mich gleich ins Bett lümmeln, ENDLICH (oder hoffentlich) Emerald zu Ende lesen und dann schlafen. Ich freu mich schon auf die Woche am Ende des Monats, wenn ich frei habe! :)

Wenn ich mir so vorstelle Autor als Fulltimejob zu machen frage ich mich,
ob die Leute, die damit haufenweise Geld verdienen auch jeden Tag schreiben und sich eine Wörterzahl als Ziel setzten oder so…ich finde schon, das Schreiben eine Sucht ist,  aber es gibt so Tage, da will ich nicht.

Geschriebene Wörter: 1441

Immerhin hab ich mir schon nen Titel für Kapitel 6 ausgedacht. Das waren ein paar extra Worte. Mir fällt das übrigens immer sehr schwer. Also, Titel für Kapitel auszuwählen…da liegt immer so eine dünne Grenze zwischen zu viel verraten und passt nicht zum Thema. Ich hätte auch mal ganz gerne einen Namen für das „Buch“

Leider will mir da so gar nichts einfallen.

 P.S. Die Fähigkeit keine RS zu machen hätte ich auch gerne. ich schludere das so vor mir her, das mir beim Überfliegen der Texte immer schlecht wird. 

Muss stark bleiben. Nicht überarbeiten. Einfach schreiben.

Fortsetzung....


Ich versuchte irgendein Zeichen dafür auszumachen, das er noch vor wenigen Sekunden so verärgert über mich gewesen war, das es klang, als wolle er mich am liebsten im nächsten See ertränken und anschließend mein Grab persönlich versiegeln. Die vielen Fragen lagen mir schwer auf der Zunge, also nickte ich nur. Frost Miene war regungslos wie immer, dasselbe kalte Gesicht, dieselben dunklen Augen voller Geheimnisse. Ich spürte Wut gegen ihn in mir hoch kochen. Auch, wenn Frost und ich keine Freunde waren, so hatte er mir doch stets als Vorbild gedient. Er war eine der Stützen in meinem Leben, die mir Sicherheit gab. Ich hatte mich auf ihn verlassen können. Ich…ich hatte ihm vertraut. Irgendwie war mir das nie ganz klar gewesen. Vertrauen. Deshalb schmerzte es jetzt so ihm ins Gesicht zu blicken. Er war ein mieser Heuchler. Jemand, der die Wahrheit kannte und mich belog. Warum?
„Du solltest wieder gehen, wenn du krank bist“, sagte Frost. „Ich dachte du wärst in der Lage einen Auftrag zu erfüllen, aber –“
„Mir geht’s gut“, fuhr ich ihn an.
„Du siehst blass aus, deine Hände zittern.“
Das hatte ich nicht bemerkt. Ich grub sie rasch in meine Jackentaschen.
„Welchen Auftrag?“
„Fallon. Zuerst müssen wir reden.“
„Ja, das dachte ich mir schon, Frost.“
Wir sahen einander mit finsteren Blicken an.
„Hast du geschwiegen, wie ich es dir gesagt habe?“
„Ich habe niemanden auch nur ein Wort erzählt.“
„Gut. Wir werden diesen Zwischenfall beide vergessen. Auch, wenn es nicht in deiner Natur liegt Dinge einfach zu vergessen, Fallon, wirst du genau das tun. Du weißt nicht, in was du hinein gezogen werden könntest, falls…“
Frost fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht und seufzte. „Nimm das.“ Er warf mir etwas zu und ich fing es geschickt auf. In meiner Handfläche lag eine Perle. Sie war aus Glas und hinter der durchsichtigen Fassade schimmerte ein dämmriges, weißes Licht. „Was…?“ Ich begriff sofort. Das war es, was Frost den Marchardis abgekauft hatte. Ich blinzelte. Mit einem Puff, platze die Perle auf und ich musste husten, weil das dünne Pulver, das plötzlich um mich herum schwirrte, wie ein Schwarm Bienen, in meine Nase und Mund gekommen waren. Es schmeckte wie kalte Asche. Mir wurde für einen Moment schwindelig und ich suchte etwas, an dem ich mich abstützen konnte. Frost griff nach meinem Arm und zog mich in einen Sessel. Wankend plumpste ich hinein. Mein Mund fühlte sich an, als wäre mir jemand mit Schmirgelpapier über Zunge und Wangen gefahren. Ich ließ mich in die Polster sacken und schloss die Augen. „Was war das?“
„Fallon, wo warst du gestern Nacht?“, fragte Frost barsch.
„Wo ich war?“, wiederholte ich und lallte dabei ein bisschen. Ich schlug die Lieder wieder auf und hob den Blick. Frost hatte sich über mich gebeugt und sah mich eindringlich an. „Du hattest frei.  Du warst zu Hause und hast die Aufgaben erledigt, die ich dir aufgetragen habe. Du hast die neuen Kapitel aus dem Lehrbuch gelesen und bist dabei eingeschlafen. Und jetzt bist du hier, weil du dir einen Job holen wolltest. Richtig?“
Ich war sprachlos. Der fahle Geschmack in meinem Mund war immer noch da, aber die von Frost erhoffte Wirkung war nicht eingetreten. Ich fühlte mich weder hypnotisiert, noch dazu verleitet den Schwachsinn, den er von sich gab zu glauben. „Ja, das stimmt“, sagte ich kleinlaut und unterwürfig. „Ich war zu Hause und habe gelernt. Was sollte ich auch sonst tun?“
Frost atmete tief durch. Erleichtert nickte er zustimmend.
„Der Job um den es sich handelt ist einer der Stufe Bronze. Zwölf Lyx Münzen und ein magisches Artefakt sind die Entlohnung.“
Ich setzte mich aufrechter hin und runzelte die Stirn. Wie alle Jobs, gab es drei verschiedene Arten davon. Bronze, Silber und Gold waren die Beititel, wenn es darum ging zu ermitteln, wie viel Zeit der Job beanspruchen würde und welchen Rang man mindestens haben musste, um ihn erledigen zu können. Bronze Jobs waren leicht verdientes Geld, aber die übliche Bezahlung lag bei höchstens fünf Lyx, keine Münze mehr. Und dazu obendrein ein magisches Artefakt?
„Wo ist der Harken? Ein solcher Job wäre längst weg, bei der Bezahlung und dem netten Extra“, sagte ich misstrauisch. „Muss man dafür zehn Stunden irgendwohin reisen oder etwa Gräber schaufeln?“
Das hatte ich tatsächlich einmal tun müssen. Es war die reinste Sklavenarbeit gewesen, aber Frost meinte es würde meinen Charakter bilden und da ich einen besonders schwachen Charakter hätte, müsste die Arbeit umso härter sein. Also hatte ich sieben verdammte Löcher geschaufelt, bis ich vor Erschöpfung fast umgefallen war und Frost hatte mir anschließend erklärt, wie man ein Grab versiegelte, sodass es niemals mehr geöffnet werden konnte. Die meisten Menschen taten das. Sie beauftragten Nekromanten, um ihre ewige Ruhe zu gewährleisten. Es gab aber genauso viele, die es nicht taten. Das ewige Siegel, wie man es nannte, gehörte zu den schwereren Techniken, welche ich leider nicht beherrschte, weil mein Gehirn damals viel zu müde gewesen war, um Frost Ausführungen zu folgen. Außer mir hatte er noch andere Schüler, aber seine sadistischen Folterrituale sparte er sich immer für mich auf oder zumindest kam es mir so vor. Immerhin wusste ich jetzt, dass er mich wirklich hasste, was es mir umso leichter machte ihn ebenso zu hassen. Vielleicht würde Hass das Gefühl von Reue und Betrogenheit vernichten.
„Es ist ein Job für die Alchemisten Gilde.“
Ich stöhnte auf. „Die verdammten Alchemisten?“
Ich war einmal in ihrer Gilde gewesen, als ich eine Nachricht übermitteln sollte. Solche Botengänge waren nichts Ungewöhnliches. Lord Dashby wollte, dass die wichtigen Nachrichten immer mündlich überbracht wurden. Weil ich auf den Empfänger der Nachricht warten musste, hatte man mir eine Tour durch die Gilde angeboten. Als wir im Labor angekommen waren, war es mir irgendwie gelungen sämtliche Regale dort umzustoßen und durch das Verschütten der unzähligen Flaschen und Reagenzgläser dort war das halbe Gebäude in die Luft geflogen. Niemand war schwer verletzt worden. Die meisten trugen ein paar Kratzer davon und einen Schrecken. Ich hatte seitdem an meinem linken Handgelenk eine feine Narbe, die mich immer daran erinnerte. Später hatte man nicht mehr beweisen können, dass es ausschließlich meine Schuld gewesen war, denn einige der Alchemisten im Labor hatten ein paar der Sicherheitsregeln nicht eingehalten. Es hatte eine Anhörung gegeben, von der ich verschont geblieben war und der Beschluss am Ende stellte klar, das die Alchemisten den Schaden selber zu tagen hatten. Das lag viele Jahre zurück, aber die meisten der älteren Mitglieder waren noch immer der festen Überzeugung, dass ich allein die Konsequenzen hätte tragen müssen. Ich hatte die Gegend seitdem immer gemieden.
„Du hast diesen Monat wie viele Jobs gehabt, Fallon? Vier oder sechs?“
Zehn waren vorgeschrieben. Zähne knirschend stand ich auf.
„Schon verstanden. Die guten Jobs sind alle weg“, murmelte ich. Die Diskussion wegen eines Jobs hatte den Gedanken an Frosts Verrat in weite Ferne gedrängt. Ablenkung, Fallon. Das ist der Schlüssel. Außerdem konnte ich das Geld gut gebrauchen. „Okay“, stimmte ich zu. Frost reichte mir ein Pergament, das bereits zerknittert und eingerissen war. Ich faltete es auseinander und überflog es. Es ging um einen Begleitjob. Ich musste irgendeine alte Lady durch Shallonhire bringen. Shallonhire war eine Friedhofstadt. Wie der Name bereits sagte, war es ein riesiger Friedhof. Er war durch eine mächtige Glaskuppel überdacht und dort standen waren Kunstwerke an Mausoleen und Grüften. Zwischen jeder Menge Wald und einem Fluss, der sich quer hindurch schlängelte, war Shallonhire der einzige Weg aus der Stadt, wenn man diese auf der Westseite verlassen wollte. Es war kein häufig genutzter Weg, vor allem, weil man nur zu Fuß Durchlass auf dem Friedhof hatte. Der einzige Grund, die Stadt auf diesem Wege zu verlassen, war, um in die Sümpfe zu gelangen. Der einzige Grund, in die Sümpfe zu gehen waren die Ruinen eines ehemaligen Palastes. Und was konnte eine Alchemisten Lady da wollen? Der Schwarzmarkt aller Schwarzmärkte. Was die Treskargasse anging, so konnte man dort zwar alles finden, wenn man richtig suchte, aber im Vergleich zu diesem Ort, war sie das reinste Kinderparadies.
Deshalb war der Zettel so mitgenommen. Es war kein offizieller Job, der am schwarzen Brett ausgehangen wurde. Es war einer dieser Aufträge, die man eher als Gefallen bezeichnen sollte. Frost schuldete also jemandem etwas und er ließ mich die Arbeit erledigen. Sollte man mich dort erwischen, würde mich das höchstens aus der Gilde befördern, ihn aber ins Gefängnis bringen.
„Ich werde die Bezahlung behalten. Du bekommst keine einzige Münze“, sagte ich missmutig. Ich ließ meine Schritte erst langsamer werden, als ich die Villa weit hinter mir gelassen hatte. Und einen winzigen Teil von mir noch dazu.

- Kapitel 5, Ende -

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