Donnerstag, 10. November 2011

[NaNoWriMo] Tag 9 + 10

Wie bereits erwähnt: Tag 9 = Fail.

Dafür habe ich eben fleißig in die Tasten gehauen. Leider ist es in 5 Minuten 00:00 Uhr, sonst hätte ich für Tag 10 noch ein bisschen weiter geschrieben. Vielleicht schreib ich gleich trotzdem weiter, das zählt das eben für Tag 11. Ich musste auch beim aktualisieren auf meiner NaNoWriMo Seite feststellen, das ich gut in der Zeit liege. Kein Rückschlag wegen gestern also. Juhu! :) Da steht nämlich, dass ich, wenn ich jeden Tag ca. 1500 Wörter schreibe, ich es schaffe fertig zu werden!

Geschriebene Wörter: 1727

Joa und dann passieren da wieder so Sachen!
Was ist den mit Oz? Vertraut er Ivy jetzt nicht mehr?
Ich weiß ja nicht, wo das hinführen soll…

Ey, eigentlich sollten die beiden zu dem Treffpunkt latschen xD
Passiert dann wohl im nächsten Ivy Kapitel. 

Und nur mal so aus Neugier? Wie viele RS findet ihr???
Muss ich schon anfangen mich zu schämen? x)


Fortsetzung…




Kapitel 6

Ein Fluch ohne Namen

- Ivy -



Als ich wieder zu mir kam, fühlte ich einen solchen Druck auf meiner Brust lasten, das ich kaum atmen konnte. Ich fühlte mich wie eine Ertrinkende, jemanden, der hoffnungslos dabei war unterzugehen. Aus einem Tümpel oder See hätte ich mich vielleicht wieder heraus ziehen können, aber aus diesem Chaos voller Namen, Bilder, Gerüche und Geräusche war das unmöglich. Schwer atmend, blieb ich ungerührt liegen. Ich wartete darauf, dass mein Körper und mein Geist sich wieder erholen würden, aber es dauerte so unendlich lange, bis ich überhaupt die Fingerspitzen bewegen konnte, das ich glaubte für immer und ewig gelähmt zu bleiben. Das einzige, was unaufhaltsam in Bewegung war, war der Fluss aus Tränen auf meinen Wangen. Ich dachte ich hätte sie alle für Clive aufgebraucht, aber da hatte ich mich anscheinend geirrt. Ich habe jemanden getötet. Schon wieder. Wie auf Knopfdruck durchbrach eine meiner eigenen Erinnerungen die Oberfläche meines Bewusstseins. Ich war sechs Jahre alt gewesen. Es war mein Geburtstag. Zusammen mit Clive war ich in dem Teil des Grundstücks, auf dem die Ställe lagen. Meine Mutter hegte eine Leidenschaft für Pferde und Clive hatte mir versprochen mir an meinem Geburtstag das Reiten beizubringen. Er hatte mir gezeigt, wie man ein Pferd striegelte und es sattelte. Ich hatte das Gefühl der weichen Mähne zwischen meinen Fingern geliebt. Das Pferd, das ich mir ausgesucht hatte, trug den Namen Bliss. Meine Mutter hatte mir verboten, es zu reiten, weil sie meinte, es wäre nicht für einen Anfänger geeignet, da es von Natur aus stur und unberechenbar war, aber Clive konnte mir den Wunsch nicht abschlagen, als ich zu Bliss´ Box rannte. Nachdem wir einige Runden auf dem Hof im Trab geritten waren, hatte Clive vorgeschlagen, das wir ein Stück in den Wald hinein reiten sollten. Er ritt dicht an meiner Seite und fasste mir immer wieder in die Zügel, um mir zu erklären, was ich falsch machte. Ich konnte es nicht ausstehen, wenn er mir auf solch drängende Art etwas beibringen wollte. Geduld zählte nicht gerade zu seinen Stärken. Um ihm zu beweisen, dass ich es auch alleine schaffen würde, verpasste ich Bliss einen kräftigen Tritt in die Flanken. Das Pferd war wie ein geölter Blitz davon geschossen. Ich hatte vor lauter Angst laut geschrien und mich immer fester an Zaumzeug und Mähne geklammert. Bliss wollte einfach nicht anhalten. Irgendwann hatte die Panik meine Sinne überwältigt. Als meine Hand Bliss´ Fell das nächste Mal streifte, stoppte das Tier abrupt, fiel seitlich zu Boden, als wäre es eine Schachfigur, die man umgekippt hatte und rührte sich nicht mehr. Sein Gewicht hatte mir mein rechtes Bein gebrochen. Doch, es hatte auch andere Wunden hinterlassen, welche, die man nicht sehen konnte. In der Vergangenheit und auch in dieser Gegenwart war exakt dasselbe passiert. Meine Emotionen hatten mich überwältigt, mein Chant hatte sich eingeschaltet und ein Lebewesen getötet, um mir anschließend seine Erinnerungen in die Seele zu brennen. Als Clive mich endlich eingeholt hatte war alles zu spät gewesen. Er hatte mir versichert, das alles gut werden würde, etwas, das man Kindern, die weinten, nun einmal erzählte, von dem Erwachsene aber wussten, das es nichts als leere Worte waren. Mein Bruder dachte sich eine Geschichte aus, um Bliss` Tod zu erklären, die Wahrheit ging mit unser beider Schweigen verloren. Clive hatte mir eindringlich erklärt, das es besser so war. Niemand sollte jemals erfahren, wozu ich in der Lage war. Vielleicht hatte er das nur gesagt, weil er selber Angst gehabt hatte. Vielleicht hatte er es gesagt, weil keiner von uns – bis heute nicht – wusste, was es mit meiner Fähigkeit auf sich hatte. Es gab diese Art von Chant nicht. Nummer eins auf der Liste der acht reinen Künste waren Mindingchants, Chants die es erlaubten jedem Lebewesen den freien Willen zu nehmen. Weder Clive, noch ich hatten eine Vorstellung davon, in welche Kategorie mein Chant fiel. Seit diesem Ereignis hatte ich meine Selbstbeherrschung auf ein neues Level gebracht. Ich war ein Meister darin Gefühle zu unterdrücken, die auszublenden und zu vergessen. Es gab selten Momente, in denen ein Gefühl so stark wurde, das ich befürchten musste, etwas würde geschehen. Es war, als könne ich die Grenze spüren, die übertreten werden musste, um meinen Chant freizusetzen. Warum war es dieses Mal anders gewesen? Weil mein Leben bedroht worden war? Weil ich keine Chance hatte etwas auszurichten, so wie damals auf dem Rücken des Pferdes, das unerbittlich gelaufen war?
Die Fragen brachten ein wenig Klarheit in das Chaos in meinem Kopf.
„Ivy?“ Oz´s Stimme drang durch die sich öffnende Tür.
„Oz“, krächzte ich. Als ob sein Name ein Zauber wäre, fiel die Last von mir ab und ich schaffte es mich auf die Seite zu rollen. „Oz!“, rief ich, lauter. Er kniete sich neben mich, schob eine Hand unter meinen Rücken und legte die andere unter meine Beine. Mit einer starken Bewegung, hievte er mich in seine Arme und trug mich zu Bett. Als er mich abgelegt hatte, streifte er mir das Haar aus dem Gesicht und hielt inne, als er meine nassen Tränen auf seiner Haut spürte. „Ich habe ihn getötet“, wimmerte ich verzweifelt. Oz drückte meine Hand so fest, dass er mir die Finger zerquetschte.
„Ivy“, begann er, ließ das einzelne Wort jedoch in der Luft hängen. In seinen Augen konnte ich erkennen, wie auch er sich etwas ins Gedächtnis rief. Clive hatte gewusst, wie schwer es mir fallen würde, das Geheimnis für mich zu behalten, also hatten wir Oz die ganze Geschichte erzählt. Wir vertrauten ihm. Er vertraute uns. Er hatte Clives Worte wiederholt, hatte mich getröstet, obwohl er genauso jung wie ich gewesen war. Er hatte mich akzeptiert.
„Sie…er“, verbesserte ich mich. „Er hat Clives Kette gestohlen.“
Oz drehte sich um, verharrte stumm. Ich sah, wie seine Schultern sich anspannten und spürte, wie sein Griff noch fester wurde. Meine Finger wurden taub. Es dauerte einige Momente, bis Oz sich mir wieder zu wand.
„Diebe, die etwas von Clive gestohlen haben“, murmelte er. „Ich wünschte ich könnte all diese Puzzleteile zusammensetzten, Ivy.“
Sein Blick bat mich um Verzeihung, als trüge er die Schuld an dem Desaster.
„Es tut mir so leid“, flüsterte ich. Oz Blick wanderte über die Unordnung.
„Ich werde es melden. Ich werde berichten, das ich auf dem Weg zu dir war, dann habe ich ein Geräusch gehört und bin auf den Dieb gestoßen –“
„Es waren zwei“, unterbrach ich ihn. „Da war noch ein Junge.“
Ich begann ihm die Einzelheiten zu erzählen.
„Warum sollten zwei Luftpiraten eine Kette stehlen? Sie muss einen Wert haben. Wenn sie vorher Clive gehörte, muss sie etwas bedeuten. Mir macht außerdem Sorge, dass die beiden in die Residenz eindringen konnten, ohne auch nur den geringsten Alarm aktiviert zu haben.“
Ich setzte zu einer Antwort an, doch ich verstummte, als mein Blick wieder auf Jack fiel. Der leblose, tote Jack…Oz, der mich die ganze Zeit besorgt beobachtete, verstellte mir mit seinem Körper die Sicht. „Geht es dir besser?“
Zur Antwort setzte ich mich auf die Bettkante. Der dämmrige Zustand aus Schwächegefühl und Beklommenheit hatte sich fast ganz aufgelöst. Oz, der meine Hand noch immer nicht losgelassen hatte, führte mich aus dem Raum.
„Schaffst du es zurück in dein Zimmer, Ivy?“ Ich nickte.  „Ich gehe jetzt zu den Wächtern“, sagte er. Als er sich von mir entfernte, war die Abwesenheit seiner Wärme auf meiner Haut, schlimmer als jede Winterkälte. Es war, als würde ich etwas Wichtiges verlieren. „Oz!“, rief ich. Er blieb sofort stehen und drehte sich um. „Ich…“ Ich wollte mir nicht noch erbärmlicher vorkommen, also schluckte ich das Gefühl des Verlusts herunter. „Warum wolltest du mich sehen?“
Er zögerte und sah mich nicht an.
„Es geht um Ms Marbour. Die Wächter haben herausgefunden, dass sie von einem Kesseldämon besessen war. Kleine, blutrünstige Parasiten, die, wenn sie zu lange in einem Wirt verweilen, dessen alte Persönlichkeit auslöschen. Wer auch immer ihr das angetan hat, trägt die Schuld an ihrem Zustand.“
„Zustand?“
Die Entfernung zwischen uns, war wie ein klaffender Abgrund, den keiner von uns beiden zu überqueren wagte, weil eine Brücke fehlte. Damals war es ein Tier, dieses Mal ein Mensch. Macht das einen Unterschied für Oz? Natürlich, du Dummkopf, Ivy! Du hättest es verhindern können, weil du wusstest, was passieren kann. Du bist keine sechs mehr. Du bist nicht mehr unschuldig. Mein Herz flatterte aufgeregt wie ein eingesperrter Vogel in meiner Brust.
„Sie haben versucht, Informationen aus Ms Marbour heraus zu bekommen, aber der Dämon hat das verhindert, indem…sie wird nie mehr die Alte sein, Ivy. Vermutlich wird sie noch diese Nacht sterben.“
Ich schätzte Oz´s Offenheit und Ehrlichkeit sehr an ihm, aber der Zeitpunkt für so schlechte Nachricht war einfach zu ungünstig gewählt. Seine Worte wirkten wie ein Verstärker auf die bereits vorhandenen Probleme. Ich hatte Ms Marbour nicht gemocht, aber ich hatte sie respektiert. Niemand verdiente so etwas. Das war ihr wegen mir widerfahren. Wegen mir und Clive. Für ein paar Sekunden erschien es mir so, als würde heute die gesamte Welt untergehen. Nicht, die ganze Welt, sondern nur deine. Ich ballte die Hände zu Fäusten, bis sich meine Fingernägel in meine Handflächen gruben und das scharfe Stechen die Furcht zurück drängte, wenn auch nur für den Moment.
„Ich werde den Wächtern nichts von der Kette erzählen, Ivy. Wenn selbst du nicht weißt, warum jemand sie würde besitzen wollen, dann ist diese Information nichts wert. Zumindest nicht für die Wächter.“
Ich nickte dankbar. Oz und ich sahen einander genau sieben Herzschläge lang tief in die Augen, aber die erwartete Erleichterung blieb aus. Ich konnte nichts von der gewohnten Zuversicht in seinen jadegrünen Augen sehen. Er brach den Blickkontakt als Erster ab.
„Warte!“, rief ich, eine Spur zu laut. Meine Stimme hallte die hohe Decke hinauf. „Wirst du mit mir kommen?“, fragte ich fiebrig. „An –“
„Am dem Ort, wo der Mond die Erde berührt und das Wasser die Sterne zeichnet?“, beendete Oz den Satz für mich. „Natürlich.“
Ich rang mir ein schwaches Lächeln ab.
„Ich würde dich niemals im Stich lassen, Ivy. Niemals.“
Trotz all der Entschiedenheit in seiner Stimme, erkannte ich, dass seine Augen, die Entscheidung, die er soeben getroffen hatte, nicht unterstützen. Oz´s Augen leuchteten gefährlich, wie eine Warnung, die besagte, das Vertrauen etwas Kostbares war, das man sehr leicht verlieren konnte. Hatte ich seines verloren? Oder bildete ich mir diese Unstimmigkeiten nur ein?
„Danke“, sagte ich, doch Oz war bereits weiter gegangen.

- Kapitel 6, Ende - 

Kommentare:

  1. Hey, wollte dir ein paar liebe Grüße da lassen, finde deinen Blog echt schön und bin auf die Rezension zu Emerald gespannt:)
    Schau doch auch mal bei mir rum,würde mich freuen;)

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  2. Wie cool!! es ist voll spannend!! schreib. weiter. jetzt.
    ;)

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  3. Naja, SO schlimm ist es mit den Rechtschreibfehlern nicht. Noch kannst du dich hier blicken lassen xD

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  4. @yulivee: danke, werde ich machen ^^

    @flame: mal gucken xD

    @lisa: willst du mein lektor sein? ;)
    ich find das echt schlimm -.-

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