Sonntag, 8. Januar 2012

[BUCHREZENSION]


 
Titel
Deutsch: Stadt aus Trug und Schatten
Englisch: ?

Infos
Autor/in: Mechthild Gläser
Buchreihe: Nein
Genre: YA Fantasy

Im Web
Leseprobe: -
Website: *klick*

Englisch Schwierigkeitsgrad: ?


ÜBER DIE AUTORIN

Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich ihrem Studium widmet und ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee.


Deutsche Ausgabe
Gebundene Ausgabe/ 17,95€
Seiten: 415
Verlag: Loewe


Englische Ausgabe
Noch nicht erschienen.
Erscheinungstermin unbekannt!



ZUM BUCH

Fantastische Idee mit Stärken und Schwächen.

Inhalt…

Flora fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihre Seele seit jeher ein nächtliches Doppelleben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Von nun an wird sie nie wieder schlafen, ohne dass ihr Bewusstsein in die farblose Welt der Schatten wandert. Als wäre das nicht unerfreulich genug, hat ihre Seele offenbar den Weißen Löwen gestohlen, einen mächtigen alchemistischen Stein, nach dem sich nicht nur die Herrscher der Schattenwelt verzehren. Bald ist Flora selbst in der realen Welt vor den Gefahren Eisenheims nicht mehr sicher und eines ist klar: Sie kann niemandem trauen, nicht einmal Marian, der plötzlich in beiden Welten auftaucht und dessen Küsse vertrauter schmecken, als ihr lieb ist.

Buchgestaltung…

Ich bin absolut kein Fan von weiß, aber das Cover sicht trotzdem sehr schön aus. Es ist schlicht und einfach, passt zur Geschichte und die Farbgebung weiß/rosa ist auch gut kombiniert. Außerdem haben die HC von Loewe immer ein schönes Lesebändchen, was ein echter Bonus ist.

Meinung…

Ein Buch, das mich mal wieder mit gemischten Gefühlen zurück lässt. Einerseits hat es mir ausgesprochen gut gefallen, was die Autorin aus dem Hut gezaubert hat, anderseits gab es viele Stellen, die für mich schwer nachvollziehbar waren und mir gar nicht gefallen haben….

Der Schreibstil von Mechthild Gläser ist schön bildlich und detailreich, ohne dabei zu viele Informationen zu geben oder sich allzu sehr in die Länge zu ziehen. Typisch Jugendbuch war es flüssig und angenehm zu lesen und ich fand es sehr gelungen, dass die Geschichte, obwohl sie aus Floras Sicht geschildert wird, nicht in der Ich-Form geschrieben wurde. Der Prolog, sowie stellenweise die Sichtwechsel waren kleine Höhepunkte der Geschichte, sehr interessant und weckten Neugier.

Die Idee rund um die Stadt aus Trug und Schatten hat mich sehr fasziniert. Was passiert denn wirklich, wenn wir träumen? Wohin gehen unsere Seelen/Geister?
Flora dachte ebenfalls, das Träume, wie ein schwarzes Loch sind…man wird hineingezogen und erinnert sich nicht mehr daran, was darin passiert. Das alles ändert sich für sie, als sie plötzlich in einer Traumwelt aufwacht, die ebenso real ist, wie die Welt, die sie ihr zu Hause nennt. Die Einführung und Beschreibung in diese Welt war schön inszeniert und man stolpernd ebenso ahnungslos wie Flora mit hinein. Es gab ein paar schöne Ideen, die die Autorin hier eingebracht hat, aber im Großen und Ganzen ist die Traumwelt doch genauso wie unsere gewesen. Ich finde, da hätte man ein bisschen mehr draus machen können, aber na ja…

Im Verlauf der Geschichte wird dem Leser dann doch mehr geboten. Viele Elemente guter Bücher finden sich hier wieder: eine Prise Spannung, ein Löffelchen Geheimnisse, ein Stück Humor und eine große Portion Gefühle, werden einem nach und nach serviert und sodass einem die Geschichte sehr ans Herz wächst.

Flora ist zwar kein außergewöhnliches Mädchen, sondern der Durchschnitts YA Charakter, ebenso, wie Marion und Floras Freunde, aber da das Setting und der Plot überzeugen, bringt das dem Buch nur vereinzelt Minuspunkte. Ich habe z.B. etwas länger gebraucht um Flora zu mögen und Marion, ganz der mystische, gut aussehende Kerl ging mir einfach nur gehörig auf den Zeiger, aber sie haben die Geschichte ganz gut ergänzt. Ein Charakter, der mich allerdings wirklich gestört hat, war Floras Ex-Freund, der konsequent wie ein dummer, naiver Typ Flora hinterher lief und bei dessen Handlungen ich einfach nur den Kopf schütteln musste…

Weshalb das Buch eine etwas „schlechtere“ Bewertung von mir bekommt liegt vor allem an vielen Stellen im Buch, die meiner Meinung nach sehr unlogisch waren, zudem nicht nachvollziehbar und ich musste mich beim Lesen unterbrechen, um herum zu rätseln….Mysterium Nr. 1 wäre z.B. die Sache mit den Seelen. Im Buch wird erklärt, das Floras Seele behütet und beschütze wurde und sie deshalb nicht aufwachte, so zusagen versteckt wurde, damit sie sicher ist. Trotzdem wird im Buch immer wieder gesagt, das Floras Seele dies und jenes getan hat und ich fragte mich ständig: aber wie denn, wenn die gute doch bewacht wurde? Darüber wurde kein Wort verloren. Floras Vater sagt dies sogar mehrmals, also, das Floras Seele „schlief“

Von solchen sich überschneidenden, gegensätzlichen Erklärungen gibt es einige.
Es könnte natürlich auch sein, das ich da etwas nicht ganz verstanden habe, aber eigentlich bin ich doch davon überzeugt, das dies Logiklücken im Plot sind.

Ein weiter Aspekt, der mir nicht gefiel war die Beziehung zwischen Flora und Marion. Direkt zu Beginn des Buches wird erwähnt, das Marion ihre Seele liebte, aber Flora ist nun einmal anders als ihre Seele (übrigens noch so eine Sache auf die nicht näher eingegangen wird…warum sind Flora und die Seele andere „Personen“ wo doch alle in der Traumwelt so sind, wie im richtigen Leben???) und deshalb geraten die beiden oft aneinander. Später liebt Marion aber urplötzlich auch Flora…dies wird kaum begründet. Es gab auch so eine Szene, in der Flora etwas schreckliches über Marion erfährt, etwas schockierenden, einen Hinweis, aber anstatt ihn zur Rede zu stellen, macht die Gute eine halbe Ewigkeit mit dem Kerl rum ohne der Sache nachzugehen…erst sehr viel später denkt sie mal daran zurück und geht dem nach.

Atmosphärisch war das Buch eine kleine Talfahrt. Szenen mit Marion und Flora haben mir den Spaß verdorben, aber Reisen durch die Stadt aus Trug und Schatten und deren wundersame Extras fand ich wirklich…traumhaft! ;)

Fazit…

Ein toller Debütroman, der durch seine Ideen besticht, nicht die Charaktere und so einige schwächen aufweist, die schon an Logikfehler grenzen. Trotzdem möchte ich das Buch empfehlen, weil es eine neue und mehr oder weniger innovative Geschichte ist!

Bewertung…

6,5/10


 Vielen Dank an den Loewe Verlag für das Bloggergewinnspiel, 
bei dem ich dieses Buch gewonnen habe!

 

Kommentare:

  1. Joa, ging mir ganz ähnlich. Der Schreibstil war echt schön und das Konzept interessant; die Charaktere und die (fehlende) Ausarbeitung nich so. Meiner Meinung nach wurde da einiges an Potenzial verschenkt.

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  2. PS: Glaubst du, dass es eine Fortsetzung geben wird?
    Bisher ist ja nichts geplant, aber es sind immer noch einige Fragen (wie zB die Sache mit Marions Schwester)offen, die einen zweiten Teil gerechtfertigen würden.

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  3. Ah, hallo nochmal ^^
    Ich habe gerade in einem Interview gelesen, dass es drei Bände geben soll. Damit wäre die Frage geklärt. :)

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