Mittwoch, 7. März 2012

[BUCHREZENSION]


Titel: BZRK
OT: BZRK
Autor/in: Michael Grant
Genre: YA, Dystopie, Sci-Fi
Buchreihe: BZRK #1


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?





Michael Grant hatte eine bewegte Kindheit. Die Familie zog aufgrund der Arbeit des Vaters beim US-Militär oft um - Grant besuchte zehn Schulen in fünf amerikanischen Staaten und verbrachte auch einige Zeit in Frankreich. Derzeit lebt er mit seiner Frau, der Autorin Katherine Applegate, und seinen zwei Kindern in North Carolina.




Deutsch
Gebunden/17,99€
Seiten: 408
Verlag: INK


Englisch
Gebunden/13,10€
Seiten: 400
Verlag: Egmont USA



Das Buch der "besonderen" Art?!


Kurzbeschreibung

Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seines Bruders nur noch Brei zu sein scheint Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht Ein skrupelloser Hacker, der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt Menschen, die sich am Rand des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben. BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen. Die atemberaubende und düstere Vision eines geheimen Krieges der Mikro- gegen die Makro-Welt, gegen unsere Welt. Winzige biotechnologische Nano-Organismen, die dich beschatten, kontrollieren töten. Der Kampf hat längst begonnen!

Buchgestaltung

Ich muss zugeben, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum der Titel aus so seltsamen Buchstaben besteht. Eigentlich würde das Buch nämlich „Berserker“ heißen und BZRK ist die Umschreibung dafür. Ist schon einfallsreich. Was denn Rest des Covers betrifft so ist das einfach nur gruselig und dunkel, genau wie die Geschichte und passt daher schon sehr gut zum Buch.

Meinung

Uff. Schwere Kost, schwere Kost Leute…BZRK ist so ein Buch das einem richtig Angst machen kann und das ist jetzt wirklich negativ gemeint. Von Beginn stellt der Autor nämlich eines klar: diese Geschichte ist nichts für zarte Gemüter. Die ersten Kapitel lesen sich wirklich wie der Roman zu einem Final Destination Film. Rasant, abgehackt und detailliert blutig. Mord, Blut und Leichen werden einem da mal eben vor die Nase gesetzt und das ganze ist so grauenhaft inszeniert, das ich mich beim lesen wirklich erschrocken habe. Vor allem aber wird all das so schnell abgehandelt, dass die Atmosphäre des Buches einfach nur kalt ist. So sieht Sadie z.B. wie ihr Vater und Bruder bei einem Flugzeugabsturz zerfetzt werden, aber bis auf wenige Gedanken scheint das ihren Charakter gar nicht zu beeinflussen.

An sich fiel es mir zunächst schwer dem Schreibstil etwas abzugewinnen. Michael Grant schreibt in sehr kurzen oder sehr verschachtelten Sätzen und dieser Mischmasch aus beiden hat die Geschichte entweder zu langsam oder schnell voran schreiten lassen, was mir nicht besonders gut gefallen hat. Dazu kommt, das man durch die Oberflächlichkeit mit der die Charaktere beschrieben werden keinen richtigen Bezug zu ihnen aufbauen kann. Zudem sind alle Charaktere des Buches solch unsympathische, egoistische Typen, das es auch mit einem angenehmeren Schreibstil nicht wirklich möglich gewesen wäre, sie annähernd zu mögen.

Die Charaktere sind Psychopaten, Mörder und seltsame Firmeninhaber, die der Mafia alle Ehre machen würden. Sadie und Noah, die beide in die Geschichte hinein gezogen werden waren daneben noch normal, aber sobald sie durch einen Schicksalsschlag mit BZRK in Berührung treten verändern sich beide grundlegend. Ich denke, es war auch nicht wirklich die Absicht des Autors uns 0/8/15 Charaktere vorzusetzen, die man wirklich mögen kann und ich schätze, das es in diesem Buch keine schwarz/weiß - Malerei gab, sondern alle Charaktere so verkorkst waren, das man einfach nicht wusste, wer hier zu den Guten und wer zu den Bösen zählt. Die Grenze auf der sie alle bewegen ist dünner als Papier und der Absturz daher groß.

Die Geschichte oder die Idee hinter BZRK fand ich ansatzweise interessant, aber wirklich überwältigen und überzeugen konnte sie mich nicht. Immer wieder werden uns Informationen zugespielt, die nicht vollständig sind und der Autor verliert sich in dutzenden Nebenhandlungen, die das Geschehen der Geschichte schlauchen. Im Buch geht es hauptsächlich um eine Firma, die mit Hilfe von Biots in der Wissenschaft Erfolg haben wollte, um z.B. bei der Genesung von Krankheiten zu helfen oder bei Kriegen Spionage auf ein neues Level zu bringen. Stattdessen aber, entsteht ein Zwist zwischen der Firma von Sadies Vater und einigen anderen, die sich nun mit Hilfe ihrer Technologie gegenseitig bekriegen und ermorden. Es gibt so genannte Twitcher, die ihre Nanobots dazu nutzen, um Menschen Erinnerungen einzupflanzen oder deren Gefühle verändern und jede Menge andere „Talentierter“ die diese Methoden nutzen, um zu kämpfen, zu manipulieren und zu töten. Die normale Gesellschaft bekommt von all dem nichts mit. Zumindest scheint es so, denn im Buch wird nicht wirklich erklärt, wie genau die Gesellschaft in diesem Buch aufgebaut ist. Daher kann man als Leser das Buch auch nicht wirklich einem Genre zu ordnen. Fantasy? Nein. Dystopie? Nein. Das Buch zeigt keinerlei der gängigen Elemente, sondern erzählt hauptsächlich von den Handlungen der Charaktere, die 1) nicht immer nachvollziehbar sind und 2) so kalt und ohne Gewissen sind, das zumindest mir oft eine Gänsehaut über den Rücken lief.

Verstörend beschreibt es ganz gut.

Gefühle sind also abhanden, ebenso wie Action oder Spannung, die aufgrund der Bezugslosigkeit zu den Charaktere nicht entstehen kann, weil man sich einen Dreck darum schert, was denn nun mit ihnen passiert.

Was hat mir also an dem Buch gefallen?

Obwohl BZRK niemals auf irgendeine Weise ein Lieblingsbuch von mir werden kann gab es einiges, das ich daran mochte. Besonders gut haben mir die technischen Erklärungen zu den Biots und Nanos gefallen. Mich hat es zwischenzeitlich überall gejuckt, bei der Vorstellung das eklige Technik Viecher in mein Auge oder Gehirn kriechen, aber die Idee an sich war nicht schlecht und verdient Anerkennung.

Dazu kommt, dass der Mittelteil des Buches fast menschlich wirkte. Denn als von den Rebellen die Rede war und Sadie und Noah sich näher kommen kam wenigstens etwas Unterhaltungswert dazu. Außerdem ist es bei BZRK wie bei einem Horrorfilm. Man will weg gucken, sieht aber trotzdem hin, weil es einen doch fesselt und man wissen möchte, was passiert. Die Unvorhersehbarkeit ist der größte Pluspunkt.

Warum die Tendenz aufwärts, statt abwärts?

Ich denke einfach, dass Michael Grant sich hier in ein neues Genre gewagt hat, mit dem er durchaus Erfolg haben kann. Die Geschichte hat Logik, war gut durchdacht und hatte unbestreitbar eine anziehende Atmosphäre, die nicht jedem zusprechen wird, aber sicherlich ihre Fans findet. Daher gebe ich dem Buch ein paar Punkte mehr, denn im Vergleich zu sehr viel schlechteren Büchern hat es diese verdient.



Verstörend, düster und kalt. Michael Grants Buch ist sicherlich ein Hochgenuss für Fans seines Stils oder Sci-Fi Romanen, wo Mord und Manipulation nicht zu kurz kommen. Für Fantasyleser wie mich allerdings war das ganze eine Nervenprobe. Eine Achterbahn aus Schock, Ekel und Ablehnung. Und das sage ich, als heimlicher Fan von Zombie-Splatter-Filmen!


Sehr, sehr knappe…
5/10

 Heißt in beiden Sprachen ganz simple BZRK2.
Genaueres ist noch unbekannt.


Für dieses Buch! :)

Kommentare:

  1. Ich danke dir für das flotte Rezensieren Tanja! Nachdem ich Gone01 gelesen habe, habe ich mir BZRK spontan vorbestellt.
    Aber je länger ich darüber nachgedacht habe umso mehr habe ich an meiner Entscheidung gezweifelt. Das liegt jetzt nicht daran, dass mir Gone schlecht in Erinnerung liegt. Auf keinen Fall, aber ich habe gerade so gar keine Lust die Reihe fortzusetzen und umso merkwürdiger ist es ja eigentlich von dem Autor eine komplett neue Reihe anzufangen.

    Ich danke dir für deine Einschätzung! Die hat mich dann doch bestärkt es erst mal wieder zu stornieren und vielleicht später darauf zurückzukommen.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ach, tinalein...entscheidungen zu treffen ist schon scher ;P aber ich denke, du solltest es stornieren und dich später entscheiden...ich hab auch noch vor gone zu lesen, aber bzrk war einfach nichts für mich :)

      Löschen
  2. Ja ich finde das deutsche Cover eben auch um einiges hübscher. Schön das ich nicht die einzige bin die gerne mal beide Ausgaben hier stehen hat. Wirst du dir das Buch den bald holen? Das Logistikzentrum von Amazon hat wohl gerade ein paar technische Schwierigkeiten. Hatte wegen eines Buches was schon erschienen ist nachgefragt weil das seit Anfang der Woche in Versandvorbereitung war

    AntwortenLöschen
  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Tanja,

    ich fand die Grundidee ja schon klasse (weißt du ja). Mir hat nur das letzte Bisschen noch zur Überzeugung gefehlt. Freue mich jetzt auf Band 2 :-)

    LG

    Kay

    AntwortenLöschen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D