Freitag, 16. März 2012

[BUCHREZENSION]



Titel: Noch 6 Tage
OT: Six Days
Autor/in: Philip Webb
Genre: YA, Dystopie, Fantasy
Buchreihe: Nein


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?



Philip Webb alias Frank Böhmert, 1962 in Berlin-Kreuzberg geboren, erzählte schon als Kind gerne unheimliche und phantastische Geschichten. Seit den frühen 1980er-Jahren schreibt und veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in allen literarischen Genres. In den letzten Jahren machte er sich als Übersetzer anspruchsvoller Romane, Kinderbücher und Krimis einen Namen.


Deutsch
Gebunden/16,95€
Seiten:380
Verlag: Chicken House


Englisch
Taschenbuch/8,99€
Seiten: 369
Verlag: Chicken House



Wunderbare Dystopie für jüngere Altersgruppen!


Kurzbeschreibung

Solange Cass denken kann, muss sie sich schon durch die Überreste der zerstörten Stadt wühlen. Genau wie alle anderen Räumer. Denn ihre Aufgabe ist, das Artefakt zu suchen, an das niemand so richtig glaubt. Bis auf Cass' kleinen Bruder Wilbur, aber der spinnt sowieso ein bisschen. Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich Peyto und Erin auf. Sie sind Schläfer und kommen aus einer anderen Zeit. Und sie glauben, dass nur Wilbur ihnen helfen kann. Denn auch sie sind auf der Suche nach dem Artefakt. Nur gemeinsam haben die vier eine Chance, es zu finden. Doch sie müssen sich beeilen. Ihnen bleiben genau sechs Tage, sonst wird die Welt untergehen...

Buchgestaltung

Mir gefallen beide Cover gut. Das deutsche wirkt aber etwas besser gewählt für die Altersgruppe, die es ansprechen soll. Und was sollen die Totenschädel auf dem Englischen? Ist ja nicht so, als würde in dem Buch jemand sterben ;P

Meinung

Ich hatte zu Beginn des Buches so meine Schwierigkeiten mit der Sprache, die der Autor verwendet, um seine junge Protagonistin Cass sprechen zu lassen. Jugendslang. Anders kann man diese Ausdrücke einfach nicht nennen. Am Anfang ging mir das wirklich gehörig auf die Nerven, weil die Formulierungen teilweise ordinär wirkten und kein Jugendlicher so seltsam spricht. Im Verlauf der Geschichte kann man sich damit aber anfreunden, zumal der Jugendslang fast verschwindet und Cass zeigt, das sie sich auch normaler Sprache bedienen kann.

Cass ist auch kein typisches Mädchen. Sie ist stoisch, respektlos und lebt im Dreck – wortwörtlich. Ihr Job als Sucher zwingt sich dazu durch staubige Tunnel zu kriechen, in modrige Höhlen einzutauchen und verfallene Gebäude zu erkunden und dadurch ist sie ganz schon abgehärtet. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob im Buch erwähnt wird, wie alt sie ist, aber sie stellt auf jeden Fall für jüngere Leser zwischen 12-15 eine sympathische Heldin dar, mit der man sich sicher identifizieren kann. Ich falle da zwar weit aus dem Zielrahmen, aber ich mochte Cass trotzdem. Die anderen Charaktere, wie z.B. ihr kleiner Bruder Wilbur, der einfach nur süß und witzig ist oder Peyto, der Fremde in Cass´ Welt haben mir auch gut gefallen.

Im Gesamtbild betrachtet bietet das Buch wirklich gute Unterhaltung, die älteren Lesern ein paar nette Lesestunden bereiten werden und jüngere sicher begeistern. Denn alles an dem Buch ist so ausgelegt, das es der Zielgruppe gerecht wird. Ein schöner, einfacher Schreibstil. Charaktere, die liebenswürdig sind, aber nicht allzu viel Tiefgang besitzen und ein spannender Plot mit vielen Wendungen.

In der Welt von Cass hat eine Biowaffe alles vernichtet. Die Städte liegen in Trümmern und alles scheint verloren und trostlos. Doch vor geraumer Zeit hat sich jemand auf die Suche nach einem mysteriösen Artefakt gemacht, das die Guten Zeiten zurück bringen soll und seitdem eifern alle Menschen, von der Regierung oder besser gesagt, was davon übrig ist, getrieben drauf los, um den Gegenstand zu finden. Auch Cass´ Familie gehört dazu und s besteht ihr Leben aus der täglichen Suche, zwischen Trümmern und vergangenen Zeiten, das zu finden, was die Welt wieder zum Leben erwecken soll.

Ich fand die Idee der Geschichte wirklich ausgesprochen gut. Alles kommt auch ganz anders als erwartet. Denn, wer denkt, der Plot wäre so abgehandelt, wie der Klappentext ihn beschreibt irrt sich gewaltig. Ich will nichts verraten, aber lasst euch gesagt sein, die Ideen des Autors sind 1) SEHR innovativ und 2) super umgesetzt. Ich war positiv überrascht, wie das Buch mich fesseln und überzeugen konnte, nachdem ich anfangs annahm, ich würde durch die Einfachheit der Geschichte schnell das Interesse verlieren. Ich habe mich aber bestens unterhalten gefühlt…gelacht und mitgefiebert und fand das Ende gar grandios.

Dazu kommt, dass einfach alles hier zusammen passt. Die Orte, der Plot, die Charaktere – alles ist gut aufeinander abgestimmt und ergibt eine durchdachte Geschichte, die kurzweilig unterhält und dadurch, das diese gar nicht versucht irgendetwas zu übertrumpfen oder mit dem Mainstream mit zu schwimmen ihren ganz eigenen Reiz besitz. Ein Buch, das man jedem Kind bzw. Jugendlichen bedenkenlos in die Hände drücken kann!

Die richtige Mischung aus Dystopie-Elementen, Abenteuer und Detektivarbeit machen das Buch lesenswert, unterhaltsam und zudem spannend. Ein tolles Buch für Kinder und jung gebliebene Leser, die eine Geschichte suchen, die ein paar gute Lesestunden gewährt und einem nicht allzu viel abverlangt.


7/10





 Für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. mir hat das Buch auch echt besser als erwartet gefallen :)
    aber ich fands echt schwierig eine Rezension dazu zuschreiben ohne zu viel zu verraten :DD

    LG Plumblossoms

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    1. ging mir genauso ^^
      ist aber auch echt schwer...

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