Dienstag, 20. März 2012

[BUCHREZENSION]

Titel: Ascheträume
OT: Fiori di cenere
Autor/in: Maurizio Temporin
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Iris #1


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?





Maurizio Temporin, geboren 1988 in Broni bei Pavia, begeisterte sich schon als Kind für Kunst, Literatur und Film. Als Gymnasiast verfasste er seinen ersten Roman und schreibt heute außerdem für Film und Theater, illustriert Comics und organisiert Ausstellungen. Seine »Ascheträume«-Saga, mit deren erstem Band er den Durchbruch als Jugendbuchautor schaffte, bescherte ihm auch außerhalb Italiens ungewöhnlich großen Erfolg. Maurizio Temporin lebt in der Nähe von Alessandria im Piemont.



Deutsch
Broschiert/ 14,99€
Seiten: 464
Verlag: IVI


Italienisch
Gebunden/ 17,99€
Seiten: 380
Verlag: Guinti Junior



 Gute Idee - dennoch Durchschnittsbuch...


Kurzbeschreibung

Thara ist ein 17-jähriges Mädchen, das ihre violetten Augen hasst. Sie möchte nichts lieber als ein ganz normales Leben führen. Alles ändert sich jedoch, als sie an einer Schwertlilie riecht und der Duft sie an einen düsteren Ort entführt: Eine Welt aus Asche, in der alles, was in der Realität verbrannte, wieder aufersteht. In dieser lebensfeindlichen Welt lernt sie Nate kennen, der dort gefangen gehalten wird. Thara verliebt sich in Nate, auch wenn jede Berührung für sie bedeutet, dass sie zu Asche zerfällt. Beim Versuch, ihn zu befreien, öffnet Thara unwissentlich einem Wesen ein Tor, das nur darauf gewartet hat, ihre Welt in Schutt und Asche zu legen …

Buchgestaltung

Ich kann euch leider nicht sagen, wie der genaue Wortlaut des Originaltitels lautet, da ich kein einziges Wort Italienisch spreche, klingt beim aussprechen aber schon ganz nett ;) Mir gefällt der deutsche Titel jedenfalls sehr. „Ascheträume“ klingt nämlich nicht nur sehr schön, sondern passt einfach perfekt zur Handlung der Geschichte.

Irgendwie erinnert mich die Sache an „The Space Between“ von Brenna Yovanoff, weil mir da immer dieser Satz „Everything is made of Steel“ im Gedächtnis bleibt und hier ist eben „Everything made of Ash“ na ja…zumindest wäre das der beste Spruch um den Klappentext anzuführen, wie ich finde xD

Das italienische Cover sagt mir aber absolut nichts und dieses Motiv (von dem ich nicht weiß, was es darstellen soll) wirkt daher etwas seltsam. Das deutsche Cover ist aber auch nicht wirklich einfallsreich. Dieses Mädchengesicht sieht man auf unzähligen Covern und ist daher nichts Besonderes mehr.

Meinung

Ich würde im Bezug auf das Buch zwar nicht gerade „Volltreffer!“ schreien, aber ich finde das Maurizio Temporin eine wirklich einzigartige Welt geschaffen hat. Die Welt der Ascheträume, die in dieser Geschichte so etwas wie eine Mischung aus Unterwelt und Fegefeuer darstellt. Thara besucht diese in ihren Träumen und weiß überhaupt nicht, wieso sie jedes Mal dort landet. Dort trifft sie Nate, der dort gefangen zu sein scheint und als die beiden sich in kurzer Zeit anfreunden, wird Thara klar, das sie Nate helfen möchte. Bei der Suche nach einer Lösung stößt sie auf Ereignisse ihrer eigenen Vergangenheit und schon bald mischen sich Aschewelt und Realität miteinander und sie selber schwebt in Gefahr. Doch natürlich gibt es noch mehr rätselhafte Geheimnisse. Die Frage z.B. warum Tharas Augen violett sind oder was ihre Mutter zu verbergen hat.

Thara leidet an einer Krankheit, die man Narkolepsie nennt. Zumindest wurde das bei ihr diagnostiziert, obwohl einem als Leser schnell klar wird, das diese paranormale Ursachen haben muss. Das macht Tharas Leben nicht gerade leicht. Da schläft sie mitten in einem Date ein oder fällt in einem fremden Garten um, um ein Nickerchen zu halten – das macht einen nicht gerade zu beliebtesten Person der Welt. Ich fand es fast erfrischend witzig, wie hier begründet wird, warum Thara so wenige Freunde hat bzw. der klassische Außenseiter ist. Schon allein, als sie im ersten Kapitel mit dem Kopf in den Teller fällt und im Restaurant vor sich her ratzt, musste ich furchtbar lachen. Das hat sie mir direkt sympathisch gemacht. Thara ist in vielerlei Hinsicht sicherlich ein Durchschnittscharakter, aber sie hat auch sehr viele Eigenschaften, die sie als Protagonistin heraus kristallisieren. Z.B. kann sie für sich selber einstehen und hat eine nachdenkliche, kluge Persönlichkeit.

Die Nebencharaktere, wie ihre besten Freunde und auch Nate kommen etwas zu kurz, können aber dennoch überzeugen. Sie waren eben nicht mehr als Randfiguren, passten dafür aber zur Geschichte und haben so manche Momente sehr witzig werden lassen. Die Beziehung zwischen Thara und Nate läuft auch anders, als man zunächst denkt. Denn 1. ist Thara nicht gleich unsterblich in ihn verliebt 2. schmachtet sie Nate nicht ununterbrochen an und 3. ist Nate ein ganz normaler Junge, der mal nicht umwerfend schön und in allem gut ist, was er tut.

Ich denke das hat viel mit der Welt zu tun, in der die Geschichte größtenteils spielt. Die Aschetraum-Welt. Sie Passagen in denen Tharas Eintauchen in diese beschrieben wurde, waren wirklich wunderbar eindringlich und detailliert verfasst und haben mir sehr gut gefallen. Es ist eine triste, trostlose und traurige Welt, deren Atmosphäre auch auf die Gemüter der Menschen dort schlägt und dem Buch eine etwas melancholischere Note verpasst hat. Später im Buch, als viele Erklärungen folgen, bekommen wir sogar etwas aus der Mythologie erklärt (mit sehr tollen Zeichnungen im Buch!) und das war wirklich super gemacht!

Ohnehin hat der Plot einige Wendungen und Überraschungen parat, die alles andere als vorhersehbar sind. Besonders, was die Fantasykreaturen betrifft, so hat man bis zu dem Zeitpunkt an dem diese vorkommen eigentlich keine Ahnung, um was es sich hier handelt. Die Auflösung haut einen dann zwar nicht so wirklich aus den Socken, aber es war durchaus spannend geschrieben und gut durchdacht.

Der Plot läuft nach dem bekanntem Muster in Fantasyromanen ab, bleibt dabei aber immer unterhaltsam und das Buch lässt sich sehr schnell und flüssig lesen. Ich habe mich jedenfalls nicht gelangweilt und mir gefiel die Art, wie die Dialoge die Geschichte voran brachten. Die Mischung aus gängigen Elementen wie Witz, Gefühl, Spannung und ein paar Geheimnisse an jeder Ecke machen das Buch lesenswert.

Zum Ende hin nimmt das Buch allerdings stark an Unterhaltungswert ab. Durch das Auftauchen einer Person die wieder nach Liebesdreieck in Folgebänden und Klischee in diesem Band schreit wurde die Geschichte etwas zäh. Ich verstehe durchaus, das diese bestimmte Person von Wert für die Erzählung ist, aber die Rolle die diese spielt hat mir einfach nicht gefallen und ihre Handlungen waren mir zuwider.

Zudem hat mir das gewisse etwas gefehlt. Ich habe das Buch gerne gelesen, würde dies vielleicht sogar ein zweites Mal tun, aber die Geschichte ist, so gut sie auch geschrieben mag, keine die man lange im Gedächtnis behalten wird. Dazu war die Handlung an vielen Stellen zu seicht, das Grundkonzept, trotz guter Ideen zu durchschnittlich. An vielen Konflikten wurde nur an der Oberfläche gekratzt. Inzwischen passiert so etwas sehr oft in ersten Büchern einer Buchreihe und inzwischen zähle ich so etwas auch als Kritikpunkte zur Bewertung.


Das Buch kann unterhalten, hat wie viele andere Bücher Stärken und Schwächen und überzeugt vor allem durch die Idee hinter dem Titel „Ascheträume“ die mir besonders gut gefallen hat. Der Autor hat Potenzial und wahrscheinlich werde ich irgendwann auch mal die Fortsetzung lesen. Im Endeffekt bleibt das Buch im Vergleich zur starken Konkurrenz (nicht nur im eigenen Verlagsprogramm) zu durchschnittlich.



6/10



 Auf italienisch ist bereits Band 2 erschienen. Da Ascheträume erst diesen Monat auf Deutsch erschienen ist, ist noch nichts darüber bekannt, ob IVI die Reihe fortsetzen wird.


Für dieses Rezensionsexemplar!


Kommentare:

  1. Mmmh klingt irgendwie exakt so, wie ich erwartet hatte. Unterhaltsam aber doch nichts besonderes. Ich denke, da warte ich, bis es das Buch in der Bibliothek geben wird.
    Die Rezi gefällt mir aber. Und auch die Sache mit der Narkolepsie klingt interessant, trotzdem werd ich wohl eher abwarten :/

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  2. Fiori di Cenere heißt soviel wie Ascheblumen...
    Schöne Rezi :) Ich denk, dass ichs mir tzd. bald mal zulegen werde. Ich les ja grad Halo :)

    Achja und dem engl. Cover kann ich auch nix abgewinnen, wobei ich mal vermute, dass es eine Blume darstellen soll? ;) So des Titels wegen?

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