Mittwoch, 28. März 2012

[Buchrezension]



Titel: Night Academy: die Begabte
OT: The Talents oder The Candidates
Autor/in: Inara Scott
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Delcroix Academy #1


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?





Inara Scott war Rechtsanwältin, Naturführerin und Lehrerin, aber ihr Herz hing schon immer am Schreiben. Sie liebt Bücher, moosüberwucherte Wälder und Computertastaturen. Inara Scott lebt im regendurchtränkten Nordwesten der USA mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und einen kleinen weißen Hund. Inara Scott tauscht sich gerne mit ihren Lesern aus. Mehr Informationen unter: www.inarascott.com



Deutsch
Gebunden/ 17,99€
Seiten: 352
Verlag: INK


Englisch
Gebunden/ 12,95€
Taschenbuch/ 6,70€
Seiten: 304
Verlag: Hyperion



Schwierig, schwierig…


Kurzbeschreibung

Dancia Lewis ist alles andere als beliebt, und das liegt nicht daran, dass sie uncoole Kleidung trägt. Dancia will so wenig wie möglich auffallen, um ihr Geheimnis für sich zu bewahren: Immer wenn jemand einen Menschen bedroht, der ihr wichtig ist passiert es einfach! Autos geraten ins Schleudern, Gebäude brechen zusammen und meist wird jemand verletzt. Doch als ihr ein Stipendium an der berühmten Delcroix Academy angeboten wird, gerät Dancias Leben völlig aus der Bahn. Was soll sie an dieser Schule für Genies? Und wie kommt es, dass sogar der umschwärmte Cam sich für sie zu interessieren scheint? Aber da ist auch noch Jack, der davon überzeugt ist, dass an der Delcroix Academy nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Er und Dancia versuchen, hinter das Geheimnis der Schule zu kommen.

Buchgestaltung

Ich kann mit dem englischen HC gar nichts anfangen. Das Motiv ist irgendwie seltsam und würde besser zu einem Mysterythriller passen. Das Cover der TB Ausgabe passt auch nicht so wirklich. Und dann sieht man mal wieder ein Mädchen, das dem Hauptcharakter nicht einmal ähnlich ist.

Die deutsche Ausgabe finde ich am besten. Der Schutzumschlag hat ein passendes Motiv mit schönen Farben und auch darunter ist die Gestaltung des Buches (blau-grüne Ornamente) einfach nur klasse! 

Ich verstehe zwar nicht so ganz, warum aus der Delacroix Academy die Night Academy wurde, finde aber im großen und ganzen, das der deutsche Titel einiges mehr her macht, als der Original Titel, der viel zu gut für das Buch ist.

Meinung

Night Academy hält sich an den typischen Plan eines Jugendbuches, das in einer Art magischen Schule spielt. Eine Protagonistin, die unheimliche Kräfte hat, wird auf eine mysteriöse Eliteschule eingeladen, beginnt dort ein neues Leben und findet nebenbei heraus, wer sie ist und was sie kann, lüftet Geheimnisse und verliebt sich.

Dancia als Hauptcharakter war okay. Mehr aber auch nicht. Erst einmal finde ich ihren Namen total außergewöhnlich und cool! Ja, so viel dazu ;) Ansonsten ist Dancia der typische Jugendbuch Charakter. Sie ist nett, sieht gut aus, ist eine Außenseiterin mit einem guten Herzen, handelt ein bisschen naiv und schwärmt für einen gut aussehenden Jungen. Die meiste Zeit kann man sich mit ihren Gedankengängen und Handlungen anfreunden, zeitweilig ist man als Leser aber auch oft vor den Kopf gestoßen, da Dancia sehr oft einfach nur passiv bleibt. Sie denkt sich oft ihren Teil, anstatt ihre Meinung auszusprechen oder zu handeln. Zudem sind ihre Gedanken sehr oft etwas übertrieben. Man sollte vielleicht auch bedenken, das Dancia erst 14 Jahre alt ist und sich auch dementsprechend verhält. Ein paar Dinge waren mir persönlich aber einfach zuwider. Z.B. findet sie rasch zwei sehr nette Freundinnen, denkt aber oft schlecht über diese oder stößt sie ohne ersichtlichen Grund von sich weg. Warum? Es kam mir manchmal so vor, als wolle Dancia keine Freunde haben und ein bisschen länger „Opfer“ spielen.

Die anderen Nebencharaktere waren auch nett. Ihre Charakterzüge wurden oberflächlich angerissen und sie haben ein bisschen zur Geschichte beigetragen. Oft blieben die Dialoge aber auf einem oberflächlichen Level und Tiefgang gab es auch nicht. Cam, Dancias Schwarm bekommt ein wenig mehr Spielraum, aber leider zeigt auch sein Charakter nichts, was über „typisch Jugendbuch“ hinausgehen würde.

Der interessanteste Charakter des ganzen Buches ist Jack. Jack ist mit Dancia der Einzige, der aus armen Verhältnissen stamm und die beiden werden schnell Freunde. Er ist der Einzige, der Dinge hinterfragt und für sich selbst einsteht. Oft versucht er Dancia dazu zu bringen, hinter die Fassade der Academy zu blicken, aber diese will einfach nicht die Wahrheit sehen. Der Kerl hat es nicht leicht, doch er gibt Dancia nicht auf, auch, wenn alle seine Versuche stets vergebens sind.

Das größte Problem aber hatte ich mit dem Plot. Der Schreibstil von Inara Scott ist wirklich sehr schön und flüssig und lässt die Geschichte schnell verstreichen, aber leider kann das Umschreiben der Dinge nicht kaschieren, das der Plot eigentlich sehr hohl ist. Sage und schreibe 250 Seiten handeln von Dancias Ankunft in der Schule und dem Alltag dort. Hin und wieder treten Konflikte auf, die aber so schnell wie sie gekommen sind verpuffen. Die ganze Sache mit Dancias Gabe und denen einiger anderer wird immer nur am Rand erwähnt, dabei weiß der Leser sehr genau, was hinter der Night Academy steckt. Die Idee mit den übernatürlichen Gaben ist leider auch nicht neu, es wird kaum darauf eingegangen und erst auf den letzten 50 Seiten wird eine Erklärung geliefert, die alles andere als überraschend ist.

Vorhersehbarkeit ohne Grenzen. Dabei liest sich die Geschichte gut, man wartet aber umsonst auf etwas Action oder spannende Sequenzen in diesem Buch. Highlight des Buches ist ein Streit zwischen Dancia und Jack, der endlich ein klitzekleines bisschen für Furore sorgt und dafür, das ein wenig mehr auf die Schule eingegangen wird.

Überrascht hat mich dafür die Liebesgeschichte, denn diese schreitet doch langsamer und weniger Klischeehaft voran, als man glauben könnte. Bei mir erlosch der Funke für Dancia und Cam allerdings sehr schnell.

Das Ende des Buches hat mir dafür aber gut gefallen. Zudem ist das Buch abgeschlossen, sodass man sich nicht mit einem Cliffhänger geschlagen geben muss.



Night Academy ist sicher kein schlechtes Buch, es bleibt einfach nur auf ganzer Linie sehr Klischeehaft und Substanzlos. Durchschnittlich beschreibt die Geschichte in einem Wort sehr treffend. Ich denke aber, dass Leser zwischen 12-15 das Buch mögen könnten, weil viele Teenager Probleme behandelt werden. Dafür bleiben Fanatasyelemente aber auf der Strecke. 


4,5/10



Auf Englisch erscheint Band 2 am 3. April.
Ob der INK Verlag Band 2 übersetzt ist noch unbekannt.


Für dieses Rezensionsexemplar! :)

1 Kommentar:

  1. Hm ich hatte mal mit dem Buch geliebäugelt, vor allem nachdem mir "Frostkuss" so gut gefallen hat. Aber so wie es sich anhört, sind mir zu viele Alltagsbeschreibung und Teenagerproblemchen dabei.

    Danke dir für deinen Eindruck!

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