Donnerstag, 29. März 2012

[Buchrezension]



Titel: Das Land der verlorenen Träume
OT: Prized
Autor/in: Caragh O´Brien
Genre: YA, Fantasy, Dystopie
Buchreihe: Birthmarked #1


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?





Caragh O’Brien wuchs in Minnesota auf und studierte Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben. »Die Stadt der verschwundenen Kinder« ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O’Brien ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie und zwei Wüstenrennmäusen in Connecticut.


Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 464
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Gebunden/ 11,90€
Taschenbuch/ 8,20€
Seiten: 356
Verlag: Mcmillian




 Gute Fortsetung mit einigen Schwächen...



Kurzbeschreibung

Sei stark und mutig, Gaia!

Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

Buchgestaltung

Auf dem deutschen Cover wiederholt sich das Motiv des ersten Bandes spiegelverkehrt und in anderer Farbe. Ich fand es schon bei Band 1 sehr schön, hätte mir aber gewünscht, das die Motive der Folgebände etwas anders ausgesehen hätten. Unterschiedliche Cover bei einer Buchreihe finde ich persönlich immer einfallsreicher!

Der deutsche Titel passt allerdings sehr viel besser zum Buch, wie ich finde. Prized ist zwar mal wieder so ein Titel, der sehr viel beschreibt und der Geschichte gerecht wird, aber das Land der verlorenen Träume drückt die Hoffnungslosigkeit besser aus. Das englische Cover hat einen tollen Bezug zum Buch und sieht auch noch gut aus.

Meinung

Die Stadt der verschwunden Kinder war eines DER Highlights des letzten Jahres für mich. Da fragt man sich als Leser natürlich: wie soll die Autorin es schaffen, das zu übertreffen? Viele schaffen es nicht. Folgebände sacken ab oder ruinieren sogar den Vorgänger und schaffen große, große Enttäuschung. Caragh O´Brien sorgt durchaus dafür, dass das Niveau des ersten Teils erhalten bleibt, dennoch hat dem zweiten Teil das gewisse Etwas gefehlt…

Kaum mehr als zwei Wochen sind vergangen, nachdem Gaia geflohen ist, zusammen mit ihrer Schwester Maya hat sie eine Reise durchs Ödland angetreten – auf der Suche nach dem Ort, den ihre Mutter ihr in ihren letzten Worten als Zuflucht genannt hat. Doch die Reise ist schwer und lebensbedohlich und Gaia schafft es nicht alleine durchzuhalten. Da taucht ein Fremder wie aus dem Nichts aus und hilf ihr und ihrer Schwester zu der Stadt zu gelangen, die das Ziel ihrer Reise ist. Dort angekommen muss Gaia aber schnell feststellen, das hier kein Frieden auf sie wartet, sondern nur eine neue Form einer Enklave, voller Machtmissbrauch und Unterdrückung – nur dieses Mal findet sie sich auf einer anderen Seite wieder.

Der Schreibstil der Autorin bleibt auch hier wieder wunderbar lebendig und eindringlich. Man kann sich bestens in Gaia hinein versetzten und spürt ihre Ängste und Sorgen, um sich selbst und ihre Schwester. Genau wie sie, bangt man mit, freut sich, als sie endlich den Ort der Sicherheit erreicht hat, nur, um erneut vor den Kopf gestoßen zu werden. Die Geschichte baut direkt zu Beginn sehr viel Spannung auf und sofort findet man sich im Geschehen wieder. Die Idee der Stadt inmitten eines Ödland und all ihren Geheimnissen und Regel fand ich sehr gelungen. Als Leser findet man sich an einem Ort wieder, den man wie Gaia erst einmal verstehen muss und das fällt nicht leicht. Man ist geschockt und verärgert über die Zustände und das Leserherz schlägt eindeutig für Gaia als sie dem System dort den Kampf ansagt.

Neu eingeführte Charaktere konnten mich auch überzeugen, da sie alle authentisch dargestellt waren und sympathische oder interessante Charakterzüge hatten. Auch „die Bösen“ sind genauso tiefgründig wie im ersten Band und so verfolgt man Dialoge und Wendungen stets gespannt und erwartungsvoll mit.

Ab der Mitte des Buches nimmt all das aber leider etwas ab. Die Autorin hat aus Leon einen ganz anderen Charakter gemacht. Man zweifelt genau wie Gaia daran, ob man ihn jemals richtig gekannt hat. Er verhält sich unmöglich und die Magie zwischen ihm und Gaia ist wie weggeblasen! Das fand ich wirklich schade! Zwar war der Konflikt in den Ansätzen sehr gut erklärt, aber die meiste Zeit war einfach sehr unklar, warum Leon sich nun so gegensätzlich verhält, was mich sehr verwirrte. Zudem ändert auch Gaia im Verlauf der Story sich um 180°! Aus der starken, mutigen Frau, die zuvor noch rebellierte wird eine Person, die sich lieber verkriecht und den Regeln des Stadtoberhaupts folgt. Natürlich konnte ich nachvollziehen, das Gaia nur ihre Schwester schützen wollte, aber es war schade zu sehen, wie ein Charakter so schnell an Farbe verlieren kann. Zum Glück ändert sich das zum Ende des Buches wieder etwas. Dort erkennt man nämlich, dass Leon und Gaia ihren Kampfgeist zurück erlangen!

Der Plot ist abwechslungsreich und vor allem einfallsreich. Auch, wenn es einige etwas langatmige Stellen gibt, so wird man sehr gut unterhalten. Auch in diesem Band gibt es wieder einen Code zu knacken und ein großes Geheimnis zu lüften und ich war echt überrascht wie gut die Autorin es wieder geschafft hat, den Leser zum mitdenken anzuregen! Gefühle, Spannung und kleine Schocker sind eine gelungene Mischung. Innere Konflikte stehen ebenfalls stark im Vordergrund und das vertiefen von Beziehungen und die Frage nach richtig oder falsch. Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell Macht die Menschen verändert und was guter Glaube alles Boshaftes bewirken kann. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel!

Das Ende des Buches hat deutlich einen Höhepunkt, der mir gut gefallen hat. Trotzdem stellt sich mir die Frage: was nun? Nach der Enklave und dem Ödland…wohin soll die Reise führen? Wieder zurück in die Enklave? Gibt es überhaupt einen Ort, der so etwas wie Normalität bewahrt hat…?

Ich bin sehr gespannt auf den Abschluss der Reihe!



Meiner Meinung nach ist das Land der verlorenen Träume eine gute Fortsetzung, die mit einer tollen Geschichte und viel Emotionen überzeugen kann. Leider schwächelt das Buch an vielen Stellen, was besonders an dem Werdegang der Charaktere liegt.

Wer Band 1 mochte wird auch hier nicht enttäuscht werden. Man sollte jedoch die Erwartungen etwas herunter schrauben, denn Band 1 ist um längen besser in so ziemlich jedem Element der Geschichte ;P


7/10


 Auf Englisch erscheint Band 3 am 2. Oktober diesen Jahres.
Die Übersetzung ist vom Heyne (fliegt) Verlag in Planung.


Für dieses Rezensionsexemplar! :)

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