Dienstag, 19. Juni 2012

[BUCHREZENSION]



Reihentitel: Das Lied von Eis und Feuer
Titel des Bandes: Der Sohn des Greifen
OT: A Dance with Dragons (Teil 1)
Band?!: Teil 9 der Buchreihe
Autor/in: George R.R.Martin
Genre: High Fantasy


Englisch Schwierigkeitsgrad: ?



Oder direkt beim Verlag?! :)
 



George R. R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone", ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico.



Deutsch
Broschiert/ 16,99€
Seiten: 832
Verlag: Penhaligon


Englisch
Gebunden/ 14,99€
Taschenbuch/ 5,99€
Seiten: 1136
Verlag: Bantam



Der Kampf um den eisernen Thron geht weiter...


Kurzbeschreibung

Die Sieben Königreiche zerfallen weiter im Machtkampf der großen Adelshäuser, die einander eifersüchtig belauern in ihrer Gier nach dem Eisernen Thron. Einigkeit finden sie nur in ihrem Misstrauen gegen Daenerys Targaryen, der rechtmäßigen Erbin der Krone. Gemeinsam mit ihren drei Drachen und einer stetig wachsenden Armee greift sie vom Osten aus nach der Herrschaft über Westeros. Die größte Gefahr droht derweil jedoch aus dem Norden, wo schreckliche Geschöpfe sich erheben, um die Menschen des Südens zu überrennen. Allein Kommandant Jon Schnee und seine wenigen tapferen Männer von der Nachtwache stemmen sich verzweifelt gegen diese finstere Übermacht …

Buchgestaltung

Der deutsche Verlag hat die Bücher wirklich in einer tollen Gestaltung heraus gebracht. Die Karten im Buch sind sehr Detailgetreu gezeichnet und sehen einfach klasse aus. Das Cover gefällt mir auch sehr gut, über den Titel lässt sich streiten.

Die englische Aufmachung ist auch nicht schlecht, obwohl ich zugegen muss, das der Titel für mich (bisher) keinen Sinn macht, was daran liegen könnte, das bei der Übersetzung, das Buch in zwei gespalten wurde.

Meinung

Von deutschen Fans lang ersehnt und nun endlich da: Band 9, eines der größten Epos unser Buchgeschichte, das Lied von Eis und Feuer. Als ich dieses Jahr mit der Reihe anfing war ich gefesselt, begeistert und habe die Bücher regerecht inhaliert. Nach dem enttäuschenden letzten Band, hatte ich aber dennoch Hoffnung, dass es wieder mit der Geschichte Berg aufgeht. Ich kann euch vorweg sagen, dass meine Erwartungen zur Hälfte erfüllt wurden, dieser Roman aber durchaus mehr zu bieten hat, als sein Vorgänger. 

Zum Inhalt etwas zu sagen, ist bei solch dicken Wälzern immer schwer und ich denke, das Leser, die es bis hier her geschafft haben, wissen, worum sich der Plot dreht. Das Buch wird wie immer mit einem etwas längeren Prolog eingeleitet, bei dem nicht sofort ersichtlich wird, welchen Zwecke dieser dient, bei dem man später aber denk: aha, deshalb wurde das gezeigt! Das Buch startet dann mit einem Kapitel aus Tyrions Sicht und die darauf folgenden Kapitel wechseln ebenfalls wie gewohnt unentwegt die Sichtweisen. Wenn man als Leser dachte, in den Vorgänger wäre das eine Kunst gewesen, dem sollte gesagt sein, das hier ganze 16/17 Blickwinkel vorkommen…vielleicht sogar noch einige mehr, wenn man namenlose Randcharaktere mit einbezieht. So genau, habe ich es dann doch nicht gezählt.

Für meinen Geschmack verzettelt sich der Autor in diesem Band sehr viel mehr in Beschreibungen und endlosen Dialogen, als in den Vorgängern, wodurch viele der Kapitel sehr zäh und langatmig wirken. Wir sind es von Herrn Martin bereits gewohnt, das ist sein Stil und Teil der Geschichte, ABER hier empfand ich dies manchmal als kleine Nervenprobe. Es ist nämlich nicht nur so, dass das Breitziehen des Plots sehr viele Seiten bestimmt, die Charaktere leiden ebenfalls darunter.

Man kann den Autor nur dafür bewundern, wie er Geschichten miteinander verstrickt und verschiedene Charaktere dadurch interessant werden lässt. Es überrascht mich auch immer wieder, wie sehr man sich in Personen irren kann und wie einstige Lieblingscharaktere anderen Platz machen müssen. Bei George R.R.Martin Büchern weiß man einfach nie woran man ist und das macht die ganze Sache unglaublich spannend. Der Mann ist ein Meister, wenn es darum geht uns in die Irre zu führen und mitleiden zu lassen. Leider hat das nicht nur seine positiven Seiten. Wie zuvor angemerkt, verlieren viele der Charaktere, besonders Tyrion und Deanerys sich in einer Art Endlosschleife, in der sie feststecken, weil in ihren Kapiteln nicht wirklich etwas geschieht. Viele der Charaktere, die einige Kapitel zur Sache beitrugen, mochte ich schon in den anderen Büchern überhaupt nicht, was aber natürlich Geschmackssache ist. Wirklich gefreut habe ich mich darüber, das wieder die Charaktere der ersten Bücher mehr Aufmerksamkeit bekommen, so wie Jon und Bran und etliche andere!

Die Geschichte braucht lange, bis sie in die Gänge kommt, ich würde fast sagen, bis zu Hälfte, vielleicht sogar noch länger und man kann das Buch zwischenzeitlich getrost zur Seite legen, weil die Spannung einfach fehlt. Zum Ende hin nimmt der Plot aber wieder einiges an Fahrt auf und ihr dürft euch auf einige unerwartete Wendungen freuen, bei denen man wieder mitzittert, gebannt liest und sich von der Grausamkeit der Welt schockieren lässt. Zudem machen einige der Charaktere eine enorme Entwicklung durch (besonders Jon, wie ich finde) und es war sehr unterhaltsam weitere Entscheidungen dieser Personen zu verfolgen.

Der Kampf für den eisernen Thron ist natürlich immer noch der Hauptkonflikt, aber meines Erachtens wurden hier endlich einige der Nebenhandlungen erfolgreich weiter geführt – auch, wenn man darauf etwas warten muss. Die Komplexität jeder Handlung legte diese auf eine tiefere Ebene und ist einfach nur gigantisch, aber trotzdem kann man nicht leugnen, das es sich anfühlt, als habe der Autor zu viel zu erzählen und das Verstricken der Geschichten wird mehr und mehr unübersichtlicher.

Eine weitere Sache – und ja, wie abertausende andere Leser, muss ich sie erwähnen – ist die Übersetzung des Buches. Ich habe bisher alle Bände der Reihe auf Englisch gelesen und wahrscheinlich fiel es mir da noch einmal schwerer mich ins Deutsche hinein zu finden, aber so manche Formulierung und Wortverdrehung hat mich das Buch einfach nicht flüssig lesen lassen. Vor allem in der Mitte des Buches hatte ich regelrecht Probleme beim Lesen, das sehr stockend von sich ging.


Solide, aber auch etwas langatmige Fortsetzung, die zum Schluss nicht mit Spannung geizt, den Großteil der Story aber doch schlaucht. Ein Übermaß an Blickwinkeln sorgt für Abwechslung, ebenso wie für Unübersichtlichkeit und neue Handlungsstränge, bei denen man als Leser nicht genau weiß, wohin das alles führen soll.

Fans der Reihe sollten das Buch auf alle Fälle lesen, besonders, weil hier wieder heiß geliebte „alte“ –Charaktere eine größere Rolle spielen. Ein guter Roman, der aber, genau wie die Vorgänger besser hätte sein können und sich einfach nicht mit den grandiosen ersten Teilen messen kann!


6/10






 Für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Oje. Es ist wirklich schade, wenn eine Reihe mit der Zeit nachlässt.
    Nachdem ich die erste Staffel von "Game of Thrones" gesehen hatte, wollte ich die Bücher unbedingt lesen, aber inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher.

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  2. Ich muss auch bald mit dem Band anfangen. Es freut mich voll, dass wieder aus Jons und Daenerys Sicht erzählt wird! Das Lied von Eis und Feuer ist definitv eine meiner absoluten Lieblingsreihen :)
    LG, Katrin

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