Donnerstag, 18. Oktober 2012

[BUCHREZENSION] Mary, Tansey & die Reise in die Nacht



Titel: Mary, Tansey und die Reise in die Nacht
OT: A Girl of a Greyhound
Autor/in: Roddy Doyle
Genre: Middle Grade, Fantasy
Buchreihe: Nein!



Erscheint am 22. November! 

Roddy Doyle, 1958 in Dublin geboren, ist einer der bekanntesten Vertreter der neueren irischen Literatur. Für seinen Roman „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ erhielt er den renommierten Booker Prize, sein Jugendroman „Wildnis“ wurde mit dem Luchs des Monats sowie dem Irish Book Award ausgezeichnet und stand auf der Focus-Liste der „Besten 7 Bücher für junge Leser“. Roddy Doyle lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Dublin.



Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 240
Verlag: cbj


Englisch
Gebunden/ 14,99€
Taschenbuch/ 8,99€
Seiten: 169
 Verlag: Scholastic





Nettes Kinderbuch, aber kein MUST-READ…


Kurzbeschreibung

Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht...

Buchgestaltung

Mir persönlich gefällt das deutsche Cover besser. Es zeigt zwar nur den kleinen Ausschnitt einer Farm, weil der Titel das ganze Bild einnimmt, aber mir ist die Originalausgabe zu blass und außerdem sieht das Deutsche mehr nach einem Kinderbuch aus, wie ich finde. Der deutsche Titel ist aber leider unpassend. Klar geht es um Mary und Tansey, aber eben nicht nur um sie, sondern noch zig andere Charaktere, die alle eine Reise antreten, die nicht wirklich durch die Nacht führt. Der englische Titel ist auch etwas seltsam und Irreführend 
Oo

Meinung

Tja, was soll ich sagen? Das Konzept klang ansprechend, das Cover war nett und schwups war das Buch ausgelesen, was bei der Kürze auch keine Kunst war. Da es sich hierbei um ein Kinderbuch handelt und ich mit meinen 23 Jahren einen ganz anderen Buchhorizont habe, habe ich versucht mir mal ein Bild davon zu machen, wie gut sich das Buch denn nun für Kinder eignen würde.

Ich finde dass Mary als einer der tragenden Charaktere toll gewählt wurde. Sie ist pfiffig und neugierig und damit kann sich sicher jedes Kind identifizieren. Sie und alle anderen Charaktere haben einen außergewöhnlichen Humor, der sich durch das ganze Buch zieht und selbst erwachsene Leser sicher zum schmunzeln bringen wird.

Die Handlung an sich hatte ihre Hochs und Tiefs. Es ist eine eher einfache und sehr durchschaubare Geschichte, die nicht mit besonders vielen Wendungen oder Spannung aufwarten kann, denn bei der Geschichte handelt es sich mehr um die Erzählung verschiedener Vergangenheiten bzw. Leben von verstorbenen Personen. Ich habe mich wirklich oft gefragt, worin genau der Sinn lag, dass die Erzählperspektive dermaßen oft gewechselt wurde und die Erzählungen so ins Detail gehen mussten. Ich kann mir vorstellen, dass dies für jüngere Leser anstrengend werden kann, auch, wenn diese vieles nicht so hinterfragen, wie ich es getan habe.

Was ich toll fand, war, dass auf spielerische Weise viele moralische Werte eingeflochten wurden, denn im Roman geht es in erster Linie um Familie, Leben und leben lassen, Konflikte und auch viel um Tod und Verlust. Ich denke, der Autor kann so jedem Leser etwas mit auf den Weg geben, das einer ethischen Botschaft gleicht.

Die Geschichte selbst verläuft gemächlich, wobei sie nicht unbedingt langweilig ist, aber trotz vieler kleiner Fantasyelemente konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Es ist nett für den Zeitvertreib für zwischendurch, aber ich würde es meinen eigenen Kindern nicht vorlesen. Irgendwie fehlte mir hier das Abenteuer und Abwechslungsreichtum, der Kinderbücher so faszinierend und unterhaltsam macht.

Der Schreibstil ist Altersgerecht einfach und übersichtlich gehalten und hat durch die Dialoge wie bereits erwähnt eine oftmals humorvolle Note, die ein großer Pluspunkt ist. Alles in allem ist das Buch sicher einen Blick, aber nicht unbedingt die eigene Zeit wert – besonders, wenn man selber nicht mehr in die Zielgruppe fällt ;)


Zu kurz und oberflächlich und mit zu wenig Abwechslung, erzählt der Autor eine Geschichte über Familie und Verlust, die zwar starke Botschaften beinhaltet, für Kinderohren aber sicher nicht immer allzu spannend ist und für Erwachsene durch die große Vorhersehbarkeit sogar etwas langatmig.

6/10




Für dieses Vorab-Exemplar! :)

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