Freitag, 9. November 2012

[BUCHREZENSION] Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern



Titel: Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern
OT: Confessions of the Sullivan Sisters
Autor/in: Natalie Standiford
Genre: Middle Grade, Contemporary
Buchreihe: Nein!







Natalie Standiford wurde in Baltimore geboren. Sie studierte Russische Literatur und verbrachte ein Jahr in Sankt Petersburg. Danach arbeitete sie in New York in einer Buchhandlung und in einem großen Verlag. Heute ist sie hauptberufliche Schriftstellerin. In ihrer Freizeit spielt sie Bassgitarre in einer Schriftstellerband.



Deutsch
Gebunden/ 16,90€
Seiten: 384
Verlag: Carlsen


Englisch
Gebunden/ 14,99€
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 313
Verlag: Scholastic



 
Amüsant und frech, das Ende jedoch…


Kurzbeschreibung

Die Sullivan-Schwestern haben ein Problem: Ihre reiche, tyrannische Großmutter fordert ein schriftliches Bekenntnis all ihrer Missetaten. Andernfalls will sie die gesamte Familie enterben. Also beichten die drei: Norrie hat sich in Robbie verliebt, der acht Jahre älter ist. Aber ist das denn so schlimm? Jane schreibt ein Blog über ihre schreckliche Familie. Aber was kann sie bitte für ihre bösen Vorfahren? Und Sassy glaubt, dass sie unsterblich ist. Schließlich wurde sie schon mehrmals vom Auto angefahren und nie ist ihr was passiert. Ist das jetzt Ketzerei? Drei energische, unerschrockene und ganz unterschiedliche junge Mädchen bekennen ihre kleinen Sünden, die vielleicht gar keine sind.

Buchgestaltung

Mir gefällt das deutsche Cover sehr gut, denn der Roman ist eher für eine jüngere Altersgruppe und daher ist das Originalcover viel zu „erwachsen“ Da die Sullivan Schwestern Teenager sind, die alle sehr frische und freche Erzählstimmen haben, finde ich die peppige Aufmachung in Lila viel besser! Der Titel wurde einfach übersetzt und passt eben auch am besten. Wie bei allen Carlsen HC gibt es auch hier das farbig passende Lesebändchen dazu.

Meinung

Das Buch hat eine Art kurzen Prolog und dann ist es in drei Abschnitte unterteil, in denen jeweils eine der Schwestern ihr „Bekenntnis“ ablegt und in einem Drittel des Buches ihre Geschichte erzählt, mit allen Geheimnissen und Ereignissen, von denen sie denken, sie hätten ihre Großmutter verärgert. Etwas seltsam fand ich direkt zu Beginn, dass der Vater der Schwestern, obwohl er noch andere Kinder hat, einfach bestimmt, dass einer der drein an der Misere Schuld sein soll und die anderen Sullivan Geschwister keine Bekenntnisse ablegen sollen. Das wird einfach so akzeptiert und ich fand es schon ziemlich unlogisch, dass sich niemand dagegen wehrt. Blickt man aber über den Anfang hinweg, dann kann man sich ohne weiteres direkt in die Geschichte von Norrie fallen lassen. Ihre Bekenntnisse schließen die Begegnung mit einem Jungen ein, weshalb uns hier eine kleine Romanze geboten wird, die wirklich süß zu lesen war und eben typisch Teenager daherkommt.

Besser gefallen hat mir da schon Geschichte Nummer zwei, in der Jane ihren Blog erklärt, welcher jede Menge Artikel über die BÖSE Familie Sullivan enthält. Dort erfährt man viel über die Familie, deren Vergangenheit und Charaktere, was interessant war, aber an vielen Stellen auch etwas zu lang und vom Thema abweichend. Die letzte Geschichte wird aus der Sicht von Sully geschrieben und war mir am humorvollsten. Sie ist nämlich der Meinung, sie habe ihren Großvater ermordet.

Das Buch bietet also drei Geschichten, die alle irgendwie zusammen hängen und die Beziehung der drei Schwestern zueinander und auch dem Rest der Familie toll beschreiben. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm und enthält viele versteckte Witze, wodurch die Erzählstimmen der drei Mädchen sehr frech und selbstbewusst rüber kommen, was aus dem Buch eine spaßige Angelegenheit macht.

Alles in allem dreht sich das Buch um die Bekenntnisse, wobei nur wenige Nebenhandlungen aufgegriffen werden, wenn sie nicht wichtig sind, was die Geschichte sehr gradlinig macht und das hat mir gefallen. Die Bekenntnisse der Schwestern enthalten wirklich keine neuen Ideen, was das Buch öfters etwas fad macht. Ich fand es schade, dass die Autorin hier nicht versucht hat, etwas „tiefer zu graben“ um dem Roman mehr Spannung zu verleihen, denn die fehlt reichlich. Die meiste Zeit plätschert das Buch fröhlich und munter vor sich her, eben wie ein klitzekleiner Bach und große Wellen bleiben aus, wodurch auch Emotionen zu kurz kommen und das Ganze stellenweise wie ein Klischee und oberflächlich wirkt.

Das Ende des Buches empfand ich als totalen Witz. Im Prinzip hat es das Konzept des Buches über den Haufen geworfen und wenn die Großmutter nicht noch einen netten Brief am Ende geschrieben hätte, wäre ich wirklich enttäuscht gewesen. Der Brief hat dem Buch nämlich dann doch wieder etwas Sinn verliehen, weil ich kurz vor Schluss wirklich da saß und dachte: ne, nicht wirklich, oder?! – und total unzufrieden war.



Spaßig und ohne viel Drumherum liefern uns hier drei Mädchen eher seichte Geheimnisse und somit Bekenntnisse, auch, wenn diese oft humorvoll und unterhaltsam sind. Dem Buch mangelt es an Abwechslung und zwischenzeitlich auch etwas an, ich nenne es jetzt mal gesunden Menschenverstand, anstatt Logik und fällt daher nur in die Kategorie: nett, aber kein Muss.



6/10


 Für dieses Rezensionsexemplar! :)


Kommentare:

  1. Also hier finde ich das englische Cover ja um einiges besser. Ich stehe eh nicht so auf diese märchenhaften Cover.

    Ja ^^ aus deinem Regal ist da einiges dabei. Ist auch nicht alles, ein paar davon habe ich auf die Wunschliste gesetzt.

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  2. Ich werds nicht lesen. Außerdem kenne ich ja jetzt auch schon das Ende, ne ;P

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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