Mittwoch, 12. Dezember 2012

[BUCHREZENSION] Agenten wie wir


Titel: -
OT: Agenten wie wir
Autor/in: Elisabeth Hopf
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Nein!









Elisabeth Hopf, 1992 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt, hat als junge Autorin ein fantasievolles und impulsives Erstlingswerk geschaffen, das die Mobilität und Frische der Jugend in einer zuweilen verwirrenden Abenteuergeschichte widerspiegelt.





Deutsch
Taschenbuch/ 10,90€
Seiten: 208
Verlag: Frieling


Englisch
Noch nicht erschienen.
Erscheinungstermin unbekannt!


Ein Buch mit guten und schlechten Seiten…


Kurzbeschreibung

Meike ist 17, begeisterte Seglerin, Mathe-Ass und ganz nebenbei noch Innenagentin der Geheimorganisation B:UP (Bund: Undercover People). Als eine der Besten muss sie neben der regulären Schule junge Agenten einweisen, Seminare abhalten, beschatten und spionieren, das Unergründliche ergründen. Als Meikes Familie plötzlich verschwindet, dafür aber nach Jahren Meikes ältere Schwester wieder auftaucht und sich in undurchsichtiges Verhalten hüllt, sind ihre Fähigkeiten mehr denn je gefragt. Auch das Buch aus einer verlassenen Villa, das offenbar ihre Zukunft beschreibt, gibt der jungen Spionin Rätsel auf. Zusammen mit zwei Freunden gilt es, die Aufträge der B:UP zu erfüllen. Mit vereinten Kräften muss das Agententrio gegen die Machenschaften des Bösen antreten, um den Frieden der Welt zu bewahren und Meikes Familie zu retten …

Buchgestaltung

Leider hat das Motiv kaum etwas mit dem Inhalt des Romans zu tun, aber ich finde das Motiv okay und die Farben sehen schön knallig aus. Ein bisschen passt das ganze schon zur Agenten-Sache, weil die Gebäude alles Mögliche darstellen könnten, aber im Buch gibt es so viele Dinge auf die Wert gelegt wurde, wie z.B. das mysteriöse Buch, dass Maike findet, welches viel besser zur Aufmachung gepasst hätte. Der Titel ist allerdings echt super gewählt und bringt den Inhalt auf den Punkt.

Meinung

Der Klappentext des Buches war es, der mich auf den ersten Blick total angesprochen hat. Ich meine Agenten, ein Geheimbund? Das verspricht doch jede Menge Action und Spannung, oder? Mit ihren zwanzig Jahren legte die Autorin hiermit ihr Debüt hin, weshalb man das natürlich im Hinterkopf behalten sollte, wenn es ans Beurteilen geht, aber trotzdem waren meine Erwartungen einfach viel zu hoch.

Dinge, die mir sehr gut gefallen haben:

Mit Maike folgt man hier den Spuren eines impulsiven und frechen Mädchens, dass macht was es will und das sorgt oft für viele Schwierigkeiten und Konflikte, die Maike mit viel Humor angeht. Einige Lacher sind vorprogrammiert! Die Tatsache, dass sie eine Agentin ist, war schon spannend genug und ihr Alltag ist dadurch alles andere als langweilig und normal. Direkt zu Beginn des Buches purzelt man schon in das Abenteuer hinein. Die Autorin hat eine gewisse Note in ihrem Schreibstil, die ob nun gewollt oder nicht, die eigene Geschichte etwas auf die Schippe nimmt. So sind Maikes Gegenspieler wie die Bösewichte aus einem Comic, haben genauso lächerliche Namen und ein seltsames Aussehen und viele der ernsten Momente werden durch bescheuerte Dialoge ordentlich aufgepäppelt.

Die Idee hinter der Geschichte war wirklich etwas Besonderes, was ich so im Raum der Jugendbücher noch nirgends gelesen habe. Teenager die Agenten sind, kennt man sonst nur aus Filmen und das Vorhaben, so etwas in ein Buch umzusetzen verdient echt meinen Respekt, weil so ein Abenteuer sicher nicht leicht zu schreiben ist. Viel Spannung kommt dann in die Geschichte, als Maikes Schwester wieder auftaucht und zum Ende hin jede Menge Rätsel gelöst werden müssen! Ich finde auch, dass die Autorin sich ab der Mitte hat einiges einfallen lassen, was die Handlung aufgepeppt hat! 

Dinge, die mir nicht gefallen haben:

Diese Liste wird leider etwas länger. Beim Einstieg ins Buch wird nur das Nötigste gesagt, es gibt im ganzen Roman kaum logische Erklärungen zu dem Geheimbund, den Agenten, ihrer Arbeit oder ihren Fähigkeiten. Die Sätze, die der Geschichte eigentlich Substanz hätten geben müssen, waren wie Aussagen gestaltet, die man einfach hinnehmen musste, was ich nicht sonderlich toll fand. Schließlich hat der Roman dutzende Fragen aufgeworfen, die einfach nie beantwortet wurden. Wer hier also etwas „tiefer gräbt“ stößt nur auf einen Hohlraum. Das hat das ganze Buch sehr oberflächlich gemacht. Selbst für ein Kinderbuch wäre das einfach zu wenig gewesen!

Dazu kommt, dass die ganze Geschichte recht wirr und chaosmäßig verläuft. Maike rennt von A nach B, nur um sofort wieder nach A beordert zu werden. Viele Situationen waren einfach nicht nachvollziehbar oder ergaben Sinn. Beim Lesen hätte man mir das mega fette Fragezeichen im Gesicht sicher ansehen können. Teilweise hat es sich wirklich so angefühlt, als wüsste die Autorin nicht, was als nächstes zu tun sei, hatte selber keinen Plan, wohin die Handlung denn nun hinausläuft.

Die Charaktere waren zwar sympathisch, aber bis auf Maike waren sie einfach nur austauschbar. Das fand ich am schlimmsten, weil Maike und Ihre Freunde eigentlich ein tolles Trio hätten bilden können, aber man hat einfach gemerkt, das da eine Verbindung zwischen den dreien fehlte oder wieder der Tiefgang, der ihre Beziehung glaubhaft gemacht hätte.

Die Erzählweise war ein weiterer Punkt im Buch, welcher gewöhnungsbedürftig war. Die meiste Zeit hat mich die Jugendsprache wirklich gestört. Hier wird zwar kein „Slang“ oder dergleichen benutz, aber die Dialoge waren einfach nur kindisch. Ich habe außerdem gemerkt, dass die Zeitformen oft durcheinander gewürfelt wurden, was mich zwischenzeitlich etwas verwirrte.


 
Zusammenfassend ist das Buch ein nettes Erstlingswerk, das durch seine Idee und den Humor überzeugt. Gleichzeitig mangelt es dem Buch aber deutlich an Tiefe, Erklärungen und einem roten Faden. Agenten wie wir wie ein Rohdiamant, dem der Schliff fehlt. Jüngere Leser können sicher über die Ungereimtheiten hinweg sehen, aber für alle ab 12 aufwärts, wird das Fragenwirrwahr doch zu viel Geduld beanspruchen.



5,5/10




 Für dieses Rezensionsexemplar! :)

1 Kommentar:

  1. Schade! Als ich eben die Kurzbeschreibung zum Buch las, ging es mir wie dir: klingt amüsant und vielversprechend. Doch das scheint ja nicht wirklich der Fall zu sein - mist! So kann es kommen: binnen weniger Minuten hat mich ein Buch spontan angesprochen und (Dank deiner Rezi) auch gleich wieder abgeschreckt. Also danke für den Tipp und die zugleich ehrlichen Worte. :)

    LG, Reni

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