Montag, 17. Dezember 2012

[BUCHREZENSION] Everlight



Titel: Everlight: Das Buch der Unsterblichkeit
OT: The Alchemy of Forever
Autor/in: Avery Williams
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Incarnation #1







Avery Williams wurde in Los Angeles geboren und zog als Kind mit ihren Eltern kreuz und quer durch die USA. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann in Oakland, Kalifornien. Sie liebt es, ausgedehnte Radtouren zu unternehmen und ihr 100 Jahre altes Haus eigenhändig zu renovieren. "Everlight" ist ihr erster Roman.



Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 240
Verlag: Droemer Knauer


Englisch
Gebunden/ 13,99€
Taschenbuch/ 7,99€
Seiten: 368
Verlag: Simon & Schuster



Kurz, aber gut! :)


Kurzbeschreibung

Um für immer mit ihrer großen Liebe Cyrus zusammen zu sein, nahm Sera vor über 600 Jahren einen Trank, der ihre Seele von ihrem Körper löste und sie unsterblich machte. Aber nach Jahrhunderten in einem ewigen Kreislauf hat Sera genug – sie will fort. Doch Cyrus, einst liebenswert und charmant, kontrolliert inzwischen jeden Schritt, den sie macht. Und er wird alles tun, um zu verhindern, dass sie ihn verlässt.

Buchgestaltung

Bei den vielen englischen Cover die es so gibt, stört mich, dass wieder ein Gesicht verwendet wurde, dass einfach nie zu dem Hauptcharakter passt! Der Titel ist allerdings genauso gut, wie der deutsche, weil „Das Buch der Unsterblichkeit“ eben für den Verlauf der Geschichte verantwortlich ist.

Die deutsche Aufmachung finde ich wirklich hübsch, aber das ist wie bei allem Geschmackssache. Im deutschen Buch (das übrigens ein Mini-HC ist) finden sie zwischendurch schöne Kohlezeichnungen, die Bezug zur Geschichte nehmen und einfach toll aussehen!

Meinung

Die Kurzbeschreibung ist kurz :P und vermittelt nicht einmal Ansatzweise, worum es alles in diesem Roman geht. Trotz der unterdurchschnittlichen Länge von knappen 250 Seiten, hat die Geschichte viel zu bieten und mich besonders durch ihren schönen Schreibstil, die gute Idee und den Tiefgang überrascht! Sera ist seit einem Vorfall bei dem sie starb eine Unsterbliche. Ihr damaliger Freund Cyrus war dabei, als sie dem Tode nah war und konnte den Gedanken nicht ertragen Sera gehen zu lassen. Mit Hilfe des Buches der Unsterblichkeit, dass nichts anderes als eine Sammlung aus alchemistischen Formeln ist, hat Cyrus sowohl sich selbst vor einer langen Zeit, als auch Sera im Augenblick ihres Todes unsterblich werden lassen. Über die Jahrhunderte hinweg, hat Sera sich mit ihrem Schicksal abgefunden, das Leben genossen…doch irgendwann ist ihr die grausame Methode, um weiter am Leben bleiben zu können, einfach zu wider geworden und sie will ihr von Cyrus bestimmtes Leben endlich beenden oder vielleicht doch ändern?

Im Prolog wird knapp die Vorgeschichte erzählt und wie wenigen Seiten haben durchaus gereicht, um die Vergangenheit von Sera zu füllen. In dem ersten Kapitel kann man sich gut ein Bild ihrer Persönlichkeit und ihres Lebens machen und merkt sofort, dass Sera Cyrus Plänen nicht länger folgen möchte. Besonders toll, fand ich von der ersten Zeile an den Schreibstil, der einen in die Geschichte hinein saugt und viel mit Gefühlen und Gedanken arbeitet, anstatt langen Beschreibungen oder großartigen Details Platz zu machen. Das hat den Roman oft sehr melancholisch gemacht, aber auch die vielen moralischen Botschaften in ein gutes Licht gesetzt. In „Everlight“ wird sich oft die Frage gestellt, was daran so toll sein soll ewig zu leben, wenn diesem Leben doch das Wichtigste abhanden gekommen ist: Liebe und es geht fiel um Selbstfindung – und Bestimmung, Wünsche und Träume.

Sera als Erzählerin des Romans mochte ich durchgehend. Zu Beginn erscheint ihr Charakter etwas schwach und ohne Durchhaltevermögen, aber rasch wendet sich das Blatt und somit auch ihre Persönlichkeit, als sie etwas findet, dass ihr neuen Lebensmut gibt. Die Nebencharaktere hingegen waren leider kaum mehr als schmückendes Beiwerk, was aber bei dieser kurzen und amüsanten Geschichte nicht gerade ein Minuspunkt war. Obwohl dadurch auch die Liebesgeschichte etwas an Glaubhaftigkeit verlor, so war sie nicht kitschig oder das Zentrum des Romans und das gefiel mir sehr gut. Ich fand den kurzen Zeitraum, über denen hier neue Beziehungen entstehen, wie gesagt etwas zu kurz, aber irgendwie hat die Autorin es geschafft, die Motive der Charaktere doch sehr nachvollziehbar zu gestalten. Das ein oder andere Klischee bleibt dabei jedoch nicht auf der Strecke.

Die Idee mit der Wiedergeburt, der Unsterblichkeit und Alchemie anstatt Magie, als Auslöser der Machtverhältnisse hier gefiel mir unglaublich gut! Zwar sind das Thema bzw. die Themen nicht aus dem Hut der Innovation gezaubert, aber die Umsetzung empfand ich als äußerst gelungen! Die Atmosphäre war großartig, ebenso wie die Dialoge, denn beides hat vermittelt, wie wertvoll ein Leben ist, wenn man es richtig lebt. Allgemein fanden sich viele versteckte Botschaften im Buch.

Ab der Mitte wird es auch ziemlich spannend und das Ende hat mich echt mitgerissen, weil es unvorhergesehen in einem Cliffhänger endet und einfach schockt. Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits war, dass im Buch viel zu wenige Hintergrundinformationen zum Gegenspieler, sowie dem Buch der Unsterblichkeit geliefert wurde und ich hoffe, dass wir davon im Folgeband mehr erfahren werden!


 
In der Kürze liegt die Würze – passt hier perfekt, denn bis auf die Schnelllebigkeit und die oberflächlichen Randcharaktere kann ich echt nichts bemängeln! ;) Everlight unterhält wenige Stunden, dafür aber atmosphärisch dicht und mit einer starken Erzälstimme, dessen Charakter sympathisch ist und bleibt, egal was kommt.


8,5/10




Auf Englisch erscheint Band zwei am 4. Juni 2013. 
Über die deutsche Fortsetzung ist bisher noch nichts bekannt!





Für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Danke für die tolle Rezi! Jetzt kommt das Buch erst recht auf die WuLi. Klingt einfach zu gut und ich glaube, bei den von dir angesprochenen "Makeln" könnte ich dann auch ein Auge zudrücken.

    LG, Reni

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  2. Wow... Ich hätte gedacht, dass du es schrecklich findest. Es klingt so durchschnittlich, wenn man die Kurzbeschreibung liest. Aber das hier könnte mir sogar gefallen! =)

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  3. Genau so dachte ich auch Amelie... und dann noch das "schreckliche" Cover dazu... Bisher war es ein absolutes No-Go für mich, dabei klingt es echt richtig richtig schön...
    Ein Mini-HC :-)

    glg
    Steffi

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