Dienstag, 1. Januar 2013

[BUCHREZENSION] BETA


Titel: BETA
OT: BETA
Autor/in: Rachel Cohn
Genre: Dystopie, Fantasy
Buchreihe: Elysium #1





Erscheint am 25. Februar!



Rachel Cohn ist seit Jahren eine renommierte Autorin für Jugendbücher und hat bereits zahlreiche erfolgreiche Romane veröffentlicht. Unter anderem schrieb sie gemeinsam mit David Levithan „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ (nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis). Sie hat keine Hobbies, es sei denn, man zählt die Suche nach dem perfekten Cappuccino darunter. Und sie verbringt viel Zeit damit, ihre Musiksammlung und ihre Bücher zu sortieren, oder mit ihren beiden Katzen Bunk und McNulty herumzuhängen.



Deutsch
Gebunden/ 17,99€
Seiten: 416
Verlag: cbt


Englisch
Gebunden/ 13,20€
Seiten: 336
Verlag: Hyperion




Ein durchaus spannender und interessanter Roman,
der jedoch öfters mal negativ überraschen kann…


Kurzbeschreibung

Sie hat, was sie nicht haben soll: Gefühle ...

Elysia ist eine Beta, ein geklonter Teenager, und sie lebt als Dienerin der Menschen auf der paradiesischen Insel Demesne. Ihr einziges Ziel ist es, ihren »Eltern« zu gefallen – bis sie entdeckt, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Die heile Welt auf der Insel wird von Klonen gestört, die Gefühle und eine eigene Meinung haben, sogenannten defekten Klonen. Und dann entdeckt Elysia, dass auch sie Gefühle hat. Sie verliebt sich und hat Erinnerungen an ihre First, den Menschen, von dem sie geklont wurde und der längst tot sein muss. Ist sie selbst defekt? Dies würde ihren Tod bedeuten, doch Elysia ist bereit zu kämpfen, für ihre Freiheit und für ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Tahir...

Buchgestaltung

Ich finde ganz ehrlich nicht, dass das Cover überzeugt. Die deutsche Ausgabe gefällt mir im Vergleich aber besser, weil Elysia darauf nicht ganz so starr und robotormäßig aussieht. Die Farben gefallen mir gut und auch, dass man hier das Tattoo sieht, was unsere Protagonistin als Klon kennzeichnet. Der Titel BETA passt zum Inhalt.

Meinung

BETA habe ich schon vor einer ganzen Weile gelesen und mir nach dem Beenden des Buches doch so einige Gedanken gemacht, was meine Rezension betraf. Zunächst fällt der Einstieg ins Buch sehr leicht. Der schnörkellose und sehr simple Schreibstil der Autorin betont sachlich die Ereignisse und passt gut zur Hauptperson, die ein Klon ist und nicht darauf programmiert wurde, Gefühle zu haben. Dadurch fällt der Fokus auf die wichtigen Dinge, wie z.B. die Beschreibung der Insel und die Fakten zum Leben der Bewohner dort. Schnell kann man sich ein Bild der Welt machen, in der Menschen und Klone gemeinsam leben und ebenso schnell erhält man eine Vorstellung davon, was es bedeutet ein Klon zu sein: nichts anderes als ein Spielzeug und in schlimmen Fällen sogar Sklave, für die jeweiligen Besitzer.

Was mir an dem Buch sofort gefallen hat, war, dass man als Leser rasch in moralische Konflikte verwickelt wird, welche man den gesamten Roman über im Stillen mit sich austrägt. Fragen wie: was ist Menschlichkeit, wo fängt sie an und wo endet sie? – begleiten einen auf jeder Seite. Man muss miterleben, wie Elysia von ihren Besitzern „ausgenutzt“ wird, dabei behandelt wird, wie ein Sachgegenstand, wo sie doch genau genommen, ein Klon ist und somit ein „menschliches Wesen“. Sie selber findet das natürlich okay, weil der Chip in ihrem Gehirn ihr sagt, wie sie zu denken und sich zu benehmen hat. Sie hat auch wirklich Glück, was ihre „Aufgaben“ angeht, da sie zu Beginn des Buches von einer reichen Frau gekauft wird und in deren Familie integriert wird, als Ersatz für die Tochter, die nicht mehr auf Elysium lebt.

Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich sehr viel mit ihrem Alltag dort, dem Kennen lernen der Familienmitglieder und jeder Menge Dialoge, die auf einem konstant guten Level unterhalten. Nach einer Weile wird das Ganze allerdings auf Dauer doch zu eintönig und es gab viele Stellen im Buch, an denen ich mir gewünscht habe, dass nun ein Ereignis oder eine Wende eintreten möge, um der Geschichte etwas mehr Würze zu verleihen. Darauf muss man etwas länger als erhofft warten. Elysia beginnt irgendwann Bilder oder Erinnerungen, der Person zu sehen, von der sie geklont wurde und das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem sie selber merkt, dass sie Gefühle hat und ein „Eigenleben“ entwickelt, welches sie nicht haben sollte.

Ab ungefähr der Mitte baut sich langsam Spannung im Roman auf, denn es werden viele Themen, die bisher nur angeschnitten wurden, intensiver behandelt. So tauchen viele Konflikte in der Familie auf, es geht um die Rechte der Klone, Politik und vieles mehr. Einige Grausamkeiten werden enthüllt, die manchmal sogar überraschen!

Was die Charaktere in BETA betrifft, so ist Elysia etwas schwer einzuschätzen. Sie wurde so „gemacht“, dass sie perfekt ist und solche „Menschen“ sind meistens diejenigen, die einem schnell mit ihrer Perfektion auf den Wecker gehen. Hier war das etwas anders, weil man schließlich wusste, dass sie nichts dafür kann. Die Nebencharaktere, wie z.B. ihr „Gastbruder“, ihre „Gastmutter“ oder auch ihre „Freunde“ haben zwar schon gut in die Handlung hinein gepasst, aber die meisten von ihnen sind nicht mehr als anwesend. Sie zeichnen sich durch nichts Besonderes ab und werden leider schnell wieder vergessen. Der Versuch eine Person und zwar Tahir in den Vordergrund zu rücken, ist meiner Meinung nach auch gescheitert.

Das liegt an dem Punkt, der mir besonders zum Ende hin, viel „vermiest“ hat: Die…nennen wir es Liebesgeschichte. Was ihre Gefühle männlichen Charakteren gegenüber angeht, ist Elysia nämlich sehr auf Äußerlichkeiten bedacht und lässt sich von jeder Kleinigkeit manipulieren, die sie dazu bringt, jemanden zu mögen. Am Ende des Buches legt sie so rasch ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel hin, das ich nur ungläubig mit dem Kopf schütteln konnte.

Sehr viel Positives zu sagen, gibt es aber über die vielen Wendungen, die zum Ende hin das Buch sehr abwechslungsreich und fesselnd gestalten. Schlag auf Schlag führt ein Ereignis zum anderen und plötzlich ist die ganze Sicherheit und das Vertrauen zerstört, das Elysia mühsam aufgebaut hat. Die Autorin lässt auch nichts aus, um dem Klon das Leben zur Hölle zu machen und besonders in einem Kapitel, hat das ganze seinen Höhepunkt, welcher mich sehr mitgenommen hat! :/

Ich fand die Entwicklung, die Elyisa vom kalten Klon zum fühlenden Menschen durchgemacht hat, erstaunlich mitzuverfolgen und auch sehr, sehr traurig. In BETA verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, richtig und falsch so oft, dass man davon richtig beeindruckt werden kann. Man wusste nie so genau, was die Autorin noch für Elysia in Petto hielt und das war sehr interessant.

Am Ende des Buches tummeln sich dann so viele Wendungen, dass die Geschichte leider etwas unrealistisch wirkt und auch etwas unlogisch. Es kam mir so vor, als habe die Autorin versucht mit Ach und Krach noch mehr, aus dem Buch herauszuholen, indem sie allem noch das Sahnehäubchen aufsetzt. Zu viele Fragen bleiben zurück, zu viel Unverständnis für Elysias Verhalten…


 
BETA ist eine interessante Dystopie, die besonders durch die vielen Konflikte ein klares Statement abgibt und den Leser zum denken anregt. Hier ist jedoch alles eher einfach gehalten: der Schreibstil, die Charaktere, der rote Faden. Teils etwas zu ruhig, teil etwas zu überladen, unterhält das Buch, hat aber auch viele Schwächen.


 
6/10




 Für das Vorab-Leseexemplar! :)

Kommentare:

  1. Ich lese das Buch gerade und finde es noch etwas "langsam" ... Mal sehen, was noch kommt :)

    Tolle Rezi ;*

    AntwortenLöschen
  2. Das Buch erscheint erst im Februar, nicht im Januar. ;)

    AntwortenLöschen
  3. @Binzi: Viel Spaß noch! ;)

    @Jacquy: Oh, danke! :D Das ändere ich schnell mal :P

    AntwortenLöschen
  4. Ich sehe das genauso :)
    Allerdings finde ich das es noch einen 2. Band geben muss weil einfach zu viele Fragen offen bleiben..

    AntwortenLöschen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...