Samstag, 12. Januar 2013

[BUCHREZENSION] Graveminder


Titel: Graveminder
OT: Graveminder
Autor/in: Melissa Marr
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Nein!

  






Melissa Marr hat Literatur studiert und unterrichtet an verschiedenen Colleges sowie online. Berühmt wurde sie mit ihrer Bestseller-Serie für Jugendliche über das düstere Reich der Feen. Mit »Graveminder« legt sie nun endlich den lang erwarteten Roman für Erwachsene vor.


Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 400
Verlag: Piper


Englisch
Gebunden/ 18,99€
Taschenbuch/ 8,30€
Seiten: 324
Verlag: Harper Collins





 
Langatmig, langatmig, langatmig…



Kurzbeschreibung

Jede Generation hat ihre eigene Totenwächterin. Bei Beerdigungen spricht sie die magischen Worte über dem frischen Grab: »Drei Schlucke, um sie zu bannen. Nicht mehr und nicht weniger.« Doch was geschieht, wenn es kein Grab gibt? Wenn die Tote ein junges Mädchen ist, das auf grausame Weise ermordet wurde und nun auferstanden ist, um Rache zu nehmen? Für Rebekkah, Graveminder des idyllischen Claysville, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie muss ihre Stadt vor der hungrigen Toten schützen. Und nur Byron, ihre große Liebe, steht ihr bei …

Buchgestaltung

Ich mag alle Cover. So :P

Meinung

Graveminder sollte das erste Buch der Autorin werden, dass für ältere Leser als Zielgruppe gedacht war, aber meiner Meinung nach, liest es sich wie ein typisches YA Buch und vielleicht war das auch eines der Probleme, die ich damit hatte. Mir hat Melissa Marrs Schreibstil hier ziemlich gut gefallen. Wie in ihren anderen Büchern kann die gut beschreiben und regt viel die Vorstellungskraft des Lesers an.

Als ich anfing mit Graveminder, merkte ich jedoch schnell, dass ich hier auf eine Geschichte gestoßen bin, die mir nicht gefällt, hoffte aber, dass sich dies noch ändern würde. Direkt von Beginn des Buches an wird eines sehr klar: die Autorin legt sehr viel Wert auf ausgeprägte Nebenhandlungen und schmückte diese sogar mehr aus, als die eigentliche Handlung. Dabei bestand der größte Teil des Romans doch tatsächlich aus Handlungen von Personen, die weniger Platz hätten einnehmen müssen, weil sie allesamt die Protagonistin in den Hintergrund gedrängt haben. Ich habe erwartet, dass einem zuerst etwas über die Graveminder erzählt wird, da auch der Klappentext großen Wert auf diesen Punkt der Geschichte legt, aber bis dahin verging mehr als die Hälfte des Buches. Und in der Zwischenzeit?

Es wird viel der Alltag der Charaktere beschrieben und deren Job. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Beziehung zwischen Rebekkah und Byron, die eine gemeinsame Vergangenheit teilen, welche bei jeder sich bietenden Gelegenheit erwähnt, aber auch erst sehr spät wirklich erklärt wird. Ich glaube darin lag für mich das größte Problem. Ständig hatte ich das Gefühl die Autorin wolle den Leser hinhalten, um sich das Beste für den Schluss aufzuheben, wodurch die Geschichte einfach nur nervtötend langatmig wurde. Ich habe mich beim Lesen regelrecht gelangweilt, wenn mal wieder ein Kapitel aus der Sicht von Byron kam, in dem immer und immer wieder die Fakten platt getrampelt wurden. Die interessantesten Szenen waren wirklich die, in denen das Geistermädchen irgendjemanden umgebracht hat, denn sie hatte wenigstens durchschaubare Motive.

Die Charaktere an sich waren in meinen Augen sehr farblos und stereotypisch. Es gab niemanden den ich mochte, mit dem ich sympathisieren konnte etc. weshalb meine Gedanken beim lesen oft abschweiften, weil mich die meiste Zeit das Schicksal der Leute nicht wirklich unterhalten konnte. Auch die Dialoge hier waren so einfallslos. Wenn sich zwei Leute hier unterhielten, dann kamen dabei die üblichen Gesprächsfloskeln herum, die einfach nur übelst 0/8/15 waren.

Gegen Ende des Buches wird einem dann endlich mal etwas mehr über die Graveminder und ihre Gefährten, die Undertaker erzählt und das war die Stelle im Buch, bei der ich mir dachte: WOW. Denn die Idee hinter Graveminder ist eine richtig, richtig tolle, auch, wenn sie vielleicht etwas zu simpel aufgebaut ist. Leider war die Umsetzung davon fürchterlich, denn der springende Punkt in der Geschichte, wird wie die Erzählung eines Märchen rasch abgetan und weiter ging es in Sachen LANGATMIGKEIT. Ich war echt enttäuscht davon, wie viel verschenktes Potenzial es hier gegeben hat. Dazu kommt, dass ich die Liebesgeschichte ebenfalls als unglaublich gestreckt empfunden habe und ich bin keiner Leser, der auf Instant-Love steht und für Tiefgang immer Pluspunkte verteile, aber hier? Die beiden Charaktere zierren sich so dermaßen, dabei sind sie doch erwachsene Menschen und haben einen Mund zum reden. Dieses kindliche Verhalten beider und deren Sturheit waren echt kaum zu ertragen!

Der Thriller-Effekt blieb durch die langsam in Fahrt kommende Geschichte auch vollkommen aus und das obwohl es hier um Morde, Geister und Tod, Tod, Tod ging! Ein wenig makaber wird es auch oftmals und das verschafft einem beim Lesen ein seltsames Gefühl, was jedoch nicht auf eine gute Atmosphäre, sondern auf die schlechte Recherche der Autorin zurückzuführen ist. Was die Polizeiarbeit oder auch die der Totengräber, Bestatter angeht, hätte dem Ganzen ein wenig mehr Realismus nicht geschadet. Außerdem hatte ich das ungute Gefühl, dass zum Finale des Buches doch einige logische Schlussfolgerungen im Wirrwarr des Buches untergingen.



 
Für meinen Geschmack eine zu langatmige Geschichte, mit Ausführungen an den falschen Stellen, fehlendem roten Faden und verschenktem Potenzial. Typisch Jugendbuch werden Probleme dramenhaft durchgekaut bis zum geht nicht mehr, die Charaktere und Dialoge entstammen vielen Klischees und der Kernpunkt „Graveminder“ wird zu spät erklärt, wodurch die gute Idee zu kurz kommt.


3/10





Für dieses Buch! 

Kommentare:

  1. Naaa super... Jetzt habe ich natürlich wenig Lust es zu lesen. Aber egal! Vielleicht gefällt es mir ja trotzdem =)

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  2. Mich hat es auch noch nie sonderlich angesprochen :D

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  3. Du hast soeben, das Buch auf meiner : Bücher-die-ich-irgendwann-lesen-werde
    nach unten geschubst, ganz weit unten, okay die liste ist eh heftig lang, aber jetzt ist das Buch ganz unten !!!! ^^

    Liebe Grüße, Maddy :)

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  4. Und ich dachte, ich wäre alleine mit der Meinung, dass das Buch nicht gut ist. Deine Bewertung kann ich somit voll und ganz nachvollziehen, spannende Bücher sehen anders aus.
    Tolle Rezi =)

    LG Silke

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  5. Wieder mal gut und informativ geschrieben! "Graveminder" hat es bisher irgendwie nicht geschafft, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, obwohl die Kurzbeschreibung eigentlich recht interessant klingt. Somit bin ich ganz froh, hier nichts verpasst zu haben/zu verpassen - geht es nach dir. Ich denke, ich würde mich hier ähnlich schwer tun. Momentan kann ich mich eh kaum aufraffen, wenn die Handlung ein wenig stagniert oder gar nicht erst richtig in Fahrt kommt.

    LG, Reni

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