Montag, 4. Februar 2013

[BUCHREZENSION] Kirschroter Sommer


Titel: -
OT: Kirschroter Sommer
Autor/in: Carina Bartsch
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Ja! Wie die heißt…?






Carina Bartsch wurde 1985 im fränkischen Erlangen geboren und lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe ihrer Geburtsstadt. Sie brach die Realschule, dann die Wirtschaftsschule und eine Lehre ab. Erst nach diversen Kleinjobs fand sie mit Anfang zwanzig ihre wahre Bestimmung: das Schreiben. 



Deutsch
Taschenbuch/ 9,99€
Seiten: 512
Verlag: rororo


Englisch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!




Ein Sommer, der mal heiß, dann wieder kalt ist…



Kurzbeschreibung

Würdest du deiner ersten Liebe eine zweite Chance geben? Die erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?

Buchgestaltung

Ich finde das Cover recht passend :) Die beiden Menschen darauf könnten durchaus meiner Vorstellung von Emily und Elyas entsprechen, nur, wie der Titel zustande kam, verstehe ich selbst nach dem Lesen nicht, schön klingen tut er aber.

Meinung

Ich habe es also getan. DAS Buch gelesen von dem ALLE sprechen, alle so begeistert sind und das alle empfehlen, empfehlen, empfehlen! Ich habe großen Respekt vor der Autorin, denn ihre Geschichte ist auch sicher auch bekannt: von der Selbstverlegerin, zur Ebook-Bestsellerin und nun zu einem bekannten Verlag. Beeindruckend. Ob dieses Wort auch wirklich auf ihren Roman zutrifft? Jein, wäre meine Antwort.

Zunächst einmal fand ich Carina Bartsch Schreibstil sehr angenehm. Irgendwie hatte er etwas Besonderes an sich und war nicht ganz so typisch Jugendbuch. Das lag vielleicht daran, dass ihre Charaktere auch etwas älter sind und der Humor des Buches daher etwas spezieller :P Gerne würde ich behaupten, dass ich von der ersten Seite an Zugang zu der Geschichte hatte, aber tatsächlich musste ich erst die Hälfte des Buches hinter mich bringen, ehe sich bei mir der kleine Wow-Effekt einstellen wollte. Was den Anfang für meinen Geschmack nicht so gut gemacht hat? Das ist einfach zu erklären! Meiner Meinung nach lebt der (gesamte) Roman sehr von langen Beschreibungen und etlichen Dialogen, die man so auch sicher hätte kürzen können, was aber nun einmal der Stil der Autorin ist und ihre persönliche Note. Mir kam der Anfang dadurch aber unheimlich zäh vor, weil man nur im Alltag der Protagonistin Emely so vor sich her lebt. Natürlich bleibt die erste Begegnung mit Elyas nicht lange aus, aber dennoch konnte mich das Buch zu der Zeit nicht überzeugen.

Das lag daran, dass mir sowohl Emely, als auch Elyas schrecklich unsympathisch waren. Nett ausgedrückt war Emely stur und selbstsicher, gemein ausgedrückt zickig und egoistisch. Ich fand es wirklich interessant, wie sie ihr Leben lebt, weil man Einblicke in dieses zur Genüge erhält und so etwas nie verkehrt ist, aber die eine Sache, wird gar nicht erwähnt. Nämlich der Vorfall zwischen den beiden, der Emelys Abneigung gegen Elyas am Leben erhält. Mir war unbegreifbar, warum sie sich ihm gegenüber so verhält und das sehr lange Herummunkeln hat mich genervt. Dazu kam, dass Emely sich Elyas gegenüber wirklich mies verhalten hat, er aber genau dieses Verhalten gespiegelt hat und dadurch viele Dialoge echt unter die Gürtellinie gingen. Hier sollte ein Katz und Maus Spiel für Charme und Humor sorgen, aber ich war wirklich sagen wir Übertriebenerweise mal geschockt, wie ekelig die beiden zueinander waren :/

Das halbe Buch gab es diese Machtspielchen zwischen den beiden, die ich gar nicht so amüsant und toll fand, wie alle anderen Leser und Fans des Buches. Tatsächlich fand ich Emelys Freundin Alex und deren Handlungsstrang weitaus besser.

Das Blatt hat sich aber für mich gewendent, nachdem die Stelle mit dem Unfall von Emelys Eltern kam. Ich fand es zwar schrecklich traurig, dass die beiden ein solches Ereignis brauchten, um sich mal vernünftig zu benehmen, aber danach haben sich Emely und Elyas von einer ganz anderen Seite gezeigt. Plötzlich verstand ich, was alle so gut an den Büchern fanden! Die Gespräche zwischen den beiden können nämlich nicht nur unglaublich süß, sondern auch urkomisch sein! Es gab wirklich gaaaaaaanz viele Stelle, an denen ich Laute wie „aww“ und „ohh“ von mir gegeben habe, weil das ganze so entzückend war :P Mit der Zeit habe ich auch angefangen Elyas richtig zu lieben, weil er ein so netter und aufrichtiger Mensch sein kann! Emely blieb leider ziemlich kalt, bei allem, was er sagte, obwohl ihr Innenleben ganz anderes zeigte. Ich hätte mal zählen sollen, wie oft sie, nachdem sie Elyas Gedanklich angeschmachtet hatte, dachte: ich hasse mich. Etliche male – sehr anstrengend!

Als in der zweiten Hälfte nun die Vergangenheit der beiden offenbart wurde, kam die Enttäuschung meinerseits zurück. Ich hatte Großes erwartet, aber das es so simpel sein würde…? Ich musste mich doch mehrmals fragen, wie eine 23-jährige Frau ein so kindisches Benehmen beibehalten kann, wenn die eigentlichen Fehler doch in einem klärenden Gespräch beseitigt wurden -.-

Was mir gut gefallen hat, war, dass es im zweiten Teil des Buches sehr viel mehr Handlung gibt. Die Nebencharaktere erhalten etwas mehr Raum, man erfährt viel mehr über die Protagonisten und auch der beschriebene Alltag wurde sehr viel abwechslungsreicher. Gegen Ende kehrte das Buch aber wieder zu seinem „Muster“ zurück: lange, ausschweifende Erzählweise. Diverse neue Charaktere bekamen ihren Auftritt und Emely und Elyas blieben mal wieder auf der Strecke. Das Ende war dazu noch vollkommen abgehackt, weshalb ich froh bin Band zwei bereits zu besitzen, denn das war gelinde gesagt einfach blöd gemacht…

Ein weiter Punkt, der mich etwas gestört hat, war Luca, der Briefeschreiber. Es gab so viele Hinweise im Buch auf seine Identität (was auch der Grund ist, dass es einem so leicht fällt Elyas später zu mögen) die Emely einfach nicht checkt. Dadurch wird die Handlung des zweiten Bandes mehr als nur offensichtlich und ich hoffe, die Autorin kann mich dort noch überraschen.


 
Für Fans von langen Contemporary Geschichten sicher genau richtig. Mir fehlte etwas mehr von der versprochenen Romantik und richtigen Liebesgeschichte. Unsympathische, unreife Charaktere und auch die Langatmigkeit der Handlung waren für meinen Geschmack einfach zu viel des Guten. Trotzdem weiß die Autorin charmant und humorvoll zu unterhalten, auch, wenn diese Kapitel meiner Meinung nach, in der Minderzahl waren.


 
6/10




Bereits erschienen!




Für dieses Rezensionsexemplar! :)


Kommentare:

  1. Schöne Rezension :) Auch, wenn die Charaktere anstrengend klingen, werde ich es mal damit versuchen :D Ich hoffe, dass ich es bald lesen kann, ich bin nämlich echt gespannt, gerade auch weil alle davon reden. xD

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  2. Ach ja, du weisst ja sicherlich, dass mich das Buch bzw. die komplette Story begeistern konnte. Dennoch kann ich deine Kritkpunkte gut nachvollziehen. Eingangs ging es mir ähnlich und Emely macht es einem wirklich nicht leicht, sie zu mögen. Ich bin dann mal gespannt, wie die Fortsetzung bei dir ankommt. Diese zieht sich im Ganzen auch wieder ein "bisschen", aber hier wirds dann wirklich mal romantisch/gefühlvoller und Emely zeigt sich dann auch mal von ihrer sympathischen/verletzlichen Seite (wie ich finde) - sehe ich mal von der Halloweenparty ganz am Anfang ab, die mich doch leicht genervt hat = Emely. Aber dann...

    Mich zumindest konnte der zweite Teil dann noch mehr packen, als der erste. Vor allem, weil man beide Charaktere etwas besser verstehen kann. Den Auslöser an sich fand ich jetzt nämlich auch nicht gerade spektakulär, aber besonders in "Türkisgrüner Winter" konnte ich dann gut nachvollziehen, warum beide handelten/so arschig waren wie sie nun mal anfangs waren. Ich bin dann mal gespannt auf dein Gesamtfazit. Schöne und gut begründete Rezi. Wie immer! :)

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. Hi Tanja! :)
    Ich glaub du bist die erste Meinung die ich lese, die nicht ganz so positiv ausfällt :D
    Wie dem auch sei, ich hatte von Anfang an nicht das Verlangen es zu lesen ;)
    LG Jan

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  4. Dein Fazit ist mein eigenes Echo. Endlich mal eine Meinung, die sich mit meiner deckt. Bei all den Lobeshymnen hatte ich das Gefühl, das verkehrte Buch gelesen zu haben. Mich hat vor allem Emely gequält. Was ein unreifes Mädchen. Da besitzen so manch jüngere Charaktere in YA Büchern mehr Reife. Zudem ist vieles sehr vorhersehbar (Luca). Auch die Seitenzahl ist viel zu lang. 100 bis 150 Seiten weniger hätten dem Buch nicht geschadet.
    Der Humor reißt es wirklich noch etwas raus.

    LG

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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