Samstag, 18. Mai 2013

[BUCHREZENSION] Bitterzart


Titel: Bitterzart
OT: All These Things I´ve Done
Autor/in: Gabrielle Zevin
Genre: YA, dystopisch
angehauchtes Contemporary? xD
Buchreihe: Birthright #1









Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher verfasst. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet.





Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 544
Verlag: FJB


Englisch
Gebunden/ 12,60€
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 368
Verlag: Pan Mcmillian








Hatte ich die falschen Erwartungen?



Kurzbeschreibung

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung. New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten. Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

Komm, wir gehen direkt zu meinem Vater“, sagte Win plötzlich.
Und sagen ihm was?“
Dass unsere Liebe so stark ist, dass er sie nicht verbieten kann.“
Eine Familie wie die Corleones, eine Liebe wie in Romeo und Julia – der erste Band der einzigartigen neuen Serie von US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin
Buchgestaltung
Die Aufmachung des Fischer Verlags geht bei mir als klarer Sieger hervor! Das Motiv vereint ziemlich viele Elemente aus dem Buch (Skyline, Anya, Schokolade und den Retro Flair) das ich es einfach klasse finden MUSSTE :) Bitterzart ist auch ein sehr guter Titel, um die Geschichte zu beschreiben, finde ich. Der englische Titel passt zwar ein bisschen mehr, zum „Tagebuch Style“ aber ich mag beides.
Meinung

Hatte ich die falschen Erwartungen? Ich bin wohl nicht die einzige Bloggerin, die sich nach dem Lesen diese Frage gestellt hat. Wurde das Buch doch als neue Dystopie vermarktet, so ist es in Wahrheit nur ein wenig dystopisch angehaucht. Das Ganze erinnert mehr an ein Tagebuch, das viele Ereignisse im Leben eines Mädchens wiedergeben und dabei fehlen leider die gewohnt dystopischen Elemente. Die Situation im Buch sieht so aus: nach einer Wirtschaftskrise, geht es im Land drunter und drüber, weshalb die ganzen Luxusgüter wie Smartphones oder Schokolade verboten werden. Die Menschen und die Regierung leidet unter Geldknappheit und sogar teilweise unter richtiger Armut. Im Verlauf vieler Jahre, mussten die Menschen in der Welt von Bitterzart daher einiges einbüßen und es wurden neue Gesetzte aufgestellt. Bedeutet: hier gibt es kein neues System, kein machtgieriges Regime und das Leben der Menschen wird auch nicht wirklich tödlich bedroht. Es gibt eher kleine „Clans“ die sich mit illegalen Aktivitäten über Wasser halten und sich so einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft sichern. Anyas Familie gehört dazu, obwohl man davon zu Beginn des Buches eher weniger mitbekommt, da ihre Eltern tot sind und sie zusammen mit ihren Geschwistern versucht, normal weiter zu leben.

Das Buch ist eher umgangssprachlich geschrieben, was auch völlig in Ordnung ist, da es so Anyas Persönlichkeit gut zum Ausdruck bringt – also keine Sorge, es ist nicht vulgär oder zu jugendlich geschrieben und liest sich sehr flüssig. Tatsächlich ist es so und da kann ich viele andere Rezensenten zitieren „als würde man mit Anya ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern“ denn das Gefühl, das sie als Protagonistin praktisch neben einem steht, verlässt einen den ganzen Roman über nicht. Das fand ich ziemlich außergewöhnlich und mochte es wirklich sehr.

Ihren Charakter an sich fand ich da schon etwas schwieriger. Man wird förmlich in ihr Leben hinein geworfen und lernt sie so direkt von ihrer besten Seite kennen. Sie ist eigentlich ein nettes Mädchen, das sich mit Humor und Fürsorge durch Leben kämpft und dabei viel an ihre Geschwister und Großmutter denkt. Das hätte sie mir normalerweise sehr sympathisch gemacht, aber hier haben mir irgendwie die Ecken und Kanten an ihrer Persönlichkeit gefehlt. Ich hatte oft das Gefühl, das Anya eher eine stille Beobachterin ist und was das Eintreten für Rechte und Standpunkte angeht, lange Zeit sehr inaktiv bleibt. Natürlich ist sie nicht auf den Mund gefallen, aber besonders bis zur Mitte des Buches, habe ich mir oft gewünscht, das sie ein bisschen mehr mitmischt, besonders da ihr viel Unrecht angetan wird. Das änderte sich im Verlauf des Buches nach einigen Kapiteln wieder und man lernte eine andere Seite von ihr kennen, welche es mir leichter gemacht hat, sie zu mögen.

Bis zu dem Zeitpunkt, als der Love-Interest auf der Bildfläche auftaucht, denn da gewann ich mehr und mehr den Eindruck, das sich Anyas Welt nur noch um diesen Jungen dreht. Etwas schade fand ich auch, das die ganze Liebesgeschichte für mich überhaupt nicht nachvollziehbar war. Besonders der Spruch „Eine Lovestory wie Romeo und Julia“ empfand ich als sehr unpassend und würde das ganze eher als oberflächliche Verliebtheit abtun. Selbst, als die beiden gegen Ende des Buches einiges zusammen durchstehen, hat mir einfach total die Chemie gefühlt. Das könnte vor allem daran liegen, das Win mir gar nicht gefallen hat. Ich fand, das es kaum etwas gab, das man über ihn sagen konnte und das er fast nur durch seine Familie definiert wurde – im Gegensatz zu Anya, die man erst einmal kennenlernt, als sie noch nicht viel mit den anderen Blanchines zu tun hat.

Die Stimmung des Buches war auch etwas, das ich nicht möchte. Durch den lockeren Plauderton, kamen selbst Ereignisse, die alles andere als „schön“ waren, positiv bei mir an und das hat mir oftmals das falsche Gefühl für die Realität in Bitterzart vermittelt. Die einzige Stelle, an der ich wirklich mitfühlen konnte war, als ein Mitglied aus Anyas Familie stirbt – das war dem Anlass entsprechen traurig.

Allgemein denke ich, das viele Leser ein großes Problem mit dem Aufbau des Plots haben werden, da er sich öfters schleppt und dahin zieht und so etwas wie rasante Spannung hier trotz einiger Bedrohungen nicht wirklich aufkommen mag. Ich fand auch die Schilderungen des Weltenentwurfes bzw. der Idee nicht sonderlich gut gemacht. So viele Luxusartikel sind verboten und die Armut und das mangelnde Geld, hätten im Land für vielmehr Aufstände oder Furore sorgen müssen. Da sich der Roman aber ausschließlich auf Anyas Horizont beschränkt, ging das ganze drumherum verloren – was ich sehr schade fand, da ich durch mehr Hintergrundinformationen sicher mehr mit der Story hätte anfangen können.

Das Ende konnte allerdings wieder bei mir punkten, waren einige der Entwicklungen doch so, wie ich es erwartete hatte, konnte ich damit zufrieden sein, das die Ansätze hier viel Potenzial für einen zweiten Band in Aussicht gestellt haben :)




Bitterzart – nicht direkt eine Enttäuschung, aber durch meine falschen Erwartungen, konnte mich die Geschichte nicht so packen wie andere Leser. Den Fokus auf das Leben einer einzigen Person zu legen, ließ viele wichtige Elemente wegfallen und auch die Atmosphäre hat mich eher gestört, als gefesselt. Trotzdem liest sich das Buch gut und durch einige neuen Ideen kann es hin und wieder überzeugen.





Auf Englisch ist Band zwei bereits erschienen.
Die deutsche Version "Edelherb" erscheint bereits im Oktober!








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D