Mittwoch, 22. Mai 2013

[BUCHREZENSION] Dark Destiny




Titel:
OT: Dark Destiny
Autor/in: Jennifer Benkau
Genre: Ya, Dystopie
Buchreihe: Dark Canopy #2










Jennifer Benkau wurde 1980 in der weltschärfsten Stadt zwischen Düsseldorf und Köln geboren, wo sie mit einem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen lebt.
Sie schreibt Bücher, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Geschichten zu erzählen, sie aber beim Reden stottert. Zum Schreiben braucht sie Wind, laute Musik, Schokolade, Kiwis und Kaffee; aus dieser Mixtur entstehen paranormale Liebesromane, die der Autorin als Ausgleich dienen, bezeichnet sie sich doch selbst als ebenso romantisch wie einen getragenen Turnschuh.





Deutsch
Gebunden/ 18,95€
Seiten: 464
Verlag: Script5


Englisch
Deutsche
Originalausgabe





Gelunger Abschluss, einer lesenswerten Dilogie!



Kurzbeschreibung

Hilflos musste Joy mit ansehen, wie Neél von ihren eigenen Leuten gefangen genommen und gefoltert wurde. Ihre große Liebe, all ihre Hoffnungen und Zukunftspläne zersplittern zu einem Scherbenhaufen, als sie schließlich von Neéls Tod erfährt. Trotz ihrer unendlichen Trauer fasst Joy einen folgenschweren Entschluss: Sie will nicht länger zu Matthials Clan gehören. Also macht sie sich allein und schlecht ausgerüstet auf den Weg durch Bomberland und von feindlichen Clans besetztes Gebiet. Es ist eine Suche nach Antworten: Wie starb Neél? Und warum? Doch es ist auch eine Suche, an deren Ende Hoffnung steht. Hoffnung auf eine zweite Chance. Dark Destiny ist der letzte von zwei Bänden. Der Titel des ersten Bandes lautet Dark Canopy .
Buchgestaltung
Der Titel Dark Destiny wurde von der Autorin sehr gut gewählt! Es passt genauso perfekt wie der des ersten Bandes. Da die Aufmachung, bis auf Spiegelung und Farbe, auch Band eins gleicht, hat der Verlag hier nicht viel falsch gemacht.
Meinung

Was mir bei Dark Canopy noch in kleinem Maße gefehlt hat, hat die Autorin hier wieder ausgeglichen. Wie viele Leser, war ich nämlich kein Fan der ersten Stunde, aber mit Dark Destiny und dem turbulenten Auf – und Ab in der Geschichte, konnte die Autorin mich fesseln, mitreißen und zum Ende sogar tief bewegen.

Fast nahtlos setzt Band zwei dort an, wo uns der erste Teil etwas geschockt zurückgelassen hat. Besonders gut dabei fand ich, das hier so viel Wert auf Joys Innenleben gelegt wurde. Ihre Gefühle waren noch nie so greifbar geschildert, wodurch man als Leser viel schneller in die Geschichte gerät, als zuvor. Es war wirklich schlimm, welchen Vorstellungen sich Joy hingeben muss und als sie dann noch die Nachricht von Neéls Tod erhält, geht für sie eine Welt unter. Die Zeit die darauf folgt, besteht nur noch aus Trauer und Joy hat eigentlich keinen richtigen Grund mehr, der sie in ihrem Leben weiter voran treibt, weshalb sie in ein tiefes Loch fällt. Normalerweise bin ich nicht dafür, das Charaktere sich so gehen lassen, aber Jennifer Benkau hat das Ganze so authentisch beschrieben, das ich gar nicht anders konnte, als mit Joy mitzuleiden. Die Ungewissheit war fürchterlich. Weil Joy aber tief in ihrem Inneren schon immer ein loyaler und starker Charakter war, reißt sie sich irgendwann zusammen, um sich auf die Suche nach Antworten zu machen.

Zu diesem Zeitpunkt merkt man einfach, wie Stück für Stück Joys altes Ich zurückkehrt, besonders bei der Aussicht auf eine Wiedervereinigung mit alten Freunden. Ich fand die etwas ruhigere und gut erklärte Reise, die Joy hier hinter sich bringen muss, um einiges besser, als den harten Tonfall von Band eins. Endlich bekommt man viel mehr Einblicke in alles, was in Joys Welt passiert und der Erzählstil ist nicht nur auf eine kleine Gruppe beschränkt, sondern auf mehrere Perspektiven, wodurch man viele interessanten Handlungsstränge zeitgleich folgen kann. Das wurde besonders ab der Mitte des Buches auch richtig wichtig, da man so die Motive er Nebencharaktere besser verstehen konnte und einem als Leser auch Ereignisse gezeigt werden, die Joy nicht direkt involvieren.

Jennifer Benkau hat gezielt jeden offenen Konflikt mit in ihrem Roman eingebunden, der zuvor entstanden war und ich fand es faszinierend, wie gut die Autorin ihre Sache gemacht hat, weil die Erzählung immer logisch und dabei noch so spannend bleibt. Ich habe auch wirklich selten ein Buch gelesen, bei dem die Atmosphäre so fesselt, obwohl das Leben der Charaktere mal nicht ununterbrochen in Gefahr schwebt! Das was viele andere nämlich zu bemängeln hatten war, das im Vergleich zu Band eins, hier weniger Action vorhanden ist, aber ich fand es gut, das sich diese am Ende zu einem tollen Finale gebündelt hat und währenddessen alles andere abgeschlossen wurde. Durch die etwas langsamerer Erzählweise, wurden die Charaktere, die sich im Verlauf der Dinge, die sie durchleben mussten, sich selber wieder treu, hatten Zeit zurück zu ihren Wurzeln zu kehren und wieder sie selbst zu sein, denn in Dark Canopy musste besonders Joy viele Entscheidungen treffen, mit denen sie nicht zufrieden war. Sie war mir hier auch sehr viel sympathischer, weil man mal eine andere Seite an ihr kennenlernt, die sie durch ihren Überlebenskampf in Band eins nicht so gut entfalten konnte, wie das hier der Fall war. Wie bereits gesagt, legt die Autorin viele Schwerpunkte auf ihre Gefühle und so konnte ich auch Handlungen und Aussagen, die Joy in Dark Canopy getroffen hatte, nun viel besser verstehen.

Während Joy ein einigermaßen normales Leben in „Freiheit“ führt, setzt sich der Krieg zwischen Rebellen und Percents weiter fort und man bekommt einiges an Organisatorischem von beiden Seiten mit. Dadurch spürt man den kommenden Sturm, noch bevor Joy es tun kann, was mich sehr in seinen Bann gezogen hat. Zudem besitzt die Autorin einen wunderbaren Schreibstil, der an genau den richtigen Stellen poetisch ist und dadurch mitreißt, wenn es mal wieder um Träume, Hoffnungen und Ängste geht. Besonders die Wahl der Überschriften, der einzelnen Kapitel, haben mir immer sehr gut gefallen, weil sie einen direkt in die richtige Stimmung versetzt haben.

Bei dem Ende des Buches gehen, wie inzwischen bekannt, die Meinungen sehr weit auseinander. Entweder man liebt es oder man hasst es – so ein Fall ist das Ganze geworden. Ich persönlich dachte zunächst auch, ich würde mit dem Abschluss des Roman nicht klar kommen, aber einige Tage nachdem Beenden, wurde mir klar, das es so wirklich am besten gepasst hat. Jennifer Benkau vermittelt durch beide Bücher hindurch viele Botschaften und ist sich letzten Endes treu geblieben, wovor ich Respekt habe. Alles in allem, ist das Ende vielleicht etwas zu offen, aber wofür haben wir Leser denn unsere Phantasie? Und sind es nicht die wahrhaft realistischen Geschichten, die einem noch lange Zeit nachdem Lesen im Gedächtnis bleiben?

Schließlich gibt es auch im wahren Leben nicht immer ein Happy End!

Mein einziger Kritikpunkt am Buch, liegt auf dem mittleren Teil der Geschichte. Für meinen Geschmack war die Zusammenführung beider Protagonisten etwas zu lang erzählt und besonders das Zusammenleben abseits der Stadt, war ein wenig schleppend beschrieben, aber das ist einfach Geschmackssache.



Super Abschluss einer Dilogie, die nicht umsonst eine der besten im deutschsprachigen Raum ist! Jennifer Benkau hat gezeigt, das Beststeller nicht immer aus anderen Ländern stammen müssen und ihre Reihe hat definitiv das Potenzial mit vergleichbaren Dystopien mitzuhalten. Fesselnd und emotional bis zum Schluss – lesenswert für so ziemlich alle! ;)






Für dieses Rezensionsexemplar! :)



Kommentare:

  1. Ich glaube mit dem Ende kommt niemand von Anfang an klar :-(
    Aber es ist das beste, was Jennifer Benkau machen konnte. Nur so konnte sie die Authentizität ihrer Charaktere wahren und musste sie nicht unrealistisch verbiegen. :-(

    lg
    Steffi

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  2. Ich bleibe dabei: Mir war das Ende zu offen. Aber ein geniales Buch ist es ja trotzdem auf jeden Fall =)

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    1. mich hat eigentlich auch erst Jennifer Benkau bei der Lesung in Leipzig überzeugt. :-)
      An diesem Punkt konnte sie ihre Charaktere ihren eigenen Weg gehen lassen, musste keinem die Richtung weisen. Sie ist sich sicher, dass sie allein klar kommen <3

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