Samstag, 11. Mai 2013

[BUCHREZENSION] Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde



Titel: Wie Tyler Wilkie mein Leben auf
den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde
OT: Grace Grows
Autor/in: Shelle Sumners
Genre: New Adult, Contemporary
Buchreihe: Nein!







Schauspielerin, Kellnerin, Korrektorin, Schulbuchautorin, Buchhändlerin und Empfangsdame in einer Hochzeitskapelle sind nur einige Berufe, in denen Shelle Sumners gearbeitet hat. Sie gibt aber zu, dass sie oft nur so getan hat, als würde sie arbeiten – tatsächlich hat sie sich heimlich Notizen für ihren ersten Roman gemacht. Zum Glück, denn so ist diese wunderbare romantische Komödie entstanden. Die schönen Lyrics und Songs zu ihrem Debüt hat Singer-Songwriter Lee Morgan geschrieben – der zufällig auch mit Shelle Sumners verheiratet ist. Mit ihm und ihrer Tochter lebt die Autorin in Pennsylvania.




Deutsch
Taschenbuch/ 9,99€
Seiten: 512
Verlag: Fischer


Englisch
Taschenbuch/ 9,10€
Seiten: 336
Verlag: Allen & Unwin






Zeitweilig süß, immer öfter bitter...


Kurzbeschreibung

Stell dir vor, jemand schreibt den Soundtrack deines Lebens. Jemand, der dich liebt.
Die romantischste und witzigste Lovestory des Jahres!
Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler. Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Geschichte werden zu lassen … Denn sie hat einen sicheren Plan für ihr Leben. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt – den Dogsitter von nebenan. Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt Tyler ihren Plan durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie. Und irgendwann schmilzt Grace dahin. Wer kann ihr das verübeln? Doch als Ty mit seinen Songs zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung und das Leben seinen Lauf …
Buchgestaltung
Ich finde beide Cover sehr gelungen, wobei mir das Deutsche noch etwas besser gefällt. Auch der deutsche Titel passt einfach ganz wunderbar und klingt dabei genauso witzig und charmant, wie Tylers Charakter im Buch ist. Grace Grows hat meiner Meinung nach weniger Bezug zur Handlung, auch, wenn sich ihr Charakter natürlich weiter entwickelt.
Meinung

Ich bin in der Annahme an den Roman herangegangen, das es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt und da lag ich falsch. Als ich das herausgelesen habe (bereits zu Beginn wird gesagt, das Grace und Tyler beide achtundzwanzig sind) war ich doch etwas enttäuscht. Ich finde gerade Jugendbücher so genial, weil sie diesen unwiderstehlichen Charme versprühen, den es bei einer anderen Zielgruppe nicht immer gibt – so in etwa entwickelte sich dann hier nach und nach das „Problem“ das ich mit dem Roman, trotz seiner unterhaltsamen Story hatte.

Die Autorin setzt mit ihrem Buch auf die Einfachheit der Dinge. Mehr als die Hälfte der Ereignisse beschäftigt sich hier einfach nur mit dem Alltagsleben von Grace, auch, wenn sie Tyler recht schnell kennenlernt. Mir hat das leider nicht so gut gefallen. Zwar waren die Beschreibungen schon gut, um sich ein besseres Bild von Grace und ihrem Leben machen zu können, aber für mich persönlich war das einfach zu viel des Guten. Seitenweise etwas über ihren Job oder ihren Freund zu erfahren, hat das Lesen für mich zu einer zähen Sache gemacht, da dies nur mal so als Beispiel zwei Dinge waren, die mich kaum interessiert haben. Ich wollte lesen, wie Tyler Wilkie ihr Leben auf den Kopf stellt und was sie dagegen tun wird – etwas, worauf man viel Geduld verwetten muss, denn lange heißt es nur: warten.

Warten, während Grace sich mit ihren Problem beschäftigt. Warten, während Grace sich Probleme bastelt, die gar nicht da sind und warten, warten, warten, während Grace dies und jenes tut und mir der Sinn nicht immer erklärlich war.

Wie bereits erwähnt lernt Grace Tyler innerhalb der ersten zwanzig Seiten kennen und sein Charakter taucht recht oft auf, aber mir fiel es eine ganze Weile schwer, mit etwas mehr unter seinem Charakter vorzustellen. Allgemein, habe ich immer eine gewisse Aufwärmphase gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, Zugang zu allen Figuren von Shelle Sumners zu gewinnen. Grace als Protagonistin war mir etwas zu steif und gradlinig in ihrem Denken. Sie ist ein Mensch, der gerne plant, organisiert und sich an feste Regeln im Leben hält, die nichts durcheinander bringen können. Tyler, der als Musiker ohne all das durch Leben geht, war da das genaue Gegenteil.

Das ist es auch, was später den Charme der Geschichte ausmachte, denn als die beiden anfangen mehr Zeit, zuerst als Freunde (später als mehr) zu verbringen, wird einem als Leser endlich das geboten, worauf man gewartet hat: eine lustige, charmante Geschichte, die vielleicht nicht den Titel „Lovestory des Jahres“ verdient hat, dennoch unterhält mit all den verrückten Dingen, die Liebe aus einem macht.

Was mir leider etwas negativ aufgefallen ist, ist das der Schreibstil der Autorin viel mehr auf Erzählung, als Dialoge baut und so gab es selbst in der zweiten Hälfte des Buches, die mir gut gefiel immer wieder diese Kommunikation Durchhänger, in denen weder Grace noch Tyler ihren Mund aufgemacht haben. In Dialogen liegt meines Empfindens nach der Schlüssel zu den Sympathien, die man als Leser aufbauen kann, denn nicht nur Handlung allein, sondern auch Worte zeigen, wie ein Charakter lebt und denkt und das ging hier oft unter. An einigen Stellen, hätte ich beide wirklich gerne in einen Raum gesperrt und gezwungen miteinander zu reden, denn dadurch entstehen einige Konflikte, die vermieden hätten werden können.

Das Konzept, das die Autorin sich hier ausgedacht hat ist keineswegs neu. Da es über den Zeitraum mehrerer Monate spielt, hat man als Leser übrigens noch öfter das Gefühl, das man wie auf heißen Kohlen sitzt, aber einfach nichts passieren will. Selbst einige gute Ansätze gingen in einer Art Drama unter, das mich nicht mehr sonderlich amüsieren konnte, sondern oftmals an eine schlechte Soap erinnerte.

Dabei hätte es doch so schön sein können, denn die Chemie zischen Grace und Tyler war ganz offensichtlich da. Tyler Wilkie verdankt das Buch nämlich nicht nur seinen Titel, sondern sicher auch den Fakt, das viele Leserinnen hier und da, dahingeschmolzen sind. Was ich nämlich wirklich mochte war, das Musik eine sehr große Rolle spielt und hier oft Textstellen aus Tylers Songs zitiert werden – das war genial! Sein Charakter ist es auch, der aktiv für die Beziehung kämpft, öfter mal durch deine Lebendigkeit und Lebensfreue überrascht und einfach mit seinen Träumen, Ängsten und Wünschen mitreißen kann!




Schade – der Titel weckt falsche Hoffnungen, die Geschichte baut mehr auf Erzählung, als auf den erwünschten Humor und Charme von Tyler. Eine nette Liebesgeschichte, die gut geschrieben ist, leider aber im Gesamtbild zu viele Längen hat und der es eindeutig an dem gewissen Extra fehlt.






Für dieses Rezensionsexemplar! :)

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