Montag, 8. Juli 2013

[BUCHREZENSION] Silber - Das erste Buch der Träume


Titel: -
OT: Silber
Autor/in: Kerstin Gier
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Das erste
Buch derTräume





Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 ihr erstes Buch veröffentlicht. Mit riesigem Erfolg: Ihre Romane wie die »Müttermafia« oder »Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner« sind längst Kult und auf allen Bestenlisten zu finden, genauso wie »Rubinrot«, »Saphirblau« und »Smaragdgrün«, die auch international zu Bestsellern wurden. Im März 2013 kam mit »Rubinrot« bereits die zweite Verfilmung eines ihrer Bücher mit Starbesetzung in die Kinos. »Silber - Das erste Buch der Träume« ist der Auftakt zu ihrer neuen phantastischen Trilogie. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln.




Deutsch
Gebunden/ 18,95€
Seiten: 416
Verlag: FJB



Englisch
Deutsche
Originalausgabe!





Toller Auftakt, typisch Gier - für
mich jedoch mit einigen Schwächen...


Kurzbeschreibung

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. 

Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …
Buchgestaltung
Ich glaube, ich muss nicht mehr erwähnen, wie WUNDERBAR, SUPERTOLL oder BEZAUBERND die Aufmachung des Buch rund um ist. Egal, wo man hinsieht, überall spiegeln sich Elemente der Geschichte wieder. Ob vorne, hinten oder unterm Schutzumschlag, die Gestaltung von Silber ist der Knüller des Jahres :P
Meinung

Sätze, die alle Blogger zu Beginn ihrer Rezension schreiben: 1) Ich bin ein großer Kerstin Gier Fan 2) Ich liebe ihre Edelstein-Trilogie 3) Das Erscheinen von Silber konnte ich kaum erwarten 4) Nachdem Lesen war ich a) geflasht oder b) etwas enttäuscht (Letztes Entscheidung, bleibt jedem selbst überlassen).

Ich hatte das UNGLAUBLICHE Glück (es noch mal zu erwähnen schadet sicher nicht :P) bei der Silber Lesenacht in Dormagen dabei sein zu dürfen. Zugegeben, meine Rezension hat etwas auf sich warten lassen, aber ich habe sehr lange mit mir gerungen, da die erste Flut an Meinungen so überschwänglich positiv war und ich eigentlich nicht gerne den Miesepeter bei so allseits beliebten Büchern spiele. Silber: Das erste Buch der Träume konnte mich fesseln, unterhalten und amüsieren. Gleichzeitig ließ es aber Fragezeichen wegen der Logik zurück, ging mir bei einigen Entwicklungen total gegen den Strich und wurde mir oft zu kitschig.

Liv Silber war wirklich eine Protagonistin, wie ich sie total gerne habe: Ein schlagfertiges, lustiges Mädchen mit eigener Stimme und dem Blick fürs Wesentliche. Vom Fleck weg war sie mir mega sympathisch, wobei ich besonders ihren Hang zum Drama mochte und auch ihre ausgefallenen Gedanken, so ziemlich alles betreffend. Liv hat nämlich teilweise eine etwas naive Art die Dinge zu sehen und das hat sie in Situationen gebracht, die zum brüllen komisch waren, besonders, wenn sie etwas hilflos da stand und nicht recht wusste, ob sie noch träumt oder nicht. Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war die Konstellation der Nebencharaktere. An Livs neuer Schule gibt es eine Gruppe von vier Jungs, die man die Stars sind und keine doofen Oberzicken. Dabei waren einige von ihnen leider totale Klischees, während es anderen an Tiefgang gemangelt hat. Trotzdem erfuhr man über die Figuren, auf die es ankam doch genug, um sie ins Herz zu schließen. Grayson z.B. mochte ich wirklich gerne und auch Henry konnte ich gegen Ende etwas abgewinnen. Dabei bleiben die heimlichen Stars des Buches dennoch die Mitglieder von Livs Familie: Ihre taffe Schwester, ihre neurotische Mutter oder die liebenswerte Nanny.

Der erste Teil des Buches, also Vorstellung und Einführung von Charakteren und der Handlung gefiel mir besser, als alles, was ab der Mitte folgte. Die Dialoge waren witzig im gewohnten Kerstin Gier Humor, die Kapitel abwechslungsreich und die Seiten flüssig geschrieben, sodass der Bann in den ich geriet nicht enden wollte. Besonders spannend fand ich dabei die ganze Idee um das Wandern durch Träume, weil dies nun einmal keine sehr ausgereizte Idee des Jugendbuch Genres ist. Mit dem Lesen kamen dann aber immer mehr Fragen, hauptsächlich Liv betreffend und ihrer Fähigkeit, die mich bis zum Schluss tierisch gewurmt haben. Das ist so einer der Punkte, die mich selbst jetzt noch einfach nicht loslassen: die Logik. Viele meinen natürlich, das der erste Teil einer Trilogie nicht alles erklären muss – richtig! - aber, was ist mit Details, die man wissen sollte, um den Verlauf der Geschichte verstehen zu können? Fragen wie: warum kann Liv durch Träume wandern, wieso ohne den Pullover oder wieso von jetzt auf gleich? - wurden meiner Meinung nach einfach nicht beantwortet und Antworten dazu kommen (wenn sie denn kommen) in einem zweiten Band einfach zu spät! Dabei waren die vielen phantastischen Elemente so wundervoll und lebendig beschrieben, das ich diese Tatsache gerne vergessen hätte, es aber einfach nicht konnte.

Der Plot liefert uns zunächst eine Menge an High School Gegebenheiten, die man auch aus anderen Büchern kennt, was aber nicht weiter ins Gewicht fiel, vor allem, weil die Autorin das Ganze mit witzigen Dialogen jedes Mal ordentlich aufgemischt hat. Nach etwas mehr als 100 Seiten kommt Livs Neugier in Spiel und sie deckt einige der Geheimnisse um die Gruppe der Jungs auf. Das war dann DIE Wende des Buches, die mir absolut missfallen ist. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, fand ich sie sogar etwas schwachsinnig. Das ausgerechnet diese Sache alles sein soll, worauf sich das Buch gestützt hat, war gar nicht nach meinem Geschmack. Dämonen hin oder her, die ganze Erklärung zum Träumen etc. erinnerte mich stark an einige Filme, deren Konzept ich schon seltsam dämlich fand...

ACHTUNG SPOILER!!!
(Zum Lesen markieren)


Es wird aufgedeckt, das die vier Jungs einen Pakt mit einem Dämon geschlossen haben und deshalb durch Träume wandern können. Das Ganze entstand dadurch, das jemand ein Buch des Bösen fand und den Spruch aufsagte bzw. das Ritual, das die vier dann an den Dämon band...hahahaaaaa...nicht mein Ding.


SPOILER ENDE!!!

Eben wegen dieser Wende, gefiel mir was die Handlung betraf der Rest dann leider nicht mehr so gut. Was das Ganze auch nicht besser machte, war die schnell voran schreitende Liebesgeschichte zwischen Liv und Junge X, die für meinen Geschmack einfach viel zu rasant von statten ging. Ein paar Mal im Traum geredet, ein bisschen Händchen gehalten und schon kam die Verliebtheit wie aus dem Nichts. Dabei war das Raten, wer denn nun der Love-Interest wird eigentlich ganz spannend!

Das Ende des Buches hatte auch keinen wirklichen Höhepunkt. Gemächlich plätschert alles vor sich hin, bis ein Schnittpunkt kommt und alles dann Schlag auf Schlag geht. Dabei kann ich nicht sagen, das Liv besonders klug gehandelt hat. Im Gegenteil, eigentlich war sie es, die sofort in die Gefahr gelaufen ist xD Einen kleinen Cliffhänger gibt es dann auch, wenn das Buch im Vergleich zu der Edelstein-Trilogie auch etwas abgeschlossener ist und das Warten nicht so schwer macht.

Noch etwas am Rande. Im Buch gibt es den Title Tattle Blog, der mir persönlich echt Schnuppe war! Im Stil von Gossip Girl wird man hier über den Tratsch und Klatsch auf dem Laufenden gehalten, der weder etwas mit der Story zu tun hat, noch dafür wichtig war. Eine witzige Idee war es trotzdem irgendwie.



Silber: Das erste Buch der Träume hat mir gut gefallen. Fans der Autorin kommen wohl nicht um die witzige und unterhaltsame Geschichte über Liv herum. Dennoch hat das Ganze für mich einen bitteren Beigeschmack, weiß ich doch: Kerstin Gier kann es besser. Vielleicht hat aber vieles auch einfach nur nicht meinen Geschmack getroffen, da andere es so offensichtlich lieben. Fakt ist jedenfalls: Größter Minuspunkt ist die meiner Meinung nach fehlende Logik an einigen Stellen.







Für die Chance auf das Buch & die Lesenacht! :)


Kommentare:

  1. Ich denke über das Buch genau das Gleiche, nur was den Tittle-Tattle-Blog angeht, den fand ich eigentlich ganz lustig, weil es den auch in Wirklichkeit gibt. Tolle Rezension!

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  2. Ich habe Sabrina das Buch vor ein paar Tagen geschenkt weil sie auch so ein riesen Kerstin Gier Fan ist. Ich selbst habe nur den ersten Teil der Edelsteintrilogie gelesen und fand ihn nicht so pralle muss ich sagen. Ich weiß auch nicht warum, aber ich kann den Hype darum nicht so verstehen. Aber ich werde es im Re-Read-Sommer auf jeden Fall nochmal lesen, und dann direkt die Folgebände hinterher schieben. Vielleicht bin ich dann ja so davon begeistert, dass ich "Silber" auch unbedingt lesen möchte.
    Tolle Rezension, habe ich mal erwähnt dass ich deinen Schreibstil total mag? *-*
    Alles Liebe
    Creamcup ♥

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  3. Ah, ich hab schon so lange auf eine etwas kritischere Rezension gewartet! Danke!

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  4. Ich habe dich getaggt :)
    http://ninasbuecher.blogspot.de/2013/07/tag.html

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  5. Hallo Tanja,

    bisher bin ich immer nur an deinem Blog vorbei spaziert oder hab nur kurz rein gelesen. Da du aber für deine kritischen Rezensionen bekannt bist, wollte ich jetzt doch genauer hinschauen. xD

    Ich finde deine Kritikpunkte durchaus berechtigt und muss sagen, dass ich so in Kerstin Gier's Humor gefangen war, dass mir das gar nicht so aufgefallen ist. :D Das mit dem Pullover fand ich aber schon logisch. :D Irgendwie zumindest xD

    Ich bin zwar nicht ganz deiner Meinung, aber deine Rezi mag ich trotzdem total. :O hahaha...

    Ich guck dann wohl jetzt öfter vorbei! :)

    LG Becci

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  6. Tanja, du sprichst mir mal wieder aus der Seele. Mir ging es sehr ähnlich mit "Silber". Einerseits typisch Kerstin Gier, fesseln und flüssig zu lesen. Andererseits viel zu wenig Antworten und der "Höhepunkt" zum Ende kam wirklich völlig aus dem Nichts.

    Nur die Liebesgeschichte hat mir etwas besser gefallen. Ich finds eine coole Idee, sich in Träumen kennen zu lernen und sich dann erst in der Realität näher zu kommen. Hat was von Onlinedating ;D

    Liebe Grüße!

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  7. Hihi,

    Ich habe der ersten Flut an euphorischen Meinungen (zumindest die unbegründeten mit: Das Buch ist super, weils super ist) nicht so ganz getraut. Und jetzt kommt eine schöne, kritische Meinung, die sowohl Stärken als auch Schwächen aufzeigt, dass man sich ein gutes Bild machen kann. Ich habe mir schon überlegt, ob ich das Buch sofort auf meinen SuB legen sollte, in der Hardcover-Version, weil es ja das Buch des Jahrhunderts sein sollte. Aber jetzt glaube ich, werde ich es zwar lesen, aber dann, wenn der Preis nicht mehr gar so hoch ist ;-)

    Liebe Grüße

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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