Freitag, 23. August 2013

[BUCHREZENSION] Du.Wirst.Vergessen.


Titel: Du.Wirst.Vergessen.
OT: The Program
Autor/in: Suzanne Young
Genre: YA, Contemporary, Thriller
Buchreihe: The Program #1






Suzanne Young ist eine amerikanische Schriftstellerin. Nach ihrem Abschluss in Creative Writing gab sie als Lehrerin mehrere Jahre lang Sprachunterricht. Suzanne lebt momentan in Tempe, Arizona, wo sie Ideen für neue Romane auf Restaurantservietten kritzelt, während sie Burritos isst.




Deutsch
Broschiert/ 14,00€
Seiten: 448
Verlag: Blanvalet


Englisch
Gebunden/ 11,90€
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 416
Verlag: Simon Pulse







Spannende Geschichte, mit viel emotionalen Tiefgang...


Kurzbeschreibung

Nur das »Programm« kann der grassierenden Selbstmord-Epidemie unter Jugendlichen noch Einhalt gebieten. Für besorgte Eltern bedeutet es Hoffnung, für die Jugendlichen das Ende. Denn jeder, der zurückkehrt, ist ohne Erinnerung – und ohne Emotionen. Niemals würde Sloane es wagen, öffentlich Gefühle zu zeigen. Nur bei ihrem Freund James kann sie sie selbst sein. Seine Liebe ist ihre einzige Stütze in einer gefühlskalten Welt. Aber dann bricht James plötzlich zusammen! Als das »Programm« ihn holt, weiß Sloane, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie muss um James‘ Liebe kämpfen – und um ihrer beider Erinnerungen …
Buchgestaltung
Wenn ich mich für eines der Cover entscheiden müsste, würde ich meinen Punkt der deutschen Aufmachung geben. Ich finde diese hat etwas ziemlich Energisches und Ausdrucksstarkes an sich. Das Mädchengesicht spiegelt gut Sloanes Wut wieder und der Titel gefällt mir ebenfalls sehr viel besser. Bei dem englischen wüsste ich nicht wirklich, wer denn da neben Sloane steht. Realm oder doch James?! The Program ist auch nicht gerade einfallsreich, wenn es um „Das Programm“ geht xD
Meinung

Du.Wirst.Vergessen. - Ist ein Roman, der mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Wie meine Meinung zum Buch, lässt sich auch die Geschichte für mich praktisch in zwei Teile spalten. Der Anfang des Buches hat mir unheimlich gut gefallen! Dies ist nicht das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und ich finde ihren Schreibstil ganz wunderbar einfühlsam! Das ist meiner Meinung nach auch eine der größten Stärken des Romans: Die Gefühle der Charaktere sind greifbar und nachvollziehbar.

Sloane war ein Charakter mit dem ich schnell und gerne klargekommen bin. Ich mochte sie sehr. Ihre Art und Weise in der etwas verquerten Welt klarzukommen hat sie mir sympathisch gemacht. Sofort habe ich sie als eine Figur empfunden, die viele Ecken und Kanten hat, auch, wenn sie zu Beginn ein klein wenig naiv gehandelt hat. Ich fand die vielen Beschreibungen von ihrer Beziehung zu James echt toll! Das hat beiden viel Tiefgang verliehen, was besonders gut war, da James im Roman doch überraschenderweise eine eher kleine Rolle spielt und nicht oft aktiv an der Geschichte teil hat. Jedes Mal, wenn ich in die gemeinsame Vergangenheit der beiden geworfen wurde, überkam mich etwas sehr Wehmütiges, weil die Autorin sehr realistisch schildert, wie sehr die beiden sich lieben. Dieses Gefühl wurde auch nie dazu benutzt Kitsch oder Klischees in die Handlung zu schreiben, was ich als sehr erfrischend empfunden habe.

Ich muss sagen, das bis circa Seite 100 nicht wirklich viel passiert. Man wird in Handlung und Geschehen eingeführt, aber trotzdem hatte der Roman eine sehr fesselnde Atmosphäre, die mich in seinen Bann gezogen hat. Das lag an dem sehr melancholischen und bedrückendem Thema, das der Idee zugrunde liegt: Eine Selbstmord-Epidemie! Das ganze Konzept im Buch ist sehr interessant gestaltet. Leider gibt es eine ganze Weile kaum Informationen zum „Programm“ und auch im späteren Verlauf der Geschichte wird mehr Wert auf andere Dinge gelegt, als ein paar grundlegende Dinge zu erklären. Das war so einer der Punkte, die mich zwar nicht unbedingt gestört haben beim Lesen, aber die mir doch im Gesamtbild gefehlt haben. Es werden viele Theorien und Ereignisse angerissen, aber nie genau erklärt, warum denn nun die Selbstmord-Epidemie vorherrscht oder wie exakt es dazu kam.

Dabei darf man sich das Buch keinesfalls als futuristisches Jugendbuch vorstellen oder gar Fantasy. Ich finde der Roman fällt mehr in die Kategorie „Thriller“ da hier viel Spannung in Form von inneren Konflikten und Rätseln auftaucht. Im Prinzip gleicht das Setting unserer Welt, bis auf die genannte Krankheit und das „Programm“ welches sich um gefährdete Jugendliche kümmert. Die erste packende Wende bekommt der Plot, als Sloans Freund James eingeliefert wird und kurz darauf auch sie selbst. Kaum in der Anstalt gibt es viele Dinge, die dem Leser nicht verborgen bleiben und die er im Gegensatz zu Sloane sofort begreift. Dennoch geschehen dort enorme Grausamkeiten, die besonders durch Sloanes Hilflosigkeit aufs Gemüt drücken und zum mitfiebern anregen!

Man steht vor unzähligen Fragen und muss mitansehen, wie Sloane durch die Mangel genommen, belästigt und unter Drogen gesetzt wird. Das wirklich Schlimme war einfach, das alles hier einem Teufelskreis gleicht, aus dem es kein Entkommen gab und das machte die Verzweiflung der Charaktere sehr authentisch. Die Handlung nimmt viel an Fahrt auf, als ein neuer Charakter auf die Bildfläche tritt: Realm. Er ist nicht so schnell zu durchschauen und sorgt für viele, gute Wendepunkte im Buch. Was ich super fand war, die Entwicklung die Sloane dank ihm durchmacht. Durch die Freundschaft zu ihm wird sie wieder stärker und endlich aktiver.

Im Programm werden den Jugendlichen nämlich sämtliche Erinnerungen genommen, die an Personen erinnern, die sie verloren haben. Das macht diese aber mehr und mehr zu emotionslosen Robotern und Sloane möchte auf keinen Fall ihre Liebe zu James vergessen. Doch leider gibt es dafür kaum Hoffnung...die Autorin hat hier sehr einfühlsam geschildert, welche Macht Gefühle haben können.

Im zweiten Teil des Buches geht es viel um das Leben im Programm und das fand ich ehrlich gesagt weniger fesselnd als die Parts davor. Nach einer Weile pendelt sich eine gewisse Routine ein: Therapie, Tabletten, Aufenthaltsraum und das wurde mir schnell zu eintönig. Gegen Ende bekommt der Roman aber wieder neuen Schwung, weil ein paar Wendungen folgen, die Sloane schocken und aus ihrem komartigen Zustand reißen. Auch die Nebenfiguren rückten ein klein wenig mehr in den Vordergrund und das Buch endet sehr zufriedenstellend. Ich bin auch eigentlich der Meinung, das ein Folgeband nicht unbedingt notwendig ist ;) Trotzdem bin ich sehr gespannt womit und vor allem mit wem es weitergeht :)



Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, aber es gab auch eine Durchhänger in der Geschichte, die besonders im zweiten Teil etwas zu zäh wurden. Die Atmosphäre, die Charaktere und auch die Idee konnten mich dafür voll und ganz überzeugen. Mehr Info-Dumping und ein bisschen Action hätte der Geschichte dennoch gut getan.






Für dieses Rezensionsexemplar! :)


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