Freitag, 2. August 2013

[BUCHREZENSION] Grisha: Eisige Wellen


Titel: Grisha: Eisige Wellen
OT: Siege and Storm
Autor/in: Leigh Bardugo
Genre: YA, High Fantasy
Buchreihe: Grisha #2








Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. Ihre Grischa-Trilogie schaffte es sofort auf die Bestsellerlisten und wurde in fünfzehn Länder verkauft.



Deutsch
Gebunden/ 18,90€
Seiten: 384
Verlag: Carlsen


Englisch
Gebunden/ 13,30€
Taschenbuch/ 9,50€
Seiten: 386
Verlag: Indigo





Wunderbare Fortsetzung! :)



Kurzbeschreibung

Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.
Buchgestaltung
Hier gilt dasselbe wie Band eins: Die englische Aufmachung sieht einfach toll aus, aber die deutsche übertrifft sie für meinen Geschmack bei Weitem. Ich liebe die deutschen Cover einfach total! Ich finde es einfach genial, wie sie Bezug zum Buch nehmen und trotz Mädchengesicht durch die „Drucktechnik“ aussehen wie ein Kunstwerk. Eisige Wellen passt auch bestens, weil Alina eine Reise über wilde Meere antritt und das Abenteuer dort viele Wendepunkte nimmt. Der blaue Drache hat auch eine ganz besondere Bedeutung, genau wie der Hirsch bei Band eins. Unter dem Schutzumschlag findet sich ein richtiges, kleines Gemälde! Von Innen hat das Buch wieder schön detaillierte Motive vor jedem Kapitelanfang, eine gezeichnete Karte von Rawka und mehr, plus das Glossar im Anhang. Das typische Carlsen Lesebändchen fehlt hier auch nicht und ist blau, passend zur Gestaltung. Einfach Top! :D
Meinung

Mir gefiel der zweite Band der Grisha Reihe deutlich besser, als der Erste. Weshalb so viele Fortsetzungen mehr überzeugen können, als das Debüt? Ich schätze, das liegt besonders daran, das man sich als Leser nicht mehr durch irgendwelches Info-Dumping quälen muss, man die Charaktere schon ein wenig kennt und damit viel Raum für tolle, neue Entwicklungen sind. Das war zumindest bei Grisha: Eisige Wellen der Fall. Ich mochte die Art und Weise, die Leigh Bardugo ihre Geschichten beginnt schon bei Band eins. Der Prolog hatte auch hier wieder etwas sehr wehmütiges und ich finde den Schreibstil der Autorin wirklich schön. Sie kann besonders, was Gefühle und Eindrücke angeht, einfach wundervoll schreiben! Alina und ihr Freund Maljen befinden sich auf einem Schiff, dass sie weit von von ihrem alten Leben bringen soll und so erkundet man mit beiden neue Gewässer der Grisha-Welt. Was mir direkt zu Beginn besonders gefiel war, das hier sofort etwas los ist. Die Schiffsfahrt ist nämlich alles andere als ruhig. Nach weniger als zwanzig Seiten stehen die Charaktere schon vor dem ersten Verrat und es gibt einige Kampfszenen. Was mich auch verwundert hat, war das der blaue Drache so rasch auftaucht und ich war demnach sehr gespannt auf alles, was folgen sollte!

Ein Riesenpluspunkt sind hier definitiv die neu eingeführten Charaktere, darunter vor allem Sturmhond, dessen Identität für viel Furore gesorgt hat. Ich finde wirklich so ein Charakter hat der Reihe noch gefehlt. Er ist ein eingebildeter, selbstgefälliger, aber humorvoller und loyaler Mensch, der mit seinem Charme Alinas Leben ganz schön aufmischt. Seine spätere Beteiligung an der Gesamthandlung hat mir wirklich gut gefallen, denn die Autorin lässt durchblicken, das hinter seinen Motiven mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Alina ist auch nicht davor sicher, das er ihr Avancen macht, was Maljen etwas in Bedrängung bringt. Ich muss leider sagen, das ich seinen Charakter noch immer nicht besser kennen gelernt habe. Ich hatte einfach das Gefühl, er kann nur glücklich sein, wenn Alina es nicht ist. Er hat sich oftmals nicht wie ihr (bester) Freund aufgeführt, sondern wie ein egoistischer Mann, dem das Wohlergehen von ganz Rawka egal ist. Das stand im starken Kontrast zu seinem Verhalten aus Band eins und hat mich etwas verwirrt. Maljen ist nicht besonders leicht zu durchschauen, weil ihm einfach der nötige Tiefgang fehlt!

Mit Alina hingegen, konnte ich auch hier wieder sympathisieren. Sie hat durch das erlebte schlimme Ablträume und kämpft mit ihrem eigenen Gefühlsleben, sowie dem Durck, der auf ihr als Sonnekriegerin lastet. Ihre Konflikte wurden sehr ausführlich und nachvollziehbar behandelt, sodass man nie aus den Augen verloren hat, was sie durchgemacht hat und warum ihr manche Entscheidungen so schwer fielen. Ziemlich gelungen war ihre Entwicklung, denn Alina wird in diesem Teil viel aktiver und beginnt zu begreifen, das sie numal eine Rolle spielen muss, ob sie das will oder nicht. Mit dieser neuen Akzeptanz geht dann ein anderes Verhalten einher.

Wir werden hier in Gebiete aus der Grisha-Welt entführt, die man zuvor noch nicht kannte. Was mich persönlich auf ganzer Linie überzeugen konnte war, das man hier mehr Einblicke in das ganze System bekommt. Es folgen viele Erklärungen zu mächtigen Persönlichkeiten, den Beziehungen derer untereinander und auch der Kampf gegen den Dunklen zieht weite Kreise. Es werden Allianzen geschlossen und sich auf einen Krieg vorbereitet, daher denke ich, das in Band drei eine Menge auf uns warten wird! Allgemein war Eisige Wellen im Vergleich zum Vorgänger mehr auf den High Fantasy Aspekt ausgelegt. Es gibt weniger Spannung und mehr Strategie, es wird eher alles gründlich durchdacht, als das man sich ins Gefecht stürzt. Viele Auseinandersetzungen finden auf einer ruhigeren Ebene statt, was aber zur Handlung des Buches besser gepasst hat, als irgendwelche epischen Schlachten.

Natürlich gibt es davon trotzdem etwas. Die Gefahr, die vom Dunklen ausgeht ist ständig in Reichweite und seine Person hat viele Auftritte im Roman. Er hat aber einiges an Macht einbüßen müssen und versucht eher den Weg über Nebencharaktere, um an Alina ranzukommen. So gibt es hier jede Menge Verrate, einige Menschen spielen ein falsches Spiel und viele wechseln die Seiten. Was ich dabei ebenfalls positiv anrechnen muss ist, dass die Schwarz-Weiß-Malerei hier kaum noch vorhanden ist. Vielmehr wird einem klar, das es immer zwei Seiten einer Medaille gibt – das bekommt Alina am eigenen Leib zu spüren, denn die Kräftemehrer zeigen ihr, was sie besitzt: Macht. Und die ist bekanntlich sehr verführerisch...

Die Liebesgeschichte ist nur Nebensache. Es gibt auch in diesem Bereich einige Streitereien und süße Momente, aber meistens gehen diese neben den übrigen Plotwendungen etwas unter. Mich hat das nicht weiter gestört, zumal ich so etwas als wesentlich angenehmer empfinde, als, wenn es anders herum ist!

Allgemein muss ich jedoch sagen, dass das Potenzial der Reihe noch nicht ganz ausgeschöpft ist. Leigh Bardugo hat eine tolle Welt geschaffen, wie es sie noch nicht gab. Sie hat Talent und erschafft eine mitreißende Atmosphäre. Dennoch ist der Roman wie sein Vorgänger nicht perfekt. Viele Stellen ziehen sich etwas in die Länge und manchmal hätte ein wenig mehr Aktivität von Alinas Seite aus nicht geschadet. Besonders gegen Ende, als eine Wende der Geschichte eine andere Richtung gibt, hätte ich mir gewünscht, das sie mehr am Geschehen teilnimmt.



Wer Band eins mochte, wird hier angenehm überrascht werden. Eine stärkere Protagonistin, mehr gut platzierte Informationen und der Zauber der Grisha-Welt schlagen den Leser schnell in seinen Bann. Eisige Wellen ist eine würdige Fortsetzung, die mehr Tiefgang und Plot aufweist, als der Vorgänger. Interessante Nebencharaktere machen die Handlung spaßig und die Autorin hält wieder jeder Menge fantastische Ideen für uns bereit. Trotz kleiner Schwächen wirklich lesenswert – ich bin sehr gespannt auf das Finale in Band drei! :)






Für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele - hier sind wir uns wohl komplett einig :-)
    Freu mich schon auf die letzte 'Sage' und einen gigantischen Abschluss <3

    Glg
    Steffi

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  2. Band 1 ist grad im Original auf dem Weg zu mir und ich hoffe, es kann mich so begeistern wie dich dieser zweite Band ^-^

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