Sonntag, 1. September 2013

[BUCHREZENSION] So wie Kupfer und Gold


Titel: So wie Kupfer und Gold
OT: Strands of Bronze and Gold
Autor/in: Jane Nickerson
Genre: YA, History, Fantasy
Buchreihe: Bronze & Gold #1





ACHTUNG: Erscheint erst am 23. September!




Jane Nickerson hat mit ihrer Familie viele Jahre lang in einem großen alten Haus in Aberdeen im Bundesstaat Mississippi gelebt, wo sie als Kinderbibliothekarin arbeitete. Ihre Liebe galt immer den Südstaaten, „den alten Zeiten“, Schauergeschichten, Häusern, Kindern, dem Schreiben und interessanten Bösewichten. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann in Ontario, Kanada. "So wie Kupfer und Gold" ist ihr großartiges Debüt.




Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 448
Verlag: cbt


Englisch
Gebunden/ 12,40€
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 352
Verlag: Knopf Books






Langweilige und viel zu zähe Märchennacherzählung...


Kurzbeschreibung


Boston, 1855. Sophia ist 17, als sie nach dem Tod ihres Vaters als Waise dasteht. Da erhält sie einen Brief von ihrem Paten Bernard de Cressac, der sie auf seine Plantage in Mississippi einlädt. In Wyndriven Abbey angekommen, zieht der attraktive Gentleman und sein luxuriöser Lebensstil die junge Frau in seinen Bann. Doch je näher sich die beiden kommen, desto mehr spürt Sophia, dass Bernard eine dunkle Seite hat. Als ihr schließlich immer wieder junge, schöne Frauen mit rotem Haar erscheinen – die ihr selbst sehr ähnlich sehen-, wird Sophia misstrauisch. Sie erfährt, dass Cressac bereits mehrfach verheiratet war und alle Ehefrauen unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen ... Ist Sophia die Nächste? Oder kann sie das Netz, das Cressac um sie gesponnen hat, rechtzeitig zerreißen?
Buchgestaltung
Ich mag die Aufmachung eigentlich. Das Motiv sieht hübsch aus und der Titel ist ganz treffend. Da an der deutschen Gestaltung nichts verändert wurde, gilt das für beides. Den Preis für die innovativste Gestaltung bekommt das Cover trotzdem nicht :P
Meinung

Langweilig. Ich finde, wenn ich ein Wort nennen dürfte, welches dieses Buch beschreibt, dann LANGWEILIG. So wie Bronze und Gold soll der Autorin nach eine Neuerzählung von Blaubart sein. Das ist vielleicht eines der Märchen, die nicht so viele kennen, aber trotzdem weiß man in etwa, was einen erwartet. Das der eigentlich Märchen – bzw. Fantasyaspekt auf zehn Seiten am Ende abgehandelt wird, lassen wir vorerst außer Acht. Ich weiß gar nicht so genau, was ich von der Geschichte erwartet habe, aber das, was ich bekommen habe sicher nicht. Vielleicht etwas Historisches? Magie? Sympathische Charaktere? Das Lesen war anstrengend und zäh.

Hier mal im Überblick, was mir nicht gefallen hat:

Das Setting

Man müsste doch meinen, dass ein Buch, welches in einer älteren Zeit spielt, viel Charme zu bieten hat, aber hier kamen einfach nur Klischees zum Einsatz. Ich hatte wirklich nicht das Gefühl, die Autorin habe irgendeine Recherche betrieben, um ihren Handlungsorten etwas mehr der damaligen Zeit zu verleihen. Bis auf die hin und wieder schwülstige Ausdrucksweise und die beschriebenen Kleider, hatte ich nämlich nicht wirklich das Gefühl, hier würde sich viel von unserer Gegenwart unterscheiden. Es wurde an Details gespart, wenn es nicht gerade um Prinzessin Sophias Aufmachung ging und ich glaube kaum, das sich die Hälfte der Leute damals auch nur annähernd herausgenommen hätten, was sie so tut.

Die Charaktere

Sophia wird nachdem Tod ihres Vaters zu ihrem Onkel geschickt. Das ist schön und gut, aber ich habe den Sinn dahinter nicht ganz verstanden. Offenbar hat sie nämlich eine Familie, darunter ihre Mutter und Geschwister, die später auch mal zu Besuch kommen und sich um sie sorgen. Warum sollte man also nur sie zu ihrem Onkel schicken? Bingo! Man will die Gute mit dem alten Mann verheiraten, aber natürlich hat das NIEMAND kommen sehen. Sophia ist eine verwöhnte, egoistische Person, deren Charakter ich kaum ertragen konnte. Das Schlimme ist, dass die Autorin sich sehr bemüht Sophia als nett und unschuldig darzustellen, dabei hat sie es in Wahrheit faustdick hinter den Ohren. Es gab viele Szenen, in denen sie gehässig war oder dafür gesorgt hat, das Angestellte wirklich in Schwierigkeiten geraten. Hätte sie etwas besser nachgedacht, dann hätte sie sich und anderen viel Ärger ersparen können. Was ich furchtbar fand war, das sie von Anfang an von dem ganzen Reichtum eingelullt wird und es auch noch gut so findet. Sicher, jemand aus ärmeren Verhältnissen wird erst mal überwältigt sein ein neues, tolles Leben voller Geld zu haben, aber Sophia war schlicht hin und weg. Sie hat keine Probleme damit irgendetwas sofort anzunehmen und genießt ihre neue Rolle als Liebling. Die ersten 100 Seiten beschäftigten sich nur damit, wie sie in ihren Besitztümern schwimmt und über die Details ihrer Kleider/ihres Schmucks berichtet wird. Natürlich fällt nebenbei noch, wie hübsch sie ist und zauberhaft und wunderbar und und und...

Sophia war für mich auch leider ein Charakter der Null Tiefe hatte. Weder der Tod ihres Vaters, noch die Abwesenheit ihrer Familie machen ihr zu schaffen, sie hat keine inneren Konflikte, so wie jeder normale Mensch, der versucht herauszufinden wer er ist und wohin er will und war daher so interessant wie die Wandfarbe in der Villa. Besonders schlimm fand ich, das man sie über ihr Aussehen und Benehmen definieren wollte, weil Schönheit erstens im Auge des Betrachters liegt und zweitens schöne Menschen nicht gut sein müssen. Dazu kommt, das Sophia den lieben, langen Tag kaum etwas mit sich anzufangen weiß und daher den Angestellten hinterher stalkt oder deren Leben analysiert und sich dort einmischt. Bravo!

Die Nebenfiguren sind auch nicht das gelbe vom Ei. Es gibt sie wie Sand am Meer und jeder bekommt einen Stempel aufgedrückt: Zofe, Butler, Stallbrusche – mehr als ihr Job steckte nicht hinter diesen Leuten, was wirklich schade war, hatten einige doch das Zeug zu mehr, wie z.B. der Love-Interest. Mehr dazu gleich.

Ihr Onkel wurde auf Eigenschaften wie missmutig, schlecht gelaunt und einflussreich reduziert und nimmt damit auch seinen Platz in der Story ein, die kaum mehr mag, als ein oberflächliches Gebilde abzugeben, das leicht zu durchschauen ist.

Der Plot & die Nacherzählung

Wie kurz erwähnt passiert die ersten 100 Seiten leider recht wenig. Sophia kommt in der Villa an, lebt sich ein, geht mit dem Onkel shoppen. Da dieser sie im Haus gefangen hält bzw. ihr nicht erlaubt das Grundstück zu verlassen, ist sie ziemlich eingeschränkt. Sie nutzt die Gelegenheiten Freundschaften oder Beziehungen aufzubauen auch nicht, weshalb man gut behaupten kann, das sich hier wohl fast jeder Leser langweilen würde. Sicher benötigt jedes Buch eine Art Einführungsphase, aber bitte keine 100 Seiten lang. Anschließend muss man sich mit Sophias Eskapaden herumschlagen, ihr Gezicke ertragen oder eben ihre uninteressante Persönlichkeit dabei beobachten wie sie Tee trinkt oder zu Abend isst. Von der Ähnlichkeit zum Märchen keine Spur, bis eine der Angestellten Sophia die Geschichten der toten Ehefrau des Onkels auftischt. Eine wundersamer als die andere. Das da nicht der Groschen sofort gefallen ist...nun ja...was soll man machen, wenn das Mädchen so hohl wie Pappe ist? Die Geschichte plätschert immer zäh werdender vor sich her. Am Ende gibt es dann ein überspitz dramatisches Finale auf nicht mal zehn Seiten. Dort wird alles abgehandelt, was der Autorin zum Thema „Blaubart“ einfällt und es wirkt so unglaubwürdig, wie es in dieser Rezension klingt. Spannung bleibt aus. Allgemein war das Ende für mein Empfinden sehr unlogisch aufgebaut und fand keinen richtigen Abschluss, weil man nicht einmal weiß, wie genau Sophia danach weiter macht bzw. ob sie in der Villa bleibt, ihr Erbe behält usw.

Die Liebesgeschichte

Vorhanden. Mehr kann man dazu kaum sagen. Schnell und fix wird sich hier verliebt, die Welt dreht sich nur noch um diese eine gewisse Person, aber es werden kaum mehr als Briefchen ausgetauscht und zum Schluss doch noch angekündigt, man wolle für immer zusammen sein. Sicher. Wer braucht schon Gemeinsamkeiten?

Was sonst noch?

Ihr fragt euch jetzt sicher, ob es auch etwas gab, das ich mochte. Der Schreibstil ist durchaus angenehm zu lesen. Ganz typisch Jugendbuch, flüssig und einfach. Der Grund warum ich weiter gelesen habe ist wirklich das Ende. Ich habe mir eben erhofft, die Geschichte würde doch noch ihr Potenzial zeigen.



Keine Märchennacherzählung, sondern ein zähes Buch voller langweiliger Beschreibungen wartet hier auf den Leser. Unsympathische oder flache Charaktere und fehlende Spannung regen nicht wirklich zum Lesen an. Keine Empfehlung von mir. Das Buch hat nicht meinen Geschmack getroffen.






Trotzdem vielen Dank an Amazon Vine 
und den Verlag für das Leseexemplar! 


Kommentare:

  1. Hm...ich habe das Buch für mich mittlerweile gestrichen. Als ich Neuerscheinungen stöbern war, habe ich schon ein paar Vine-Rezensionen gelesen und bei goodreads sind die Meinungen zum Original auch eher durchwachsen.

    Deine Rezension bestätigt das jetzt auch noch mal. Ne, ich lass es sein. "Vorhandene" Liebesgeschichten - wenn ich das schon lese, weiß ich, ich würde mich zu sehr drüber aufregen...

    LG

    AntwortenLöschen
  2. Danke für die Rezension =)
    Das Buch wäre ohnehin eher nichts für mich gewesen ;)

    AntwortenLöschen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D