Mittwoch, 16. Oktober 2013

[BUCHREZENSION] Vollendet: Der Aufstand


Titel: Der Aufstand
OT: Unwholly
Autor/in: Neal Shusterman
Genre: YA, Dystopie
Buchreihe: Vollendet #2





Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kaliforniern Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme.



Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 544
Verlag: Sauerländer


Englisch
Gebunden/ 13€
Taschenbuch/ 7,80€
Seiten: 402
Verlag: Simon & Schuster





Würdige Fortsetzung, trotz langem Einstieg.


Kurzbeschreibung

Du hast geglaubt, es ist vorbei?

Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen. Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein. Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen. Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.
Buchgestaltung
Leider wurde an der deutschen Gestaltung zu Band eins nicht viel verändert. Da mir das trotzdem besser gefällt als die unzusammenhängenden Cover der englischen Originale, finde es es OK, dass der Verlag hier nichts Neues gemacht hat. Trotzdem hätte man bei dem Potenzial, was das Buch bietet so viel daraus machen können. Der Titel Unwholly sowie der Aufstand umfasst nicht mal annähernd das große Ganze des Inhalts. Insgesamt bin ich also doch enttäuscht von der Aufmachung.
Meinung

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks die Chance hatte das Buch zu lesen, denn Vollendet gehörte letztes Jahr zu meinen Highlights und es war ein Roman, den ich so schnell nicht mehr vergessen konnte. Allgemein ist die ganze Thematik nichts für schwache Nerven und atmosphärisch zu gut erzählt und dargestellt, das hier sicher auch Erwachsene ihre Freude dran haben werden. Etwas, dass mich leider zu Beginn sehr gestört hat war, das es nicht mit Connor, Risa und Lev weiter geht, sondern der Leser erst mal drei neue Charaktere kennenlernen „muss“ - Da gäbe es Cam, ein Junge, der aus verschiedenen „Teilen“ zusammengebaut wurde, Miracolina, die wie Lev ein Zehntopfer ist und davon überzeugt wie sonst nichts und Starkey, ein gestorchtes Kind, welches den anderen Charaktere viele Probleme bereitet.

Das Buch bringt uns die oben genannten Charaktere eine ganz Zeit lang näher. Es wird beschrieben, wo die drei herkommen, was sie denken, welche Charakterzüge sie haben, wodurch die Figuren sehr nachvollziehbar und greifbar wurden. Dennoch hatte ich das Gefühl, der Autor würde hier ein altes Süppchen etwas aufkochen. Das Gefühl blieb so lange bestehen, bis die alten und sympathischen Charaktere in verschiedenen Handlungssträngen die Wege der neuen kreuzen und man wieder das Gesamtbild besser erkennen kann. Zu Beginn ist nämlich nicht ganz ersichtlich, warum der Autor so viel Zeit darauf verwettet uns neue Charaktere vorzustellen.

Die Probleme steigern sich von Kapitel zu Kapitel wodruch das Buch wieder sehr spannend und fesselnd ist und man liest, bis einem die Augen zufallen. Während Connor im Camp den Anführer macht, hat Risa innere Konflikte, weil sie im Rollstuhl sitzt und die Beziehung der beiden hat ordentlich unter den Aspekten zu leiden. Lev ist abseits von alldem und schließt sich einer Gruppe von Leuten an, die ihn als den Klatscher sehr bewundern und wollen, das er eine Bewegung unterstützt.

Der Roman ist ziemlich komplex, denn der Autor hat an vielen Stellen, unheimlich viel Input weitergeführt. Dabei kann man trotzdem immer alles gut mitverfolgen, ohne, dass einem der Kopf schwirrt. Das Gerüst wird immer durchschaubarer und die Motive der unterschiedlichen Parteien strukturierter. Heftig, was die Regierung in Vollendet: Der Aufstand sich noch so alles einfallen lässt, um Kindern Organe zu stehlen. Wieder spielt Gesellschaftskritik eine Rolle und moralische Botschaften finden sich an jeder Ecke. Es ist einfach Wahnsinn, wie der Autor den Leser immer wieder zum Nachdenken anregt und man sich das Buch und seine Charaktere tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf schlagen kann, so einnehmend ist alles.

Connor, Risa und Lev bleiben ihren Charakterzügen treu. Sie treffen hier viee falsche Entscheidungen und man spürt deutlicher, dass Überleben manchmal auch Egoismus oder eben das genaue Gegenteil heißt. Ich habe nicht immer gut gefunden, was die drei in diesem Buch getan oder gesagt haben, aber eben das ist auch eine Stärke des Autors. Die Charaktere sind facettenreich, authentisch und echt. Sie leben, begehen Fehler, lieben und hassen und unter den Umständen des Romans ist das eben mal intensiver und grausiger als alles, was man sonst so ließt.

Natürlich gehen einem Personen wie Starkey gehörig auf den Wecker, aber der Autor hat sich hier einiges zusammen gesponnen, was viele Höhepunkte ergeben hat, bei denen eben nicht jede gleich gut abschneidet. Die Verstrickung der Handlungsstränge, die abwechselnd unterschiedlichen Erzählstimmen folgen fand ich immer sehr beeindruckend. Da der Schreibstil wie in Band eins knapp und treffend ist, hat man keine Probleme den Überblick zu behalten.

Obwohl hier Gefühle wie Liebe und Freundschaft, besonders Loyalität im Vordergrund stehen, so wird es nie zu gefühlsduselig. Neal Schusterman versteht es blendend, das Innenleben seiner Figuren darzustellen, ohne zu übertreiben. Winzige zarte Bande zwischen Charakteren runden das ganze ab und für meinen Geschmack könnte es davon in Zukunft ruhig eine Prise mehr geben.

Was mir am Buch nicht sonderlich gut gefallen hat, waren die vielen Kapitel aus der Sicht von Nebenfiguren, die mir mit ihrer Art und Weise einfach nicht gefallen haben. Besonders die ganzen Abenteuer, die Lev durchmacht waren für mich persönlich uninteressant und etwas zu sehr in die Länge gezogen. Was ich zudem schade fand war, das manche Erklärungen Risa bezüglich so kurz ausfielen, das ich ihre Handlungen öfters mal verfluchen musste, da ich diese nicht verstand.



Ich kann nicht sagen, dass ich diesen Teil so gut fand wie Band eins, aber dennoch ist der Aufstand ein würdiger Nachfolger, der mich packen konnte, auch, wenn der Anfang etwas holprig verlief. Die Reihe ist lohnenswert, da sie eine innovative Idee mit Elementen aus Thriller und Fantasy vereint und Schocker nie ausbleiben.







Für das Buch und die tolle Leserunde! :)




Kommentare:

  1. Ich lese das Buch gerade und bisher finde ich es auch wirklich gut. Aber der erste Band hat mir doch noch ein bisschen besser gefallen :) Schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Livi

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  2. Der erste Band hatte noch diese schockierende Idee... Aber ich hätte niemals vermutet, dass der Autor auch die Fortsetzung mit so vielem Neuen vollpackt :-)

    Hast du die Bewertung mit Absicht weg gelassen o.O

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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    1. Nein, die Bewertung hab ich vergessen xD Habs nachgeholt :P

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    2. dachte schon, du bist jetzt auch umgestiegen :-)
      machen ja immer mehr ganz ohne :-(

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  3. ...lange darf ich jetzt mit dem Lesen aber nicht mehr warten...du machst mich ja richtig neugierig :-)

    LG

    Kay

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