Donnerstag, 31. Oktober 2013

[BUCHREZENSION] Weil ich Layken liebe


Titel: Weil ich Layken liebe
OT: Slammed
Autor/in: Colleen Hoover
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Slammed #1






Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Ihren Erstling ›Weil ich Layken liebe‹ veröffentlichte sie zunächst als E-Book und stand damit sofort auf der New York Times-Bestsellerliste. Mittlerweile hat sie weitere Romane geschrieben, die allesamt eine große Fangemeinde haben und zu Bestsellern wurden.



Deutsch
Taschenbuch/ 9,95€
Seiten: 352
Verlag: dtv


Englisch
Taschenbuch/ 9,30€
Seiten: 384
Verlag: Simon & Schuster




Unterhaltung für zwischendurch, aber leider nicht mehr als das.


Kurzbeschreibung

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…
Buchgestaltung
Durch den Kontrast der Farben auf dem Cover fällt einem dieses sofort ins Auge. Die Schriftart wirkt durch das pink Graffiti ähnlich und das mag ich irgendwie. Für meinen Geschmack ist das Cover etwas zu einfach gestaltet, aber eine gute Alternative zu den nie enden wollenen Motiven mit wahllosen Gesichtern. Weil ich Layken liebe als deutschen Titel zu nehmen, finde ich auch nicht verkehrt. Slammed drückt zwar viel mehr als aus das, aber der Roman ist eben nichts weiter als eine Liebesgeschichte, weil diesen die gesamte Handlung einnimmt. Was man sich bei der englischen Gestaltung gedacht hat, ist mir ein Rätsel xD
Meinung

Colleen Hoover konnte mich mit ihrem Roman Hopeless überzeugen. Das ein deutscher Verlag sich die Rechte an einem ihrer Werke sicherte, war nur eine Frage der Zeit, weil es im englischsprachigen Raum unglaublich viel Feedback zu ihren Roman gab. Slammed oder auch Weil ich Layken liebe ist, soweit ich weiß, ihr erstes Buch gewesen und Teil einer Reihe. Ich muss leider sagen, dass im Vergleich zu Hopeless und auch als eigenständiges Werk betrachtet, mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen konnte.

Viele Leser sind durchweg begeistert von dem Roman, was nicht zuletzt die positiven Stimmen auf Amazon beweisen, aber bei mir wollte der Funke einfach nicht recht überspringen. Den Anfang des Buches fand ich ganz gut. Layken zieht mit ihrer Familie um und obwohl dies ein wahrhaftiges YA Klischee für den Beginn einer Geschichte ist, mochte ich die Art der Autorin zu schreiben sofort. Colleen Hoover schafft es wunderbar sich in wenigen Sätzen auszudrücken, weshalb auch das Info-Dumping gut zu lesen war und einen nicht erschlagen hat. Es ist nämlich so, dass man auf den ersten Seiten die komplette Lebensgeschichte von Layken erfährt. Einerseits fand ich es gut, dass man sofort so viel über sie erfährt, anderseits hätte ich mir gewünscht, dass dies mehr in die Handlung integriert worden wäre. Dialoge eigen sich dazu bestens und wenn es um die Gespräche zwischen Layken und Will ging, wurde Layens Leben immer außen vorgelassen – was gab es auch noch zu sagen, dass die Autorin nicht vorweg genommen hatte? Leider nichts.

Schnell wird dem Leser klar, das Layken viele innere Konflikte hat. Ihr Vater ist verstorben, die Familie bricht deshalb auseinander und ein neues Umfeld ist nie leicht zu verkraften. Diese typischen Probleme hätte man sehr gut behandeln können, aber meiner Meinung nach hat die Autorin hier wenig Tiefgang bewiesen, denn sie ist kaum darauf eingegangen. Laykens Probleme spiegeln sich auch überhaupt nicht in ihrem Verhalten oder ihrer Denkweise wieder, was ich etwas seltsam fand. Jeder Mensch hätte in ihrer Situation doch ab und zu mal gegrübelt.

Stattdessen liegt der absolute Fokus nur auf der Beziehung zwischen ihr und Will. Die beiden sind Nachbarn, lernen sich so kennen und innerhalb weniger Tage auch lieben. Ich bin zwar kein Fan von „Liebe auf den ersten Blick“, aber dieses Thema kann ich dennoch annehmen, wenn es authentisch beschrieben wurde. Mir fehlte gänzlich der Bezug zu den Charaktere und die Chemie zwischen beide konnte ich leider nicht wirklich spüren. Sie sehen sich, sie plaudern, haben ein Date und mir gefiel einfach nicht, wie schnell sich die Welt nur noch um Will drehte. Selbstverständlich habe ich eine Liebesgeschichte erwartet, das Buch deshalb unbedingt lesen wollen, aber in dieser Form...? Nein. Von Hopeless weiß ich, das Colleen Hoover witzig sein kann, süß, romantisch und todtraurig. Hier war der Ablauf der Handlung eine Aneinanderreihung von Alltagssituationen.

Dazu kommt, die Thematik des Roman (Schüler/Lehrer) und ich finde das Thema ehrlich gesagt total abgenutzt und auch uninteressant. Ich habe es zur Genüge in Filmen/Serien/Büchern vorgesetzt bekommen und hier gab es nicht einmal dramatische Wendungen oder Höhepunkte, die mich überraschen konnten. Will und Layken waren austauschbare Charaktere, deren Persönlichkeit kaum beschrieben wurde. Im Grunde hat man eine Menge über die äußeren Umstände ihres Lebens erfahren, aber mehr auch nicht.

Ich möchte damit auch nicht sagen, dass ich das Buch langweilig fand. Es gab einige Stellen, die ich mochte und der Roman war wegen seiner Länge auch rasch ausgelesen. So fand ich z.B. die Nebencharaktere sehr interessant und auch das Ende hat mir gut gefallen.



Alles in allem war ich aber einfach von der Umsetzung enttäuscht. Von der Oberflächlichkeit der Dinge und auch den mangelnden Eigenschaften der Protagonisten. Ich kann nicht nachvollziehen, was dieses Buch so lesenswert machen soll und würde es leider auch nicht empfehlen.




Für die tolle Aktion, bei der ich das 
Lesexemplar gewonnen habe!



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