Mittwoch, 13. November 2013

[BUCHREZENSION] Jack Morrow und das Grab der Zeit



Titel: Jack Morrow und das Grab der Zeit
OT: Sorrowline
Autor/in: Niel Bushnell
Genre: MG, Fantasy
Buchreihe: Sorrowline #1






Niel Bushnell wurde in England geboren und wollte ursprünglich Astronaut oder Schriftsteller werden. Mittlerweile arbeitet er jedoch als Comic- und Trickfilmzeichner und hat seine eigene Produktionsfirma Qurios gegründet. Mit Jack Morrow und das Grab der Zeit hat er seinen ersten Roman geschrieben und sich so doch noch seinen Kindheitstraum erfüllt.



Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 320
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 352
Verlag: Anderson






Spannend, spannender, Jack Morrow! :)



Kurzbeschreibung

Jack Morrow hat es nicht leicht: Ständig gibt es Ärger mit den Jungs in seiner Klasse, und seine Mutter, die vor fünf Jahren gestorben ist, vermisst er auch. Als Jack wieder einmal ihr Grab besucht, wird er jedoch plötzlich in eine andere Zeit gezogen. Denn er hat von seiner Mutter etwas ganz Besonderes geerbt. Und das will ihm nun ein Bösewicht abluchsen. Wie gut, dass Jack mit Davey und Eloise zwei tolle neue Freunde kennenlernt, die ihn bei diesem unglaublichen Abenteuer in der Vergangenheit nicht im Stich lassen!

Jack ist zwölf, und das Leben könnte besser laufen: Vor fünf Jahren ist seine Mutter gestorben, in der Schule findet er nicht so richtig Anschluss, und sein Vater ist ein Dieb. Als er dann auch noch erfährt, dass er zu seiner Tante nach Brighton ziehen soll, weil sein Vater ins Gefängnis muss, flüchtet Jack an den Ort, der ihn bisher immer getröstet hat: das Grab seiner Mutter. Doch dieses Mal ist alles anders. Als Jack den Grabstein berührt, zieht etwas an ihm, und plötzlich wird er mit Haut und Haaren von dem Stein eingesaugt! Er erwacht in der Vergangenheit, wo er Freundschaft mit dem Schlitzohr Davey und der hübschen Eloise schließt. Die beiden erklären ihm, dass er ein Zeitreisender ist, der mithilfe der Grabsteine durch die Zeiten springen kann – und das ist ja wohl das Coolste, was Jack je in seinem Leben gehört hat! Aber seine Begeisterung währt nur kurz, denn in der Vergangenheit warten auch der fiese Schurke Rouland und seine Gespensterarmee auf ihn. Der Gauner hat es nämlich auf einen geheimnisvollen Gegenstand abgesehen, den Jacks Mutter einst versteckt haben soll. Ehe Jack sichs versieht, sind er und seine Freunde mittendrin in einer wilden Verfolgungsjagd quer durch alle Zeiten …
Buchgestaltung
Mir gefallen beide Cover Versionen unglaublich gut. Sowohl das deutsche als auch das englische Motiv spiegeln sehr viele Details aus dem Buch wieder. Da wären zum einen die beiden Protagonisten, die Zeitlinien, auf denen diese Reise und die Gefahr in Form von Geistern und Dämonen. Sorrowline ist auch ziemlich schwer zu übersetzten, daher finde ich die Wahl des deutschen Titels spitze! Allgemein ist die Aufmachung einfach klasse und für ein Kinderbuch sehr ansprechend gestaltet. Sieht nach Abenteuer aus und ist auch eines – garantiert :)
Meinung

Es wurde mal wieder Zeit für ein Kinderbuch dachte ich mir als ich die Werbung für Jack Morrow und das Grab der Zeit gesehen habe. Der Klappentext verspricht so einiges und ich hatte sicher nicht damit gerechnet, dass mich das Buch so dermaßen packen konnte. Überzeugend (auch für ältere Leser) ist nämlich vor allem die wunderbare Idee hinter dem ganzen Roman. Jack hat eine besondere Gabe und kann über Tränentunnel auf Zeitlinien in dieser zurückreisen. Dabei begegnet er seinem Großvater und zusammen erleben sie ein spannendes Abenteuer.

Kaum ist man in die Geschichte hinein gepurzelt, schon geht es los. Hier wird nicht viel erklärt, sondern vielmehr gezeigt, während der Held der Handlung alles nach und nach selber herausfinden muss oder eben durch die Hilfe der Nebenfiguren herausfindet, was mit ihm passiert und warum. Ich finde, das ist ein riesengroßer Plusfaktor, besonders bei einem Buch, dass jüngere Leser ansprechen soll. Die sind ja meistens doch eher ungeduldig und wollen was erleben, anstatt voll gequatscht zu werden. So geht es mir auch oft genug und so etwas gibt es hier an keiner Stelle, was ich einfach durchweg super fand. Der Autor hat eine besonders tolle Art Inhalte lebendig und fesselnd zu vermitteln und manchmal kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Der flüssige und jugendliche Schreibstil eignet sich dazu einfach perfekt.

Die ganze Idee mit dem Zeitreisen wurde hier auf eine Weise umgesetzt, die ich noch nie irgendwie gelesen habe, wodurch das Konzept sehr innovativ ist. Was mich ebenfalls sehr in seinen Bann ziehen konnte war die Tatsache, dass trotz der komplexen Verwicklungen alles immer auf einem konstant guten Niveau logisch erklärt wurde. Ich glaube, dass jeder hier gut nachvollziehen kann, wie das alles mit den Gaben der Figuren funktioniert und auch das Reisen auf den Trännentunneln.

Dabei sind die Schauplätze in der Geschichte abwechslungsreich bis zum geht nicht mehr. Selten habe ich so oft mit den Charakteren zusammen neue Schauplätze erforscht und die Beschreibungen waren immer sehr anschaulich, aber nie zu viel. Meine Phantasie war ständig damit beschäftigt den Teil, den der Autor nicht erzählt, weiterzuspinnen und das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Das Lesen war für mich sogar mehr als nur das, es war ein echtes Vergnügen. Insbesondere der ganze Teil der in der Vergangenheit spielte war sehr authentisch.

Durch die Sichtweise des etwas jüngeren Jack wird das Buch auch altersgerecht wiedergegeben und der Humor war auf eigen Art sehr amüsant. Denn obwohl Jack mit jeder Menge trauriger und deprimierender Dinge kämpfen muss, verliert der Junge nicht den Blick für das Gesamtbild. Hier galt: Die Mischung aus Humor und Spannung vermochte auf ganzer Linie zu überzeugen. Was ich so von einem Kinderbuch ebenfalls noch nicht kannte war der Tiefgang und Einblick in das ganze Drumherum diversen Charaktere, die alle irgendwann wichtig wurden. Hier gab es nicht nur das typische was-macht-der-Bösewicht-gerade? sondern eine ganze Menge mehr zu lesen.

Die Charaktere waren mir alle sehr sympathisch, besonders Jack Morrow als Held konnte schnell mein Herz erobern. Es war überraschend, wie gut man seine Motive und Ängste nachvollziehen konnte, auch, wenn man längst aus dem Alter herausgewachsen ist. Ich glaube, dass macht das Buch auch so Besonders. Denn obwohl sich alles vom Aufbau bis hin zu den Figuren doch auf ein jüngeres Publikum konzentriert, gibt es immer wieder diese Seitenhiebe, die eben nur Erwachsene verstehen können. Jack ist mutig, aber kein Alleskönner und sein junger Großvater kann einem mit seinem Verhalten ab und zu auch mal nerven, aber gerade diese kleinen Schwächen machen die Charaktere so interessant wie sie sind.

Die Atmosphäre des Buches ist dazu etwas düsterer gehalten. Geister und Monster kommen hier an fast jeder Ecke vor. Sie alle sind hinter Jack wegen seinem Erbe her und ich fand die unterschiedlichen Wesen und Bösewichte manchmal richtig unheimlich. Niel Busnell hat sich wirklich viel Mühe gegeben, viel Abwechslung in jeder Hinsicht zu schaffen.



Meiner Meinung nach bekommt der Leser hier einen spannenden Mix aus Fantasy, Abenteuergeschichte und Familiendrama – etwas, dass für alle Altersklassen bestens geeignet ist, da die Umsetzung sehr gelungen ist und immer verständlich.

Jack Morrow war für mich ein kleiner Überraschungs-Buchhit :)




Für dieses Rezensionsexemplar!


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