Sonntag, 12. Januar 2014

[BUCHREZENSION] Ein Tag, zwei Leben

Titel: Ein Tag, zwei Leben
OT: Between the Lines
Autor/in: Jessica Shirvington
Genre: YA, Fantasy
Buchreihe: Nein!
Quelle: Danke an den Verlag :)







Jessica Shirvington hat eine Kaffeeimportfirma gegründet und geleitet und nebenbei zu schreiben begonnen. Sie lebt mit ihrem Mann Matt, einem bekannten australischen Leichtathleten, und ihren zwei Töchtern in Sydney. Neben ihrer Familie widmet sie sich mittlerweile ganz dem Schreiben.




Deutsch
Taschenbuch/ 8,99€
Seiten: 384
Verlag: cbt


Englisch
Taschenbuch/ 8,61€
Seiten: 336
Verlag: Orchard







Packende Story, mit grandiosem und überraschendem Ende! :)


Kurzbeschreibung

Zwei Leben, eine schicksalhafte Liebe – dramatisch, intensiv, atemberaubend

Die 18-jährige Sabine lebt in zwei Parallelwelten – 24 Stunden in der einen und 24 Stunden in der anderen. Es sind zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten: In Roxbury ist sie die Außenseiterin, das Punk- Girl. In Wellesley dagegen die Highschool-Königin mit dem scheinbar perfekten Freund. Ein fataler Irrtum, den Sabine fast mit dem Leben bezahlt. Als sie in Roxbury Ethan kennenlernt und sich in ihn verliebt, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Doch ein tragisches Ereignis ändert auf einmal alles …
Buchgestaltung
Die deutsche Aufmachung ist wirklich klasse. Die beiden Mädchengesichter bilden die beiden Gegensätze, der verschiedenen Leben und passen gut zu den Beschreibungen aus dem Buch. Außerdem finde ich den deutschen Titel weitaus besser, als „Between The Lines“, da er den Inhalt besser umschreibt. Das Original sieht für meinen Geschmack etwas zu düster (und auch nicht unbedingt nach Jugendbuch Fantasy, mehr nach Thriller) aus.
Meinung

Ein Tag, zwei Leben ist das erste Buch der Autorin, welches ich gelesen habe und meine Erwartungen wurden sogar weit übertroffen. Stell dir vor, du lebst jeden Tag zweimal und das in unterschiedlichen Leben! Denn genau so ergeht es Sabine, der Protagonistin in diesem spannendem Fantasyabenteuer. Diese „Gabe“ hat sie, seit sie zurückdenken kann und es gibt niemanden, der ihr Schicksal teilt. Allein die Idee fand ich sehr interessant und umgesetzt, wurde sie sehr unterhaltsam. Die Erzählung wechselt zwischen den „Welten“ in denen Sabine lebt. Jeden Tag um Punkt Mitternacht durchlebt sie den „Wechsel“ und findet sich auf der zweiten Seite ihres Lebens wieder. Dabei hat sie sich angewöhnt, beide Leben als Teil von sich zu sehen und als Leser kann man zunächst gar nicht einschätzen, wo Sabine nun lieber ist. Auf der einen Seite ist sie eine kleine Rebellion, mit jeder Menge abgefahrenen Freunden und auf der anderen Seite hat sie ein fast perfektes Leben, mit Traumfreund, jeder Menge Geld und blendenden Zukunft in Aussicht.

Man wird von der Autorin mit einem kurzen Vorwort in Sabines Leben eingeführt, aber danach landet man erst mal im kalten Wasser. Trotzdem fällt es nicht schwer, sich in der Geschichte zurecht zu finden, da die Informationen immer an den richtigen Stellen zum Einsatz kommen. Obwohl da Buch sehr komplex gestaltet ist, kann man gut Personen und Handlungen unterscheiden. Die Autorin hat einen guten Weg gefunden, um die Welten aufzubauen und zu zeigen, wo die Unterschiede in Sabines zwei Leben liegen. Mit der Zeit wird einem auch immer wieder klar, wie hart es für Sabine ist, diese Form von Leben zu haben. Sie passt sich wechselnden Erwartungen an, lebt in ständiger Angst, ihr Geheimnis könnte aufliegen und zerbricht sich gleichzeitig den Kopf darüber, was nur mit ihr los ist.

Besonders diese inneren Konflikte haben mich mitgenommen, mich an das Buch gefesselt und an einigen Stellen zu Tränen gerührt. Sabine ist eine außergewöhnliche Protagonistin, die jede Sekunde ihres Lebens in einer Art Traum lebt, wodurch die Realität schnell aus den Augen gerät. Man lernt sie in so vielen Situationen kennen, wie es einem wohl selten in nur einem Buch vergönnt ist. Mit ihrer Familie, ihren Freunden, der Schule, der Zukunft vor Augen und alles folgt immer einer anderen Dynamik. So fragt man sich, wann das ganze Konzept aus den Fugen gerät und Sabine ihre Aufgabe über den Kopf wächst. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte aber alles andere als langweilig. Vielleicht bietet die erste Hälfte des Buches noch keine Action oder dergleichen, aber die konsequente Ausschmückung der Erzählung und die Faszination die Sabines „Problem“ auf einen ausübt, lässt einen nicht mehr los. Ich konnte das Buch echt nicht zur Seite legen, ehe es beendet war.

Nachdem der „Knall“ einsetzt überschlagen sich dann alle Ereignisse. Sabines Leben geht den Bach runter und in ihrer beider Leben kommen Geschehnisse ins Rollen, die immer wieder überraschen und auch schockieren. Das war mit das Beste am Buch. Man wird einfach immer wieder durch kleine und große Wenden tiefer in die Geschichte gezogen und wird gar nicht mehr losgelassen. Besonders das Ende war einfach grandios! Auf wenigen Seiten bietet die Autorin herzzerreißende Szenen, die mich in meinen Gedanken nach dem Lesen immer noch begleiten.

Wenn man zu dem Buch greift sollte man allerdings nicht erwarten, dass Sabines Gabe hier erklärungs-technisch im Zentrum steht. Es ist mehr eine gegebene Tatsache als etwas, dass sich ändert oder große Kreise zieht, aber meiner Meinung nach passte dies sehr gut zum ganzen Konzept. Dafür gibt es jedoch eine Liebesgeschichte, die kein Klischee ist, sondern einfühlsam und gegen Ende so verdammt traurig wird, dass ich echt ein Tränchen verdrücken musste. Trotzdem lässt die Autorin einen nicht in der Luft hängen, denn das Buch ist abgeschlossen und macht dem Namen Einzelband alle Ehre. Ihr werdet wirklich zufrieden sein! ;)

Ein paar winzige Dinge gab es allerdings, weshalb das Buch von mir nicht die volle Punktzahl bekommt. Das betrifft vor allem das „Rebellen-Leben“ von Sabine. Die Nebenfiguren waren mir persönlich ein klein wenig zu farblos und besonders die Beziehung zu ihrer Schwester war für mich nicht ganz verständlich. Hätte das Buch vielleicht ein paar Kapitel mehr gehabt und in dieser Hinsicht ein wenig mehr Tiefgang gezeigt, dann würde ich noch einen Ticken glücklicher sein :P



Ein wundervoller Einzelband, der von der ersten Seite an mitreißt! Jessica Shirvington hat eine tolle Idee mit viel Spannung und rasanten Wendungen kombiniert und konnte mich fast vollends überzeugen. Sabine ist sympathisch, man fühlt mit ihr und ihre Gabe ist etwas Neues im Fantasy Genre. Allgemein bietet die Geschichte viel Handlung, einen durchdachten Plot und ein Ende, das den perfekten Höhepunkt darstellt. Klare Leseempfehlung für alle Fantasyfans!




Kommentare:

  1. Das klingt doch mal richtig gut! Wird von der Beobachtungsliste wohl auf die Wunschliste wandern :-)

    Liebe Grüße

    Steffi

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  2. Irgendwie ist mir das Buch bisher gar nicht so aufgefallen, dabei klingt es eigentlich doch echt interessant und deine Rezi hat mich jetzt wirklich neugierig gemacht. Vielleicht sollte ich das Buch doch mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. :)

    glg Nadja

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  3. Tanja du Biest! Ich hatte zuvor noch nie von dem Buch gehört und jetz isses glatt auf der Wunschliste (die allerdings eh nie ernst genommen wird) :D Einzelband? Neue Idee? Tolles Ende? Komm zu Mamaaaa ...

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    1. Btw, du hast recht mit den Covern. Während man beim deutschen sofort "Fantasy" vor dem inneren Auge hat, sprüht das englische nur so vor ... Non-Fantasy ^^

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  4. Das buch klingt ja mal richtig interessant. Bisher habe ich auch noch nichts darüber gehört/gelesen. Danke für deine Rezension, das Buch wandert gleich auf meine Wunschliste :-D

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  5. Okay, dann muss ich das wohl auch novh dringend lesen :)

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D