Donnerstag, 23. Januar 2014

[BUCHREZENSION] Was ich dich träumen lasse


Titel: -
OT: Was ich dich träumen lasse
Autor/in: Franziska Moll
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Nein!
Quelle: Danke an den Verlag :)








Franziska Moll lebt mit ihren Zwillingsmädchen in einem kleinen idyllischen Dorf in der Nähe von Köln. Nachdem sie schon mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet hatte, entdeckte sie das Schreiben für sich, lernte an der Internationalen Filmschule alles, was sie für ein gutes Drehbuch wissen musste und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Doch erst, als sie sich entschloss, nur noch Romane zu verfassen, hatte sie endlich ihren absoluten Traumberuf gefunden. Eigene Verluste inspirierten sie zu Was ich dich träumen lasse und bestärktem sie in der Hoffnung, dass aus jedem Schicksalsschlag auch etwas Gutes entstehen kann.





Deutsch
Gebunden/ 14,95€
Seiten: 256
Verlag: Loewe


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!





Herzschmerz im ganz großen Gefühlskino!


Kurzbeschreibung

Elena hat ihr Glück gefunden mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.

Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten. Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.
Buchgestaltung
Einfach traumhaft! Ich habe schon lange kein so schönes Cover mehr gesehen. Was ich auch wundervoll finde ist, dass man nach dem Lesen die vielen Details Punkten aus der Geschichte zuordnen kann. Der Titel ist gleichzeitig poetisch und traurig und es hätte wirklich keinen besseren für das Buch geben können. Allein die Aufmachung verdient also einen ganz besonderen Buchorden ;)
Meinung

Nachdem ich die letzte Seite ausgelesen hatte, habe ich mich erst mal gefragt, was ich überhaupt vom Buch erwartet habe. Eine Liebesgeschichte oder vielleicht ein Drama? Jedenfalls hat Franziska Moll mit diesem Debüt mehr getan als eine bloße Geschichte zu Papier zu bringen. Sie hat Worte eingefangen und einen Roman daraus gezaubert, der mir selbst nach vielen Tagen noch immer das Herz schwer werden lässt. Was ich dich träumen lasse ist so vieles, dass es schwer fällt zu beschreiben, um was genau es eigentlich geht. Freundschaft. Liebe. Gefühle. Ängste. Verlust. Das sind nur wenige Begriffe, die eine große Rolle in der Handlung spielen. Hoffnung.

Sofort zu Beginn wurde mir klar, das die Autorin wahnsinnig viel Talent besitzt, was das Schreiben angeht. Ich kenne viele gute Jugendromane, aber der Schreibstil in diesem Genre ist trotz einiger Unterschiede, dennoch häufig ähnlich. Fluffig, flüssig, fröhlich – Man könnte fast sagen, die drei stereotypischen F´s des Genres. Hier war der Schreibstil einfach mal eine Nummer besser. Auf einem ganz anderen Niveau. Die Art und Weise wie die Autorin ihre Geschichte erzählt ist mir sehr nahe gegangen. Mal wird dem Leser gezeigt, was in der Gegenwart aktuell passiert, dann liefert Franziska Moll zwischenzeitlich Gespräch der Vergangenheit ab, die besonders durch die kurzen, scharfen Sätze Eindruck hinterlassen. Elena ist als Erzählerin auf eine faszinierende Weise an manche Dinge fast sachlich herangegangen, dann hat sie wieder so tief in der Kiste ihrer Erinnerungen gegraben, das einem der Atem stockt. 

Wie ihr euch denken könnt, ist der Roman atmosphärisch ein Meisterwerk. Vom ersten Satz an wurde ich in das Buch gezogen und habe es immer noch nicht geschafft mich wieder von den Charakteren und der Handlung zu lösen. Ihr solltet euch auf eine Achterbahnfahrt bereit machen, die euch nicht immer gefallen wird.

Die Autorin ist sehr realistisch mit dem Thema „Koma“ umgegangen und das sie auf diesem Gebiet eigene Erfahrungen hat, liest man doch deutlich heraus. Zu jeder Sekunde ist das Buch authentisch und zeigt auf traurige Weise, wie ein Moment alles verändern kann. Elena macht eine enorme Entwicklung im Buch durch. Von dem glücklichen, verliebten Mädchen zu jemanden, der sein Leben nicht mehr weiter lebt aus lauter Frust und Schmerz, bis hin zu jemanden, der die Hoffnung nie aufgibt. Sie ist keine Protagonistin mit der man sich wie bei anderen sarkastischen Figuren vielleicht sofort identifizieren kann, aber man fühlt einfach mit ihr. Elenas Alltag, ihre Gedanken und Gefühle sind bildlich fast perfekt dargestellt, weshalb man sich einfach in ihre Lage versetzen kann und ihre Motive nachvollziehen.

Obwohl das Buch viele dramatische „Schattenseiten“ hat, die einen melancholisch machen, so hat es mindestens genauso viel Humor zu bieten. In den Rückblenden mit Elena und Rico und ihren wunderbaren Dialogen steckt so viel Witz und Realität, dass ich sehr oft lachen musste, obwohl mir im nächsten Moment wieder zum weinen zu Mute war. Man kann es nicht anders sagen, aber Frau Moll hat es einfach drauf ihre Leser/innen mit den Geschehnissen zu fesseln und zu beeinflussen.

Der Roman erhält seine besondere Wende, nachdem Elena die Liste mit den zehn Dingen, die Rico vor seinem Tod machen wollte, entdeckt. Was ich wirklich super fand, war das die Protagonistin hier eine Freundschaft gegenüber dem genannten Pfleger entwickelt und die Geschichte nicht in die Richtung „lässt sich von jemand anderem trösten, um über X hinwegzukommen“ läuft. Das hatte ich einen kurzen Augenblick nämlich befürchtet, aber ich wurde nicht enttäuscht. Vielmehr hat der neue Nebencharakter ein weiteres Element der bis dahin ohnehin schon guten Story hinzugefügt: Hoffnung. Als Leser zweifelt man an der nämlich oft.

Ich möchte auch gar nicht verraten, was passiert, denn das Ende kam für mich einfach sehr unerwartet, aber anders hätte es auch einfach nicht zum Gesamtbild gepasst. Was ich dich träumen lasse regt außerdem viel zum Nachdenken an. Das Leben ist vergänglich. Sollte man es für andere aufgeben? Wo zieht man die Grenzen zwischen „für jemanden da sein“ und „sich selber aufgeben“?

Das Buch ist relativ kurz, trotzdem hat es den nötigen Tiefgang, lässt keine Fragen unbeantwortet und findet einen guten Abschluss in einem Höhepunkt der Erzählung. Wie ihr sehr kann ich inhaltlich gar nicht so viel sagen, ohne zu spoilern. Ich denke, man sollte auf keinen Fall eine typische Liebesgeschichte mit Happy End erwarten.



Was ich dich träumen lasse ist mein erstes Highlight 2014 – Wahnsinnig toller Schreibstil, sehr viel Liebe zum Detail in der Geschichte und die Atmosphäre die selbst Leser mit Steinherz berühren kann, sind nur einige der Dinge, die den Roman ausmachen. Franziska Moll hat ein ergreifendes und authentisches Debüt vorgelegt!




Kommentare:

  1. Wunderbare Rezension, der ich nichts mehr hinzuzufügen habe! :)

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  2. Das klingt wirklich toll.. Ich will es noch unbedingt lesen, wie leider sooo unendlich viele Bücher. Ich gehe heute in die Stadt, mal gucken, welches ich lese ;)

    LG
    Tabea

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  3. Oh man ! Ich muss das Buch unbedingt haben und lesen !!!

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  4. Wäre das Buch auch für jemanden, der Contemporary eigentlich nicht leiden kann?^^ ;) Es hört sich einfach zu gut an, um wahr zu sein. Ich befürchte, dass ich es dann vielleicht ganz anders wahrnehme.

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    1. Das ist echt eine schwere Frage. Wir empfinden ja öfters Bücher mal total unterschiedlich. Ich glaube, man muss schon Fan von etwas traurigeren, melancholischen Geschichten sein, um das zu mögen :D

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  5. Ich kenn leider so einige andere Bücher mit der Thematik, von denen vorher geschwärmt wurde, die ich dann aber echt enttäuschend fand. Deswegen traue ich mich einfach nicht ran, auch wenn dein Fazit natürlich eindeutig ist.....
    Arghhhh....

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    1. Ich bin eigentlich ein total kritischer Mensch und fand es super, aber Geschmäcker sind nun mal verschieden und mhhh...aber ich würde mir einfach mal die XXL Leseprobe bei Amazon runterladen. Die ist umsonst und geht fast bis S. 50 meine ich :D

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  6. Wie schnell meine Überzeugung, dieses Buch überhaupt nicht lesen zu wollen, aufgrund einer einzigen Bewertung zunichte gemacht wird ...

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  7. Ich wünschte, ich würde auf sowas stehen. Es klingt wirklich schön, aber ich weiß einfach, dass es nichts für mich wäre.

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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