Sonntag, 9. Februar 2014

[BUCHREZENSION] Alice im Zombieland

Titel: Alice im Zombieland
OT: Alice in Zombieland
Autor/in: Gena Showalter
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: The White Rabbit Chronicles #1
Quelle: Danke an den Verlag :)






New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Gena Showalter gilt als Star am romantischen Bücherhimmel des Übersinnlichen. Ihre Romane erobern nach Erscheinen die Herzen von Kritikern und Lesern gleichermaßen im Sturm. "Die Herren der Unterwelt"-Reihe gilt als ihre bislang stärkste Serie.




Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 408
Verlag: Dark Kiss


Englisch
Gebunden/13,80€
Taschenbuch/7,30€
Seiten: 368
Verlag: Mira Ink







Enttäuschendes Nicht-Remake eines Klassikers.


Kurzbeschreibung

An ihrem 16. Geburtstag sieht Alice "Ali" Bell eine Wolke, die die Form eines weißen Kaninchens hat. Kurz darauf passiert, was Alice nie für möglich gehalten hätte: Ihre Eltern, ihre Schwester und sie werden von Zombies angegriffen. Nur Ali überlebt. Sie zieht zu ihren Großeltern nach Birmingham und fängt an einer neuen Schule an. Um ihre Familie zu rächen, will Ali lernen, Untote zu besiegen. Um zu überleben, muss sie dem undurchsichtigsten Typ an der Asher High vertrauen: Cole Holland weiß, wie man Zombies jagt. Aber er hat selbst Geheimnisse; und es scheint, dass die größten Gefahren dort lauern, wo Ali sie am wenigsten vermutet
Buchgestaltung
Das englische Cover finde ich wirklich hübsch, daher freue ich mich, dass der deutsche Verlag es übernommen hat. Man könnte jetzt zwar sagen, dass e eher weniger mit der Geschichte zu tun hat, aber trotzdem mag ich das Motiv. Allerdings ist der Titel Alice im Zombieland etwas irreführend, da das Buch in erster Linie Urbanfantasy ist und nicht im Wunderland spielt oder eine Nacherzählung ist.
Meinung

Da ich das Buch im Vergleich zu anderen relativ spät gelesen habe, wusste ich bereits, dass ich meine Erwartungen bezüglich einer Nacherzählung gleich vergessen konnte. Im Grunde muss das auch nichts Schlechtes sein und durch die „Warnung“ konnte ich mich vielleicht sogar besser auf die eigentliche Geschichte konzentrieren als andere Leser. Im Grunde spielt sich alles nämlich in unserer Welt ab. Es gibt Menschen, die über eine Gabe verfügen, mit denen sie ihren Geist aus dem Körper drücken und so in eine andere Sphäre einsteigen, in der sie böse Geister = Zombies sehen und somit auch bekämpfen können. Nachdem sich diese Information erst mal verarbeitet war, fand ich das ganze Konzept eigentlich nicht schlecht. Zumindest kann man sagen, dass es etwas ähnliches, die Zombies betreffend noch nicht gab.

Alice ist ein Charakter, mit dem ich persönlich gar nicht zurecht gekommen bin. Allgemein hatte ich große Schwierigkeiten Zugang zu ihr oder jemand anderen zu finden, da sowohl die Gedanken als auch Motive der meisten Figuren in diesem Roman für mich alles andere als nachvollziehbar waren. Nehmen wir zuerst Alice selbst. Sie ist ein unbeschriebenes Blatt und daran ändert sich auch im Verlauf der Geschichte nicht wirklich etwas. Ihre Persönlichkeit war oberflächlich und wenn sich durch einige Handlungen endlich Eigenschaften herauskristallisierten, dann machte mir das ihren Charakter nur noch unsympathischer. Da gäbe es einige Beispiele. Zum einen ist sie wie ein hormongesteuerter Teenager sofort hin und weg von Cole und will ihm aus nicht ersichtlichen Gründen unbedingt nahe sein, zum anderen ist sie sehr eingebildet und denkt, ihr liegt alles zu Füßen. Trotz der Erwähnung des Tods ihrer Familie hatte ich nie das Gefühl, das Alice diesen Schmerz auch tatsächlich spürt. Vielmehr hat die Autorin versucht uns zu sagen, was Alice fühlt, ohne es glaubhaft zu zeigen. Gefühle erschließen sich doch durch das Verhalten einer Person. Alice war die meiste Zeit ein munteres Schulmädchen, das einem Jungen hinterher sabbert. Noch unerträglicher als das fand ich jedoch die späteren Entwicklungen als Alice zu einer Art Zombie-Jägerin wird. Sie denkt doch tatsächlich es wäre OK ihre Großeltern zu betäubten, um sich aus dem Haus zu schleichen! Mal im Ernst? Welches junge Mädchen zieht so etwas überhaupt in Erwägung!

Im Grunde war Alice ununterbrochen so sehr von sich überzeugt, dass darunter die Beziehungen und auch der gesunde Menschenverstand arg gelitten haben. Das fand ich teilweise schon richtig erschreckend. Auch die Tatsache, dass sie als unerfahrene Person so heiß darauf ist, Zombies abzuschlachten, ohne mit der Wimper zu zucken, sondern nur daran zu denken: Seht ihr, ich bin ja sooooo taff und stark.

Wenn ihr jetzt bei der Erwähnung von den ganzen Zombie Aspekten denkt, das Buch würde eine Menge Action und Blut bieten, dann muss ich auch enttäuschen. Der Roman ist nämlich zuallererst ein High School Drama, wie viele andere Leute es so treffend in ihren Rezensionen beschrieben haben. Die Hackordnung der sozialen Gefüge an der Schule, Freundschaften, Romanzen und mehr steht im Vordergrund. Man könnte meinen, dass dann zumindest diese Aspekte interessant wären, nehmen sie schon einen Großteil des Buches ein, aber Fehlanzeige. Die viele Alltagsbeschreibungen findet man nun wirklich in jedem 0815 Roman, der bisher so auf dem Markt erschienen ist. Originell ist leider das Letzte als was ich Alice im Zombieland bezeichnen würde.

Dazu kommt, dass die Erwachsenen, welche in diesem Buch die Verantwortung tragen, die ganze Jugendlichen tun und machen lassen, was sie wollen. Meiner Meinung nach wurde kein richtiges System erkenntlich, mit dem die Jäger arbeiten und die ganze „Organisation“ wurde dadurch mehr als unglaubwürdig. Dazu kommen die vielen paranormalen Elemente, wie Visionen oder Kräfte, welche einfach nicht logisch genug erklärt wurden. Sicher gibt es manchmal Dinge, die einfach in einem Setting existieren, aber da die Geschichte nun einmal in unserer Welt gespielt hat, bedürfen solche Plotelemente nun wirklich einer kleinen Erklärung.

Gegen Ende konnte mich das Buch allerdings überraschen. Obwohl ich fleißig weiter gelesen habe und das Gesamtkonzept mehr Tortur als Spaß für meine Leseraugen waren, so fand ich die Wenden zum Abschluss des Buches hin nicht schlecht. Etwas mehr Action, ein paar Kämpfe, Alice, die zumindest kleine Ansätze einer Entwicklung zeigte, die nicht allzu schlecht rüber kam und auch die etwas nachdenkliche Stimmung, all dem konnte ich dann für kurze Zeit noch etwas abgewinnen.

Anhand der vielen positiven Rezensionen und den begeisterten Leuten lässt sich abmessen, dass Alice im Zombieland bei manch anderem eingeschlagen hat wie eine Bombe, bei mir war das leider nicht der Fall, auch, wenn ich mir große Mühe gegeben habe und bis zum Schluss durchgehalten habe, damit mir später niemand sagen kann, es würde ja noch besser kommen oder dergleichen.



Meiner Rezension nach bekommt das Buch keine Empfehlung von mir. Ich kann mir auch wahnsinnig schwer vorstellen, was andere daran mögen, aber das ist eben persönliches Empfinden. Die Leseprobe schafft da sicher Abhilfe. In meinen Augen war Alice im Zombieland ein Möchtegern Drama, mit flachen Charakteren, handlungsarmen Plot und wenig Spannung. Die meiste Zeit war es doch Langeweile, die mich in ihrem Bann hielt, wenn ich auch der Enttäuschung wegen der Hoffnung auf eine coole Nacherzählung von Alice entgehen konnte.



Kommentare:

  1. Ich überlege schon lange ob ich das Buch lesen soll. Bisher habe ich fast nur positive Rezensionen dazu gelesen, aber irgendwie spricht mich der Klappentext gar nicht an, sondern schreckt mich schon fast ab :) Und nach deiner Rezension bin ich mir eigentlich fast sicher, dass ich das Buch nie lesen werde :D

    Liebe Grüße,
    Livi
    liviliest.blogspot.de

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  2. Schade, dass es dir nicht gefallen hat :( Man hört sonst ja eigentlich nur Positives und ich werde es auf jeden Fall trotzdem lesen, bin gespannt, ob ich zu denen gehöre, die ohne Ende von dem Buch schwärmen :D

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  3. Das Buch sieht zwar echt toll aus und die Grundidee klingt auch spannend, aber irgendwie habe ich jetzt doch schon ein paar sehr negative Stimmen dazu gehört und ich werde das Buch wohl erst mal von meiner Wunschliste streichen.

    glg Nadja

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  4. Kann ich so leider nur unterschreiben Tanja. Mir gings echt haargenau so. Selbst wenn man eben sagt der Fokus liegt anders, Märchennacherzählung Fehlanzeige. Dann aber bitte nicht dieses High School Drama und Zombies nur absolute Nebensache. Mit der Organisation ging es mir ebenso, total undurchsichtig und unlogisch das Ganze. Immer diese "Ideen", wie man Erwachsene am besten aus der Bahn schafft.

    Daumen hoch für deine ehrliche und aufschlussreiche Rezi!

    Liebe Grüße,
    Tina

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  5. Dachte mir schon, dass dir das Buch nicht gefallen würde :D
    LG, Sandrina

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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