Freitag, 21. Februar 2014

[BUCHREZENSION] Level 6


Titel: Level 6 – Unsterbliche Liebe
OT: Countdown
Autor/in: Michelle Rowen
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Einzelband!
Quelle: Danke an den Verlag :)








Michelle Rowens Name steht für erfolgreiche paranormale Romances, Urban Fantasy und All Age Fantasy. 2009 zeichnete die Kritikerjury der Romantic Times die Vampirromane der Bestsellerautorin aus. Zusammen mit einer launischen Katze lebt der bekennende „Bufffy“-Fan in Ontario, Kanada.




Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 348
Verlag: Dark Kiss


Englisch
Taschenbuch/ 7,30€
Seiten: 336
Verlag: Harlequin







Hatte ich falsche Erwartungen?


Kurzbeschreibung

Die 16-jährige Kira erwacht in einem dunklen Raum, verstört und hilflos. Aber nicht allein: Sie teilt ihr Gefängnis mit dem 17-jährigen Rogan, einem verurteilten Mörder. Unfreiwillig sind die beiden Kandidaten in der Gameshow Countdown, in der es um Leben und Tod geht: Scheitern sie am nächsten Level, sterben sie live im Fernsehen. Den Teenagern bleibt keine Wahl sie müssen mitspielen, wenn sie überleben wollen. Doch kann man einem Mörder trauen, und wenn er noch so schöne blaugrüne Augen hat? Trotz aller Versuche, sie gegeneinander aufzuhetzen, kommen Kira und Rogan sich immer näher und stoßen auf die schreckliche Wahrheit hinter dem grausamen Spiel.
Buchgestaltung
Ehrlich gesagt sind mir die Figuren auf dem deutschen Cover etwas unsympathisch und entsprechen gar nicht meiner Vorstellung der Charaktere. Auch die Farbe rosa passt gar nicht zu dem ganzen Konzept des Buches. Dann gibt es da noch diesen Beititel, der einfach unnötig ist. Wieso hat denn immer alles mit Liebe zu tun? So sehr ich die Dark Kiss Aufmachungen auch liebe, diese ist nicht mein Fall. Die Originalausgabe hat als Cover eine Szene aus dem Buch und als Titel den Namen des Spiels, an dem Kira und Rogan teilnehmen – Klarer Gewinner bei diesem Vergleich für mich.
Meinung

Level 6 lässt mich wie so viele Bücher sehr unentschlossen zurück. Kein schlechtes Buch, wenn ich so in Gedanken noch einmal die Idee und den Verlauf durchgehe, aber überzeugen konnte mich der Roman auch nicht. Woran liegt das? Ich glaube, das Level 6 – so ungern ich das auch sage – auf dem Markt der vielen Jugendbücher, einfach keine neue, abwechslungsreiche Story zu bieten hat. Der Klappentext verspricht ein spannendes Gameshow Abenteuer, dass ich nicht in der erwarteten Form bekommen habe und mich daher – erraten – enttäuscht zurücklässt.

Das Setting, dem wie begegnen klingt zunächst nicht schlecht. Eine gefährliche und illegale Show, die über das Internet ausgestrahlt wird und bei der die Abonnenten alle Zügel in der Hand halten. Zwei junge Menschen, die sich gezwungen sehen bei einem kranken Spiel, um ihr Leben zu kämpfen. Ach, nicht zu vergessen die unsterbliche Liebe, die ja auch eine Rolle spielen soll, wie das ja immer so ist. Ich denke, dass das Setting in einer solchen Geschichte immer das Wichtigste ist. Oder zumindest ein Schwerpunkt sein sollte, aber die Autorin wirft in ihrem Buch ab und zu mit Wörtern wie Kolonie, Künstlicher Intelligenz oder Robotern um sich und das war es dann auch schon. Im Grunde eröffnet sich uns keine neue Welt, sondern wir erfahren nur etwas über die Orte im Spiel oder auch außerhalbs, die exakt so aufgebaut sind, wie irgendein Park oder eine Stadt in unserer Gegenwart.

Für mich war die Stimmung zu Beginn des Buches also bereits relativ normal. Nicht besonders aufregend. Da es keine Informationen zum dem Drumherum gab, habe ich mich als Leser also sehr auf die Figuren konzentriert. Auf den ersten Blick scheinen beide ganz interessant zu sein. Kira, das arme Mädchen, das ihre Familie durch Mord verlor und sich als Diebin durchkämpft und dann Rogan, der verurteilte Mörder. Kira spielt dabei die tragende Rolle, denn aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt. Im Vergleich zu anderen Heldinnen ist sie weniger weinerlich und auch ziemlich taff, aber wenn man sie und ihre Handlungen näher unter die Lupe nimmt, dann bleibt da kaum mehr als der Durchschnitts-Charakter übrig. Es gab leider nicht genug Hintergründe zu ihrer Person, damit man sie sich besser vorstellen konnte und die Ereignisse in Countdown allein haben sie mir nicht sympathisch gemacht. Teilweise war Kira für mich sogar die Schweiz: Neutral, passiv. Das Schlimmste war für mich allerdings, dass sie sich sehr rasch einlullen lies. Pausenlos wurde sie von den Spielmachern beeinflusst und durchlebte deshalb tausend Wandlungen, was ihre Gedanken anging. Rogan ist böse, Rogan ist gut, Rogan ist böse...

Rogan selbst war zu Beginn noch der Beste Part der Geschichte. Mit einem sehr speziellen Humor hat er mich neugierig gemacht. Die Tatsache, dass er angeblich ein Serienmörder sein sollte war natürlich auch recht spannend. Leider wurde die ganze Sache so unglaubwürdig dargestellt, dass man sich als Leser schneller als mir lieb war denken, konnte, dass ihn natürlich keine Schuld traf. Die Erklärungen dazu waren auch recht dürftig, wie ich finde. Kira hat sich aufgrund seines Aussehen wahnsinnig schnell täuschen lassen. Nicht zu vergessen, dass die Moderatoren von Countdown uns immer wieder daran erinnern mussten, dass Rogan total gut aussieht.

Das war noch so eine Sache, die ich gar nicht mochte. Die Moderatoren des Spiels klatschen dem Leser sämtliche Informationen einfach so vor die Füße. Infodumping würde ich das nicht gerade nennen, aber toll war es auch nicht, alles weniger mysteriös und spannend einfach auf einem Silberteller serviert bekommen zu haben. Ich hätte mir gewünscht, das die Informationen in Dialogen zwischen den Protagonisten zu Tage gekommen wären, ein bisschen mehr Interaktion!

An sich hatte das Spiel selbst so seine Höhen und Tiefen. Es gab Kapitel, da saß ich gebannt vor dem Buch und wollte unbedingt weiter lesen (die Autorin versteht es durchaus richtige Konflikte zu erzeugen) und dann gab es wieder diese Momente, in denen mir die Level des Spiels zu seicht erschienen. Eine Runde Versteckspielen ist für mich kein Spiel auf Leben und Tod. Die Einfälle die Levels betreffend waren grob zusammengefasst nicht gerade dass, was ich als sonderlich kreativ bezeichnen würde. Dabei steckte in der ganzen Idee so viel Potenzial, dass es richtig schade war. Zumal die Autorin Level 6 bereits 2008 unter einem anderen Namen veröffentlichte und dies nur die Neuauflage für Jugendliche ist. Da hätte sich Frau Rowen doch wirklich etwas mehr in Zeug legen können, um ihre Leser zu fesseln.

Das Buch hatte aber auch wirklich gute Seiten, die mich mitreißen konnten. Ich mochte die Entwicklung von Kira sehr gerne und auch die Beziehung zu Rogan war für mich nach und nach immer verständlicher. Besonders ab der Mitte, wo es auf da Finale Level zugeht, geschehen doch einige Wenden, die mich unterhielten und dazu brachten weiter zu lesen. Die ganze Sache mit Rogans Vater war vielleicht kein Geniestreich, aber eine klasse Art etwas mehr Dystopie in das Buch zu stecken.



Level 6 erfindet weiß Gott nicht das Rad nicht neu, aber das Buch hat durchaus ein paar unterhaltsame Momente zu bieten. Je mehr man sich auf die Geschichte einlässt, umso mehr Spaß kann man dabei haben. Allgemein gab es aber zu wenig Informationen zum Weltenentwurf, den Charakteren...einfach allem.

Eine nette Fantasygeschichte für zwischendurch. Mehr leider nicht.


Kommentare:

  1. wenn du es haben möchtest, geb ich es gern an dich weiter ;)

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    1. Au ja - schreiben wir auf FB <3
      Muss ja schauen, was ich für dich habe <3

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