Dienstag, 18. Februar 2014

[BUCHREZENSION] Love Alice


Titel: -
OT: Love Alice
Autor/in: Nataly Sevina
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Einzelband!
Quelle: Danke an den Verlag :)






Nataly Elisabeth Savina, 1978 in Riga geboren, zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Mutter nach Helsinki, später nach Freiburg im Breisgau. Nach dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim ging sie an die Film- und Fernsehakademie Berlin. Dort arbeitet sie als Drehbuchautorin, Dramaturgin und Lektorin. Mit ihrem Partner und ihren beiden Söhnen lebt sie im früheren Ostberlin.





Deutsch
Broschiert/ 12,95€
Seiten: 160
Verlag: Belz&Gelberg


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!





Diese Geschichte klopft erst leise an
und bringt euch dann zum Weinen...


Kurzbeschreibung

Wieder eine neue Stadt, wieder eine andere Schule: Alice hat das Nomadenleben ihrer Mutter, einer exzentrischen Opernsängerin satt. Dann trifft sie Cherry. Vorsichtig lassen sich die beiden Mädchen aufeinander ein, testen ihre Grenzen, spielen gefährliche Spiele. Doch dann passiert das Unvorstellbare, das Alice für immer verändern wird. »Fühlen ist überlebenswichtig«, sagt ihre Mutter, »aber es macht schwach.« Doch Alice, 14, sehnt sich nach Gefühlen. Mit Cherry ist alles anders; nach der Schule laufen sie durch die verschneiten Wälder, die wie im Märchen aussehen. Sie bauen sich ein Tannenhaus, legen sich auf die Zuggleise und ziehen durch die Stadt. Sie haben sich. Doch als Cherry allein zu ihrer Karateprüfung geht, passiert das Unvorstellbare, dass das Leben von Alice verändern wird.
Buchgestaltung
Ich mag die Gestaltung des Buches sehr gerne. Besonders der Titel LOVE ALICE hat es mir wirklich angetan. Wenn man erst mal mit dem Buch durch ist und auf diesen zurückblickt, dann kann man gar nicht anders, als tief berührt zu sein. Das Mädchen auf dem Cover ist übrigens nicht Cherry, wie ich zunächst angenommen hatte, sondern stellt Alice dar. Mit all den vielen Details, wie z.B. der Schleife, finden sich auch sehr viele kleine Dinge aus der Erzählung darin wieder.
Meinung

Beginnt man in LOVE ALICE einzutauchen, weiß man gar nicht so recht, was man eigentlich von der Geschichte halten soll. So ging es mir jedenfalls. Der Schreibstil ist schön zu lesen und erzeugt auch eine bestimmte Atmosphäre, die wirklich frostig sein kann. Das war so eine Sache, die mir sofort aufgefallen ist. Alice hat vielleicht kein schlechtes Leben, aber einige Probleme gibt es darin schon. Die Tatsache, dass sie wegen dem Job ihrer Mutter immer so oft umzieht spiegelt sich auch in Alice´ Persönlichkeit wieder. Sie ist ein Mädchen, dass sich schwer für etwas begeistern kann, viel nachdenkt und manchmal auch etwas traurig rüber kam.

Eine Zeit lang folgt man ihrem Leben und lernt sie und auch ihre Mutter ganz gut kennen. Die äußeren Umstände wurden gut in Szene gesetzt, ohne das dem Leser zu viele Informationen vor die Nase gesetzt wurden. Ich finde besonders durch diesen Einsatz der Art der Erzählung bekommt man die Entwicklung von Alice sehr gut mit. Es ist nämlich eine ganze Weile so, dass man sich fühlt als lese man einen Monolog, doch sobald Cherry auf die Bildfläche tritt, ist es als löse sich der Grauschleier von der Handlung, von Alice´ Leben. Man fühlt in diesem Moment einfach mit, denn man kommt einfach nicht darum herum, Cherry interessant zu finden.

Plötzlich ist die Geschichte bunt und verrückt und einfach lebendig. Das war einfach wunderbar beschrieben. Man konnte förmlich spüren, wie viel Leben eigentlich in den Figuren steckte und nur darauf gewartet hat herauszukommen. Dabei war die Freundschaft der beiden Mädchen einfach das tragende Element des Ganzen. Es war wirklich schön zu lesen, wie beide einander so viel geben und darauf basierend anfangen zu vertrauen und zusammen Pläne zu schmieden. Cherry selbst hat auch einen Grund dafür, warum sie diese gewisse Art hat, denn ihr Vater macht es ihr mit seinen Allüren nicht gerade leicht. So verbindet beide nicht nur die Freundschaft, sondern auch ihre Erfahrungen.

Die Figuren sind sehr ausdrucksstark gestaltet. Es bedurfte nur weniger Worte, damit man sich von ihnen ein gutes Bild machen konnte. Obwohl Alice und Cherry sehr junge Protagonistinnen waren, konnte ich mich in sie hineinversetzen. Die Autorin hat wirklich ein Händchen dafür bewiesen, viele Eigenschaften nach außen zu tragen. Im Buch spielt aber nicht nur Freundschaft eine Rolle, sondern auch Themen wie Selbstfindung in allen Bereichen. Ich finde, dass sich hier klasse an vieles herangetastet wurde, ohne, das groß darauf eingegangen ist. Das war aber auch irgendwie der Stil der Autorin. Mehr Andeutungen, anstatt den eigentlichen Ereignissen. Mir gefiel das, denn es war eine spezielle Weise etwas mehr Tiefgang zu zeigen. Gab Denkanstöße in die richtige Richtung und viel mit auf den Weg.

Was ich etwas schade fand war, dass besonders der Mittelteil des Buches etwas abgesackt ist. Die vielen Erzählungen zum Alltag der Mädchen war zwar nicht langweilig, aber die Spannung oder auch der Wandel vom Anfang fehlte hier irgendwie. Vielleicht war es auch einfach dieses „Einleben“ in die Geschichte, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin ihren roten Faden etwas mehr erkennen ließ.

Dann gab es so einen Moment im Buch, an dem ich mir nicht vorstellen konnte, was nun zum Abschluss kommen sollte. Plötzlich überschlagen sich die Geschehnisse schneller als einem lieb und und man sitzt vor dem Ende der Geschichte mit Tränen in den Augen da. Erstaunlich war auch, dass auf einmal alles wie bei einem Jojo zurückkam. Das Buch endet mit einem Knall und man führt sich unbewusst viele Situationen aus dem Roman noch einmal vor Augen. Ich war geschickt, ergriffen und todtraurig. Aber das macht gute Bücher ja aus - Sie bewegen die Leser.



LOVE ALICE ist ein Roman, der sich schleichend an den Leser herantastet und einem am Ende völlig perplex zurücklässt. So wie der Stil der Geschichte, kommt man langsam in den Genuss einer schönen Freundschaft und anderen Dingen, die im Leben wichtig sind. Die Botschaft hinter dem Roman ist jedenfalls deutlich und wegen der angenehmen Schreibweise auch für jüngere Leser geeignet.

Zum Schluss war ich sehr ergriffen und werde Alice und ihr Abenteuer wohl nicht so schnell vergessen. Ich empfehle das Buch an alle weiter, die mal eine etwas andere Geschichte lesen möchten: Wie eine Welle wird sie euch irgendwann umwerfen.

Kommentare:

  1. Ich freue mich total, dass ich dich mit dem Buch "anstecken" konnte. Hat sich ja gelohnt! :)

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  2. Wow, das Buch klingt wirklich toll. Ich finde man sollte immer mal ab und an ein Buch lesen, dass aus der "realen Welt" erzählt. Beim Lesen der Rezi fiel mir auf, dass mich der Inhalt ein wenig an "Eine wie Alaska" erinnert, in sofern das es um ein Mädchen geht das einfach rastlos ist und nicht weis wo genau es hingehöt.

    Toll geschriebene Rezi, denke das Buch kommt auf meine WuLi!

    LG Piglet ♥

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  3. Von dem Buch hab ich bisher nur sehr wenig gehört ... aber was ich gehört habe, war sehr positiv :) Jetzt kommt es endlich auf meine Wunschliste (die sowieso schon ellenlang ist >.<). ich frag mich ja echt, wann ich jemals hinterherkommen werde mit den ganzen Büchern, die ich noch lesen möchte ;D

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  4. Hi, ich hab in meinem TAG etwas Werbung für dich gemacht :)
    http://sweetpiglet.blogspot.de/2014/02/tag-blogger-packen-aus.html

    LG Piglet ♥

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  5. Momentan scheint dieser Roman ja wie eine ansteckende aber positive Seuche umzugehen .. wo ist nur der Herd gewesen, das wüsste ich gerne. Bei mir steht es auch schon auf der Wunschliste und von Mal zu Mal bin ich immer mehr davon überzeugt, es mir bald anschaffen zu müssen. Danke, dass du so schöne Worte für die Geschichte gefunden hast, ohne zu viel zu verraten.
    LG Jimmy

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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