Mittwoch, 12. Februar 2014

[BUCHREZENSION] Wie Blut so rot


Titel: Wie Blut so rot
OT: Scarlet
Autor/in: Marissa Meyer
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Lunar Chroniken #2
Quelle: Danke an den Verlag! :)






Marissa Meyer liebt Fantasy, Grimms Märchen und Jane Austen. Sie hat Kreatives Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinderliteratur studiert und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Tacoma, Washington. Die vier Bände der "Luna-Chroniken" sind ihr Debüt als Schriftstellerin.




Deutsch
Gebunden/ 19,90€
Seiten: 512
Verlag: Carlsen


Englisch
Gebunden/ 13,10€
Taschenbuch/ 7,90€
Seiten: 464
Verlag: Puffin






Wer Band eins mochte, wird den hier lieben! :D


Kurzbeschreibung

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …
Buchgestaltung
Viele Fans der englischen Cover haben sich über die deutsche Aufmachung beschwert, aber ich finde sie ehrlich gesagt ganz hübsch, so wie sie ist. Da es hier in gewisser Weise um ein Make-over von Rotkäppchen geht, sind die Wölfe und Signalfarbe Rot gut gewählt. Außerdem glänzt das Buch richtig schön, durch das reflektierende Cover. Die englische Aufmachung ist natürlich perfekt. Beide Titel passen meiner Meinung nach gleich gut zum Roman.
Meinung

Wie Blut so rot ist das zweite Märchen Makeover von Marissa Meyer. Nacherzählung passt mal wieder nicht ganz so gut, da die Geschichte zwar in einigen Punkten mit dem Original übereinstimmt, die Geschichte aber die meiste Zeit etwas Eigenständiges ist. Die Autorin hat sich dieses Mal Rotkäppchen zur Vorlage genommen und die Protagonistin heißt Scarlet, genau wie ihre Haarfarbe im englischen Original. Ich mochte das Buch viel mehr als noch „Cinder“.

Zu Beginn war ich allerdings etwas skeptisch, wo die Autorin mit ihrer Erzählung hinwollte. Es ist nämlich so, dass Band zwei nicht ausschließlich aus der Sicht vom Scarlet geschrieben ist. Besonders in den Anfängen der Geschichte häufen sich Kapitel, die Cinders Abenteuer weiter erzählen und auch Einblicke auf die Situation von Kai geben. Da ich angenommen hatte, das Buch würde Vergangenes auf eine andere Weise weiterspinnen, war ich zuerst etwas vor den Kopf gestoßen. Scarlets Perspektive gefiel mir zunächst so viel besser, dass ich mich fast gelangweilt habe, wenn diese immer wieder von Cinder & Co unterbrochen wurde. Im Verlauf der Handlung musste ich aber feststellen, dass genau diese Tatsache einfach perfekt war, um später Einblicke in etwas zu geben, dass für die gesamten Lunar Chroniken von Bedeutung ist. Als gegen Ende dann sogar die Stränge alle zusammenliefen, war ich richtig begeistert von all dem Tiefgang und den logischen Schlussfolgerungen.

Scarlet war mir vom Fleck weg sympathisch. Sie ist ein sehr temperamentvoller Mensch, mit dem Hang erst zu handeln, dann zu denken. Zudem schlägt ihre Loyalität gegenüber ihrer Großmutter sich immer wieder durch und das fand ich große Klasse. Was ich ebenfalls sehr mochte war, dass Scarlet zwar ein total energischer und selbstbewusster Charakter war, sie aber auch jede Menge sanftere Seiten hatte. Im Grunde passt harte Schale, weicher Kern total gut als Beschreibung zu ihr. Irgendwie war es schon fast wieder witzig, dass es hier ganz anders war als im Original Märchen, denn Scarlets Gegenpart Wolf ist trotz einiger Wut und Aggressivität die meiste Zeit eher der Ruhepol und auf liebenswürdige Weise verplant und unwissend, was die normalsten Dinge angeht. So weiß er z.B. nicht, wie eine Tomate aussieht und schmeckt, was herrlich amüsant war.

Die Geschichte kommt so schnell in Fahrt, dass man sich als Leser förmlich so vorkommt als würde man in den Plot hineingeworfen. Ich fand, dass war ein großer Pluspunkt, besonders da Autorin Marissa Meyer sich sämtliche Wiederholungen spart. Alles, was wichtig ist, wird kurz und knapp von Cinder in Erinnerungsrückblicken oder Gedanken wiedergegeben. Scarlet weiß zunächst auch selbst nicht, inwiefern sie oder ihre Großmutter überhaupt in Cinders Geschichte verstrickt sich, das stellt sich auch erst ganz am Ende heraus. Im Grunde ist Wie Blut so rot also ein eigenes Abenteuer, das erst nach und nach Verknüpfungen zu dem Vorgängerband und die darin stattgefundenen Ereignisse macht.

Auf der Suche nach ihrer Großmutter erlebt Scarlet eine spannende Reise. Sie trifft auf viele Gefahren und Herausforderungen, muss wichtige Entscheidungen treffen und man spürt deutlich, dass sie eine große Entwicklung über das Buch hinweg macht. Die Beziehung zu Wolf entwickelt sich sehr langsam. Das war angenehm zu lesen, weil man sehr gut nachvollziehen konnte, wie Scarlet Vertrauen zu ihm fasst. Allgemein fand ich die Liebesgeschichte einfach traumhaft schön gemacht. Es gab romantische Szenen, starke Dialoge und Konflikte, die sich immer mehr aufgewiegelt haben, sodass die Mischung Scarlet/Wolf irgendwann „explodieren“ musste. Die Szenen, in denen beide mal etwas mehr Zeit für Entspannung hatten, waren auch total witzig, was daran lag, das sie eben so verdammt unterschiedlich waren :)

Ab der Mitte wurde das Buch so spannend, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte! Ich musste einfach wissen, wie es mit Scarlet und Wolf weitergeht und ob die beiden Großmutter Michelle nun wiederfinden. Zwischen all diesen Rätseln, gab es auch viele sehr traurige Momente, die mich echt mitgenommen haben. Hier wird es oft richtig blutig und gegen Schluss gab es einen richtigen Kleinkrieg.

Nebenbei ist Cinder auf der Flucht und die Entdeckungen, welche sie über ihre Vergangenheit macht, sind nicht minder fesselnd. Was auch richtig toll war: Wir lernen hier einen Charakter kennen, der für das dritte Buch sicher sehr wichtig sein wird und den man hier schon sehr lieb gewinnt, weil er so schlagfertig ist. Das letzte Kapitel im Buch fand ich auch einfach genial gemacht. Ich möchte unbedingt wissen, was Cress nun mit allem zu tun hat! Ein kleiner Trost ist da die Leseprobe zum dritten Band, obwohl es einem danach wohl noch schwerer fällt zu warten.



Wie Blut so rot ist in zweiter Band, der mir nochmal besser gefiel als Wie Monde so silbern. Scarlet war für mich die perfekte Protagonistin, mir mit all ihrem Gerechtigkeitssinn und Mut sehr sympathisch. Die Handlung ist schlüssig, spannend und steigert sich zu einem tolle Finale, das einen den Atem anhalten lässt. Dass in der Nebenhandlung Cinders Geschichte weitergesponnen wird stellt sich als großer Pluspunkt heraus, denn hier werden einem nochmal wichtige Informationen zu teil.

Spannend, schlüssig, spaßig – Klare Empfehlung von mir! :)





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