Dienstag, 4. März 2014

[BUCHREZENSION] Half Bad

Titel: Half Bad
OT: Half Bad
Autor/in: Sally Green
Genre: YA, Fantasy
Buchreihe: Half Bad #1
Quelle: Amazon Vine :)





Dieses Buch erscheint am 31. März!



Sally Green lebt mit ihrem Mann und ihrem zehnjährigen Sohn in Warrington, England. Ihre stressige Karriere im Finanzwesen hat sie gegen Hühnerhaltung und Marmeladenherstellung eingetauscht und endlich die Zeit gefunden, die immer wieder erdachten Geschichten auch aufzuschreiben. Nebenbei absolviert sie einen Bachelor in Literatur und Kreatives Schreiben an einer Fernuniversität. Half Bad – Das Dunkle in mir ist ihr Debütroman.



Deutsch
Gebunden/ 17,99€
Seiten: 432
Verlag: cbj


Englisch
Gebunden/ 13,50€
Taschenbuch/ 8,60€
Seiten: 416
Verlag: Viking Juvenile






Mal gut, dann nicht...


Kurzbeschreibung

Wenn das Böse in dir lauert, bist du dann dazu verdammt?

Nathan wird gejagt. Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?

Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse …
Buchgestaltung
Die Aufmachung ist ganz gelungen. Zu dem „Motiv“ kann man ja nicht allzu viel sagen :) Das Coole an dem Buch ist auf jeden Fall der matte Glanz, der das gesamte Buch in Silber und Rot zum Leuchten bringt. Ein echter Hingucker im Regal. Half Bad ist auch so ein sehr zweideutiger Titel. Man kann ihn positiv oder eben negativ sehen, wie die Sache mit dem halb vollem oder halb leerem Glas. Das passt übrigens sehr gut zur Geschichte, da Nathan ständig in diesem Konflikt steht.
Meinung

Kurz gesagt: Mit Half Bad bin ich nicht richtig warm geworden. Den vielen Pressestimmen nach, sollte das Buch etwas Neues, etwas Fesselndes, etwas ANDERES sein. Anders ist es auf alle Fälle, da kann niemand etwas gegen sagen, aber wie das nun einmal mit anders so ist, bedeutet anders eben nicht immer gleich gut. Der Beginn des Buches war sehr interessant gestaltet. Der Leser wird in einer Art Vorgeschichte vom Protagonisten persönlich angesprochen und wie eine aktive Person so in die Handlung hineingezogen. Das war wirklich ein Erlebnis, das ich nicht bereut habe, weil es sich sehr außergewöhnlich angefühlt hat. Ich war jedoch sehr froh, dass die eigentliche Geschichte „normal“ aus der Sicht des Charakters geschrieben ist, denn auf Dauer wäre diese Art von Involvieren sehr anstrengend geworden, da bin ich mir sicher.

Nathan ist der Spross des mächtigsten, schwarzen Magiers aller Zeiten. In der Welt die Autorin Sally Green erschaffen hat finden wir uns in einem etwas mittelalterlichen Zeitalter gepaart mit modernen Elementen wieder. Das lässt sich so erklären: Das Setting in Half Bad zeigt eine Gesellschaft, die unserer ähnlich ist, jedoch von Orten und Beschreibungen her doch etwas dem 21. Jahrhundert hinterher hinkt. So werden dort Hexen noch verfolgt, wenn sie eben dunkel sind, es gibt aber auch eine Art Schule für angehende Magiebetreiber. Darunter „Menschen“ wie Nathan, der ein Halbbut ist, was bedeutet halb Gut/Böse. Die Kräfte solcher Figuren zeigen sich in den unterschiedlichsten Wegen, wobei ich mir nicht immer ganz sicher war, wie genau man sie nun definieren kann. Das ist so eine Sache am Roman, die mich unter anderem etwas gestört hat. Man erfährt zwar einiges, aber gleichzeitig weiß man als Leser nie Genaues. Ursprünge, Grenzen, Regeln – All das wurde ein wenig außer Acht gelassen, wenn es um Erklärungen und dergleichen ging.

Der männliche Protagonist verhält sich aber als solcher und seine Perspektive war angenehm zu lesen, wenn auch etwas distanziert. Ich konnte jedenfalls keine wirkliche Beziehung zu ihm aufbauen, da mir seine Motive und Gedanken nicht immer schlüssig waren. Allgemein hatte ich Probleme, die Charaktere in diesem Buch anzunehmen. Die einen waren mir zu platt beschrieben, die anderen zu unsympathisch und die wirklich wichtigen Akteure im Plot waren zu undurchschaubar. Wenn ich ein Buch lese möchte ich wenigstens verstehen können, woher Figuren ihre Eigenschaften beziehen, etwas über sie erfahren und obwohl dass bei Nathan mit seiner Hintergrundgeschichte der Fall war, so fand ich, dass er sich sehr widersprüchlich verhalten hat. Oft war das verwirrend.

Die Handlung an sich dreht sich größtenteils um Nathan, seine Gabe und die Leute, die ihn wegen seiner Abstammung verfolgen und auf seine Seite ziehen wollen. Meistens ist das Ganze etwas langsamer und gemächlicher inszeniert, weshalb viele Passagen des Buches, das nicht gerade kurz ist einfach zu zäh zu lesen waren. Im Grunde gab es zu viele Seiten für die eigentlichen Punkte, die abgehandelt wurden. Dafür war die Atmosphäre jedoch sehr interessant. Der Roman kommt etwas düsterer daher, wenn er auch nicht die versprochene Thriller-Stimmung mitbringt. Durch die harten Zeiten und Ungerechtigkeiten im Plot ist die Reise der Figuren kein Zuckerschlecken und so wartet die Autorin an der ein oder anderen Ecke doch mit überraschenden Wendepunkte auf, die nochmal Schwung mit sich brachten. Besonders durch den Wechsel zwischen Ort und Zeit innerhalb einiger Kapitel wurde die Geschichte im Verlauf etwas schneller und so auch spannender.

Die Liste an Dingen, die mir jedoch gefehlt hat, ist zu lang, um die vielen Dinge auszugleichen, die in diesem Debüt durchaus gelungen umgesetzt wurden. Fehlende Charakterentwicklung, mangelnde Ereignisse, rascher Wechsel an Figuren...das Ende des Romans kommt dann übrigens im Vergleich zum Rest ziemlich abrupt.




Sally Greens Debütroman hat einige tolle Ansätze, die Mischung des Settings, die Einfälle bezüglich der Hexer und Halbblüter. Allgemein hat der Roman aber zu viele nicht ausgefeilte Punkte in der Handlung selbst. Die Charaktere sind schwer zugänglich und das Buch an sich sehr distanziert geschrieben. Von mir gibt es daher leider keine Empfehlung und das Lesen der Folgebände bleibt bei mir aus.


1 Kommentar:

  1. Schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hat =) Ich war absolut positiv überrascht davon und konnte es kaum weglegen ;)

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