Donnerstag, 20. März 2014

[BUCHREZENSION] THALIS - Der schwarze Schattenjäger


Titel: -
OT: Der schwarze Schattenjäger
Autor/in: Laura Sommer
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Thalis #1
Quelle: Danke an die Autorin! :)






Laura Sommer ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die nicht nur
Bücher schreibt, sondern auch Konzepte und Produkte (Spielwaren) für
Verlage und Firmen im In- und Ausland entwirft, mitentwickelt und gestaltet.

http://laurasommerautorin.de/




Deutsch
Ebook/ 2,68 €
Seiten: 185
Verlag: CreateSpace


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!






Eine tolle Geschichten mit vielen Facetten!


Kurzbeschreibung

Die neunzenjährige Thalis Kingston führt kein einfaches Leben. Ihre Mutter liegt im Sterben und ihr einziger Freund ist Joshua, ein ehemaliger Schulkamerad, der ihr beisteht. Thalis versucht ihr Leben zu meistern, bis das Schicksal sie eines Tages einholt. Ein schwarzer Wolf verfolgt sie und lauert Thalis ständig auf und Valom, der Häuptlingssohn des angrenzenden Cherokee-Indianerstammes verdreht ihr den Kopf. Was passiert nur mit ihr? Die uralte Legende der Wölfe und Bären – Thalis gerät zwischen die Fronten und muss sich entscheiden …
Buchgestaltung
Das Cover wirkt durch seine Farben ziemlich frostig und hat mich sofort an ein Wintermärchen erinnert. Thalis ist zwar Fantasy, geht aber in eine etwas andere Richtung. Trotzdem mag ich das Motiv, weil es genauso mystisch ist, wie das Potenzial des Romans. Über Mädchengesichter lässt sich bekanntlich ja streiten, weil die meistens anders aussehen als die Protagonistinnen, aber hier hat mich das eher weniger gestört, weil das Gesamtkonzept vom Cover stimmt. Der Winter spielt nämlich eine Rolle. 
Meinung

THALIS ist ein Roman, auf den ich leider nicht selber aufmerksam geworden bin. Von der Autorin habe ich schon öfters Bücher auf Amazon gesehen, aber ich dachte immer, dass diese Art von Chic-Lit nicht so ganz Meins sei. Da es sich bei Thalis um Jugendbuch Fantasy handelt, trifft das aber genau mein Beuteschema und als ich das Angebot bekam, dass Buch zu lesen, konnte ich nicht nein sagen.

Ich muss gestehen, dass der Anfang der Geschichte etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zuerst gibt es einen kleinen Prolog, dann eine Szene mit zwei Geschwistern, die man zu Beginn des Lesen gar nicht versteht. Ich war etwas irritiert, aber sobald der Erzählstil zu Thalis Geschichte wechselte, habe ich mich schnell eingelesen. Die Autorin hat hier beabsichtigt eine Art Vorgeschichte geschaffen, die man erst sehr viel später zuordnen kann.

Laura Sommers Schreibstil ist so, wie ich es mir von einem Jugendbuch wünscht: Locker, flüssig und einfach federleicht. Ich hatte die ersten fünfzig Seiten schneller hinter mir als ich geglaubt hatte. Was mich etwas verwundert hat, war dass sich die Geschichte bis dahin viel mehr wie Contemporary liest, als Fantasy. Thalis wohnt noch zu Hause, denn ihre Mutter ist krank und braucht die Unterstützung ihrer Tochter. Dadurch ist die ganze Familie, einer große Belastung ausgesetzt und als Leser bangt man natürlich sofort um das Leben der Mutter mit. Neben ihren Pflichten zu Hause hilft Thalis ihrem Onkel in einem Büchercafé aus. Ihr bester Freund Joshua steht ihr zur Seite und dann gibt es da noch Logan, der sich ständig an Thalis ran macht. Man könnte also wirklich sagen, das die erste Hälfte des Buches sich viel mit dem Alltag von Thalis und ihren Problemen beschäftigt.

Eich fand das aber alles andere als langweilig, weil man so sehr gut Einblick in die Hintergründe der Charaktere erhielt und es auch sehr viele witzige Szenen zu lesen gab. Thalis trägt zwar viel Verantwortung, aber sie hat eben auch die stereotypischen Gedanken eines jungen Mädchens, dass sich gerne verlieben würde. Das war so eine Sache, die ich persönlich einfach klasse fand! Denn obwohl es hier genug Kandidaten gab, hat die Autorin niemals zwanghaft versucht irgendwo eine Beziehung aufzubauen. Es war richtig erfrischend, dass hier teilweise mit Klischees gespielt wurde und ich war richtig überrascht als die Geschichte diesbezüglich immer wieder eine gute Wende zeigte. Äußerst amüsant waren besonders die inneren Monologe von Thalis zu dem Geschehen um sich herum. Ich musste dauerhaft schmunzeln.

Das Buch hat auf dieser Ebene aber auch viele traurige Seiten. Die Atmsophäre ist zwar die meiste Zeit fröhlich und unterhaltsam, aber als der erste Fremde in Thalis Leben auftaucht und sich das Blatt wendet, wird man in einen richtigen Strudel aus düsteren Gefühlen und schlimmen Vorahnungen hineingezogen. Das war dann auch der Teil, bei dem die Autorin ihre Ideen bezüglich des Fantasyelements zum Einsatz brachte. Langsam wurde ich immer mehr in den Bann einer Geschichte gezogen, die ich so noch nicht gelesen habe. Allein das Konzept des Romans war sehr interessant. Alte Legenden von Cherokee-Indianern als Grundlage zu nutzen war etwas Neues im Jugendbuch Bereich, dass mich rasch faszinieren konnte. An sich ist der Plot immer sehr gradlinig und übersichtlich, aber das war gleichzeitig auch eine Stärke der Handlung. Man konnte nie den Überblick verlieren.

Besonders der Teil als Thalis mit ihrem neuen Schicksal konfrontiert wird war sehr spannend gestaltet. Sie wird aus ihrem alten Leben gerissen und sieht sich mehreren Entscheidungen gegenüber, die alles andere als leicht sind. Dazu kommt, dass hier auch Konflikte bezüglich einer „Rasse“ gut thematisiert wurden, weil die Stadt den Cherokee-Indianern feindlich gegenüber steht und viele Bewohner diese auf ihrem Land nicht dulden wollten.

Die Liebesgeschichte hat mir zudem wirklich gut gefallen. Hier lernen sich die Charaktere erst kennen, bevor sie Gefühle füreinander entwickeln, auch, wenn das offensichtliche Interesse eben von der ersten Begegnung an vorhanden ist. Trotzdem werden dadurch andere Beziehungen nicht in den Hintergrund gedrängt, denn Thalis ist ein sehr loyaler Charakter und ihr war ihre Familie immer sehr wichtig.

Was ich allerdings sehr schade fand, war, dass es hier immer ein und dasselbe Setting gab. Das Buchcafé ist praktisch der Haupthandlungsort und ich hätte mir einfach gewünscht etwas mehr zu Gesicht zu bekommen. Besonders gegen Ende hat einfach der normale Teil der Geschichte stark die Überhand gewonnen und ich wäre viel lieber bei den Parts mit den Cherokee-Indianern oder Valoms Szenen geblieben. So richtig störend war es nicht, aber ich finde, es gab eine Menge Potenzial, dass anders angelegt wurde, als ich es gerne gesehen hätte. Durch die Kürze des Buches blieb auch einfach nicht genug Zeit, noch mehr Details einzubauen, weshalb viele Fragen offen bleiben. Das sind im Grunde keine allzu harten Kritikpunkte, aber sie haben mich beim Lesen trotzdem mit der Zeit gestört. Außerdem muss ich gestehen, dass ich Abby (die Tante) mit ihrer Neugier so richtig penetrant fand xD




THALIS ist der erste Band einer viel versprechenden Reihe. Sowohl Schreibstil, als auch die Art der Autorin Geschichten zu erzählen konnten mich überzeugen. Halb Contemporary, halb Fantasy bietet THALIS viel Tiefgang und liebenswerte Figuren, die einem rasch ans Herz wachsen. Ab und an hat das Buch ein paar Alltags-Längen und schöpft sein Potenzial nicht ganz aus, aber mit den knapp 185 Seiten sorgt der Roman auf jeden Fall für einen schönen Zeitvertreib. Empfehlenswert! :)




Schaut euch doch auch mal den Trailer an! 


1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Das klingt wirklich sehr interessant, aber den Trailer musste ich leider abbrechen, da sind mir einfach zu viele Spoiler drinne ;-)
    Eine sehr ausführliche Rezi, die mir gut gefallen und mich neugierig gemacht hat.

    LG

    AntwortenLöschen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D