Sonntag, 6. April 2014

[Book To Movie] Das chaotische Wrap-Up - Teil 1



Normalerweise bin ich nicht so der Film-Rezensent, dass gebe ich gerne zu, aber da immer öfter jede Menge Leute meine Meinung zu Buchverfilmungen hören möchten, wird das hier eine Art Wrap-Up einiger Filme, von denen ich die Buchvorlage gelesen habe. Das werde ich in Zukunft vermutlich öfter machen :) Jedenfalls hab ich ein paar Parts geplant und fange heute mit den "aktuelleren" an. Ihr solltet mein Urteil aber auf keinen Fall als Maßstab für irgendetwas nehmen. Ich denke, wenn man das Buch gelesen und vor allem gemocht hat, dann muss man den Film früher oder später einfach anschauen xD

Da ich jetzt nicht groß den kompletten Inhalt wiedergeben möchte, führt euch ein Klick auf das jeweilige Bild zu der Seite bei Amazon, wo ihr mehr zum Inhalt erfahren könnt, falls euch eine der Verfilmungen jetzt mal nichts sagen sollte.



Ich weiß, dass DIVERGENT erst am 10. April offiziell in die deutschen Kinos kommt, aber ich habe ihn bereits auf Englisch gesehen. Vorweg sollte ich dazu sagen, dass ich die Buchreihe nicht sonderlich gerne mag. Band eins finde ich nach wie vor sehr genial, aber dem Rest konnte ich einfach nichts mehr abgewinnen, was mein Fandom insgesamt echt gemindert hat. Auch die Schauspieler erschienen mir größtenteils bei den Casting News schon nie als die ideale Besetzung, besonders Shailene Woodley war mir aus  - ich gebe zu - unerfindlichen Gründen sehr unsympathisch. Im Film konnte sie mich aber dann von sich überzeugen. Allgemein finde ich, dass Divergent ein gutes Beispiel dafür ist, dass man die ausgewählten Schauspieler nicht unterschätzen sollte. Theo James ist zwar vom Alter her vielleicht etwas zu hoch angesetzt worden, aber im Film hat mich das nicht gestört. Ich mochte sogar den Film-Four, den er dargestellt hat überaus gerne und fand die vielen Szenen im Dauntless (Ferrox) Hauptquartier ziemlich genial gemacht. 

Das Hauptproblem was ich allgemein mit der Verfilmung hatte war, dass sie mir im Vergleich zum Buch oftmals sehr zäh und langweilig vorkam. Die Laufzeit reicht fast an die zwei Stunden Grenze heran und das hat man leider auch deutlich gespürt. Insbesondere der ganze Mittelteil zog sich sehr in die Länge und im Buch kam das ganze Training der Fraktion doch weitaus spannender rüber. Ich denke, dass lag besonders daran, dass hier viele CUTs bei den Nebenfiguren gemacht wurden. Ich gebe zu, an einige erinnere ich mich trotz Buchvorlage nicht mehr so wirklich, aber die ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen gab es hier einfach kaum. Einzig und allein Christina und Tris hatten wenige Momente, die Freundschaft durchblicken ließen. Der Fokus lag einfach extrem auf Four/Tris/Liebe und auch, wenn die Liebesgeschichte hier nicht verkitscht oder gar übertrieben plaziert wurde (was ja das Schöne am Buch war) so gab es irgendwie ein paar Chemie-Probleme zwischen den beiden Hauptdarstellern. Umso genialer fand ich dafür Tris und ihre Einstellung/ihr Wandel. Die vielen inneren Konflikte und ihre Entwicklung waren im Film sehr gut sichtbar und ein guter Pluspunkt.

Zudem wurden im Buch einige Dinge brutaler dargestellt als sie eigentlich waren, andere Momente dafür komplett weggelassen. Das war mir etwas unverständlich und hat - ohne jetzt spoilern zu wollen - auch ein paar Logikfehler mit sich gezogen. Zumindest in meinen Augen gab es einige Details, die Leute ohne "Buchhintergrund" sicher hinterfragen und nicht verstehen werden. Von den Kulissen und der ganzen Aufmachung der Kostüme her hatte ich aber nichts zu meckern. DIVERGENT bietet jede Menge für das Auge und meiner Meinung nach wurden meine Vorstellungen immer sehr gut getroffen. 

Die Musik war auch nicht schlecht, wenn auch etwas deplatziert. An den unpassendsten Stellen kamen ruhige Lieder und wenn es dann voll abgehen sollte, dachte ich mir immer nur: Wo kommt denn jetzt dieses Disney Gedudel her? Alles in allem ist der Film aber sehenswert, wenn er auch viele Mängel hat. Als allein stehenden Film, ohne den Bezug zum Buch hätte das Ganze bei mir aber ziemlich schlecht abgeschnitten, so viel steht fest. Mehr für Fans als für Nicht-Leser gemacht.






Uhh, wen sehen wir denn da schon wieder? Ja, Shailene Woodley ist echt überall. Ich habe aber THE SPECTACULAR NOW noch vor DIVERGENT gesehen und kann euch versichern: Hier passt die Rolle der Aimee einfach perfekt zur Schauspielerin. Nach dem ich das Buch gelesen habe, kann ich verstehen, wieso sie die erste Wahl war. Der Film ist wirklich eine wahnsinnig gute Umsetzung des Romans - aber hallo! Im Vergleich zum Buch hat dieses einen ganzen Ticken mehr Tiefgang und auch das Ende läuft doch sehr unterschiedlich ab, aber dennoch war der Film atmosphärisch sehr packend und brachte die Erzählstimme vom Sutter richtig gut rüber. Hier habt ihr übrigens eine Geschichte vor der Nase, von der ich weiß, dass man sie entweder mag oder kein bisschen. Das Buch ist eben eine komplizierte, sarkastische und fragwürdige Sache, besonders mit einem Teenager-Alkoholiker als Protagonist, aber genau das unterscheidet diese Contemporary Geschichte auch von anderen des Genres. Ich war sehr begeistert. Miles Teller trifft Sutters Charakter sowohl von der Beschreibung als auch der Art sehr, sehr, sehr gut. Man kann ihm praktisch den Haufen Probleme hinter seiner humorvollen Art ansehen.

Der Film reizt an einigen Stellen die Szenen des Buches etwas mehr aus, was nicht verwunderlich ist, da der Roman an sich recht kurz ist, aber im Großen und Ganzen bleibt er der Vorlage sehr treu. Die Dialoge wurden fast immer 1:1 übernommen. Auch als eigenständiger Film macht die Geschichte einiges her und ich weiß gar nicht, was von beidem ich besser fand: Buch oder Film - und wann kann man das schon mal sagen? Es gibt eben diese Bücher die super als Film funktionieren, ohne das man jemals das Buch gelesen haben muss. Mir gefielen eben beide Versionen sehr gut. Das Einzige, was am Film wirklich etwas zu kurz kommt ist die ganze Sache mit dem Alkoholismus.

Und wer sich jetzt denk, dass Ganze ist irgendsoein Teenie-Drama, der irrt sich. In erster Linie geht es nämlich um die Beziehung zwischen Sutter und Aimee und letztere hält einfach immer zu ihm, egal, was er für scheiße baut. Das ist noch nicht einmal kitschig, sondern durchaus realistisch dargestellt, weil Sutter Aimee so etwas wie ein neues Leben zeigt, auch, wenn das so seine dunklen Seiten hat. Außerdem muss es eben nicht immer diese fröhliche Happy End For Ever And Ever sein, oder?





Und jetzt ein Pferd oder was? Ja. JA. Ich habe es mir zur Mission gemacht, die Menschen mit OSTWIND zu infizieren. Wie ihr euch jetzt vielleicht denken könnt, ist OSTWIND eine deutsche Produktion und wahrscheinlich der beste deutsche Film, den ich jemals gesehen habe. Hier ist das Ganze allerdings etwas schwammig, denn es gab zuerst den Film, aber das Buch dazu war schon geschrieben und dann kam Band zwei, aber kein Film und...wie auch immer. Der Roman/Film erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen einem Pferd und einem Mädchen. Am Anfang beginnt alles recht stereotypisch, aber innerhalb kürzester Zeit redet sich Protagonistin Mika mit ihrem Sarkasmus und Trotz echt in die Herzen der Zuschauer. Ihre Rolle wurde auch einfach richtig cool konzipiert, weil Mika selber wie ein Wildpferd ist, das man irgendwo angebunden hat und frei sein möchte. Neben den schönen Kulissen und der tollen Landschaft sind die Szenenbilder immer sehr atmosphärisch gedreht worden. Die Musik im Film ist nahezu perfekt an die Momente angepasst, weshalb man jede Sekunde mitfühlt, ohne zu zögern. Einer der größten Pluspunkte, denn wer möchte nicht genau das erleben, was eigentlich für die Helden der Geschichte bestimmt ist? Ostwind bleibt dabei immer ein Film für die ganze Familie, weil es hier eben nicht gewalttätig oder dergleichen zugeht, aber wer erwartet das bei Beschreibung und Titel denn auch? Dabei ist das Ganze nicht nur etwas für Menschen, die Pferde mögen, sondern jeden, der mal eine stimmige deutsche Produktion sehen will.

Die Schauspieler bestehen teilweise aus bekannten und frischen Gesichtern und alle harmonieren ausgesprochen gut zusammen. Man merkt der Produktion auch nicht einmal an, dass hier viel mit Doubeln gearbeitet wurde. Perfekter Schnitt, Leute xD Ich finde nur, in den Film hätte etwas mehr...naja, Liebesgeschichte oder so gehört :D

Ein tolles Abenteuer aus Humor, Freundschaft und dem Wunsch danach, sich selbst zu finden und seine Grenzen zu testen. Ich will einen Ostwind haben. Jetzt sofort. HÜÜÜ!







Kommen wir jetzt zu einer Verfilmung von der ich mir sicher war: Die wird scheiße. Ich war so felsenfest davon überzeugt, dass ich weinend aus dem Kino rennen werde, dass ich den Film wahrscheinlich gerade wegen den Null Erwartungen echt amüsant fand. Ich verwende hier nicht das Wort guuuuut, sondern amüsant. Unterhaltsam. Anders eben. Keine Ahnung, ob es vom Regisseur beabsichtigt war, aber die Verfilmung rund um Dhampir Rose, die als Wächterin ihre beste Freundin und Vampir-Prinzessin Lissa beschützt, war ein Teeniefilm, der doch oft mit den eigenen Klischees gespielt hat. Zoey Deutch hatte sich ja vor den Dreharbeiten so einiges anhören müssen. Von wegen sie sei zu dürr, nicht taff genug oder sehe einfach zu nett aus, aber meine Zweifel konnte sie echt beseitigen. Zoey Dutch war in den Kampf und Trainingsszenen, besonders durch ihre Mimik sehr glaubhaft und ihre Version von Rose Hathaway nicht schlecht.

Ich muss dazu wohl sagen, dass die Charaktere im Film doch deutliche Unterschiede zu denen im Buch hatten, aber gerade deswegen konnte mich das alles so überzeugen. Rose war nicht mehr ganz so egoistisch und eingebildet, Lissa nicht mehr so weinerlich, Dimitri kam allgemein etwas weniger vor und wurde angeschmachtet, Mia war etwas bösartiger...all diese kleinen, aber feinen Unterschiede haben mir die Produktion irgendwie sympathischer gemacht xD Ich hatte mit so einigen Dingen in den Büchern nämlich so meine Probleme, insbesondere bei meinem letzten re-read von Band eins.

Die Kulisse der Academy gefiel mir auch richtig gut! Genau wie sie im Buch beschrieben wurde, fiel das Gelände aus, der Unterricht...ja, ich fand das alles echt klasse gemacht, zumal Richelle Mead ja die Königin der Wiederholungen nicht Beschreibungen ist und die Filmemacher einiges aus dem Buch rausgeholt haben, was das anging. Ich muss aber leider sagen, fand ich die Musik bei DIVERGENT deplatziert, so war sie hier zu 50% einfach grausam. Diese...gnaaa, indisch angehauchte Musik oder was auch immer das war, dann diese knalligen Techno-Beats zwischendurch - Einfach NEIN. Das meine ich jetzt nicht nur, weil das gar nicht meinen Geschmack trifft, es hat einfach nicht gepasst.

Die Freundschaft von Rose und Lissa kommt im Film richtig super rüber und auch das Band, welches sie teilen wurde mit einem netten Effekt realistisch umgesetzt. Allerdings hat der Film einige "Sprünge" in denen man als Zuschauer von der einen zur anderen Szene gejadgt wird und man kurz verwundert über den abrupten Bildwechsel ist. Das kam besonders beim ersten Mal Anschauen ziemlich merkwürdig rüber. ZAPP - andere Szene - BAM - nächstes Gespräch. Das passiert besonders oft bei den Rückblicken. 

Dafür, dass Band eins zudem der langweiligste und plot-ärmste ist, kam die Story im Film auch gar nicht so kurz rüber. Es hat einfach Spaß gemacht den Charakteren zu folgen und das Ende war sogar etwas dramatischer als im Buch. Absoluter Fail schlechthin war aber dafür Dimitri bzw. sein Schauspieler. Die Liebesgeschichte im Film ist kaum nachvollziehbar und ER als Gegenpart einfach so...gnaaaa. Ich meine, im Buch wurde er so gut aussehend und stark und ehhh männlich beschrieben und hier war er...öhhhh nicht wirklich etwas davon. Klar, es sah sau cool aus, als er sich auf die Strigoi geworfen hat, aber hey, den Statisten neben ihm hat er jetzt nicht die Show gestohlen xD


Kommentare:

  1. Hey =)
    "Ostwind" habe ich jetzt schon gefühlte 10 Mal geschaut, weil meine Tochter den so toll findet. Er ist aber auch wirklich gut =)
    Auf "Die Bestimmung" bin ich sehr gespannt!

    LG
    Anja

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  2. Whaaaaaaaaaaaaat! Divergent ist einfach nur... na Poopvergent halt :)
    Ich finde solche ''Contemporary-Rollen'' passen viel besser zu Shailene Woodley ^^

    Vampire Academy müsste ich mir dann jetzt auch irgendwann mal anschauen, der scheint ja echt lustig zu sein xD

    Tjoa, schönen Tag noch und bis bald.

    P.S. Divergent ist beschissen.

    P.S.S. Dein Blog ist voll cool, bitte besuch doch auch mal meinen <3

    schwarzsehen-für-schwarzseher.blogspot.de

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  3. Hallo und guten Tag,

    Hm, mit Pferden habe ich es eigentlich überhaupt nicht so, aber das ist ja Geschmackssache.

    Sonst muss ich einfach mal selber schauen, was so läuft bin so kein Kinogänger, da wir zwar ein Kino am Ort haben, aber das eher spezielle Filme zeigt.

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  4. Sehr schöner Überblick! xD

    P.S: Schwarzsehen FTW xDDDD

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  5. Ich habe ehrlich gesagt noch keinen dieser Filme gesehen, aber werde mir wohl Divergent nächste Woche zusammen mit meiner Schwester ansehen. Irgendwie freue ich mich sehr darauf, aber ich habe das Gefühl ich weiss fast nichts mehr was geschehen ist und mein Buch ist derzeit ausgeliehen, weshalb ich es auch nicht schnell nochmal lesen kann.

    Vampire Academy hat mich bisher irgendwie gar nicht angesprochen, ich fand den Trailer einfach schon so schrecklich, dass ich mich gar nicht erst dazu bringen konnte ins Kino zu gehen. Irgendwann werde ich mir den Film dann wohl aber schon anschauen, ich werde wohl einfach versuchen, es mit Humor zu nehmen und meine Erwartungen möglichst tief zu halten. :)

    glg Nadja

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