Montag, 21. April 2014

[BUCHREZENSION] ARCLIGHT - Niemand überlebt die Dunkelheit


Titel: Niemand überlebt die Dunkelheit
OT: Arclight
Autor/in: Josin L. McQuein
Genre: YA, Fantasy
Buchreihe: Arclight #1
Quelle: Danke an den Verlag :)







Josin L. McQuein ist in Texas aufgewachsen und lebt heute mit drei verrückten Hunde-Ungetümen in einer beschaulichen Kleinstadt, in der Autobahnen und ein ständig verfügbarer Internetzugang noch immer reine Fantastik sind. Sich vorzustellen, dass die Welt in völliger Dunkelheit versinkt, fiel ihr deshalb erstaunlich leicht.




Deutsch
Broschiert/ 14,99€
Seiten: 352
Verlag: INK


Englisch
Gebunden/ 13,10€
Taschenbuch/ 7,02€
Seiten: 352
Verlag: Greenwillow







Ein für sein Genre spannendes, wenn auch typisches Buch.



Kurzbeschreibung

Die Welt ist in völliger Dunkelheit versunken. Nur das „Arclight“, eine undurchdringliche Lichtkuppel, schützt die letzten Überlebenden vor dem Grauen der ewigen Nacht. Denn draußen lauern sie … die Seelenfresser. Wer ihnen in die Hände fällt, wird einer von ihnen oder stirbt. Allein Marina überlebte eine Begegnung mit den furchtbaren Wesen. Doch der Preis dafür war hoch: Von den zwölf Rettern, die auszogen, um sie zu suchen, kehrten nur drei zurück. Und die schwer verletzte Marina hat jede Erinnerung verloren. Seitdem spürt sie den Hass der Hinterbliebenen, ihre Abscheu, ihre Angst. Denn niemand entkommt der Dunkelheit, der nicht selbst ein Teil von ihr ist … Und die Seelenfresser suchen Marina, testen immer wieder die Grenzen des Lichtwalls und brechen schließlich durch!
Buchgestaltung
Mir gefiel die englische Aufmachung nie, weshalb ich auf die deutsche Übersetzung gewartet habe – und siehe da, ich finde das deutsche Cover wirklich 100x besser. Erstens passt es mit seinen düsteren Farben und dem Beititel wirklich perfekt zum Buch und zweitens sieht man dort nur die Silhouette und nicht das Gesicht eines Mädchens. Arclight allein als Titel wäre mir wirklich zu nichtssagend.
Meinung

ARCLIGHT beschreibt eine Welt, die eine Mischung aus Endzeitroman, aber auch Fantasy ist, denn das Setting, in welchem die Geschichte spielt bedient sich vieler phantastischer Elemente, aber auch einigen, die fast eine Dystopie erinnern. Beim Einstieg in das Buch war dieser Genre-Mix ziemlich faszinierend, weil man eine Weile wirklich keine Idee hat, worum es im Buch überhaupt geht bzw. wo denn nun die Handlung angesiedelt ist. Die Protagonistin Marina wurde von den Bewohnern des Arclight in dem so genannten Grau gefunden, welches außerhalb der Schutzzonen liegt und dort sollte eigentlich niemand überleben. ARCLIGHT steht hier für eine Art Schutzsiedlung, die mit Licht umgeben ist, denn monsterähnliche Kreaturen, namens die Blassen, fürchten sich vor der Helligkeit und werden davon abgeschreckt. So ist das Arclight im Grunde überlebenswichtig für die Menschen im Buch.

Der Schreibstil im Roman gab mir am Anfang doch einige Rätsel auf. Ich hatte oft das Gefühl, dass hier mehrdeutige Botschaften vermittelt werden sollten, aber mich hat das ehrlich gesagt etwas verwirrt. Erst fühlt man sich gefesselt, dann heißt es plötzlich wieder, es ist doch alles OK. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Autorin wirft hier Beschreibungen und Gefühle auf eine so undurchsichtige Art durcheinander, dass ich nicht wirklich wusste, woran ich war. Während wir die Umgebung und Charaktere kennenlernen gab es so viel Input an unterschiedlichen Informationen, dass es mir dadurch recht schwer fiel, mich in das Buch hineinzufinden oder mich gar an die Charaktere zu gewöhnen.

Die Grundidee gefiel mir zwar auf Anhieb sofort, aber besonders wichtige Figuren wie Marina gingen mir lange Zeit nicht sehr nahe. Sie hat kaum Erinnerungen an ihre Zeit vor dem Arclight und gibt dadurch sich selbst und dem Leser jede Menge Frage mit auf dem Weg. Der Love-Interest Tobin sendet ihr ununterbrochen zweideutige Signale. Im ersten Moment hasst er sie, dann beschützt er sie und mir persönlich war das alles etwas zu abgedreht, weil es gar nicht nachvollziehbar war. Die Beziehung der beiden baut sich hier auch gar nicht stereotypisch auf, das war wirklich nicht das Problem, aber Tobin kam mir manchmal wie zwei Personen in einer vor und dafür gab es einfach keine Erklärung, die mich zufrieden gestellt hätte. Marina macht im Gegensatz dazu aber eine beachtliche Entwicklung durch. Denkt man zuerst, dass man sie ebenfalls nicht verstehen kann, so ändert sich das während des Abenteuers in der Dunkelheit. Je mehr Kapitel hinter mir lagen, umso mehr gefiel mir ihre verquerte und schroffe Art zu handeln und zu denken. Sie war definitiv mal eine Protagonistin der anderen Sorte und das fand ich gelungen dargestellt.

Weitere Nebencharaktere im Buch waren dennoch nicht für mich greifbar. Wie das bei so einer Art „Kommune“ ist, sind die Rollen klar verteilt und daran halten sich die Randfiguren auch als würden sie einem Drehbuch folgen. Was das anging gab es im Roman leider keine Überraschungen. Allgemein konzentriert sich die Story aber sowieso auf eine kleine Gruppe an Menschen und daher fiel dieser Aspekt nicht allzu sehr ins Gewicht. Einzig und allein an den Stellen, an denen Zusammenarbeit oder Loyalität gefordert wurde fand ich das verschenkte Potenzial echt schade.

Was man dem Buch aber zu Gute halten muss ist die Spannung. Von den ersten Momenten an, gibt es Überfälle, Morde, Gefahren und vieles mehr, dass die Handlung gehörig auf zack hält. Ehe man sich versieht steht man den Blassen gegenüber, muss sie bekämpfen, verliert Freunde und bangt um sein eigenes Leben. Die wie Zombies beschriebenen Monster waren einfach ein Element, das ARCLIGHT gehörig aufgemischt hat, mal erwartet, dann wieder unvorhersehbar. Wie bei einem typischen Roman, in dem solche Wesen vorkommen, wusste man einfach selten, wann diese unberechenbaren Dinger das nächste Mal zuschlagen werden.

Ansonsten geht es im Buch viel um den Niedergang der Gesellschaft. Um die zusammengeschlossenen Orte, an denen Menschen Zuflucht suchen und ob ein Leben in ständiger Angst überhaupt noch Sinn macht. Zwischenzeitlich waren Mut – und Hoffnungslosigkeit sehr greifbar und die Autorin hat die Gefühle der Leute definitiv atmosphärisch gut umgesetzt. Marina selber bildet einen weiteren Punkt in der Geschichte, der für viel Handlung sorgt. Natürlich geht es weiter um die Fragen: Wer ist sie und wieso hat sie das Grau überlebt, aber auch die Tatsache, dass sie als Protagonistin den anderen auf ungeahnte Weise vielleicht helfen kann.

Zu bemängeln blieb trotzdem immer wieder das Setting. Es wurde einfach zu wenig über die äußerem Umstände erzählt und immer wieder zu betonen, dass das Arclight die letzte Enklave dieser Welt ist, hat mir einfach nicht ausgereicht.



ARCLIGHT ist ein teils schauderhaftes und starkes Debüt, das aber besonders Mängel im Setting und den zuwiderhandelnden Figuren aufweist. Dank der immer wiederkehrenden Spannung durch die Bedrohungen liest sich der Roman sehr spannend, aber es dauert lange, bis man Figuren mag oder gar lieb gewinnt. Alles in allem ist das Buch kein schlechter Auftakt zu einer Reihe, die durch ihre Idee sicher andere Leser mehr überzeugen kann als mich. Wer es gerne düster und blutig mag, macht mit Arclight jedenfalls nichts verkehrt. Und wer sich nicht an offenen Fragen stört (da musste ich übrigens viel an die Ashes-Reihe denken), der kann hier ohne Bedenken anfangen zu lesen und wird sicher begeistert sein.



1 Kommentar:

  1. Die englischen Meinungen waren ja auch nicht so berauschend, da hab ich es gleich gelassen! :D
    War wohl eine gute Entscheidung, obwohl ich das Cover auch sehr mag :D

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