Donnerstag, 3. April 2014

[BUCHREZENSION] Dornenherz: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne


Titel: -
OT: Dornenherz: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne
Autor/in: Jutta Wilke
Genre: YA, Contemporary, Fantasy
Buchreihe: Einzelband!
Quelle: Danke an BDB & Coppenrath :)

Klick aufs Bild um zur jeweiligen Seite zu gelangen.





Oder direkt beim Verlag? *Klick*


Jutta Wilke wurde 1963 in Hanau am Main geboren. Aufgewachsen auf dem Land am Fuß der Ronneburg lebt sie seit 1984 wieder in Hanau. Nach ihrem Jura-Studium in Frankfurt/Main arbeitete Jutta Wilke 12 Jahre als Rechtsanwältin, bevor sie ihre Robe mit der Geburt ihres vierten Kindes endgültig an den Nagel hängte. Seit 2007 arbeitet Jutta Wilke als Autorin für Kinder- und Jugendliteratur. Die inzwischen fünffache Mutter schreibt Gutenachtgeschichten, Vorlesegeschichten, Erstlesertexte, Geschenkbüchlein und auch Abenteuerromane, Liebesromane und Krimis für Jugendliche.




Deutsch
Gebunden/ 14,95€
Seiten: 224
Verlag: Coppenrath


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!





Emotionale Achterbahnfahrt, ahoi!


Kurzbeschreibung

Seit dem Unfalltod ihrer Schwester vor einem Jahr ist Anna wie gelähmt und droht, sich ganz und gar darin zu verlieren, den Eltern die verstorbene Tochter ersetzen zu wollen. Bei einem Streifzug über den Friedhof wird sie von einer geheimnisvollen schwarzen Katze angelockt, die sie zu einer längst vergessenen Lichtung führt. Die Wege sind mit Moos bewachsen. Efeu rankt über die verwitterten alten Grabsteine. Und inmitten all dessen erblickt Anna mit einem Mal eine Engelsstatue umgeben von einem Meer aus weißen Rosen. Wie magisch angezogen, tritt sie näher an den Engel heran und berührt eine der weißen Blüten zu seinen Füßen. Nicht ahnend, dass sie damit eine schicksalhafte Wendung in Gang setzt …
Buchgestaltung
Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr schön anzusehen. Der Schutzumschlag ist mit der einen Hälfte des Motivs bedeckt, jedoch durchsichtig, sodass man bei Abnahme darunter die zweite Hälfte des eigentlichen Cover sieht. Zudem ist das Buch in ein hübsches Rosen-Ornamente-Muster eingehüllt, das auch weichem Papier besteht. Hier hat der Verlag viel Liebe zum Detail in die Gestaltung gesteckt, was klar bei mir punkten kann. Auch der Beititel „Jedem Ende wohnt ein Anfang bei“ gefällt mir sehr gut, da diese Art von „Poesie“ Großteil der Story ausmacht.


Meinung

Dornenherz erzählt in erster Linie die Geschichte eines jungen Mädchen, dass sich mit Themen wie Trauer und Verlust auseinandersetzen muss. Der Roman beschreibt vor allem das Innenleben der Protagonistin Anna, welche sich in einem Delirium aus Angst, Wut und Melancholie befindet. Die Atmosphäre ist dementsprechend sehr düster und zieht einen als Leser wirklich oft in die Tiefe. Wenn man solche Geschichten nicht mag, kann ich direkt davon abraten zum Titel zu greifen. Jutta Wilke schreibt sehr wortgewandt und versetzt einen immer wieder in Annas Lage. Besonders am Anfang des Roman war das sehr erdrückend, denn Annas Gedankenwelt besteht nur aus mechanischen Handlungen und wirren Erinnerungen, die es einem schwer machen, selber mehr als Traurigkeit und Verwirrung zu empfingen. Es werden bestimmte Erwartungen an sie gestellt, die von ihren Elten oder ihrem „Freund“ ausgehen und sehr lange, lässt Anna alles über sich ergehen.

Ich bin nicht wirklich begeistert davon gewesen, dass wir mit Anna eine sehr trübselige Person vor uns hatten, aber ich konnte sie verstehen und das war sehr wichtig. Man kann nicht behaupten, dass man sich mit solch einer Figur identifizieren kann, wenn man selber nicht Ähnliches durchgemacht hat und dennoch konnte die Autorin wahnsinnig gut die Abgründe zeigen, die sich auftun, wenn man nach dem Tod einer geliebten Person auch Teile von sich selbst verliert.

Was mich allerdings immer wieder aus der Bahn geworfen hat, waren die Rückblicke in Kapitelform, welche immer wieder die Handlung unterbrechen. Selbst bis zum Schluss konnte ich mir kaum einen Reim auf die Zusammenhänge machen und das war in meinen Augen eher verschenktes Potenzial. Ich empfand die kurzen Szenen immer sehr störend und erst auf den letzten Seiten wusste ich, was die Autorin denn mit diesen Zeilen bezwecken wollte. Meiner Meinung nach, wäre die Geschichte auch sehr gut ohne diesen kleinen Zusatz ausgekommen, wenn die geschichtlichen Hintergründe besonders in Form des Zeitungsartikels sehr interessant waren.

Was ich am Buch besonders mochte, war die Entwicklung die Anna durchmacht. Diese war deutlich zu erkennen und es gefiel mir, dass sie nach und nach auf solche Weise wieder zu sich selbst gefunden hat. Die Liebesgeschichte, die hier stattfand war ebenfalls sehr angenehm zu lesen. Die Autorin hat sich Zeit genommen, um eine Beziehung aufzubauen, hat Details wichtig erscheinen lassen. Die Dialoge waren auch etwas, dass ich sehr gerne mochte. In den Gesprächen, waren sie auch noch so kurz konnte man immer Teile von Annas alter Persönlichkeit aufblitzen sehen.
An sich ist der Plot aber sonst sehr langsam voran geschritten. Die vielen Konflikte mit der Familie nahmen viel Platz ein und so waren Haupthandlunsgorte Annas zu Hause und dann noch der Friedhof. Auf Letztem verbrachte die Protagonistin viel Zeit und das mag jetzt seltsam klingen, aber ich fand die Stille, die von der Beschreibung des Ortes ausging, sehr beruhigend. Es fühlte sich so an als wäre Anna jedes Mal in einer anderen Welt gelandet, wenn sie ihren Rosenegel besuchte.

Das Ende des Buches war meiner Meinung nach eine klare Steigerung. Zwar eskalieren hier keine Probleme auf dramatische Weise, aber Anna trifft Entscheidung, die ihr Leben wieder in andere Bahnen lenken und das war sehr realistisch dargestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass man etwas mehr von ihrem Umfeld oder dergleichen mitbekommen hätte, sowie von ihrer Schwester, die ja im Grunde der Ursprung des Romans war. Dieser Aspekt war mir einfach zu knapp geschildert und ich konnte mir diese einfach kaum vorstellen.



Dornenherz ist ein einfühlsames Buch, dass den Leser an dunkle und lichte Orte führt. Jutta Wilke ist sehr gut mit schweren Themen umgegangen und hat Annas Gefühle perfekt dargestellt. Neben der Geschichte rund um das Leben der Protagonistin selbst, kamen aber auch viele Dinge einfach zu kurz. Viele Stellen im Roman waren etwas langatmig und die Zwischenkapitel so gar nicht Meins.

Ein Jugendbuch, dass zu denken anregt und besonders Fans von sanften, melancholischen Geschichten sicher rasch in seinen Bann ziehen kann.



1 Kommentar:

  1. Das Buch klingt wirklich interessant und ... nennen wir es anders. Interessant genug, um es auf meine Wunschliste zu setzen. ;) Schöne Rezension, du hast mir gezeigt, dass das Buch eher melancholisch ist (war mir vorher nicht klar), aber ich denke nicht, dass mich das stören würde.

    Liebe Grüße
    Dana :)

    AntwortenLöschen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...