Mittwoch, 14. Mai 2014

[BUCHREZENSION] Es duftet nach Sommer



Titel: Es duftet nach Sommer
OT: What I Thought Was True
Autor/in: Huntley Fitzpatrick
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Quelle: Danke an den Verlag :)






HUNTLEY FITZPATRICK wuchs in einem kleinen Küstenort in Connecticut auf, der die Vorlage für den Ort Stony Bay in ihrem Debütroman Mein Sommer nebenan lieferte und der genau gegenüber einer Insel wie Seashell liegt. Schon als Kind wollte sie Schriftstellerin werden. Nach dem Universitätsabschluss arbeitete Huntley Fitzpatrick in verschiedenen Berufen, unter anderem in einem akademischen Fachverlag und als Lektorin bei Harlequin. Heute lebt die sechsfache Mutter in Massachusetts und widmet ihre gesamte Zeit dem Schreiben.



Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 480
Verlag: cbj


Englisch
Gebunden/ 12,95€
Seiten: 416
Verlag: Dial






Ich mochte es wirklich, trotzdem folgt ein großes „Aber“...


Kurzbeschreibung

Sommer, Sonne, Meer – und die erste große Liebe

Die 17-jährige Gwen kann es nicht fassen: Ausgerechnet der größte Fehler ihres Lebens, Cassidy Somers, lässt sich dazu herab, den Sommer über auf ihrer Heimatinsel als Gärtner zu jobben. Anders als Gwen, die befürchtet, sich wie ihre Eltern mit miesen Jobs durch Leben schlagen zu müssen, ist er einer der reichen Kids vom Festland. Doch Gwen träumt davon, dem allen zu entfliehen. Nur was würde das für ihr Leben bedeuten? Gwen verbringt einen berauschenden Sommer auf der Suche nach Antworten darauf, was ihr wirklich wichtig ist, an ihrem Zuhause, den Menschen, die sie liebt und schließlich an sich selbst. Und an Cassidy, der sie in einen verwirrenden Gefühlstaumel zwischen magnetischer Anziehungskraft und köstlicher Unsicherheit stürzt.

Buchgestaltung
Mir gefallen beide Aufmachungen wirklich gut. Bei der englischen finde ich den Titel nicht ganz so passen gewählt und dafür gibt es aber Szene am Strand so ähnlich auch im Roman. Die Farbtöne sehen dazu noch richtig schön verträumt aus. Bei der deutschen Ausgabe gefällt mir besonders, dass alles so „sommerlich“ wirkt. Die Protagonisten, die im Gras liegen, die Blätter am Rand, der helle Titel. Bei dem Titel bin ich allerdings auch etwas skeptisch, weil man diesen Ausdruck „es duftet nach Sommer“ wahrscheinlich in der Form nie in den Mund nehmen würde.
Meinung

Mein Sommer nebenan, das Debüt der Autorin hat mich damals restlos begeistern können, da war es für mich klar, dass ich unbedingt ihren zweiten Roman lesen muss. Huntley Fitzpatrick hat auch hier wieder eine wunderbar lockere und leichte Art zu schreiben. Beim Lesen ihrer Geschichten merkt man einfach nie, wie weit man darin schon versunken ist, ehe man auf die Seitenzahl blickt. Für ein „Sommerbuch“ wie dieses ist das ganz großer Pluspunkt. Im Gegensatz zu der Protagonistin aus Mein Sommer nebenan, ist Gwen ein ganz anderer Typ Mädchen und ich fand es spannend zu sehen, was die Autorin aus ihrer Persönlichkeit herausgeholt hat. Gwen ist nämlich selbstständig, nicht auf den Mund gefallen und kann sehr gut für sich selber und andere einstehen. Obwohl sie noch relativ jung ist, war sie für mich doch eine sehr reife Figure, weshalb man sich nicht mit dem üblichen Teenager-Drama herumschlagen musste, dass in solchen Büchern gerne mal ausartet.

Den Sommer über arbeitet sie normalerweise in dem Restaurant ihres Vaters, aber dieses Mal braucht sie eine Veränderung und nimmt daher einen Job als eine Art Betreuerin einer älteren Dame an. Dort begegnet sie dann auch Cass wieder und beide verbindet ein Ereignis aus der Vergangenheit, weshalb es ordentlich zwischen ihnen krieselt. Was dieses Geheimnis angeht, muss ich direkt sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war. Im Grunde wird das ganze Buch über immer wieder darauf angespielt, sogar in Rückblicken bis zu dem finalen Konflikt alles aufgebaut, aber das, was dem Leser dann erzählt wird bzw. der große Konflikt war, wusste man eigentlich sofort ab Beginn der Geschichte. Im Klappentext wird „es“ sogar erwähnt und ich fand es richtig schade, dass in dieser Sache nicht mehr gekommen ist.

Mal davon abgesehen hatte das Buch aber eine Menge spaßige Seiten. Gwen ist eine sehr witzige Person, die immer wieder in peinliche Situationen gerät, wodurch es sehr amüsant werden kann. Die Dialoge zwischen ihr und Cass haben dem noch eins daraufgesetzt, weshalb ich die vielen Szenen, in denen beide zusammen waren sehr mochte. Was ich der Autorin ebenfalls hoch anrechnen muss ist, dass man trotz der Liebesgeschichte auch über die Nebenfiguren eine Menge erfährt. Jeder Charakter in diesem Buch hatte seine eigene, kleine Geschichte und durch diese vielen Details wurde das Buch selten langweilig. Ich sage selten, weil für meinen Geschmack besonders im Mittelteil einfach zu wenig passiert ist. Das, was ich gerne den „Alltagstrott“ nennen möchte kam wiederholt vor und als ich gelesen habe, wie Gwen das zehnte Mal mit ihrem Bruder spielt oder arbeiten geht, fand ich das wenig interessant. Besonders das Auftauchen einiger Figuren, die ich ziemlich unsympathisch fand, obwohl die Autorin wohl das Gegenteil erreichen wollte, ging mir dann auch noch auf den Wecker, besonders, da viele von ihnen Gwens enge Freunde waren. Das ganze Thema Freundschaft fiel für mich in dieser Hinsicht also flach, weil ich mir ständig gewünscht habe, Gwen würde wieder zu Cass gehen.

Cass war auch noch so eine Sache für sich. Ich fand es klasse, dass er nicht der stereotypische Bad-Boy ist, den man heute fast immer vorgesetzt bekommt, aber ich hätte gerne mehr über diesen netten Kerl erfahren, den Gwen offenbar so gerne mochte. Die genannten Rückblicke geben darauf nämlich wenig Aufschluss. Mir hat an der ein oder anderen Stellen etwas der Tiefgang gefehlt, den es bei Mein Sommer nebenan immer gegeben hat. Dafür hat die Autorin das Sex-Thema richtig gut in ihre Geschichte eingeflochten. Gwen geht mit allem etwas offener um und das entspricht auch der Generation von heute. Man sollte als Autor/in keine „Angst“ vor solchen Auseinandersetzungen haben und hier war das alles sehr realistisch.

Was mit mit am besten an Es duftet nach Sommer gefiel war Gwens Familie. Diese spielt eine wichtige Rolle im Buch und es gab genug Situationen wo der Zusammenhalt und die Liebe zwischen den einzelnen Familienmitgliedern so richtig schön rüber kamen. Die Beziehung zwischen Gwen und Cass gewinnt auch durch die lange Zeit, die beide miteinander verbringen eine Menge Authentizität. Man konnte jedenfalls gut nachvollziehen, warum sie einander mochten.

Durch die ganze Sommer-Sonne-Strand-Kulisse hatte ich beim Lesen auch sehr gute Laune. Das Setting wurde lebhaft und bunt beschrieben und die ganze Atmosphäre der Insel haben bei mir ein richtiges Urlaubs-Feeling geweckt :)

Gegen Ende des Romans baut die Autorin durch das Zusammenlaufen verschiedenen Handlungen auch noch mal enorm Spannung auf. Man möchte einfach wissen, wie es mit den einzelnen Personen weitergeht, wenn auch die Ergebnisse nicht immer ganz „Meins“ waren, zumal ich die Gwens Freunde ja nicht sooo gerne mochte.




Es duftet nach Sommer ist ein unterhaltsames Sommerbuch, mit einer schönen Liebesgeschichte und ein wenig Drumherum, das mal mehr, mal weniger überzeugt. Im Vergleich zu Huntley Fitzpatricks Debüt gefiel mir der Roman leider nicht ganz so gut, dennoch mochte ich besonders die sommerliche Atmosphäre und die humorvollen Diaologe, die einem genau das geben, was man im Sommer will: Spaß.


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