Dienstag, 6. Mai 2014

[BUCHREZENSION] Feuerküsse




Titel: -
OT: Feuerküsse
Autor/in: Eileen Raven Scott
Genre: YA-Adult, Fantasy
Buchreihe: Nein!
Quelle: Danke an die Autorin :)






Eileen Raven Scott wurde 1980 in Norddeutschland geboren, wuchs dann jedoch in Portugal, England und schließlich Nordrhein-Westfalen auf. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie mitten im Bergischen Land.

Gerne gelesen hat sie schon immer, die Leidenschaft selbst zu schreiben packte sie gnadenlos vor vier Jahren. Da begann sie mit ihrem ersten Roman, der Ende nächsten Jahres unter ihrem Pseudonym Lia Haycraft im Bookshouse Verlag erscheinen wird. Veröffentlicht sind bisher die Novelle "Feuerküsse" im Machandel-Verlag und zwei Kurzgeschichten. Die meisten Geschichten spielen zumindest zu großen Teilen in 
England.



Deutsch
Taschenbuch/ 5,80€
Ebook/ 2,70€
Seiten: 130
Verlag: Marchandel


Englisch
Deutsche
Originalausgabe!




Schöne Novelle, die sich als gute Unterhaltung für zwischendurch eignet.


Kurzbeschreibung

Halbdämonin Aruni hat es nicht leicht. Sowohl in der Menschenwelt als auch in der Hölle eckt sie an. Gibt es jemanden, der ihr helfen kann, ihr Leben wieder in eine geordnete Bahn zu bringen? Allerdings wäre dieser Jemand bei ihr in Lebensgefahr...
Buchgestaltung
Mir gefällt die Aufmachung sehr gut. Rot ist zwar eine Signalfarbe, aber hier passt sie toll zur Arunis Persönlichkeit, denn nach und nach zeigt sich, dass diese ziemlich taff ist. Außerdem kann man die Farbgebung gut mit dem Thema Dämonen in Verbindung bringen. Der Titel passt auch sehr gut, denn im hier wird öfters mal mit dem Feuer (der Leidenschaft) gespielt :P
Meinung

Da die Kurzbeschreibung sehr, ehm...kurz ist, wusste ich nicht so recht, was ich von der Novelle erwarten sollte. Das es um Dämonen ging war mir klar, aber alles andere blieb ein spannendes Rätsel. Als Leser/in lernt man die Protagonistin sofort kennen und wird mit ihrer Situation konfrontiert. Die Autorin schafft es meisterhaft auf ganz wenigen Seiten die Umstände ihres Lebens zu umreißen und den Rest erledigt dann eben die Phantasie. Der Schreibstil war auch so eine Sache, die mich direkt zu Beginn sehr begeistern konnte. Durch die kurzen, detaillosen Beschreibungen wird man immer wieder ins kalte Wasser geworfen und es bleibt unvorhersehbar.

Aruni ist eine Halbdämonin, deren Heimat die Hölle ist. In ihrer Welt ist es jedoch so, dass Dämonen wie sie die Orte wechseln können und so sieht sich Aruni gleich mit zwei unterschiedlichen Situationen konfrontiert. Man merkt sofort, dass die Protagonistin sehr große Probleme hat sich zugehörig zu fühlen und erst als sie Ilvio kennenlernt, hat sie das erste mal das Gefühl, etwas könnte anders werden.

Die Handlung befasst sich hauptsächlich mit der Liebesgeschichte und das gefiel mir sehr gut. Aruni und Ilvio bauen nämlich mal nicht die typische Beziehung zueinander auf, nein, bei den beiden läuft das Ganze anders herum. Dabei sind die intimeren Szenen hier wirklich gut beschrieben, ohne dabei in etwas, das ich gerne als „pornös“ bezeichne, abzuweichen. Man spürt einfach die Anziehungskraft zwischen den beiden und versteht daher auch, warum sie immer einen Schritt weiter gehen. Der Roman ist auch so ausgelegt, dass zwar viel Leidenschaft und Gefühle vermittelt werden, sie Sex-Szenen an sich werden aber nicht ausschweifen geschildert. Das fand ich sehr authentisch gemacht, ohne, dass man der Autorin jetzt vorwerfen müsse, sie habe Angst davor gehabt, etwas zu zeigen, das es in anderen Büchern des Genre meiner Meinung nach einfach viel zu oft gibt.

Aruni mochte ich als Charakter auch sehr gerne. Mir gefiel ihre lockere Art, denn trotz ihrer wer-bin-ich-und-wo-gehöre-ich-hin-Konflikte lässt sie sich nicht unterkriegen und wird gar weinerlich. Ich habe teilweise mit ihr gelitten, wenn es mal wieder Momente gab, die verdeutlicht haben, dass sie eben aneckt, aber gleichzeitig habe ich ihren Mut, sie selbst zu sein auch bewundert. Ilvio war mir am Anfang lange Zeit ein Rätsel. Man wusste nie genau, wo seine Absichten lagen und das fand ich sehr spannend. Da zunächst zwischen ihm und Aruni viel körperliches abläuft, fragt man sich auch nicht so viel, wie man eigentlich sollte. Erst als die Gefühle tiefer gehen, erkennt man, dass Ilvio ein Geheimnis verbirgt. Das war übrigens so eine Sache, die mich richtig überrascht hat! :) Die ganze Aufklärung um seinen Hintergrund konnte ganz viele Pluspunkte bei mir sammeln.

Ab der Mitte wird das Buch zudem sehr spannend, denn hier schwebt mehr als nur ein Leben in Gefahr. Die Idee dahinter wurde auch wirklich durchdacht erklärt. Nach und nach wird durch Dialoge ersichtlich, was hinter den Gefahren steckt und die Motive der nennen wir es jetzt mal „Gegenspieler“ waren verständlich. Da hier in der Kürze die Würze liegt, wie man so schön sagt, ist der Plot diesen Teil betreffend auch sehr fesselnd erzählt. Man möchte einfach wissen, ob es ein Happy End gibt.

Ein paar kleine Kritikpunkte hätte ich allerdings, obwohl man es vielmehr als Wünsche sehen könnte. Man muss sich eben bewusst machen, dass man hier eine Novelle hat und keinen 500 Seiten Roman. Das bedeutet vor allem, dass der Roman zügig stattfindet und an vielen Stellen einfach nicht der Raum für mehr Tiefgang gewesen ist. Auch das Setting hat bei mir einige Fragen aufgeworfen und ich hätte gerne mehr darüber erfahren. Teilweise war mir das Handlungstempo deshalb doch etwas zu schnell, vielleicht aber auch nur, weil ich es gewohnt bin etwas mehr über die Charaktere zu erfahren. Die Sache mit Arunis Vater z.B. wäre meiner Meinung nach guter Stoff für einen weiteren Band ;)



Feuerküsse ist auf ganzer Linie sehr einfallsreich und untypisch geschrieben. Das kurze Konzept erinnert ein wenig an ein Drehbuch, was aber auch die größte Stärke des Schreibstils ist. Sympathische Charaktere, eine Prise Erotik und eine verständliche Liebesgeschichten sorgen hier für beste Unterhaltung in Kurzform.


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