Montag, 25. August 2014

[BUCHREZENSION] Bis zum letzten Tropfen


Titel: Bis zum letzten Tropfen
OT: Not a Drop to Drink
Autor/in: Mindy McGinnis
Genre: YA, Endzeit
Buchreihe: Not a Drop to Drink #1
Zur Verlagsseite:






Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio.



Deutsch
Gebunden/ 14,95€
Seiten: 320
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Gebunden/ 13,10€
Taschenbuch/ 7,00€
Seiten: 352
Verlag: Katherine Tegan






So öde und trocken wie die Landschaft im Buch...


Kurzbeschreibung

In einer Welt ohne Wasser kann jeder Tag der letzte sein...

Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.
Buchgestaltung
Ehrlich gesagt finde ich die englische Aufmachung besser. Obwohl der deutsche Verlag das Motiv übernommen hat, so finde ich die Farben beim Original einfach viel schöner. Klar könnte man jetzt argumentieren und sagen, das Ganze wurde dem Thema des Buches angepasst, aber dezente Farben können auch ein Hingucker sein. Ansonsten finde ich das Motiv und auch den Titel sehr gelungen.
Meinung

Bis zum letzten Tropfen war eines der Bücher, auf das ich mich besonders gefreut habe. Lange bin ich um die Geschichte herum geschlichen und letzten Ende war es nur eine Frage der Zeit, bis ich sie endlich lesen würde. Ich hatte vorab schon einige Rezensionen inhaliert und dachte demnach vorbereitet zu sein.

Das Buch sollte langsamer sein, aber spannend.
Keine richtige Dystopie, aber mit Thriller-Elementen.
Einen am Ende richtig packen und mitreißen.

Alle meine Erwartungen versiegten aber so schnell, wie das Wasser es im Setting des Buches immer wieder tat. Zunächst einmal hatte ich wahnsinnige Probleme mich überhaupt in das Buch einzulesen. Die Autorin beschreibt zu Beginn weder richtig, wie die Charaktere aussehen, noch wie alt diese sind und ich habe bis fast zur Mitte des Buches echt gedacht Lynn wäre gerade mal zehn oder so! Die Umgebung beschränkt sich auf wenige Dinge. Man könnte also sagen, der Roman ist sehr minimalistisch angelegt. Lynn hat ein Haus, dieses steht vor einen Wasserquelle und ab und an geht es noch in den Wald zum jagen. Das war es auch schon. Es gab zwar ein paar Erklärungen zu der Idee hinter der Geschichte, was ich auch gut fand, aber da die Handlung sehr gradlinig ist, muss man sich hier nicht auf viel gefasst haben. Die Idee mit dem wenigen Wasser und dem Kampf darum klang super. In der Umsetzung sah das Ganze aber recht langweilig aus. Lynn lernt früh die Wasserquelle zu verteidigen, aber richtige Auseinandersetzungen gab es nicht. Vielmehr bestehen die Konflikte daraus, dass ab und an mal auf Kojoten geschossen wird. Wow!

Das wohl größte Problem hatte ich aber mit dem Stil der Autorin. Ihre Art zu schreiben hat mich sehr an die Dustlands Reihe erinnern, denn die Worte werden simpel gewählt, entsprechen teilweise nicht einmal richtiger Grammatik und Lynn scheint auch etwas zurückgeblieben zu sein. Das war eigentlich verständlich, denn ihre Welt besteht nur aus dem wenigen, dass sie kennt und eben ihrer Mutter. Als diese fort ist, hat Lynn mich doch stark an ein verlorenes Dschungelkind erinnert. Ich war schnell genervt von ihren naiven und dümmlichen Gedanken. Ich glaube eigentlich sollte Lynn ziemlich taff und entschlossen rüber kommen, aber ich empfand da leider das Gegenteil. Die Tatsache, dass sie sich selber versorgen oder schießen kann hat da leider auch keinen Unterschied mehr gemacht. Aber, um es noch mal zur Sprache zu bringen, dass mit dem Alter hat mich am meisten gestört. Lynn benimmt sich einfach nicht wie sechzehn. Kein einziges mal.

Erst als es auf einmal heißt: Sieh nur ein hübscher Junge, tjaa, da melden sich dann doch einige Hormone und die Beziehung zwischen den beiden geht dann schneller, als man es irgendwem zugetraut hätte. Was ich der Autorin allerdings hoch anrechne ist, dass die neu eingeführten Figuren viel Zeit hatten, zu zeigen, was in ihnen steckt. Das lag sicher daran, dass der Roman wirklich sehr, sehr langsam abläuft. Im Grunde kann man die Handlung bestens in ein paar Sätzen zusammenfassen. Mir war das einfach zu wenig Plot und ich größtenteils war mir furchtbar langweilig.

Lynn die Wasser sammelt, Essen macht, mit anderen redet und und und...in der Welt/dem Leben der Figuren geschieht kaum etwas Nennenswertes und erst gegen Ende baut sich ein Konflikt auf, der dann schwach auf wenigen Seiten abgehandelt wird. Und dieses ständige Morden. Ist ja schön und gut, wenn man sein Land verteidigen will, aber jeder hat doch ein Fünkchen Mitleid in den Knochen! Ich meine, Lynn nimmt ja auch sofort die Familie mit den Kindern auf, aber alle anderen sind ihr ein Dorn im Auge. Das war auch so eine Sache, die ich gar nicht richtig verstanden habe. Wo hat die Protagonistin ihre persönliche Grenze gezogen?

Allgemein war das Lesen eher eine Quälerei für mich, aber ich habe mich angetrieben und die Hoffnung nicht aufgegeben. Zum Schluss hatte das Buch dann sogar einige Dinge, die ich mochte. Es gab Action und Kämpfe und die waren nicht gerade schlecht gemacht. Vielleicht waren es wirklich die hohen Erwartungen, die mir ein Bein gestellt haben, aber selbst ohne komme ich nicht umhin zu denken, dass man dieses Buch wirklich nicht gelesen haben muss.




Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Ein merkwürdiger Schreibstil, Charaktere, zu denen ich keinen Zugang fand und ein Plot, der mich einfach nicht fesseln konnte – Bis zum letzten Tropfen bekommt keine Empfehlung von mir. Wenn ihr allerdings Fans der Dustlands Reihe seid, könnt ihr dem Buch vielleicht mehr abgewinnen als ich.  


Kommentare:

  1. Oh schade Tanja :( Dich hat anscheinend dasselbe gestört, wie mich nur noch mehr anscheinend. Bei mir hats vor allem der letzte Teil wieder rausgerissen, deshalb 3.5 Sterne. Eben das Minimalistische fand ich passend, aber mehr hätte für meinen Geschmack ruhig passieren können. Mal sehen, eventuell lese ich den zweiten Band noch.

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  2. Oh nein! Hätte dieses Buch so gerne gelesen! Bist nun aber nicht die einzige von der ich eine solche Rezension las. Alle positiven Rezis waren eher von Blogs, die, naja, eher unkritisch sind xD haha Hatte trotzdem Hoffnung, es klang so toll.

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  3. Hmm.. Ich persönlich mochte das Buch, aber deine Meinung kann ich trotzdem gut nachvollziehen.
    Allerdings finde ich dein Urteil über Lynn etwas hart.. Man muss schließlich bedenken: Das Mädchen hat keine Schulbildung. Keinen Kontakt zu anderen Menschen außer ihrer Mutter. Fernsehen, Internet, sonstiges hat sie nicht, sprich ihre Mutter ist das einzige was ihre Entwicklung beeinflusst. Von demher fand ich ihren Charakter in gewisser Weise schon schlüssig und stimmig.

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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