Freitag, 8. August 2014

[BUCHREZENSION] Sapphique



Titel: Sapphique
OT: Sapphique
Autor/in: Catherine Fisher
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Incarceron #2
Quelle: Danke an den Verlag







Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.



Deutsch
Gebunden/ 19,99€
Seiten: 480
Verlag: Penhaligon


Englisch
Gebunden/ 14,24€
Taschenbuch/ 7,30€
Seiten: 480
Verlag: Firebird







Guter Dilogieabschluss, aber nicht besser als der Vorgänger.


Kurzbeschreibung

Er ist endlich frei, doch sein Herz bleibt gefangen

Finn ist aus Incarceron entkommen, doch seine Freunde Keiro und Attia sind noch immer hinter dessen Mauern gefangen. In der so genannten Freiheit ist nichts so, wie Finn es erwartet hat – und beinahe zu spät wird ihm bewusst, dass sein Leben noch immer ebenso sehr in Gefahr ist wie während seiner Haft. Keiro und Attia suchen derweil nach Sapphiques Handschuh, der die Flucht aus Incarceron ermöglichen soll. Das Gefängnis selbst hat währenddessen für sich einen Körper erschaffen. Denn auch Incarceron will in die Freiheit gelangen, genau wie einst Sapphique – der einzige Gefangene, den Incarceron je geliebt hat. Der packende Abschluss der zweibändigen dystopischen Saga!
Buchgestaltung
Die deutsche Aufmachung von Sapphique gefällt mir (wie auch beim ersten Teil) sehr viel besser. In meinen Augen sind die Farben beim Original nicht ganz so stimmig und außerdem passt ein zweiter Schlüssel viel besser als ein Schloss, zumal keines der beiden Motive jetzt wirklich eine mega wichtige Rolle spielen. Sapphique ist der Name des ersten Gefangenen, der Incarceron besiegt hat und dieser nimmt einen großen Teil der Handlung ein, weshalb der Titel echt super passt.
Meinung

Nach Incarercon war ich mir gar nicht so sicher, was in dem zweiten Teil noch passieren würde. Ich meine, ein paar der Handlungen mussten einfach fortgesetzt werden und auf bestimmte habe ich mich auch sehr gefreut, aber im Großen und Ganzen konnte mich die Autorin sehr oft positiv überraschen. Attia und Keiro wurden von Finn bei seiner Flucht zurückgelassen und genau an diesen beiden hing in diesem Teil mein Herz am meisten. Bisher waren sie für mich eher Nebencharaktere gewesen, die ganz OK waren, aber hier gefielen mir die Szenen mit den beiden wahnsinnig gut. Man müsste ja auch meinen, dass es irgendwie langweilig wäre wieder davon zu lesen, wie das lebende Gefängnis seine Insassen seinen Willen unterwirft, aber das war nicht der Fall. In Sappique gab es viele neue Seiten von diesem schrecklichen Ort zu sehen und dadurch wurde es ziemlich spannend.

Finn und Claudia hingegen müssen sich draußen einer Menge Probleme stellen. So war das ganze Rätsel um die Sache mit dem Prinzen ein zentraler Punkt, aber auch die Veränderungen in der Gesellschaft und natürlich die vielen Konflikte, die Band eins so stark gemacht haben. Während die beiden versuchen Pläne zu schmieden, um ihren Freunden zu helfen und die Ungerechtigkeiten zu beenden, passiert auch allerhand in ihrer Beziehung. Im Gegensatz zu Band eins konnte ich hier auch mehr nachvollziehen, wieso beide denn nun zusammen waren. Zuvor hat mir irgendwie etwas mehr Persönlichkeit gefehlt. Durch den Einsatz der beiden und ihre Gefühle, die dieses mal etwas offener beschrieben wurde, hatte ich den Eindruck, eine Entwicklung mitverfolgen zu können. Besonders Finn wurde mir immer sympathischer. Claudia ist da aber immer noch so eine Sache gewesen. Ich verstehe, dass sie ihr Image und ihre Gewohnheiten nicht einfach so ablegen konnte, aber dennoch hat mich die stellenweise Oberflächlichkeit an ihr sehr genervt.

Obwohl die Figuren oft in Lebensgefahr stecken, es wild und rasant zugeht, so hat das Buch auch seine Längen. Wenn ich beide Teile so vergleiche, sehe ich nämlich auch irgendwie die exakten Schwächen der Romane. Das liegt natürlich zum einen an dem Stil der Autorin, der ab und an etwas ausschweifend wird und mich dann mit ihrer Erzählweise nicht komplett packen konnte. Zum anderen daran, dass es immer wieder diese kleinen Längen gab, welche den Plot gestreckt haben, wo er zuvor noch sehr flüssig und angenehm zu verfolgen war. Durch die langen Dialoge und die Handlung, die öfter mal stehen blieb, stockte ich eben auch beim Lesen.

Großer Pluspunkt war aber hier, dass man auch mehr vom Setting mitbekommt. Dieser Mix aus Dystopie und Fantasy ist sehr facettenreich und einzigartig gewesen und es gab viele Kapitel, in denen ich mich kaum mehr los reißen konnte. Besonders die Art und Weise, wie man hier mehr das große Ganze betrachten konnte, gefiel mir. Es ging eben nicht mehr nur um die Geschichte eines Jungen, der fliehen wollte und eines Mädchen, dass mehr von der Welt sehen wollte. Es ging auch viel um Moral und den Kampf für etwas, bei dem man mit seiner Überzeugung dahinter stehen kann. Die vielen Konflikte und Probleme, die sich für die Protagonisten auftun und auch die Suche nach Sapphique waren nicht immer leichter Tobak.

Dank des erneuten Perspektivenwechsels gibt es auch wieder die gewohnte Abwechslung zu spüren, die einhergeht, wenn man mehrere Handlungsstränge zusammen verfolgen kann. Dann das Ende...ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, aber enttäuscht hat es mich nicht. Es war auf eine sehr komplexe Weise erklärt und erzählt und ich verstehe auch, dass manche damit nicht zurecht kommen werden. Man muss schon offen sein und hinter den Horizont einer gelesenen Geschichte blicken können, damit man damit zufrieden sein kann.




Sapphique war ein guter und solider Abschluss der Incarceron Dilogie. Wer Band eins mochte, wird Band zwei lieben und diejenigen, die damals schon etwas zwiegespalten waren, werden hier etwas mehr überzeugt. Ich finde es gut, dass die Bände sich so ebenbürtig sind und mir beide fast gleich gut gefielen. Das sorgt dann aber auch leider dafür, dass ich die selben Schwächen in der Handlung und den Charakteren gesehen habe. Dennoch war es ein spannendes Abenteuer mit einer bis heute einzigartigen Idee, auf das man sich definitiv einlassen sollte.

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