Samstag, 13. September 2014

[BUCHREZENSION] Everflame - Feuerprobe

Titel: Everflame - Feuerprobe
OT: Trial by Fire
Autor/in: Josephine Angelini
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Worldwalker Trilogy #1
Zur Verlagsseite:






Josephine Angelini wurde in Massachusetts geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Tisch School of the Arts, New York University. Dabei interessierten sie besonders die tragischen Helden der griechischen Mythologie. Josephine Angelini lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles.



Deutsch
Gebunden/ 19,90€
Seiten: 480
Verlag: Dressler


Englisch
Gebunden/ 13,10€
Taschenbuch/ 7,30€
Seiten: 374
Verlag: Feiwel & Friends





Dieses Angelini Buch war nichts für mich...


Kurzbeschreibung

Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet. Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten
Buchgestaltung
Die deutsche Aufmachung gefällt mir um Längen besser als die Englische. Trial by Fire ist zwar ein cooler Name und macht im Zusammenhang zum Buch auch Sinn, aber dieses zusammengeschusterte Motiv sieht in meinen Augen einfach nicht gut aus, eher wie etwas, das bei Photoshop fehlgeschlagen ist. Der Dressler Verlag besticht mit dem einfachen Motiv, der schönen Schrift und den tollen Farben.
Meinung

Wie viele andere habe ich zu Everflame gegriffen, weil ich bereits die Göttlich-Trilogie der Autorin gelesen und für gut befunden haben. Das neuste Buch aus der Feder von Josephine Angelini ist für mich aber reinste Enttäuschung gewesen. Ich kann euch sagen, dass ich es mehr hasse Bücher nicht toll zu finden, die jeder liebt, als das ihr mich dafür hassen könnt, dass ich eurer neues Lieblingsbuch nicht ganz wunderbar und fantastisch finde. Leider war es eben genau so. Everflame sollte ja eine ganz neue, innovative Idee mitbringen und ich habe absolut nichts gegen solche Aussagen, aber für mich hat das einfach nicht gestimmt. Wahrscheinlich ist es ein Problem, dass Leute haben, die wirklich sehr, sehr viel lesen, aber Parallelwelten oder auch Menschen, die darin umher wandern können – Nope, nichts Neues. Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

Der Einstieg ins Buch hat mir sofort alles verdorben. Wir treffen Lily, unsere Protagonistin, welche eine absolute Mary Sue ist, wie sie im Verlauf der Handlung auch immer wieder bestätigt. Lily hat dutzende Allergien und findet sich selber nicht liebenswert und eben die ganze Palette an Komplexen, die viele Teenager-Heldinnen eben mitbringen. Das wäre auch gar nicht so schlimm gewesen, wenn nicht wieder einmal feststand, dass sie ja in Wahrheit total hübsch und wundervoll und hilfsbereit ist und natürlich einen stark ausgeprägten Kompass, was „gut“ und „böse“ angeht, weshalb sie sich egal, in welcher Situation immer Mut machen will, um die Welt zu retten. Das schafft sie natürlich, denn neben ihren 300 tollen Eigenschaften, ist sie in Wahrheit auch noch eine mega begabte Hexe, die alles total schnell lernt. In meinen Augen hatte sie einfach keine Ecken und Kanten und perfekte Menschen sind für mich persönlich einfach total uninteressant. Auf die Nerven ist mir die Gute auch unaufhörlich gegangen, weil ihre Naivität einfach so viele Probleme in die Handlung zaubert, dass das manchmal schwer auszuhalten war.

Am Anfang von Everflame sehen wir halt, was für ein schreckliches Leben Lily hat, weshalb sie dann auch zustimmt, als eine mysteriöse Stimme sie fragt, ob sie diese Welt nun verlassen will. Der eigentlich Grund ist aber ihr bester Freund, den sie ja unsterblich liebt und der leider eine männliche Hure ist und sie daher nicht will. Lily landet also in dieser Parallelwelt, in der sie auf ihre Doppelgängerin trifft. Ich muss sagen, dass System in dieser Welt hat mir recht gut gefallen. Wie man auf dem Bild sehen kann, gibt es eben Hexen, ihre Helfen und sogenannte Crucible. 


Lilys fieses Ich heißt in dieser Welt Liliana und will...ehhm, die Wissenschaftler, welche die Hexen unterdrücken fertig machen oder so ähnlich. Ein großes Problem hatte ich nämlich allgemein mit den Erklärungen zum Setting oder gar den Motiven der vielen Nebenfiguren. Im Buch wird erklärt, dass bestimmte Leute „Geistwandern“ können und somit eben ihren Geist in andere Welten schieben können, was natürlich mega selten ist und kaum jemand beherrscht. Lilianas Hintergründe, um Lily herzuholen waren nicht besonders nachvollziehbar, besonders, weil sie diese einfach laufen lässt. Das Buch zeigt auch die meiste Zeit einfach nur auf, wie Lily durch die fremde Welt flieht und dabei Unterstützung von gleich vier männlichen Wesen hat.

Was diese angeht, so muss ich gestehen, dass sie mir auch nicht besser gefallen haben als Lily. Für mich war es ganz schrecklich, dass ich keinen Charakter im Buch auch nur annähernd sympathisch fand. Rowan war OK, die anderen waren OK, aber Ok bedeutet hier auch nur, dass mir ihre Anwesenheit einfach egal war. Der Love-Interest, der sich hier unter den vielen Kerlen herauskristallisiert ist nämlich auch die perfekte Partie. Er ist freundlich, kann kochen, umsorgt Lily und und und...ab und an benimmt er sich dann wie ein Arschloch, damit man sich als Leser einbilden kann, er hätte ja irgendeine Tiefe oder vielleicht sogar ein paar Eigenschaften. Die Chemie zwischen den Figuren kam auch einfach Null bei mir an.

Während des Lesens kam mir die Handlung auch einfach nur sehr langweilig und zäh vor. Die Beschreibungen des Settings haben mir nicht gerade die Tür in eine aufregende Welt geöffnet, sondern mich viel mehr an dutzende historische Romane erinnert bzw. Fantasy und mir kam das alles doch sehr bekannt vor. Ich will damit auch gar nicht sagen, dass die Autorin irgendetwas von anderen Büchern übernommen hat, aber nach dem viel versprechendem Klappentext waren meine Erwartungen an die Details des Romans sicher einfach viel zu hoch. Im Vergleich zu der Göttlich-Trilogie, die sehr gut recherchiert war und eine Menge Action zu bieten hatte, war hier echt tote Hose. An 1-2 Stellen werden Grausamkeiten eingebaut, aber das läuft dann in etwa so ab und ich fand es recht lächerlich.

Er: „Person XY ist tot!“
Sie: „OH MEIN GOTT!“
Er: „Moment, wir kennen den nicht.“
Sie: „Na dann...mehr Pfannkuchen, los!“

Das ist jetzt natürlich etwas überspitzt dargestellt, aber selbst, als gegen Ende ein Charakter stirbt, den man doch etwas besser kannte, hat sich nichts in mir gerührt. Diese Gleichgültigkeit gegenüber den Figuren hat mir einfach leid getan. Während Lily also lernt eine Hexe zu werden, hockt Liliana da und plottet. Wohin genau das führen sollte, wusste ich auch am Ende des Buches nicht so genau. Ich hatte auch einfach ziemlich viele Fragen, die offen blieben. Allerdings kann ich jetzt nicht genau sagen, ob es nun wirklich etwas mit der Logik zu tun hat oder ob die Autorin beschlossen hat, später mit diesen Infos rauszurücken. Aber egal, wie ich das auch hinnehme, es war einfach unbefriedigend. Von der Magie, über die so viel gesprochen wird, sieht man leider auch sehr wenig. Die Sache mit den Wunschsteinen fand ich dazu noch total seltsam. Ein paar Leute haben nämlich einen, der sozusagen ihre Lebensenergie beinhaltet, welche sie auf sehr intime Weise teilen können. Natürlich fasst Lily aus Versehen eine Menge dieser Teile an, was für viel Chaos sorgt.

Liebe schmerzt hier echt, weil sie sich so mega schnell entwickelt. Welten kollidieren auch nicht wirklich, es sei denn man meint damit, dass in beiden Welten dieselben Personen existieren und da mal gut und da mal böse sind (was auch irgendwie bescheuert ist, weil das ja heißen müsste, dass die Figuren in Wahrheit alle das Potenzial in sich haben, Möchtegern Mörder und Meuchler zu sein xD) und Feuer tötet...mhh, ja, mein Bedürfnis jemals wieder ein Buch der Autorin zu lesen.



Die Idee des Buches hat sich noch so toll angehört, ich war am Ende einfach bitter enttäuscht. Zu viele Klischees, zu wenige Informationen und all die Dinge, die mir gut gefielen kamen einfach viel zu kurz. Eine seichte Liebesgeschichte, leblose Charaktere und mangelnde Spannung haben mir das Buch echt verdorben. Ich weiß, dass die Autorin es besser kann, aber diese Reihe lese ich definitiv nicht mehr weiter. Da das Buch aber bisher jeden soooo dermaßen begeistern konnte, überlasse ich es einfach euch selbst, ob ihr zum Roman greift oder nicht. Eine Empfehlung von mir persönlich kann ich jedoch nicht aussprechen.



Kommentare:

  1. Ich bin eigentlich ein totaler Fan von Josephine Angelini =( Schade dass das Buch nicht so toll sein soll. Ich fand die "Göttlich" Trilogie super

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  2. Nach deiner Meinung kann ich ganz beruhigt sein, wenn ich das Buch nicht lese. Mir hat die Göttlich-Trilogie schon nicht so gut gefallen und ich war noch nicht ganz schlüssig, ob ich der Autorin mit ihrer neuen Reihe noch eine zweite Chance gaben soll.

    lg Florenca von geliebtes Buch

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  3. Halli hallo
    Oh, oh.... das tönt ja aber gar nicht gut....
    Also die Göttlich- Trilogie fand ich Band eins und zwei nicht schlecht aber das Finale, dass viele so vom Hocker gerissen hat gefiel mir persönlich so gar nicht!
    Ich mag zwar Geschichten um Hexen sehr gerne, bin mir aber noch unsicher, vielleicht warte ich lieber mal noch ab oder werde es mir in der Biblio schnappen ;)

    Liebe Grüsse Bea

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