Dienstag, 23. September 2014

[BUCHREZENSION] Vor uns das Leben


Titel: Vor uns das Leben
OT: Making Faces
Autor/in: Amy Harmon
Genre: YA, NA, Contemporary
Buchreihe: Enzelband
Zur Verlagsseite:






Amy Harmon wusste schon als Kind, dass sie einmal Schriftstellerin werden würde. Aufgewachsen umgeben von Weizenfeldern und ohne Fernseher hat sie ihre Freizeit mit Singen und Lesen verbracht und bald selbst eigene Lieder und Geschichten geschrieben. Später arbeitete sie als Lehrerin und war Mitglied des Saints Unified Gospel Chors, der 2005 einen Grammy erhielt.




Deutsch
Broschiert/ 14,99€
Seiten: 384
Verlag: INK


Englisch
Taschenbuch/ 14,21€
Seiten: 320
Verlag: CreateSpace







Vor uns das Leben, Klischees und ein trauriges Ende.


Kurzbeschreibung

Ambrose, der Star der Highschool, der Held einer ganzen Stadt. Er scheint alles zu haben - und doch kämpft er mit Problemen, die der Außenwelt verborgen bleiben. Bailey, der Junge im Rollstuhl. Er ist krank, weiß, dass er sterben wird. Und er lebt jeden Tag seines Lebens, als wäre es sein letzter. Fern, die schlau ist, aber nicht hübsch, und trotzdem in allem um sich herum das Schöne erkennt. Fern, Bailey und Ambrose. Drei Jugendliche in einer Kleinstadt in den USA, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Drei Jugendliche, die dachten, sie wüssten, was das Leben für sie bereithält. Und denen das Schicksal in die Quere kommt ...
Buchgestaltung
Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn des OT „Making Faces“ nicht so ganz. Vor uns das Leben klingt in meinen Ohren deshalb umso passender, wenn man betrachtet, worum es in dem Buch eigentlich geht. Das deutsche Cover gefällt mir vom Stil her auch sehr viel besser, trifft es den Inhalt leider nicht so gut wie der Titel. Meiner Meinung nach hätten drei, wenn nicht sogar vier Personen auf dem Cover sein sollen, denn der Roman ist nicht die Geschichte einer einzelnen Person.
Meinung

Der Klappentext tarnt das Buch ja recht gut als YA, aber in meinen Augen entwickelte sich der Roman doch schnell zu etwas erwachsenem und ich spreche hier jetzt nicht vom Sex-Thema. Die High School spielt nur wenige Kapitel eine Rolle, denn die Figuren machen ihren Abschluss und dann geht die eigentlich Geschichte über das Leben, welches vor ihnen liegt, erst so richtig los. Zu Beginn sehen wir die drei Protagonistinnen, als sie noch etwas jünger sind. Ambrose ist beliebt und ein Schulstar, Fern eher eine Außenseiterin und Bailey hat es aufgrund des Rollstuhls absolut nicht leicht. Die drei verbinden ein paar Erinnerungen aus Kindertagen, aber Freunde sind die drei deshalb nicht. Fern ist total in Ambrose verknallt, aber der hat keine Gefühle für sie. Und dann gibt es da noch Rita, die später eine sehr große Rolle spielt, was man gar nicht erwartet, da sie die typische High School Zicke ist.

Das, was den Roman trägt sind auf jeden Fall die Charaktere. Die Autorin hat sich intensiv mit deren Leben, Vorstellungen und Wünschen beschäftigt und so bleibt der Plot im Buch erst mal eine Weile aus, weil die Infos zu den Figuren wahnsinnig viele Seiten schlucken. Ich muss sagen, dass ich hier viele Klischees gesehen habe, die mich doch ziemlich genervt haben, aber es wurde nach und nach besser.

Da haben wir zum einen Fern, die sich selber hässlich findet und von niemandem beachtet wird, weil sie rote Haare und Sommersprossen hat und aussieht wie Pipi Langstrumpf. Mal im Ernst? Wieso zur Hölle sind es derzeit genau diese Beschreibungen die Mädchen unattraktiv machen? Ich verstehe es Null! Das ist ja schon ein Angriff gegen alle Leute, die dieses Aussehen teilen. Wie zu erwarten entpuppt sich Fern aber als schöner Schwan, den nachher alle ganz toll finden. Ihren Charakter fand ich am blassesten, denn über ihre Hintergründe erfährt man kaum etwas. Ehrlich gesagt bin ich nach dem Buch auch nicht schlauer aus ihr geworden. Sie ist immer für Bailey da und sie liebt Ambrose. Mehr war da leider nicht.

Ambrose gefiel mir da schon besser. Er ist der stereotypische Kerl, den alle Mädchen wollen und dem die Welt zu Füßen liegt. Er schließt sich der Armee an, weil er etwas sinnvolles mit sich anfangen möchte und kommt später entstellt und gebeutelt zurück. Was ich hier sehr schade fand war, dass die Autorin kaum auf Ambroses Trauma eingegangen ist. Allgemein fand ich seine Beweggründe sich der Armee anzuschließen nicht ganz so gut gewählt, aber das ist ja Betrachtungsweise. Nach seiner Rückkehr bemitleiden ihn die Leute und nur Fern ist für ihn da. Natürlich erkennt er dann, dass sie schon immer da gewesen ist und verliebt sich in sie.

Man denkt jetzt vielleicht, dass das furchtbar kitschig ist, allerdings fand ich die Sache sehr gut gemacht! Es ist nämlich nicht so, dass Ambrose und Fern sofort zusammenkommen, weil er nun der einsame Wolf ist und sie sein Leben so viel besser macht. Hier wurde sich sehr viel Zeit für die Entwicklung der Beziehung genommen und es gab sehr viele schöne, herzerwärmende Szenen.

Bailey ist nach wie vor an den Rollstuhl gefesselt und erlebt sein ganz eigenes Drama. Ich mochte auch gar nicht zu viel sagen, aber es hat etwas mit Rita zu tun und da konnte ich teilweise echt nur den Kopf schütteln! Ich habe selten so etwas an den Haaren herbeigezogenes gelesen. Baileys Figur mochte ich zwar von allen aufgrund seiner Einstellung und seines Humors am meisten, aber trotzdem fand ich seinen Teil der Handlung echt schrecklich. Besonders das Ende. Ich war richtig geschockt, dass die Autorin es so kurz zu Ende gehen lässt und weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll! Ich fand, dass war irgendwie alles zu oberflächlich gemacht.

Etwas, dass mich auch extrem am Buch gestört hat waren die vielen Zitate. Ich = Fan von Zitaten, aber hier wird viel Wert auf Religion gelegt und daher kommen einem die Figuren öfter mal mit der Bibelkunde an. Bei der Urbat-Reihe fand ich das z.B. gar nicht schlimm, aber hier war das ein Mischmasch aus „Gott weiß alles“ bla bla bla und dann noch anderen Zitaten von berühmten Persönlichkeiten wie Shakespeare. Ich finde, nur, weil Charaktere etwas zitieren wirken sie nicht sofort schlau oder gebildet und ich hätte mir einfach gewünscht, dass die Moral des Buches etwas mehr am Leben selbst gehangen hätte...das waren nie Schlussfolgerungen aus den Erlebnissen der Figuren, sondern immer so vorgekautes Zeug.

Der Schreibstil der Autorin war auch ein ganz eigener. Für meinen Geschmack hat sie sich zu oft in Beschreibungen verloren und besonders am Anfang war die Erzählung für mich zu fade und langweilig. Mehr Handlung, statt Beschreiben und man hätte aus dem Plot weitaus mehr herausholen können. Die Wiederholungen vom Stadtleben und dessen Bewohner hat mich nämlich gar nicht interessiert. Bei dem etwas ausschmückendem Stil blieben Gefühle leider oft auf der Strecke.




Vor uns das Leben ist eine eigenartige Geschichte, die versucht auf vielen Wegen zu vermitteln, dass das Leben kostbar ist. Ich fand das Buch nicht schlecht, aber meinen persönlichen Geschmack hat es nicht genau getroffen. Die Autorin verwendet einige Klischees, beschreibt zu viel und zusammenfassend passiert mir zu wenig. Viele Entwicklungen fand ich unglaubwürdig, aber dafür war die Liebesgeschichte sehr schön und ganz untypisch für New Adult hat man sich hier das Körperliche gespart. 


Kommentare:

  1. Klingt nicht schlecht, aber nicht so, als wäre das nach meinem Geschmack xD

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  2. Ich glaub das Buch könnte ganz nach meinem Geschmack werden. Ich freue mich jedenfall schon sehr darauf. :D

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  3. Ich habe jetzt nur das Fazit gelesen, weil das Buch auch noch auf meine SuB liegt. Klingt eigentlich nicht schlecht, ich habe das Gefühl es könnte mir etwas besser gefallen als dir, bin jedenfalls mal gespannt. Die Leseprobe fand ich schon echt gut. ;)

    glg Nadja <3

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  4. na dann bin ich echt mal gespannt. Meiner Arbeitskollegin gefiel es super, aber deine kritikpunkte kann ich voll und ganz verstehen und ich bin ja eh eine Leserin, die gerne mal von ihren Protagonisten genervt ist :D

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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