Mittwoch, 1. Oktober 2014

[Movie Wrap-Up] The Giver & The Maze Runner - Meine Meinung!




Zwei Buchverfilmungen kommen jetzt frisch in die Kinos und ich hatte das Glück und konnte mir beide bereits ansehen. Hier erzähle ich ein bisschen darüber, wie ich die Filme fand :)


Filmstart am 2. Oktober!


Der 16-jährige Jonas (Brenton Thwaites) ist ein scheinbar ganz normaler Junge. Er lebt in einer Zukunft, in der es keine Kriege, keinen Hunger, keine Lügen und kein anderes Leid gibt – aber auch keine Leidenschaften mehr. Der junge Mann ist damit so zufrieden wie all die anderen Menschen um ihn herum, die ebenfalls keine andere als diese Welt der völligen Gleichheit und vorgezeichneten Lebenswege kennen. Als die jungen Leute bei einer festlichen Zeremonie von ihrer zukünftigen Bestimmung erfahren, ist Jonas plötzlich aber doch etwas Besonderes: Er wird von der Vorsitzenden des Ältestenrats (Meryl Streep) zum "Hüter der Erinnerung" ernannt. Von seinem Amtsvorgänger (Jeff Bridges) bekommt Jonas von nun an all das Wissen und die Erinnerungen aus der Zeit vor der Gleichheit vermittelt, die der "Hüter" stellvertretend für den Rest der Menschheit bewahrt. So erfährt Jonas von einer vergangenen Zeit der Unvollkommenheit, des Schmerzes und der Aggressionen, aber auch einer Zeit voller Solidarität, Glück, Enthusiasmus und Liebe. Er erkennt, dass echte Emotionen und Erinnerungen in seiner Welt im Namen der Sicherheit unterdrückt werden und begehrt auf... 

Quelle: Filmstars.de


Gleich vorweg muss ich sagen: ICH HABE DAS BUCH NICHT GELESEN. Ich weiß, dass ist in den Augen vieler Leser vielleicht ein Verbrechen, aber ich muss gestehen, dass mich der Trailer zwar immer sehr angesprochen hat, ich mir aber nie sicher war, ob ich nun wirklich das Buch lesen möchte. Nach dem Film steht allerdings fest, dass ich das auf jeden Fall noch nachholen werde. Ich kann daher auch keine direkten Vergleiche zwischen den beiden Medien ziehen, sondern nur meine Eindrücke zum Film schildern. Der Film hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. Ich fand die ganze Idee einfach sehr brillant. Das Buch ist ja schon wahnsinnig alt und wahrscheinlich der Vorreiter für viele solcher dystopisch angehauchter Reihen gewesen. Ich habe zumindest sehr viel darin erkannt, dass sich in anderen Büchern wiederfindet.


Zu Beginn läuft der Film nur in schwarz-weiß und auch die Musik ist eher melancholisch und trist. Ab dem Zeitpunkt, als Jonas anfängt beim Hüter Erinnerungen zu sehen/erhalten verändert sich jedoch alles. Das fand ich wahnsinnig gut gemacht. Man erlebt als Zuschauer den direkten Übergang, von dem, was die Gesellschaft und die Menschen in ihren Grenzen hält, zu dem, was Jonas hinter den Grenzen der Regeln sieht. Der Film hatte viele erschreckende Seiten. Es gab zwar nicht wirklich Brutalität zu sehen, wie man es vielleicht von Panem & Co kennt, aber hier fand ich trotzdem sehr viel richtig beklemmend und schockend inszeniert. Der Hauptkonflikt, den es gab, war einfach, dass die Leute nicht mehr wissen, wie die Welt einmal war und all das, was für uns normal und selbstverständlich ist, wurde dort ausradiert.


Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich sehr oft eine Gänsehaut hatte, weil die Atmosphäre des Films mich so sehr packen konnte. Die Bilder, die Effekte und besonders die Musik gefielen mir wahnsinnig gut und ich konnte mich gar nicht mehr satt sehen an dem ganzen System, was es kennezulernen gab. Die Schauspieler fand ich auch alle richtig gut. Ich muss sagen, bei ein paar der jüngeren, insbesondere von denen, die keine so große Rolle gespielt haben, wie z.B. Jonas bester Freund war ich nicht ganz überzeugt, aber der Protagonist Jonas aka Brenton Thwaites war wirklich super! Ich habe ihm all die Gefühle abgekauft, die er vermittelt hat. Ebenso seine Entwicklung vom braven Bürger zum "Rebel".

Ich habe schon von einigen Seiten gehört, dass es die Liebesgeschichte, so wie es sie im Film gab, nicht im Buch gab, aber ich finde, dass hat hier sehr gut gepasst. Meiner Meinung nach haben die wenigen Szenen einfach nicht den Fokus von der Haupthandlung genommen und ich kann mir sogar vorstellen, dass ich das im Buch vermissen werde. Es gab nämlich einige süße Szenen im Film, die das Ganze etwas aufgelockert haben, aber ich verstehe natürlich, dass Fans vom Buch deshalb sicher Kritik erheben werden, was ja auch ihr gutes Recht ist.

Die stärksten Punkte des Films sind aber die Darstellungen der Erinnerungen. Sie treffen einen mit solcher Gewalt, dass man gar nicht anders kann, als angeregt mitdenken zu wollen. Ich war wirklich fasziniert. Geschichte wird eben von einfachen Menschen geschrieben. Fehler werden begangen und dieser ganze moralische Aspekt war super umgesetzt. 

“The worst part of holding the memories is not the pain. It's the loneliness of it. 
Memories need to be shared.” - The Giver von Lois Lowry

Worauf ihr euch allerdings gefasst machen solltet ist eine sehr langsame Herangehensweise. Es gibt keine Kämpfe oder actionreiche Szenen...lediglich zum Ende hin, gewinnt der Film an Fahrt. Der Film ist dazu noch sehr offen, aber ich nehme mal an, dass es im Buch genau so sein wird. Mir war das als Zuschauer sogar etwas zu offen. Ich werde nun aber auf jeden Fall zu der englischen Box greifen, die in ein paar Tagen erscheint und mir alle Bücher der Reihe einmal zu Gemüte führen...wie es wohl weiter geht? :)


Filmstart am 16. Oktober


Eines Tages wacht Thomas (Dylan O'Brien) in einem Aufzug auf, aber das einzige, woran er sich erinnern kann, ist sein Vorname. Seine gesamten restlichen Erinnerungen sind verschwunden. Er stellt fest, dass er nicht allein ist: Als sich die Aufzugtür öffnet, strömen weitere Teenager-Jungs auf ihn zu und begrüßen ihn. Der Ort, an dem er angekommen ist, nennt sich „die Lichtung“ und wird von einer großen Steinwand umschlossen. Genau wie Thomas wissen auch die anderen nicht, warum sie dort sind und wie sie dorthin gelangt sind. Sie wissen nur, dass sich jeden Tag große Türen in der Steinwand zu einem Irrgarten öffnen, der hinter den Mauern liegt. Nachts schließen sich die Türen wieder und alle 30 Tage wird ein neuer Jugendlicher mit dem Aufzug gebracht. Das ist zunächst alles, was Thomas in Erfahrung bringen kann. Als eines Tages ein Mädchen (Kaya Scodelario) den mysteriösen Ort erreicht, ist dies eine Sensation, denn sie ist das erste weibliche Mitglied der aus 60 Personen bestehenden Gruppe. Jeder einzelne hat eine bestimmte Aufgabe - einige werden ausgewählt, durch das Labyrinth zu laufen und den Verlauf der Mauern aufzuzeichnen. Doch im Irrgarten scheinen sie nicht allein zu sein... 

Quelle: Filmstars.de


Tja, hier ist es genau das Gegenteil! Ich habe sogar die ganze Buchreihe gelesen, wenn es bei Band eins auch echt eine Weile her ist, aber ich bin da eh nicht so der Vergleichs-Experte xD


The Maze Runner fand ich einfach...richtig geil. Ja, ich hab es ehrlich gesagt selber kaum geglaubt. Und jetzt kommt was total Verbotenes: ICH FAND DEN FILM BESSER ALS DAS BUCH. Ich hoffe, ich trete da jetzt niemanden auf den Schlips, aber das ist einfach so. Der Film hat sich meiner Meinung nach sehr stark an dem Buch orientiert, wenn auch einige Dinge weg gelassen wurde. So kommen ein paar Charaktere nicht vor und auch diese telepatische Kommunikations Sache wurde komplett weg gelassen. Außerdem war das Ende etwas anders, aber auch nur in Details, z.B. wird Chuck mit einer Pistole erschossen und nicht von einem Messer getroffen, als er Thomas retten möchte *schnief*

Ich glaube der größte Pluspunkt am Film waren einfach die Effekte und Bilder. ALTE SCHWEDE WAREN DIE ANIMATIONEN GEIL. Wie sich das Labyrinth bewegt, die Griever, die Geräusche bei Nacht...ja, da kann man sich schon leicht ins Hemd machen. Ich fand das Ganze im Buch schon sehr gut beschrieben, aber es noch mal in Sound und Bild zu erleben, dass war etwas völlig anderes. Ich hab mich teilweise echt gegruselt, als die Runner durch das Labyrinth gejagt sind und man wusste JETZT JETZT JETZT passiert was...auch die vielen Kämpfe gegen die Griever und allgemein die Ausflüge ins Labyrinth - EPISCH! Ja, ich wiederhole mich gerne: Die Bilder sind der Oberhammer gewesen!

Der Film startet so wie auch das Buch. Wir lernen Thomas kennen und das ganze System des Settings. Was mir hier deutlich besser gefiel war die Tatsache, dass man auch mal was mit den Charakternamen anfangen konnte. Erschießt mich nicht, aber eines meiner Probleme im Buch war, dass ich viele Figuren nicht auseinander halten konnte. Hier hatte man einfach immer ein Gesicht zum Namen und konnte sich die Rollenverteilung so richtig gut merken. Was mich auch sehr erstaunt hat war, dass die Schauspieler alle so GUT waren. Ungelogen, ich hatte da echt schon Albträume von, als ich den Cast gesehen habe, weil ich mir dachte, neeeee...die vielen Jungschauspieler haben in den Serien, in denen sie Rollen hatten, meiner Meinung nach nämlich nicht wirklich geglänzt, aber hier waren sie wirklich perfekt besetzt. 

Ich habe jedem seinen Charakter abgenommen, aber seien wir doch mal ehrlich, Dylan O´Brien war eh der Star des Ganzen. Bis vor kurzem kannte ich ihn auch nicht mal (aber dann bin ich der Teen Wolf Sucht verfallen) und das ganze Rumgegeier seiner Fangirls hatte mich vorab echt mega gestört...aber er hat es einfach drauf. Im Gegensatz zu seiner Rolle bei TW ist er hier auch ganz anders. Er hat einfach wahnsinnig viel Talent Gefühle und innere Monologe rüber zu bringen. Man hat ihm immer angesehen, was er dachte und die Wandlung von Greenie zum Runner fand ich einfach nur sau geil gemacht. Es war echt so, als könnte man das, was im Buch so toll beschrieben war - die Zerrissenheit, die Angst - einfach spüren und Dylan O´Brien hat es definitiv geschafft mich von Thomas zu überzeugen. Ich fand sogar, er hatte im Film mehr Substanz, als im Buch. Man hat hier vielmehr mitbekommen, wie er mit sich gehadert hat einen Platz in der Gruppe zu finden. 


Obwohl der Film echt eine der längeren Buchverfilmungen ist (1 Stunde, 54 Min um genau zu sein) kam es mir nie besonders lang vor bzw. hatte keine wirklichen Längen. Es gab unheimlich viel Raum, in dem man die Figuren kennenlernen konnte und man hatte teilweise das Gefühl "live" dabei zu sein, wenn ein Tag vergeht, denn das Buch spielte ja auch nicht gerade über einen endlosen Zeitraum. Was ich ebenfalls mochte war, dass im Film ein Ticken mehr Humor drin war, als im Buch. Zumindest gab es ein paar Stellen, an die ich mich buchmäßig nicht mehr erinnere. Und ebenfalls gut fand ich, dass Teresa eine kleinere Rolle gespielt hat. Bei The Maze Runner und auch in den Folgebänden war sie nie mein Liebling.

Was die Umsetzung von Kostümen etc. angeht gefiel mir das ebenfalls alles sehr gut. Irgendwie hatte das Ganze einen echt modernen Touch und war ein wenig realistischer als im Buch. Auch die Tatsache, dass die "Camper" sich nicht alles selber aufgebaut haben, sondern es bereits etwas gab, an das sie anschließen konnten, fand ich glaubhafter.

Ich habe schon von einigen Seiten gehört, dass es Logikfehler etc. gegeben haben soll, aber wenn es so ist, dann kann ich das nicht unterschreiben. Im Gegenteil, gerade, weil man hier früher Rückblicke/Erinnerungen zu sehen bekommt, hat das Material auf dem der Film basierte etwas mehr Tiefgang und Halt für den Zuschauer bekommen. Ich denke, dass ist besonders wichtig für Kinogänger, die eben nicht die Bücher gelesen haben. Mich hatte es bei James Dashner Werken ja schon etwas gestört, dass man mit der Geheimniskrämerei so dermaßen bis zum Schluss gequält wurde. Das Sequel des Film soll ja bereits 2015 in die Kinos kommen und ich finde, der erste Film hat dafür die perfekte Vorlage geliefert. 


“I promised him!" he screamed, realizing even as he did so that his voice was laced with something wrong. Almost insanity. "I promised I'd save him, take him home! I promised him!”  - The Maze Runner von James Dashner

Allerdings hat mich die Szene am Ende doch gestört. Man sieht dort etwas, dass wohl zeigen sollte: BADUSH ES IST NOCH NICHT VORBEI...aber irgendwie war das nicht wirklich sinnvoll. Ich meine, man möchte ja wissen, warum das Labyrinth, warum das Experiment etc. aber darauf gab es keine Antwort...es geht also weiter, aber ich wette viele Leute werden einfach nur mit einem fetten Fragezeichen aus dem Kino kommen und das hätte man besser lösen können. The Maze Runner ist jedenfalls atmosphärisches Abenteuer, das als Buchverfilmung nicht enttäuscht und einiges aus der Vorlage herausholt. 


Beide Filmen bekommen von mir gute 4/5 Sternen :)


Bildquellen: EW, Filmstars.de, Alice Marvels, Twentieth Century Fox, Studio Canal


Kommentare:

  1. Ich hab weder die Bücher noch die Filme gesehen - bis lang. Aber Maze Runner erinnert mich ja an "Das Labyrinth erwacht". Sehr interessant. Vielleicht schaue ich mir bei Gelegenheit beides mal an, Bücher und Filme, dein Bericht hat mich nämlich neugierig gemacht.

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  2. Maze Runner habe ich auch schon gesehen und war genauso begeistert wie du. Ich fand ihn konstant spannend und werde die Bücher auf jeden Fall auch noch lesen.
    Hüter der Erinnerung habe ich bisher nur gelesen, freue mich aber schon sehr auf den Film. Das Buch endet auch sehr offen, aber da geht es zum Schluss hin sogar noch etwas weniger dramatisch zu, als es der Filmtrailer impliziert.

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  3. Hm, bei "The Giver" überlege ich ja immer noch, ob ich es mir "antun" soll. Hab das Buch im Original und später auch nochmal auf deutsch gelesen und fand es ziemlich gut, doch der Trailer dazu sah mir einfach zu actionreich aus, und so ist der Roman eigentlich überhaupt nicht.
    Da du nun aber schreibst, dass auch der Film eher langsam an Fahrt gewinnt, könnte ich es mir nochmal überlegen, denn ich bin eigentlich schon an der Umsetzung interessiert. *grübel grübel*

    Bei "Maze Runner" kann ich wiederum nur hoffen, dass der Film besser wird als das Buch, denn das konnte mich damals nicht wirklich für sich einnehmen. Steht allerdings auch noch nichtfest, ob ich reingehe.... wir werden sehen :)

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  4. Hui, okay, "The maze Runner" werde ich jetzt auf jeden Fall gucken, die Bücher liebe ich ja total.:)

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