Mittwoch, 29. Oktober 2014

[BUCHREZENSION] Ödland - Der Keller


Titel: -
OT: Der Keller
Autor/in: Christoph Zachariae
Genre: All Age, Endzeit, Dystopie
Buchreihe: Ödland #1
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Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Vom Vater übernimmt er die Begeisterung für Technik und Raumfahrt, von der Mutter die für Kunst und Museen.

Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab. Seine Leidenschaft gehört der Phantastik und der dunklen Seite der menschlichen Seele.


Seit 2002 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier entstehen u.a. die Hörbücher für die mehrfach preisgekrönte Thriller-Serie DARKSIDE PARK. Neben Drehbüchern für Kinofilme schreibt Christoph Zachariae für deutsche TV-Serien und produziert eigene Kurzfilme. Christoph Zachariae arbeitet am dritten und vierten Band der ÖDLAND-Reihe. 'ÖDLAND Drittes Buch Die Fabrik am Fluss' und 'ÖDLAND Viertes Buch Viktoriastadt' erscheinen in den kommenden Jahren.




Deutsch
Ebook/ 2,99€
Seiten: 257
Verlag: Lucid Dreams




Englisch
Deutsches
Original!




Interessanter Mix aus Endzeit und Dystopie! 


Kurzbeschreibung

Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND. Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.

Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.


Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen. Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.
Buchgestaltung
Mir gefällt das Cover wirklich sehr gut. Es passt zur düsteren Atmosphäre des Romans und ist mal ein etwas anderes Motiv, dass nicht nur Gesichter zeigt, die überhaupt nicht zum Inhalt passen. Mich hat es sofort angesprochen. Die ganze Reihe „Ödland“ zu nennen, finde ich auch sehr passend, ebenso wie der Titel des ersten Bandes „Der Keller“ umreißt die Begebenheiten perfekt. Alles in allem ist die Aufmachung gelungen und detailreich und dafür gibt es schon mal Punkte.
Meinung

Als ich damals in die Leseprobe hineingeschnuppert habe, gefiel mir sofort der Stil des Autors. Ich bin froh, dass es auch das ganze Buch über so geblieben ist. Zwischen tadellosen Beschreibungen, durchdachten Dialogen und einer Menge Zweideutigkeit hat der Autor es geschafft mir den Einstieg ins Buch sehr leicht zu machen. Inzwischen gibt es ja haufenweise Endzeitromane/Dystopien, aber die Idee, die Christoph Zachariae hier verwendet war mir dank vieler ausgeprägter und innovativer Einfälle doch neu. Das ganze Setting wurde gut erklärt und im Grunde wurde man als Lese direkt hineingeworfen. Die Aussichten, die geschildert werden, waren teilweise so realistisch gemacht, dass man sich bestens vorstellen konnte, so würde es irgendwann einmal bei uns aussehen. Das gefiel mir wirklich wahnsinnig gut und ich habe mich trotz der Umstände wohl in der Story gefühlt.

Interessant ist, dass man zunächst einen verwahrlosten Mann kennenlernt und nicht die typische 0815 Protagonistin. Mag sein, dass es vor allem daran liegt, dass der erste Band der Ödland Reihe nicht nur Jugendbuch, sonder eher All-Ager-er ist. Ich fand es jedoch sehr angenehm direkt mit solch hartem Eleben konfrontiert zu werden, als dem blödsinnigem Quatsch, den junge Mädels in den ganzen Jugendbücher heute so von sich geben. Nicht, dass ich Hagen leiden sehen wollte, aber somit war meine Neugier direkt geweckt und auch eine Menge Spannung augenblicklich vorhanden. Ich wollte wissen, wohin seine Reise führt und wie es ihm dort ergehen wird. Die Siedlung ist ein Ort, der Hagen Sicherheit bieten soll, ein Ort für gestrandete Menschen, die überleben wollen und daher könnt ihr euch wohl bestens vorstellen mit welcher Dramatik das Buch hier startet.

Nebenbei fließen weiter Informationen zum Geschehen ein und bieten Einblicke in die Vergangenheit und die Auslöser und Zerstörer der jetzigen Welt. Obwohl ich nie ein Fan von solchem Info-Dumping bin, hat der Autor es doch geschafft sich relativ kurz zu halten und das Wichtigste: Die Handlungsstränge waren logisch durchdacht. Eines sollte euch aber auch gleich klar sein: Dieser Roman macht dem Namen Apokalypse/Endzeit alle Ehre. Viele Stellen waren ziemlich brutal und nichts für zart besaitet Leser! Ich finde so etwas auch immer recht schockierend, aber anderseits macht das auch gerade den Reiz an solchen Romanen aus. Es ist eben nicht immer alles wunderbar und super, besonders nicht, wenn Menschen ums überleben kämpfen. Neben Hagen gibt es auch noch andere Figuren, die eine Rolle spielen. So auch Mega (das Mädchen vom Cover), welche in „dem Keller“ lebt, der eine Art Blase darstellt, in der die Leute leben, ohne wirklich Kontakt zu Außenwelt zu haben.

Megas Charakter war mir auch sehr sympathisch. Da ich selber noch etwas jünger bin, konnte ich ihren Part auch immer etwas besser verstehen, als den von Hagen. Dennoch fand ich es gut, dass es dank der Wechsel der Handlungen immer viel Abwechslung gab. Ehrlich gesagt, war ich nicht immer ein Fan davon, zumal mir einige Passagen mit Hagen etwas langatmig vorkamen, aber das ist ja auch immer persönliches Empfinden. Vielleicht lag es auch daran, dass Mega sich einer anderen Art von Gefahr gegenübersieht, als Menschen im Keller verschwinden und dieser Teil der Geschichte etwas mehr auf die Psyche drückt.

Leider kam mir einige der Mysterien etwas zu knapp. Dank des flotten Schreibstils des Autors und den vielen unterschiedlichen Ansätzen im Buch gab es einige Stellen, von denen ich mir gewünscht hätte, sie wären etwas ausführlicher beschrieben worden und andersherum, einige, die ich nicht so gelungen fand. Die Figuren machen eben eine Entwicklung durch und ich bin nicht immer damit klar gekommen. Trotzdem waren es auch die Ecken und Kanten, die mich faszinieren konnten. Hatte das Buch auch einige aufs und ab, so fand ich es zusammenfassend echt gut.




Der erste Band der Ödland-Reihe besticht durch eine Menge Action und Spannung. Der Autor beschönigt nichts und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es in seinem Roman heiß hergeht. Konstante Unterhaltung mit gut ausgearbeiteten Figuren machen das Buch wirklich unterhaltsam. Für meinen Geschmack gab es leider auch einige Längen, etwas zu viel Rätsellei und hin und wieder zu wenig Beschreibungen. Dennoch ist Ödland ein gutes Buch für alle, die mal über den Tellerrand der Mainstream Bücher hinaus blicken möchten. 


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