Donnerstag, 22. Januar 2015

[BUCHREZENSION] Lockwood & Co - Der wispernde Schädel


Titel: Der wispernde Schädel
OT: The whispering Skull
Autor/in: Jonathan Stroud
Genre: YA, Fantasy, Mystery
Buchreihe: Lockwood & Co #2
Zur Verlagsseite:





Als Kind war Jonathan Stroud (*1970) häufig krank und musste viel Zeit im Krankenhaus oder zu Hause im Bett verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen, begann er, intensiv zu lesen: Bald war der Boden seines Zimmers mit Büchern komplett bedeckt. Außerdem zeichnete Jonathan Stroud und erfand selbst mit Begeisterung Geschichten. Nach dem Englischstudium arbeitete er einige Jahre als Lektor für Walker Books in London, wo er alles über Kinderbücher lernte. 1999 erschien sein erster Fantasyroman "Drachenglut". Damit war Jonathan Stroud klar, was er in seinem Leben tun wollte. 2001 hängte er seinen Job endgültig an den Nagel, um nur noch Schriftsteller zu sein. Im selben Jahr heiratete er und wurde Vater.




Deutsch
Gebunden/ 18,99€
Seiten: 512
Verlag: cbj


Englisch
Gebunden/ 13,95€
Taschenbuch/ 11,95€
Seiten: 448
Verlag: Disney Hyperion







Noch besser als der erste Teil der Reihe! :)


Kurzbeschreibung

Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.
Buchgestaltung
Nach wie vor gefallen mir die deutschen Cover besser, als die englischen. Ich finde, die Orginalmotive – so aus hier – sehen etwas zu plastisch und bearbeitet aus. Das Cover des cbj Verlags ist schön schlicht, mit aussagekräftigen Farben gehalten. Der Titel wurde 1:1 übersetzt und passt auch einfach perfekt zum Roman. Auch im zweiten Band der Reihe finden sich wieder kleine schwarz-weiß-Zeichnungen vor den Kapiteln und sorgen für eine besonders gruselige Atmosphäre.
Meinung

Den ersten Band von Lockwood & Co habe ich regelrecht verschlungen. Sympathische Charaktere und so viel Spannung – da konnte ich nicht lange warten, bis mich das zweite Abenteuer mit all seinem positiven Feedback lockte. Meiner Meinung nach gibt es (trotz vieler guter Buchreihen) nur wenige Autoren, die es schaffen sich selbst noch einmal mit einem Folgeband zu übertreffen. So auch Jonathan Stroud. Es grenzt schon an ein Verbrechen, dass ich ihn und seine Bücher bis vor kurzem nicht kannte. Der zweite Band von Lockwood setzt ein wenig später nach dem Geschehen des ersten an. Durch den bekannten Fall, den die Agentur gelöst hat, kommen ein paar mehr Aufträge rein, aber dennoch könnte es für Lockwood, George und Lucy irgendwie besser laufen. Besonders ihre persönlichen Gegenspieler, die Agenten von Fittes, mischen sich immer wieder in das Leben unserer drei Helden ein und schließlich arbeiten alle zusammen an einem Fall.

Ich mag es wahnsinnig gerne, dass der Autor seine Bücher in Parts eingeteilt. So hat man immer einen informativen Einstieg ins aktuelle Geschehen und findet gut in einen neuen Fall hinein, der nach und nach seine Gefahren offenbart. Da die Welt der Buchreihe schon in Band eins so gut beschrieben war, muss man hier nicht mehr mit zu vielen Informationen zum Setting rechnen. Zwar kommen wieder einige neue Details im Buch vor, aber alles in allem, hat man das Glossar doch schon im Kopf und ich glaube, das war auch einer der Gründe, warum mir Band zwei noch einen Ticken besser gefiel, als Band eins. Da man sich in der geisterhaften und gefährlichen Welt bereits auskennt, bleibt mehr Platz für den Fall und das Rätsel des sprechenden Schädels – beides wunderbar zu einer Handlung verflochten.

Es gibt einfach kein anderes Wort, aber ich liebe die Figuren einfach. Lucy, die Erzählstimme ist loyal und mutig und aufsässig wie eh und je und ich kann in ihr echt eine beste Freundin sehen, denn ihr Sarkasmus ist unbezahlbar. Es ist mega amüsant, wie sie immer wieder die Stimmung auflockert oder tollpatschig in ein Fettnäpfchen trifft. Besonders cool war auch, dass sie selbst etwas mehr über ihre Fähigkeit erfährt, von der Sache mit dem Schädel ganz zu schweigen. George war mir in diesem Band auch etwas sympathischer. Zuvor erschien er mir eher wie ein Handlanger, aber hier spielt er eine größere Rolle und man sieht etwas mehr von seiner wissbegierigen Persönlichkeit und seiner Freundschaft zu Lockwood. Lockwood selbst war einfach genial. Er ist der Sherlock einer neuen Buch-Generation, denn mit seinem Charme, den lockeren Sprüchen und der chaotischen Einstellung entlockt er mir permanent ein Schmunzeln und Kopfnicken.

Ich hatte im ersten Teil als kleine Kritik aufgeführt, dass ich gerne eine Liebesgeschichte hätte – diese findet sich hier allerdings nicht. Inzwischen habe ich aber auch erkannt, dass es kleine Hinweise gibt, die ich richtig gut gemacht fand. Das Buch bietet eben Beziehungen auf einer tiefgreifenden Ebene und da hat der Autor wohl keinen Platz für so etwas banales wie eine Liebesgeschichte gesehen :) In erster Linie verspricht Lockwood schaurig-schöne Spannung und ist für Fans des Übernatürlichen ein richtiges Muss. Ich war schon immer von dem ganzen Geisterthema fasziniert, aber bisher habe ich keinen Roman gelesen, wo Paranormales so wundervoll mit Krimi und Humor verbunden wurde.

Das Kipps und seine Bande ebenfalls öfter auftauchen, hat dem Buch dann noch das gewisse Extra gegeben. Diese Wortduelle zwischen ihm und Lockwood und der jugendliche Kampfgeist, der beide immer wieder gegeneinander antreibt war sehr amüsant zu lesen. Besonders gegen Ende habe ich Kipps und seine Agenten-Freunde richtig gern gewonnen. Ich glaube, das wird noch richtig spannend!

Mir kam es dieses mal auch so vor, als wäre der Fall, den es zu lösen galt, etwas komplizierter und komplexer gestaltet. Es gab viele Sackgassen und tote Enden und Lockwood & Co mussten mehr in Kauf nehmen, um an Antworten zu kommen. Gerade, weil die vielen Wenden ab der Mitte die Vorhersehbarkeit etwas abgewendet haben, konnte mich der wispernde Schädel mehr überzeugen, als die seufzende Wendeltreppe. Auch die vielen kleinen Hinweise, auf offene Fragen, die in Nachfolgerbänden sicher noch von Bedeutung sein werden, hielten die magische und mystische Atmosphäre am Leben. Man hat die Geheimnisse beim Lesen mit jeder Seite förmlich eingeatmet. Und dann dieses Ende. Ich wusste ja, dass der Autor uns sicher quälen würde und der Cliffhänger war wirklich fies. Band drei, wo bist du? :)




Lockwood & Co ist eine meiner neuen Lieblingsreihen! Die Charaktere sind facettenreich, charmant und witzig, die Spannung lässt mit keiner Seite nach. Intelligente Mystery-Lektüre für alle Fans von Sherlock Holmes und Geistern oder jenen, die es werden wollen. Die Welt, die Jonathan Stroud sich ausgedacht hat, wird durch die innovativen Details zum paranormalem Abenteuer deluxe! Die Fortsetzung hatte wirklich alles, was ich an guten Büchern schätze. 


1 Kommentar:

  1. Och menno Tanja, ich hätte das Buch ja so gerne auf Deutsch im Regal, aber das ist so blödsinnig, weil ich schon das englische Ebook habe. Aber wer weiß, wenn der Preis mal nachlässt schlage ich vielleicht doch zu. Von deiner Wertung her gibts ja absolut nix zu meckern ;D

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