Montag, 23. Februar 2015

[BUCHREZENSION] Heldentage


Titel: -
OT: Heldentage
Autor/in: Sabine Raml
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Einzelband!
Zur Verlagsseite:






Sabine Raml wurde im Ruhrgebiet geboren und wuchs dort größtenteils auf einem Campinglatz zwischen Schnecken und Bäumen auf. Bereits als Kind entwarf sie ihre erste Zeitschrift und verteilte sie in der Nachbarschaft. Trotz anderer Berufe blieb das Schreiben ihre große Leidenschaft. 2013 wurde ihr bis dahin unveröffentlichtes Jugendbuchdebüt Heldentage – Do what you love mit dem Kinder-und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Berlin in der Nähe eines Waldes und mehrerer Campingplätze. Sie liebt Pasta, Feigenmarmelade und Yoga.




Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 304
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Deutsches
Original!





So spannend und packend kann Realität sein! :)


Kurzbeschreibung

Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.

Buchgestaltung
Mir gefällt die Aufmachung wirklich sehr gut. Sie passt wirklich gut zum Roman und hat mal nicht dieses typische Mädchengesicht auf dem Cover. Durch die abgedunkelte Figur eines Mädchens und die vagen Umrisse einer Stadt am Grund verrät das Buch nicht zu viel, schaut aber eindeutig nach einem Jugendbuch aus. Der Titel gefällt mir besonders gut, weil ich die Idee, dass jeder im Alltag ein Held sein kann sehr gerne mag. Durch die dunkle Farbgebung kann man sich zusätzlich denken, dass die angesprochenen Themen nicht immer leichte Kost sind.
Meinung

Heldentage ist sicher kein Buch zu dem man greift, wenn man mal wieder gerne etwas super lustiges und total romantisches lesen möchte. Heldentage ist ein Roman, der eine Menge Stoff zu Nach und – Mitdenken bietet. Die Protagonistin Lea ist gerade einmal fünfzehn und ihr Leben ist alles andere als leicht. Sie hat etwas den Faden verloren und sieht der Zukunft nicht gerade lachend entgegen. Ihre Mutter ertränkt ihre Probleme lieber in Alkohol als einmal vernünftig mit Lea zu reden und dann kämpft Lea noch mit ihren Gefühlen für einen Jungen. Unterstützung bei all dem Chaos findet sie in ihrer Freundin Pola, die das genaue Gegenteil von Lea ist: sie hat ein schönes Leben, ist wild und voller Ambitionen. Wie kann Lea es also schaffen selber zur Heldin ihres Alltags zu werden?

Mit der Frage beschäftigt sich das Buch.

Zu Beginn wird man ganz schön ins kalte Wasser geworfen. Sabine Raml hat eine außergewöhnliche Schreibweise und auch der Blickwinkel ihrer Erzählung ist wie die Protagonistin selbst: etwas schräg und total chaotisch. Die Kapitel sind kurz, die Sätze sind es auch und Lea selbst verliert öfter mal den Faden ihrer Erlebnisse. Aber gerade diese spezielle Art hat das Buch besonders gemacht. Es gibt diese Geschichten, in die man sich hinein lesen muss und es gibt jene, die saugen einen mit eigener Kraft in sich hinein – Letztes war hier eindeutig der Fall.

Dabei ist der Plot des Buches eine Mischung aus leichten Dingen, die wir alle täglich erleben und diesen kleinen Sequenzen, die das Bild eines schönen Lebens einfach schief hängen lassen. Das Zusammenspiel dieser Perspektiven war faszinierend. Im einen Moment hat Lea noch Spaß, im nächsten bekommt sie einen Anruf von ihrer Mutter. Auf und ab. Auf und ab. Auf und ab. Wie bei einer Achterbahn wird man zusammen mit der Protagonistin immer wieder hoch hinaus geschleudert, um dann tief zu fallen. Das Tolle an dem Buch war auch einfach, dass die Themen, die angesprochen werden, verständlich dargestellt sind. Damit meinte ich, dass dieser Roman Lesern jedes Alters ein paar grundlegende Dinge mit auf den Weg geben kann. Wie man zu sich selber steht und eigene Entscheidungen trifft, zum Beispiel oder wie man seinen Freunden Vertrauen schenken sollte, weil mit Freunden einfach alles viel mehr Sinn macht, als ohne Zuflucht.

Mir fällt es schwer in Worte zu fassen „was“ genau das Buch eigentlich ist. Eine unterhaltsame Geschichte? Auf jeden Fall. Eine traurige Geschichte? Irgendwie schon? Die Autorin hat ein ganzes Spektrum an Gefühlen in mir heraufbeschworen.

Dazu muss ich sagen, dass solche „Coming of Age“ Themen normalerweise gar nicht mein Fall sind. Es gab auch einige Stellen im Buch, an denen ich mir gewünscht hätte, dass es mehr gegeben hätte. Mehr Lea. Mehr Gefühle. Mehr Leben. Aber es ist eben Teil des Stils der Autorin in dieser kleinen Welt zu bleiben, die man rasend schnell erlebt. Ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack. Das sind jedoch nur kleine Feinheiten, die noch mehr Potenzial in sich hatten.

Ich verstehe schon, warum das Buch vom Verlag und seinen bisherigen Lesern so sehr geschätzt wird. Ich denke, man kann in die Buchhandlung gehen und es im Grunde jedem in die Hand drücken, der realistische Stories mag. Leas Reise zu sich selbst und all die typischen Teenie-Probleme waren sehr amüsant. Außerdem weiß ich nun, dass auch in mir ein Stück Heldin des Alltags steckt. Vielleicht habt ihr ja Lust, herauszufinden, ob das bei euch auch der Fall ist ;)



Heldentage ist ein schönes und vor allem sehr echtes Debüt, das einen ganzen Haufen an Problemen abklappert. Zwischen Spaß und Unsicherheit, zwischen Wut und Glück geht Leas Leben auf und ab und wir sind als Leser dabei. Die Botschaft des Romans ist einfühlsam und kommt bei jedem Leser sicher super an: Sei auch du Held deines eigenen Lebens! Zwischenzeitlich hätte ich mir noch etwas mehr Input gewünscht, aber zusammenfassend konnte mich Sabine Raml mit ihrem Debüt klar überzeugen!



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