Montag, 30. März 2015

[BUCHREZENSION] Waterfire - Das erste Lied der Meere


Titel: Das erste Lied der Meere
OT: Waterfire
Autor/in: Jennifer Donnelly
Genre: MG, YA, Fantasy
Buchreihe: Waterfire Sage #1
Zur Verlagsseite:






Jennifer Donnelly wurde für ihre Romane und Jugendbücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Trilogie "Die Teerose", "Die Wildrose" und "Die Winterrose" wurde zum Millionen-Bestseller. Ihr erster Jugendroman, "Das Licht des Nordens", erhielt renommierte Auszeichnungen, darunter den Los Angeles Times Book Prize. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in New York.



Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 384
Verlag: Schneider


Englisch
Taschenbuch/ 9,20€
Seiten: 360
Verlag: Hodder






An sich nicht schlecht, aber leider nicht mein Fall.


Kurzbeschreibung

Eigentlich sollte sich die Meeresprinzessin Serafina am Morgen ihrer Verlobung nur eine Frage stellen: Liebt mich Prinz Mahdi wirklich? Doch Serafina wird von seltsamen Träumen verfolgt, welche die Rückkehr einer uralten, bösen Macht prophezeien. Kurz darauf werden ihre düsteren Vorahnungen Wirklichkeit, als Serafinas Mutter von einem vergifteten Pfeil getroffen wird. Nun muss Serafina nicht nur den Mörder ihrer Mutter finden, sondern auch noch einen Krieg zwischen den Meeresreichen verhindern. Geleitet von ihren dunklen Träumen, macht sich Serafina zusammen mit ihrer besten Freundin Neela auf die schwierige Suche nach vier weiteren auserwählten Meerjungfrauen. Nur gemeinsam können sie eine Verschwörung aufdecken, die ihre geheime Welt zu zerstören droht …
Buchgestaltung
Die Gestaltung des Buches ist in meinen Augen einfach nur wunderschön. Wenn ich das Buch so irgendwo liegen sehen würde, ich müsste es sofort kaufen. Es ist wirklich toll, dass das Originalmotiv übernommen wurde – genau wie der Titel. Beides passt einfach wunderbar zum Roman und ist ein Feuerwerk für die Augen. Allein für die Aufmachung würde ich volle Punktzahl geben. Das Thema ist super getroffen und man weiß sofort, dass es um Sirenen/Meerjungfrauen geht.
Meinung

Waterfire war eine Überraschung vom Verlag, die hier in einer wunderschönen Aufmachung verpackt ankam. Ich war damals total aus dem Häuschen und konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Es sieht immerhin nicht nur schön aus, es klingt auch verdammt gut. Wirkliche Erwartungen daran hatte ich allerdings nicht, zumal mir die Autorin bis dato unbekannt war. Wie hat mir das Buch gefallen? Das ist echt schwer zu beschreiben. Ich fand es „okay“, aber nicht auch gut. Ich fand es nicht überzeugend, aber auch nicht schlecht. Ich sehe alles recht zwiegespalten.

Zum einen denke ich, dass Waterfire eher eine jüngere Zielgruppe anspricht, als welche, zu der ich gehöre. Natürlich ist das bei den meisten Jugendbücher der Fall, zu denen ich als Ü20 greife, aber hier hat man das noch mal sehr deutlich gespürt. Besonders am Schreibstil. Der Stil von Jennifer Donnelly war sehr einfach, kurz und teils auch abgehackt gestaltet. Die Autorin hat sich nicht viel aus Schnickschnak gemacht und kam schon schnell zur Sache. Leider hat das wenig meine Phantasie beflügelt, weil mir Orte und Personen irgendwie fremd erschienen. Ich konnte mir nicht wirklich ein gutes Bild vom Setting des Roman machen oder die erwähnten Figuren ins Herz schließen. Jaaa, da hat sie es mir echt schwer gemacht.

Besonders zu Beginn wird man als Leser enorm mit Namen und Eigenwörtern überschüttet – ein starker Gegensatz zu dem sonst so einfachem Stil. Es hat ewig gedauert, bis man sich orientieren konnte und ich kam nicht umhin, das alles etwas seltsam zu finden. Dabei ist die Storyline recht gradlinig: Es geht um eine Meeresprinzessin, die an jemanden versprochen ist, sprich heiraten soll, doch die Handlung nimmt eine harte Wende, als ihre Mutter stirbt und ganz andere Probleme an die Oberfläche treten. Bei der Spannung, die sich durch die schnelle Wende einstellt, hatte ich mir vorgestellt, dass die Hintergrundinformationen wahrscheinlich viel mit Lüge, Intrigen und Machtspielen zu tun hat, aber irgendwie sind viele Motive sehr weit ins Abseits gerückt. Ich hatte beim Lesen viele Fragen, die entweder gar nicht oder an den falschen Stellen beantwortet wurden.

Serafina war mir dazu noch wenig sympathisch. Hin und wieder trifft sie kluge Entscheidungen, aber ihr mädchenhaftes Verhalten und ihre Gefühle wurden mir doch schnell zu viel. Ich konnte ihre Persönlichkeit im Großen und Ganzen nicht ganz verstehen. Normalerweise wird man ja mit der Entwicklung von Charakteren im Verlauf eines Buches warm, aber Serafina war wie das Buch an sich verdammt einfach gestrickt und nicht greifbar. Auch die Nebenfiguren entsprachen Stereotypen und konnten mich nicht für sich einnehmen. Vielleicht liegt dies auch wieder daran, dass ich als erwachsene Leserin wenig überrascht werden konnte, wer weiß?

Neela als beste Freundin mochte ich hingegen. Ich fand sie ziemlich süß, weil sie ein liebes Mädchen (wie man es nimmt) war und die Freundschaft zwischen Serafina und ihr hat mir echt gefallen. Auch einige der Dialoge waren gekonnt formuliert. So waren Kabbelein zwischen Serafina und dem Prinzen doch ziemlich amüsant.

Auch die Grundidee fand ich ziemlich klasse. Ich habe bisher kaum ein Buch über Meereswesen gelesen und fand die Unterwasserwelt war schon einen Besuch wert. Es gab auch viel Luft nach oben (hehe) und das Potenzial war in den Ansätzen, welche die Autorin vorgelegt hat auf jeden Fall vorhanden. Ich denke, jüngere Leser werden weitaus mehr Spaß an der Sache haben, als ich.



Waterfire ist gewiss kein schlechtes Buch, aber mir hat es aufgrund seines einfachen Plots und den wenigen Informationen nicht ganz zugesagt. Der Schreibstil der Autorin war einfach nicht meins und hat den Lesefluss sehr gestört. Auch die Figuren waren in ihren Ansätzen ganz nett, aber nicht genug ausgearbeitet, um mich überzeugen zu können. Dennoch gefielen wir die Freundschaft und Beziehungen der Figuren untereinander, kleine Wortgefechte am Rande und eben die bezaubernde Unterwasserwelt, aus der man mehr hätte rausholen können.


Kommentare:

  1. Ein wirklich schönes Fazit einer sehr ausführlichen Rezension. Viele andere waren leider ebenfalls nicht über die Maßen begeistert, allerdings habe ich auch nach dieser Rezi noch immer Lust auf das Buch und werde es auf meiner Wunschliste lassen. Das Thema der Unterwasserwelt ist einfach zu interessant. Vielleicht wird es mir dann ja auch besser gefallen als dir, wer weiß. Danke für die ehrliche Meinung!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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  2. Hmm Jennifer Donnelly sollte wohl lieber bei ihren historischen Romanen für Erwachsene bleiben... Gerade wegen dem krassen Genre Wechsel war ich eher abwartend. Scheint die bessere Wahl gewesen zu sein. Dieses Buch von ihr lasse ich eindeutig aus. Die Zielgruppe bin ich auch eindeutig nicht :D


    Liebe Grüße,
    Tina

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  3. Da sind wir echt mal genau einer Meinung :D Wirst du eine Fortsetzung lesen ? Ich bin mir da momentan noch unschlüssig, aber brauche ja auch noch keine Entscheidung fällen :D
    LG, Sandrina

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